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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1951-05-01 · 5 (Mayo, 1951) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIII (1951)
Issue
5 (Mayo, 1951)
Date
1951-05-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 5 Aus der Arbeit der Gemeinde Wir geben im folgenden den Taetigkeitsbericht fuer das Geschaeftsjahr 1950, erteilt vom Presidenten Dir. José Hirschberg, in der General-Versammlung vom 29. April 1951. Es ist meine Aufgabe, Ihnen ueber die Arbeit der Gemeindekoerperschaften und Gemeindeverwaltung im abgelaufenen Jahre wenigstens einen solchen Ueberblick zu geben, dass Sie sich ein Bild machen, das, was Ihnen miss. faellt, kritisieren, und was Sie fuer gut und richtig halten, anerkennen koennen. Es waere zu begruessen, wenn bei solcher Gelegenheit unsere Gemeindemitglieder in weit groesserer Zahl anwesend waeren, als es im allgemeinen und auch heute der Pall ist, nicht nur aus Interesse an ihrer Gemeinde, sondern auch um in der heutigen General-Debatte Anregungen zu geben oder dem kommenden Gemeindevorstand schriftlich Vorschlaege zu machen, die unserer Gemeinschaft von grossem Nutzen sein wuerden. Denn, meine Damen und Herren, die Gemeinde-Vertretung kann nicht fehlerlos" arbeiten, wenn sie sich auch bewusst ist, nach bestem Wissen und Gewissen die ihr anvertraute Aufgabe erfuellt zu haben, l DIE POSITION DER GEMEINDE na^htenldUv5endie heut® nacn 13-jaehngem Bestehen unserer Sociedad zu faellen sind, werden mehr und mehr von unserer Position imfer- ^,der irischen Kollekti. Chile, von unserer Zugehoerigkeit zum juedivJl^ei-Vhlk und von unseren Verpflichtungen gegenueber Wir Slnatí;, LsraeI diktiert. Wir sind zahlenmaessig mit Bfektivbestand X 1491 Mitgheder-Famllien die HnntaVS Sroesste Organisa innerhalb des hiesigen Jischuw. Das gibt uns zwar Recbte, aber vor allem bedeutende Verpfllchtun. gen, sowohl ideeller wie materieller Natur. Wie alle?ue dischen Institutionen der Stadt sind wir der Federación f/unista, der lokalen Vertretung der Jewish Agency, sowie dem Comité Representado angeschlossen und in aniwiS Spitzenorganisationen angemessen vertreten. Am Tisch des Direktoriums der Federación haben Dr. Lan- Peter rXX** Loew«ns(tein, Peter Brandt und ich an der laufenden Arbeit dieser Koerperschaft teilgenommen: im Exekutiv-Comité des Comité representativo waren wir PHr®hrv,die Herren Fernando Friedmann, Juan Bab und Egon Rosenfeld vertreten, wo rZUi* dltun£ hes gesamten comité Representativo durch unseren Freund Fernando Friedmann waehrend seiner monatelangen Abwesenheit n^^f€si,d£iten 0011 Is'idoro n!cht nur ihm selbst, sondern unserer Gemeinde ^rv,F.hre &ere!chen. An den wichtigen Arbeiten des De r?,u^?nt0, de intercambio Cultural, einer Unterorganisation des Comité Representativo hat unser Vertreter Egon Rosenfeld mit hohem V erantwortungsgefuehl und produktiver Taetigkeit teilge nommen. Nach Aufloesung des Comité Chileno Pro-Palestina Hebrea ist im vorigen Jahre das Instituto Chileno-Israelí gegruendet worden, in dem Fer nando Friedmann den Posten des Tesorero bekleidet. Dieses Institut soll und wird zu einem Kulturaustausch zwischen beiden Laen dern beitragen, eine Aufgabe die unter der Praesidentschaft des uns allen bekannten Senators Don Humberto Alvarez bereits in die Wege geleitet ist. Ein solches Institut kann auch in seiner Bedeutung fuer unsere buergerliche Existenz in Chile garnicht hoch genug bewertet werden, denn das beste Mittel zur Bekaemp. fung des Antisemitismus ist Aufklaerung und Verstaend nis fuer Juden und Judentum seitens unserer chilenischen Mitbuerger und wir sind ueberzeugt davon, dass es keine bessere Aufklaerung geben kann, als die Entwicklung unseres juedischen Staates innerhalb der Nationen aufzuzeigen und persoenliche Eindruecke —wie die des Kammerpraesidenten, Don Astolfo Tapia bei seinem Besuch in Israel— auf ihn selbst und auf alle diejenigen wirken zu lassen, mit denen er in Beruehrung kommt. KONTAKT MIT ISRAEL Um wieviel mehr ist esver. staendlich, wenn Angehoerige unseres Volkes durch Besuche unseres Staates beeindruckt werden und die besten Propagandisten fuer die Erfüllung der Pflichten sind, die wir Juden in der Golah dem jungen, um seine wirtschaftliche Existenz kaempfenden Staat schuldig sind Wie innig dieser Kontakt ist, kam im Laufe des letzten Jahres bei zwei aussergewoehnlichen Gelegenheiten zum Ausdruck. 1. Anlaesslicli der Üeberreichung der Credencialien des israelischen Gesandten fuer Chile, Herrn Jacob T^ur, in der Moneda, am 16. Juni 1950, und 2. Bei dem Besuch des Vizepresidenten der Knesseth, Herrn Dr. Josef Burg, anlaesslich der Eroeffnung der Campana Unificac’a 1950. Mit Stolz und Begeisterung haben die Mitglieder auch unserer Gemeinde diese hohen Vertreter Israels be. gruesst und bleibende Eindruecke von den Veranstaltungen empfangen, die auch wir zu Ehren der beiden Herren in unserem Hause durchgefuehrt haben. Es war uns eine besondere Freude Herrn Dr.Bufrg bei der Einwei’ hung, dieses Hauses am 3.September v. Js. begruessen zu koennen, bei der er uns die Gruesse des Jischuw in Israel ueberbrachte. Bei dem Festessen am gleichen Tage konn ten wir ihm einen Scheck ue. ber 500 Dollar aus unserem Hilfswerk “Judennot in der Welt” zur freien Verfuegung in Israel ueberreichen, den er fuer Linderung der Woh nungsnot in Israel verwenden wird. m.An - diesem bedeutsamen rage fuer unsere Gemeinde, .religioeser und weltlicher Feier unser eigenes Heim einweihten, fanden un sere freundschaftlichen Beziehungen zu den uebrigen luedischen Institutionen lebhaften Ausdruck. Die Praesidenten der Spitzenorganisationen, der uebrigen Gemeinden und Kulturinstitute sowie der Organisationen unseres Sektors ueberbrachten uns neben ihren Glueckwuenschen den Ausdruck der Anerkennung fuer die juedische Arbeit, die unsere Gemeinde in den 12 Jahren ihres Bestehens innerhalb der Colectividad geleistet hat. ALLGEMEINE JUEDISCHE ARBEIT Tatsaechlich haben wir uns auch Im vergangenen Jahre ueberall dort aktiv betaetigt, wo Arbeit im Interesse der hiesigen juedischen Gemeinschaft geleistet wurde: im Waad Hachinuch, der Ort- Schule, der Hias, dem neuge. gruendeten Estadio Israelita und neuerdings der Institution der Freunde des Blindenheims in Israel, die in unserem Hause eroeffnet wurde und in der uns Herr Bruno Lichtenstein als Yize- Praesident vertritt. In kultureller Hinsicht hat uns das Erziehungswerk des Waad Hachinuch besonders am Herzen gelegen, das wir daher auch im’ Rahmen unserer finanziellen Moeglichkeiten laufend subventionierten. Die ruehrigen und selbstlosen Lei. ter dieses Schulwerks verdienen auch unseren Dank, da viele —wenn auch immer noch nicht genug— Kinder auch unserer Gemeinde eine der juedischen Schulen besuchen und besonders in dem neuen Schulgebaeude in Macul sowohl erzieherisch wie raeumlich bestens aufgehoben sind. BEFREUNDETE ORGANISATIONEN Ein Wunsch, den wir mit dem Bau unseres eigenen Hauses verbanden, ist in Erfüllung gegangen, als moeg. lichst Viele, besonders aber die Organisationen unseres Sektors hier ihr Heim finden koennen, und wenn auch zu unserem aufrichtigen Bedauern nicht alle diesbezueg liehen Wuensche erfuellt wer.' den konnten, so freuen wir uns doch, dass die beiden Lo gen Paeifico und Negba des Ordens B’ne Berith.das Wizo- Centro Henriette Szold, die Union Sionista und das Fo rum Haboneh in unserem Gemeindehaus zu Hause sind, dass die Organisation der “Amigos” des chilenischen Kibbuz’ Ramot Menasche hier ihre Sitzungen und das juedische Orchester seine Proben abhaelt. Vor allem aber, dass bereits vielfach grosse kulturelle und soziale Veranstaltungen kollektiver und privater Natur in diesem Saal, der durch seine gute Akustik und architektonische Schoenheit besonderen Anklang gefunden hat, stattgefunden haben. Eine Institution, die in Hausgemeinschaft mit uns lebt, verdient besonderer Her. vorhebung, der Cisroco, mit seinen Unterorganisationen Altersheim und Kinderheim, das von der Liga de Damas Israelitas betreut wird. Die soziale Arbeit des Cisroco steht uns deshalb besonders nahe, weil er als das Wohlfahrtsamt der Gemeinde angesehen werden muss. Was dort an diskreter Hilfe geleistet wird, verdient nicht nur waermsten Dank der Betreuten, sondern unserer ganzen Gemeinde. Sie wissen selbst, meine Damen und Herren, was ein einziger schwerer Krankheitsfall heute in Chile kostet und das infolgedessen eine Fuersorgeinstitution ohne staatlichen Zuschuss und oh-, ne die Moeglichkeit, einen presupuesto aufstellen z u koennen, immer in schwerster Sorge um ihre Existenz und ihre Hilfsmoeglichkeiten lebt. Der Cisroco hat im Jahre 1950 $ 1.329.000.— ausschliesslich fuer bescheidenste Erhaltung arbeitsunfaehiger alter Menschen und Kranker —fast ausschliesslich unserer Gemeinde— ohne Allgemeinunkosten und ausschliesslich der Aufrechterhaltung des Altersheims ausgeben muessen. Es versteht sich von selbst, dass wir eine fuer uns wesentliche laufende Subvention an den Cisroco zahlen. Auch bei dieser Gelegenheit moech te ich die Aufgabe der Colectividad nicht unerwaehnt las sen, ein juedisches Hospital zu schaffen, in dem Arme wie Reiche die gleiche Betreuung finden muessen. Dass die bestehenden Plaene noch nicht in Angriff genommen sind, beruht auf den vielen finanziellen Pflichten des hiesigen Jischuw und gewiss auch auf die durch die gegenwaertige Inflation bedingten Schwierigkeiten. Trotzdem darf dieses Werk nicht weiter aufgeschoben werden, fuer das die Mitarbeit unserer Ge. meinde eine ehrenvolle und selbstverstaendliche Pflicht ist. Ueber die segensreiche Einrichtung unseres Alters¬ und Kinderheims braucht vor Ihnen im Rahmen dieses Tae. tigkeitsberichts nicht gespro. chen zu werden. Wie schoen der Erweiterungsbau des Altersheims geworden ist, bei dessen Ausgestaltung sich die Herren und Damen des Altersheims-Comités ungeheure Muehe gegeben haben, davon werden Sie sich gewiss bei der Einweihungsfeier am kommenden Sonntag selbst ueberzeugen. RELIGIONSSCHULE Ein erfreuliches Kapitel bedeutet die juedische Erziehung in unserer Religionsschule. Zurzeit sind bei dieser Schule 120 Kinder angemeldet. die in 4 verschiedenen Grunpen unterrichtet werden. Zur Erleichterung fuer die Kinder wird der Unterricht ausser im Gemeindehaus. in der in Macul gelegenen Schule des Waad Hachinuch fuer die kleineren Kinder abgehalten und von einer bewaehrten Lehrerin der jue. dischen Schule erteilt werden. GOTTESDIENST Die Zusammenstellung eines Minjan beim Wochentagsgottesdienst ist naturgemaess hier schwieriger als es im Zentrum war. Wir bemuehen uns um eine definitive Loesung dieses Problems, das fuer alle diejenigen, die ihre Jahrzeit in der Synagoge abhalten wollen, in besonderem Masse besteht und haben hierbei die Hilfe des Cisroco gefunden, der dafuer sorgt, dass Unterstuetzungsempfaenger abwechselnd zur Aufrechterhaltung des Minjan beitragen. Nach einem Jahre, in_dem wir uns ohne eigenen Kantor behalfen, konnten wir nunmehr vor 5 Wochen unseren Kantor, Herrn Oscar Ruschin, in sein neues Amt einfuehren. Wir sind davon ueberzeugt, dass der schoene Gesangsvortrag des Herrn Ruschin und, die allgemein bekannten synagogalen Melodien viele unserer Mitglieder veranlassen werden, so oft es ihnen moeglich ist, an den Sabbath. und Festtagsgottesdiensten in dieser schoenen Synagoge teilzunehmen. VERWALTUNG Mit wenigen Worten moech. te ich Ihnen noch einen kurzen Ueberblick ueber die interne Verwaltung und Kulturarbeit geben. Bei den leider so vielen Beerdigungen, die im vergangenen Geschaeftsjahr durchgefuehrt werden mussten, sind die d.azugehoerigen Verhandlungen mit der K&hila Religiosa “Jevra Kedischa” dank der Geschicklichkeit unseres Dezernenten, Herrn Dr. Landau, und den freundschaftlichen Beziehungen zur “Jevra Kedischa” ohne jede Reibung vor sich gegangen. Unser Schiedsgericht hat wiederum eine grosse Anzahl von Streitfaellen behandelt, die entweder zur Zuruecknah. me der Klage gefuehrt haben oder durch Vergleich erledigt worden sind. Am Geburten wurden bei uns 36 im Gegensatz zu 41 des Vorjahres gemeldet, Barmizwoth 19 gegen 10, Trauungen 21 gegen 16 und Sterbefaelle 41 gegen 58. 62 neue Mitglieder sind seit der vorigen Generalversammlung aufgenommen worden. Unser “Boletin Informativo” duerfte duch seinen kulturellen Ausbau und. die Erweiterung seines Umfangs allgemeine Zustimmung gefunden haben. Fuer die Festnummer anlaesslich. der Einweihung unseres Gemeindehauses, die wir auch an viele Auslandsgemeinden versandt haben, wurden wir von allen Seiten beglueckwuenscht. Die Inserenten werden die Erhoe,- hung der Inseratenpreise mit Bedauern vermerkt haben. Wir bitten Sie aber, zu beruecksichtigen, w i e ungeheuerlich sich die Preissteigerung in Druckkosten entwickelt hat. Waehrend wir im Jahre 1948 noch fuer 8 Seiten $ 4.000.— und in Jahre 1949 $ 5.500.— bezahlt haben, kosten uns heute je 8 Seiten bereits $ 8.832.—, sodass d,ie ge. (Schluss auf Seite 7)

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