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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1951-01-01 · 1 (Enero, 1951) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XIII (1951)
Issue
1 (Enero, 1951)
Date
1951-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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T BOLETIN INFORMATIVO 5 DIE ARABISCHE LIGA GIBT UNS RECHT Die hiesige Presse informierte in ihren Ausgaben vom 17. und 18. Dezember in hervorragender Atffmachung von der Rueckkehr des bekannten chilenischen Industriellen Nicolás Yarur aus Läke Success. Herr Yarur war dort bei der diesjaehrigen Sitzungsperiode der U.N. als Delegierter anwesend. Wie unsere Leser zweifellos unterrichtet sind, gehoerte er nicht der chilenischen, sondern der Delegation der “Arabischen Liga” an, gemeinsam mit Herrn Achmed Chukaire und dem bekannten Judenfeind Azzam Pascha. Die Einstellung der Arabischen Li. ga zu den Problemen des Nahen Ostens und des friedlichen Zusam. menlebens mit Israel ist sattsam bekannt. Sowohl die Tatsache, dass der Erfolg dieser Delegation bei dén U.N. belanglos war, wie auch die, dass unsere Leser ueber ihr Schattendasein hinlaenglich unterrichtet sind, erspart uns heute einen diesbezüglichen Kommentar. Was aber neu ist und zugleich erfreulich und ins richtige Licht ge. rueckt werden muss, ist folgender Umstand: Die arabischen Kolonien in Chile und besonders ihr Organ “Mundo Arabe” vertraten noch gestern mit gewaltigem Eifer die absurde These von der “doppelten Loyalitaet” der Juden in der Welt. Bei allen moeglichen und unmoegli. chen Gelegenheiten behaupteten sie, dass die Juden Chiles gegebenenfalls die Interessen Israels ueber ihre anderen Pflichten stellen wuerden, um mit dieser fadenscheinigen Unterstellung Misstrauen gegen unsere Gemeinschaft auszusaeen. Es ist wahr, dass uns die an den Haaren herbeigezogene Diskussion ueber die sogenannte “doppelte Loyalitaet” kalt gelassen hat. Es ist zu selbstverstaendlich fuer uns, dass ein wahrer Jude mit tausend Fasern an Israel haengt, als dass wir uns ob dieser gleichsam naturgegebenen Tatsache verteidigen muessten. Aus dem gleichen Grunde haben wir auch Verstaendnis dafuer, dass Herr Yarur, der als chilenischer Staatsbürger grosses Prestige geniesst, sich mit den Gestaden verbunden fuehlt, die er einst mit dem Blick in eine bessere Zukunft gewandt, verliess. Zwar wuerden wir unter Umstaenden nicht davon begeistert sein, wenn ein Glaubensgenosse aus unserer Mitte den Staat Israel auf einer internationalen Konferenz vertreten sollte, da wir es vom Standpunkt des internationalen Rechtes aus fuer korrekter halten, wenn diese Aufgaben Von Buergem des juedischen Staates verrichtet werden, aber wir wuerden auch keinen Grund zur Aufregung darin sehen. Wer sich ueber so etwas kuenstlich aufregt, hat eben eine mikroskopische Vision vom Weltgeschehen. aus diesem Grunde regen wir uns auch ueber die Mission des Herrn ZUR FRAGE DER TODESSTRAFE Ein schoener Beweis des Ernstes, mit dem das israelische Parlament arbeitet, stellt die Dauer der —immer noch nicht abgeschlossenen— Debatte ueber die Todesstrafe dar, die nun schon fast so alt wie die Knesset selbst ist. Aufschlussreicher jedoch als die Dauer ist das Niveau einiger Interventionen, fuer die wir als Beispiel folgenden Absatz aus den Ausfuehrungen des Justizministers Pinchas Rosen zitieren: “Ich stimme nicht mit der Ansicht ueberein, dass die menschliche Natur heute grundsaetzlich schlechter ist als sie es zur Zeit des liberalen Humanismus war. Aus der Erfahrung der letzten Jahre koennen wir lernen, dass der Mensch Ton ist in den Haenden seiner Fuehrer.die schlechte und gefaehrliche Ideologien verbreiten, und dass der einfache Mensch durch solche Ideologien beeinflusst wird, nicht, weil er grundsaetzlich schlecht ist, sondern weil er naiv ist. Ich glaube nicht, dass der Mensch von heute moralisch minderwertiger ist als jener vor fuenfzig Jahren. Ich glaube nicht, dass eine humanitaere Einstellung, die vor fuenfzig Jahren gerechtfertigt war, heute nicht berechtigt waere. Ich glaube jedoch, dass die Nichtachtung eines Menschenlebens in erster Linie auf den Krieg zurueckzufuehren ist, weshalb man hoffen darf, dass wir mit einem Gesetz, das die Todesstrafe aufhebt, fuer die Heiligung des Lebens eintreten. Wenn wir betonen, dass niemand, nicht einmal der Staat, das Recht hat, das Leben eines Menschen, der nach dem Ebenbild Gottes geschaffen ist, zu vernichten, treten wir dafuer ein, dass das Leben heilig ist”. Yarur nicht auf. Wir denken auch gar nicht daran, dem Sprachrohr seiner Kolonie bei dieser Gelegenheit schadenfroh zu antworten: “Doppelte Loyalitaet werft ihr uns vor? Wer im Glashaus sitzt...!” Nein, im Gegenteil, wir freuen uns. Wir freuen uns ueber die vor aller Welt demonstrierte Einsicht, mit der das prominenteste Mitglied der arabischen Kolonie von dem laecherlichen Vorwurf der doppelten Loyalitaet abrueckt. Herr Yarur ist ein anerkannt grosser chilenischer Patriot. Seinen panarabischen Patriotismus hat er jetzt erneut erhaertet und unter Beweis gestellt. Niemand hat das Recht, die Lauterkeit seiner Absichten und Handlungen auch nur mit einem leisen Zweifel zu beschatten. Er hat bewiesen, was wir zu beweisen nicht fuer noetig erachteten: dass man ein Land lieben kann, ohne damit ein anderes zu verraten. Konsequenterweise muss jetzt “Mundo Ara. be”, das offizielle Organ der hiesigen Kolonie, der These der doppelten Loyalitaet gegenueber eine Schwenkung von 180 Grad vollziehen. Die Arabische Liga hat uns Recht gegeben. Moege es ein Auftakt sein zu weiteren Erleuchtungen! DIE STADTRATSWAHLEN Die Ende November in Israel durchgefuehrten Stadtratsw a h 1 e n hatten, wie in jeder entwickelten Demokratie, keinen technischen, sondern einen eminent politischen Charakter und stellen nach den Parlamentswahlen im Januar 1949 und der Regierungsumbildung im Februar des gleichen Jahres das bedeutendste innenpolitische Ereignis dar. Im Vergleich zu den Wahlen zur Knesset war das Ergebnis folgendes: Regierung: Mapai geht von 37,2% auf 26,9% der Stimmen zurueck, die Progressiven von von 5,5% auf 4,1% und der Religioese Block von 15,4% auf 12,2%. Opposition: Die Allgemeinen Zionisten steigen von 7,3% auf 25,2%, Mapam von 10,6% auf 11,6%; Cherut (Revisionisten) verliert: von 15,5% auf 10,5% und die Kommunisten haben statt 2,6% nur 2,4%. Die Schlussfolgerungen, die sich aus diesen Ergebnissen ziehen lassen, sind ebenso zahlreich wie vielfaeltig. Die erste und augenscheinlichste ist die gewaltige Niederlage der Regierungskoalition, die an Stelle von 58,1% der Stimmen im Jahre 1949 nur 43,3% auf sich vereinigen konnte, das heisst, dass sie ihre Ma. joritaetsposition verloren hat. Sodann muss man feststellen, dass die eigentliche Schlappe nicht so sehr der “Regierung” als solcher von der “Opposition” als solchen beigebracht wurde, sondern, um praeziser zu sprechen, der “Mapai” von den “Allgemeinen”.'Gewinner gab es nur einen grossen in diesen Wahlen und das war die “Klali”-Partei. Verlierer gab es zwei: Mapai und die von inneren Zerwuerfnissen zerruetteten Revisionisten. Das wichtigste Fazit heisst also —und so nannte es auch die gesamte Israel-Presse—: Ruck nach Rechts. Dass Mapam sich dem Effekt dieses politischen Erdrutsches entziehen konnte und sogar eine leichte Konsolidierung zu verzeichnen hat, deutet auf innere Stabilitaet hin. Die Frage der Reaktion der Be. voelkerung auf die Tendenz und Massnahmen der Regierung ist hiermit weitgehend beantwortet. Der Mann von der Strasse deutet mit dem Daumen nach unten. Aber auch die brennende Frage nach der politischen Orientierung der nach hunderttausenden zaehlenden Einwanderer ist nunmehr weitgehend geklaert. Die erwartete Extremisierung des politischen Bildes im Zeichen der Cherut einerseits und der Kommunisten andererseits, ist nicht eingetreten. Bestenfalls hat die Einwanderung aus dem Jemen ihrer religioesen Vergangenheit Ehre gemacht, indem sie den Orthodoxen Block vor der Katastrophe bewahrte, die ihren Regierungspartner heimgesucht hat, wenn sie auch die Desertion von etwas IMMER NOCH ILSE KOCH Zum soundsovielten Male steht die “Bestie von Buchenwald”, Ilse Koch, vor Gericht.. Diesmal vor einem deutschen, in der Fugger-Stadt Augsburg. Die Geschichte, dieses Scheusals, die als Schulbeispiel sowohl fuer das Nazi-Untermenschentum wie fuer die Tragikomoedie seiner “Rehabilitierung” dienen kann, ist bekannt: Im ersten Wiedergutmachungstaumel der Nachkriegszeit zu Tode verurteilt, liess sie sich von einem Gefaengniswaerter schwaengern und entging waehrend der Dauer der anderen Umstaenae aer Exekution, Nachdem das Kind, dem sie und das ihr das Leben geschenkt hatte, das Licht der Welt erblickt, wurde sie zu lebenslaenglichem Zuchthaus begnadigt. Durch unergruendliche Einfluesse bei dem damit zu trauriger Beruehmtheit gelangten General Clay wurde sie auf Grund des bekannten “guten Verhaltens” aus der Haft entlassen. Das war selbst den Deutschen etwas zu bunt und so wurde die Koch nochmal vorgeknoepft. Mit hundert Listen wusste sie den Prozess anderthalb Jahre lang zu verschieben, bis er nun nicht mehr vertagt werden konnte. Zuletzt stellte sie sich verrueckt, doch wiesen die aerztlichen Sachverstaendigen darauf hin, dass es sich um einen Zustand bewusst herbeigefuehrter “induzierter” Nervenerregung handle und dass sie fuer ihre Handlungen verantwortlich sei. Ihre Vorliebe fuer Einrichtungsgegenstaende aus Menschenhaut wird auf eine Art pathologischen Fetischismus zurueckgefuehrt. Justitia kennt fuer die Verbrechen und Massen-Lustmorde der Koch nur eine Strafe. Doch hat sie bekanntlich eine Binde vor den Augen.' Es steht zu hoffen, dass diese zu Augsburg nicht aus schwarz.weiss-rotem Stoff gewebt ist. mehr als einem Fuenftel der alten Waehlerschaft des Blocks nicht wettmachen konnte.; Einschraenkend muss noch erlagu. tert werden, dass der “Ruck nach Rechts” weniger drastisch ist, wenn man bedenkt, dass die Stadtrats— und Kommunalwahlen nur in groesseren Ortschaften durchgefuehrt wurden und somit nicht als allgueltlger Vergleichsmasstab an die Wahlen zur Knesset angelegt werden koennen., Denn im Gegensatz zu allen anderen Demokratien, in denen das aufgeklaerte Proletariat in den Staedten lebt und das breite Land von den reaktionaeren Fraktionen aller Gattungen beherrscht wird, lebt in Israel die Vorhut der Arbeiterschaft in den Kibbuzim und Kwu. zoth, das heisst auf dem Lande. Gegebenenfalls wuerde dort der Schwung nach Rechts an Elan verlieren. ATSCHEKA VERGESSEN SIE NICHT DARAN Ihre Anzeige im “B. I.” rechtzeitig aufzugeben und man wird Sie nicht mehr vergessen. HOERT DIE SENDUNG HORA HEBREA SONNTAGS VON 12.30 - 13.45 UND FREITAGS VON 21.30 - 22 h. AUF WELLE? CB. 130, RADIO AMERICANA MUSIK - NACHRICHTEN - KOMMENTARE ' Anfragen fuer Propaganda: HUERFANOS 757, Of. 214, TEL. 31920 - SANTIAGO

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