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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1951-02-01 · 2 (Febrero, 1951) · p. Seite 7

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIII (1951)
Issue
2 (Febrero, 1951)
Date
1951-02-01
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 5 EINE WERTVOLLE BROSCHUERE Der ausgezeichnete Vortrag, den der Praesident der Praesident der hiesigen Depuüerten-Kammer und Generalse kretaer des “Instituto Chileno-Israelí de Cultura”, Don Astolfo Tapia am 19. Oktober des vergangenen Jahres ueber seine Reise nach Israel hielt, ist von diesem Institut, gemein sam mit der “Comisión Chilena de Cooperación Intelectual” der Universitaet als Broschuere herausgegeben worden. Das 27 Seiten starke Heftchen, mit passenden Illustrationen ausgestattet, traegt das reichhaltige Material des Vortrages an alle diejenigen heran, die entweder nicht das Glueck hatten, ihm beizuwohnen, oder aber ihn noch einmal in Ruhe gemessen wollen, um so alle Zahlen, Daten und. Beobachtungén besser auffassen und verarbeiten zu kosnnen. Selbstverstaendlich richtet sich Tapias Botschaft vor allem an alle diejenigen Nichtjuden, die —wenn auch frei von Vorurteilen-einen Bericht ueber Israel von seiner Seite als objektiver empfinden als etwa die “zionistische Propaganda”. Unter diesem Gesichtspunkt ist die Broschuere “Así crece Israel” (Imprenta Vallejos, 1950) sehr dazu angetan, neue Freunde fuer unsere Sache zu gewinnen GEISTIGER Einen traurigen Beweis von Geistesarmut lieferte ein gewisser Herr Carlos Valenzuela Trucco in einem Kommentar zur Situation der arabischen Fluechtlinge, den er am 30. Dezember auf der Leitartikelseite des “Imparcial” zum Besten gab. Besagter Herr geht von dem Beschluss der U.N. aus, diesen Fluechtlingen fuer ein weiteres Jahr finanziellen Beistand zu gewaehren (auch Israel zahlt einen betraechtlichen Beitrag dazu), um sodann einen zusammenfassenden Bericht von der Tagung der Arabischen Liga in Alexandrien zu geben. Dabei bemerkt er, dass die Absicht, Jerusalem zu internationalisieren, von groesster Bedeutung fuer die Erleichterung der Lage der Fluechtlinge sei. Warum, sagt er nicht. Sprunghaft geht er dann dazu ueber, festzustellen, dass die Israelis —“wie sie sich jetzt nennen”— den Be. Schluss der U.N., allen arabis c h e n Fluechtlingen d i e Rueckkehr zu gestatten (von wann ist dieser Beschluss, Herr Valenzuela?), nicht durchgefuehrt haben. Um dies zu erzwingen, fordert er die Anwendung der gleichen Mittel, die man gegen die Nordkoreaner angewandt habe. Zum Schluss laesst er durchblicken, dass die Keime des Hasses, dis Israel gesaet haben soll, in einer politischen und sozialen Ebene Fruechte tragen duerften. Schalten wir uns fuer einen Moment in den Stromkreis des geistigen Kurzschlusses ein, der das Gehirn des H6rrn Valenzuela erhitzt, so stellen wir fest, dass der auf sozialer Ebene aufbluehende Hass bedeutet, dass er und seinesgleichen nicht mehr mit Juden verkehren werden. Und das genuegt uns. Es gereicht uns sogar zur tiefsten Befriedigung. Aus Gruenden der geistigen Hygiene, vor allem. H. K. '%i£r Wfr teäett. /tötete, V I Bevorzugen Sie unsere!! Inserenten! Das “Lamm des Armen” wirbelt weiter Staub auf Freie Meinungsaeusserung oder endgueliiges Urteil? Ist das Geist der "Welt von Gestern"? Im Mitteilungsblatt vom Dezember vorigen Jahres erschien eine von “ARO” Unterzeichnete Kritik des von der Theatergruppe “Heatid” aufgefuehrten Schauspiels “Das Lamm des Armen” von Stefan Zweig, die in der naechsten Nummer dieses Blattes eine recht energische Erwiderung des Herrn Juan Spagatner im Gefolge hatte. Die Tatsache, dass unsere kleine juedische Gemeinde genuegend intelektuelle Impulse hat, um “Kritiken”, “Kritiken einer Kritik” und jetzt sogar eine “Kritik ueber eine Kritik einer Kritik” -zu provozieren, ist an sich so erfreulich, dass es beinahe unwesentlich geworden ist, ob nun Herr Aro oder Herr Spagatner Recht hat mit seiner Meinung. Gewiss, es ist erfreulich, dass es bei uns Debatten ueber kulturelle Dinge gibt und. die Redaktion des Mitteilungsblattes hat gewiss gut daran getan, die Erwiderung des Herrn Spagatner zu veroeffentlichen, obwohl sie, meiner Meinung nach, weitaus mehr Angriffspunkte und, gelinde gesagt, Schwaechen aufweist, als die Kritik von'ARO. Herr Juan Spagatner mag bemerken, dass ich vorsichtiger Weise schrieb “meiner Meinung nach”. Natuerlich, das versteht sich ja eigentlich von selbst, denn dieser Offene Brief ist ja gewiss nichts anderes als der Ausdruck meiner ganz persoenlichen Stellungnahme; aber man wird vorsichtig, nachdem man einen Artikel des Herrn Juan Spa- : gatner gelesen hat und will sich gewiss nicht dem Vorwurf aussetzen, sich “paepstliche” Urteile anzumassen, d.h. also wohl, seine Meinung als Dogma anzusehen, das ueberhaupt nicht diskutiert werden darf. Und damit bin ich auch schon beim Kernpunkt meiner Einwaende gegen den Artikel des Herrn Spagatner angelangt. Besagter Herr unterschiebt dem Verfasser der urspruenglichen Kritik “paepstliche”, das heisst also wohl literatur - autoritaere Ambitionen, die man selbst beim eifrigsten Suchen keineswegs finden kann. Herr ARO hat zu einem Theaterstueck und zu dessen Auffuehrung seine durchaus sachliche Meinung geaeussert und hat erklaert, dass “Das Lamm des Armen” nicht gerade zu den Gipfelleistungen von Stefan Zweig gehoert. Herr Spagatner vertraegt es scheinbar nicht, dass | jemand es wagt, auch nur ir-; gendeine Zeile von Stefan Zweig nicht als Hoehepunkt i dichterischen Schaffens zu : bezeichnen und vergisst, dass : es keinen Dichter, keinen; Musiker und keinen schaffen-- den Kuenstler ueberhaupt gibt, der nur Hoehepunkts produziert haette. Oder Ist etwa “Clavigo” mit “Faust” auf eine Stufe zu stellen, oder “Titus” mit der “Zauberfloete”? Herr Spagatner aberkennt Herrn ARO das Recht, ein ‘“endgueltiges Urteil” ueber “Das Lamm des Armen” abzugeben. Einverstanden. Aber nicht, weil es sich um das Lamm des Armen und Herrn ARO handelt, sondern weil ein Kritiker niemals, geschweige denn ueber ein zeitgenoessisches Werk, ein endgueltiges Urteil abgeben kann. Herr Spagatner identifiziert in seinem Artikel die Begriffe “Kritik” und “endgueltiges Urteil” und sollte ich mich mit dieser Auffassung irren, waere ich doch neugiering zu erfahren wodurch der Artikel des Herrn ARO so sehr ueber eine landlaeutige Kritik hinauswaechst, dass gerade er als endgueltiges j Urteil anzusehen ist. i Ich finde, dass der Artikel, des Herrn Spagatner weitaus! unduldsamer und “endgueltiger” ist, als der des Kritikers.; Herr ARO hat eine persosnli-i che Meinung geaeussert, denn! dies und nur dies ist eine Kri-! tik. Herr Spagatner aber hat; in seiner Antwort Herrn ARO genz einfach das Recht abge-1 sprachen, eine Meinung zui haben, — und ich glaube, nicht, dass Herr Spagatner da.| zu irgendeinen anderen; Rechtstitel anfuehren kann als den, dass Herr ARO eine andere Meinung hat als er. Ein zweifelhafter Rechtstitel. Ueber jedes Werk der Lite-j ratur, der Musik und jeder an.| deren Kunstart sind die ver.! schiedensten, einander widersprechenden Kritiken geschrieben und geaeussert worden. Werke, die heute Weltruhm haben, sind von zeitge. noessischen Kritiken in Grund und Boden verdammt worden und Werke, die seinerzeit ueber den gruenen Klee gelobt wurden, finden wir heute un-, ertraeglich.Die Beurteilung ei. nes Kunstwerkes ist Sache des kuenstlerischen und aesthe.j tischen Empfindens. Niemand; hat das Recht, darueber ent-i ruestet zu sein, dass Herrl ARO das Lamm des Armen: nicht den Meisterwerken Ste.' fan Zweigs zuzaehlt und wenn | Herr Juan Spagatner dieses; Theaterstueck fuer einen Gip-i felpunkt in Zweigs Schaffen! haelt, so ist dies eine persoenliche Meinung, die ihm noch lange nicht das Recht gibt, jede andere Ansicht mit ueberlegener Selbstgerechtigkeit zu verdammen. Zum Abschluss noch eine Feststellung und eine Frage. Goethe waere doch gewi.ss ein grosser deutscher Dichter gewesen, haette er auch nichts anderes geschrieben als den Faust; glauben Sie, Herr Juan Spagatner, dass Stefan Zweig auch der grosse dichterische Schoepfer gewesen waere als den wir ihn kennen und verehren, wenn er nichts anderes geschrieben haette als “Das Lamm des Armen”? Roberto E. Kaufmann Es ist moeglich, dass ich, der ich die Jahre 1938-48 als Hitler— und Stalin-Untertan verleben musste, ein wenig ue. berempfindlich bin, aber mir ist es kalt ueber den Ruecken gelaufen, als ich in einer jue. dischen Zeitschrift des freien Amerika den Satz von dem “endgueltigem und offiziellem! Urteil” zu lesen gezwungen war. Da ist er ja in Reinkultur, der Geist, der mich gezwungen hat, meine Heimat zu verlassen, nachdem ich Auschwitz und Buchenwald ueberlebt habe; treffsicherer haette ihn weder der “Voelkische Beobachter” noch die “Prawda” kodifizieren koennen. Als ich dann genauer hinsah, juckte es mich fast bei jedem Satz in der Zuschrift “Kritik einer Kritik” in den Fingern; jeder einzelne wurde schreibsuechtig: Don Juan Spagatner, das groesste Rechtsgut der westlichen Demokratie ist das Recht der freien Kritik; ein jeder darf seine Meinung sagen und auch schreiben und auch drucken lassen, selbst wenn diese Meinung unpopulaer, ja selbst wenn sie falsch ist, ohne fuerchten zu muessen, als Leichenschaender angeklagt oder beschimpft zu werden. Wollen wir es doch vorlaeufig nochmal dabei lassen, dass unfehlbar und ueber jede Kritik erhaben allein der Allmaechtige sei. Die Meinung eines an-eia er Zeitschrift akkreditierten Kritikers soll die Leser interessieren, aber beileibe kein unfehlbares Dogma diktieren (verzeihen Sie dieses harte Wort). Der Geist, der aus Ihrem Angriff auf Herrn Aro spricht, gehoert sicherlich nicht der “Welt von gestern” an und Gott behuete auch Sie davor, dass er der der “Welt von morgen” wird. Nun zur Sache selbst: Ich hoerte aus der schlichten Feststellung des Herrn Aro, Stefan Zweig sei kein Dramatiker, soviele selbstverstaendliche “Aber” heraus und viel mehr Hochachtung vor dem Dichter als aus dem ganzen Wutschrei der Antwort. Ich will mal ein zartes Geheimnis verraten: Ich halte Clavigo und Stella fuer einen Mist und das schoene Gedicht Tasso fuer ein aeusserst langweiliges Theaterstueck und sehe der Anklage wegen Ma. jestaetsbeleidigung mit Fassung entgegen. | Ich muss einige Irrtuemer richtig stellen: I Ich war vor Jahren selbst1 Theaterkritiker an einer Wie-! ner Zeitung. Nie haben KritiJ ker vor der Première ein' Stueck gelesen und immer nur! nach dem Eindruck geurteilt,' den sie von der Auffuehrung - hatten. Ferner: Die Burgthea-' ter-Auffuehrung des “Lamm; des Armen” war kein “hinreis., sender Erfolg”; die Kritik. al-i len voran mein Freund Alfred Polgar, haben das Stueck ue-! heraus hoeflich abgelehnt, denn “Stefan Zweig ist kein Dramatiker”. Dieser ehrliche? mutige, profund gebildete Dichter war einer der groessten Essayisten der deutschen Sprache, aber zu einem grossen Dramatiker oder Epiker fehlt ihm die schoepferische Kraft der Sprache, die er ueberraschenderweise erst in seinen Schwanengesang der “Schachnovelle” gefunden hat. “Das Lamm des Armen” ist auch meiner Ansicht nach kein starkes Theaterstueck. Wie wenig ist Zweig das Zeitkolorit im Dialog gelungen, dass der grosse Dramatiker Georg Buechner in seinem “Danton” so unbeschreiblich gut getroffen hat. Wie matt ist die Gestalt der Belilotte, die in 17 Bildern nichts anderes zu sagen hat, als 17-mal das Thema abzuwandeln: “Er ist ein Daemon, ich bin zu schwach gegen ihn”. Und was den tragischen Konflikt des Leutnants anbelangt, hat Zweig das Pech gehabt, dass diesen ihm ein ganz Grosser mit seinem Michael Kohlhaas punktgenau vorwegge. schnappt hat. Und schliesslich: Ich glaube nicht, dass Stefan Zweig vor den Lesern des “Boletín” einen Advokaten braucht. Und sicher keinen, der mit Mitteln arbeitet, die dem Gedaechtnis an diesen ausserordentlichen Mann so wenig entsprechen. Franz Jolech dJ 11 i 111111111111111111111111111111111111 ELECTRICIDAD GENERAL — ARTEFACTOS INSTALACIONES E Í ¡ Ing. CAHN — Ahumada 312 - Huérfanos lOlljS — Local 5 - Subterráneo -jj; — Fono 85526 "i 1111 i 1111111111 m 111111 m 11111 b 11 m 11 r Moebl. Zimmer mit Telefon, in rnliiger Strasse, unabhaengig, Zu vermieten. CAPLCHINOS 635 (entre Rosas y Sto. Domingo altura 2350) Zu erfragen ab 25 Februar. Tel. 87400 3 Alleinstehende Frau vermietet ■“ ln einen Departamento zwei ZZ ZZ schoene Zimmer evtl, lins- ~ ¡5 chenbenutzung an 1-2 Per- ZZ sonen ohne Kinder. “ ¡ PLAZA ALMAGRO 1181 ¡ Dep. B. Pariere. S 8—10, 2—3, Abends 8—10 E ^miiiiiifiüifEimmfumimimmG

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