Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1950-12-01 · 12 (Diciembre, 1950) · p. Seite 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XII (1950)
Issue
12 (Diciembre, 1950)
Date
1950-12-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/8553624-8553958-9192712--0565-8554203
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

BOLETIN INFORMATIVO 17 PRAESIDENT DER "INMOLACION" BIS DEPUTIERTEN - KAMMER ’’LITERATURA" Der bisherige Vize-Praesident der Deputierten-Kammer, don Astolfo Tapia, der in unseren Kreisen durch sei. ne langjaehrige pro-zionistische Arbeit, seine Verantwortung als Generalsekretaer des “Instituto Chileno-Israelí de Cultura” und vor allem durch seine kuerzliche Reise nach Israel weitgehendst bekannt ist und uneingeschraenkte Sympathie geniesst, ist durch den Ruecktritt des Dr. Brañes und die erfolgten Neuwahlen nunmehr zum Praesidenten der hohen Koerperschaft ernannt worden. ENTWICKLUNG EINES VOLKES Unter dieser Ueberschrift brachte die relativ neue Wochenschrift “El Quijote” in ihrer Nr. 19 vom 28. Oktober Betrachtungen ueber “Israel; politische Krise und wirtschaftlicher Stand”, in dem folgende Themen behandelt wurden: “Die Probleme: die Einwanderung, die wirtschaftliche Entwicklung und die Theokratie einiger Gruppen”; die verschiedenen Abschnitte sind: “Mehr Einwanderer”, “Ein Land im Aufbau”, “Brot und Dach”, “Heldenhafter Kampf mit dem Boden”, “Nach zwei Jahren”, “Erste politische Krise”, u.s.w. Der Aufsatz ist mehr als alles andere informativ, aber trotzdem nicht kalt sondern sym. pathisch geschrieben. Die Wochenschrift selbst, die unter der experten Lei.’ tung von Don Anibal Jara steht, der seinerzeit als “Director de Informaciones y Cultura” einen denkwuerdigen Feldzug gegen die Trunkenheit organisierte, hat ein denkbar hohes Niveau. Ihre Tendenz ist ausgepraegt links. Die Aufmachung aehnelt der des “Estanquero”, von ebenso ausgepraegt rechten und antisemitischen Tendenzen. Leider berechtigt die Aufnahme, die das Publikum dem “Quijote” gewaehrt hat, keineswegs zu optimistischen Ansichten ueber seine Zukunft. Der 6. Band der grossartigen “Enciclopedia Judaica Castellana”, die in México unter der Leitung von Eduardo Weinfeld und Isaac Babani herausgegeben wird, ist nunmehr erschienen. Es mag Zufall oder auch nur eine fixe Idee sein, aber es besteht Grund zur Annahme, dass die Buchstaben I und J am Anfang vieler in der juedischen Geschichte bedeutsamen Worte stehen. Und so bringt eben dieser sechste Band aussergewoehnlich viel wichtiges und interessantes Material. Israel, Jerusalem, Juden, Joint, Jesus, Jeremias, Jesaja haetten auch nach der Ordnung der deutschen Sprache in diesem Band gestanden. Da aber das hebraeische “Chet”, das wir mit “ch” umschreiben, in der spanischen Transkription zu “j ’ wird, gesellen sich dazu: die Chasaren, die Chaluzim, die Chassidim, Chanukka und viele andere Referenzen von grundlegender Bedeutung fuer das juedische Wissen. Ohne damit die hervorragende Leistung, die die “Enciclopedia” darstellt, in ihrem Wert schmaelern zu wollen, darf man auch sagen, dass manche Kapitel etwas allzu spaerlich behandelt werden. So hat man u.E. dem Keren Kajemeth Leisrael nicht nur weniger Spalten eingeraeumt, als dies seiner Bedeutung entsprechen sollte, sondern auch die entsprechenden Statistiken den Jahrbuechern von 1946 und 1947 entnommen, was bei dem erst jetzt —Ende 1950— erschienenen Band zu vermeiden gewesen w a e r e. Den gleichen Fehler beobachteten wir schon bei dem 5. Band, der aehnliche Unterlassungssuenden, z.B. im Kapitel “Histadruth”, aufweist. Doch ist es, wie gesagt, unmoeglich, dass ein solch kompliziertes Werk allen Anforderungen gerecht wird und man darf getrost bestaetigen, dass es sich der Perfektion in jeder Beziehung naehert. K. DER UNVERGESSLICHE ÜÜÜ mm Im Alter von 64 Jahren starb Isa Joelsohn an einem Herzschlag. Er war als Sohn juedischer Emigranten aus Russland nach Amerika gekommen. Sein Vater war Kantor und Isa hatte eine goldene Stimme geerbt. Als “Al Jolson” sollte er weltberuehmt werden. Er trat in dem ersten Tonfilm, “Der Jazz.Saenger”, auf und sein “Sonny Boy” eroberte alle Herzen. Zwei Filme ueber sein Leben, “Der Unvergessliche” und “Jolson singt wieder”, in denen er von Larry Parks meisterhaft dargestellt wurde und die das juedische Milieu seines Elternhauses widerspiegeln, retteten ihn vor dem Vergessen, dem Kuenstler sei-; ner Gattung im Alter des _oeftern anheimfallen und frischten noch einmal die alte Popularitaet auf. Die neugegruendete Theatergruppe “Ileatid” stellte sich mit dem Stuecke “Das Lamm des Armen” von Stefan Zweig vor. Um es gleich vorwegzunehmen, das Debüt hinterliess bei allen Anwesenden den besten Eindruck und den Wunsch, das weitere Theaterabende folgen moegen. Es ist erfreulich, dass dieses Mal die Wahl auf ein Stueck gefallen ist, das eine Tendenz hat und nicht nur unterhaelt und der rege Besuch duerfte bewiesen haben, dass das Publikum durchaus nicht nur auf Lustspiele eingestellt ist, sondern sich auch einmal gerne zum Nachdenken anregen laesst. Das Stueck selbst hat grosse Schwaechen, denn Zweig war kein Dramatiker, und weder die Handlung noch der Dialog weisen besondere Hoehepunkte auf. Leutnant Foures, die Hauptfigur des Stueckes, ist ein, franzoesischer Kohlhaas, aber er erweckt mehr Mitleid als Verehrung. Man merkte das auch an der Reaktion des Publikums, das stellenweise lachte, wo es nicht haette lachen sollen. Das liegt, das muss besonders betont werden, nicht an dem Darsteller der Hauptrolle, sondern ist sozusagen ein Geburtsfehler des Stueckes. Dazu kommt, dass wir im Zeitalter des Kollektivismus leben und von der Ueberzeugung durchdrungen sind, dass der Einzelne ein Dreck ist, mit dem man machen kann, was man will. Wobei wir nicht einmal mehr definieren koennen, was das Man ist. Foures ist ein blind gehorchender Soldat ohne eigenes Denkvermoegen und erst als man ihm die Frau nimmt, entdeckt er, dass es viel Ungerechtigkeit auf der Erde gibt. Hermann Schloss setzte sich mit groesster Hingabe fuer die Rolle des Foures ein, erst etwas unsicher, dann sich verbessernd, um dann in der Schlusszene ueber sich selbst und seine Mitspieler hinauszuwachsen. Er hatte es nicht leicht, da erstens seine beiden Gegenspieler Bonaparte und Belilotte ihm an Theatererfahrung weit ueberlegen sind und zweitens sein Organ etwas hoch ist und besonders bei Temperamentsausbru echen leicht schrill wird. Ich erwaehne diese Handicaps eigens, damit man sieht, dass selten Beifall ehrlicher verdient war. Der Gegenspieler Foures ist niemand geringerer als Bonaparte (mit auszusprechendem E, meine Herren). Diese Rolle hatte Gerhard Werner uebernommen. Er hat sich da keine leichte Aufgabe gestellt, denn es ist ungeheuer schwer, bekannte Persoenlichkeiten darzustellen, besonders eine solche, an der sich Leute wie Gruendgens, Werner Krauss und andere schon versucht hatten. Er ist dieser Aufgabe FREDY WANG IN ISRAEL Unser Gemeinde - Mitglied Fredy Wang ist nach einer aussergewoehnlich erfolgreichen Konzertreise nach Indonesien, Thailand und Staaten des Mittleren Ostens in Israel aufgetreten, wo er die Gunst des Publikums und der —ueberaus anspruchsvollen —Kri. tik eroberte. Er gab insgesamt 14 Konzerte vor ausverkauften Haeusern und ist bereits vertraglich fuer die naechste Saison verpflichtet worden. im Grossen und Ganzen gerecht geworden, hat aber leider einen grundlegenden Fehler begangen. Bonaparte ist nach allem, was man ueber ihn weiss, eine der ruhigsten und kaeltesten Persoenlichkeiten der Weltgeschichte gewesen, und Werner stellte ihn als einen nervoesen Typ dar, nicht nur durch seine Stirnlocke an einen anderen Diktator erinnernd. Auch wurde die dem Korsen typische Armhaltung leicht uebertrieben. Ich kenne keinen Menschen, der schreit und dabei die Arme ueber die Brust kreuzt. Trotz dieser Maengel war der Bonaparte Werners eine Leistung. Erna Lorenz als Bellilotte machte aus ihrer Rolle, was moeglich war. Das Schauspiel ist ein Stueck unter Maennern und Bellilotte nur soweit notwendig, um den dramatischen Ablauf zu sichern. Es ist deshalb gut, dass man diese Rolle einer Berufsschauspielenn gegeben hatte, die ihr ganzes Koennen dafuer einsetzte obwohl diese Rolle eigentlich nicht in ihr Fach scMaegt. Frau Lorenz hat zweifellos viel dazu beigetragen dass dieser Abend sein hohes Niveau bekam. Von den uebrigen Mitwirkenden seien lobend hervorgehoben, G e r a N a s t der ausgezeichnet sprach und sich vorbildlich bewegte, Dcmato Delmonte als ein Fouché, wie er sein soll, kuehl und arrogant, und Her bert Brueck, der sich Muehe gab, der undankbaren Rolle des Adjutanten Berthier das Bestmoegliche abzugewinnen. Gert Herrmann, jeder zoll ( snrich Kilo) ein Verpflegungsoffizier. Eva Katz, Werner Luft, Ernst Palm und Albert Katz in kleineren Rollen muessen sich mit einem Gesamtlob begnuegen. Als Regisseur zeichnete Werner verantwortlich. Es gebuehrt ihm dafuer hoechste Anerkennung. Man muss bedenken, dass es sich hier m der Hauptsache um Laienspieler handelt, von denen dei groesste Teil so jung ist, dass er noch niemals ein anstaendiges Theater gesehen hat, anstaendig nach kontinentalen Begriffen, und ausserdem sich wenig oder garnicht mit deutscher Sprache oder Literatur taeschaeftigt. Es fehlen also wirklich fast alle Voraussetzungen und Werner hat es dennoch fertiggebracht, dieses nicht leichte Stueck reibungslos abrollen zu lassen, ohne dass der Dilettantismus zu penetrant zum Ausdruck gekommen waere. Die Buehnenbilder von Donato Delmonte verdienen wegen ihres Geschmacks hervorgehoben zu werden, besonders das des ersten Bildes. Irene Markus, Anemarie Wahrenberg Walter Goldschmidt und Rudi Hofmann taten hinter den Kulissen das ihrige. ARO. ISRAELS ERSTE SCHOENHEITSKOENIGIN - Die 21-jaehrige Krankenschwester Miriam Yaron aus Jerusalem wurde Siegerin im ersten israelischen Schoenheitswettbewerb. Unsere verantwortlichen Organisationen koennten doch eigentlich den Namen der dunkelhaarigen ‘ Miss Israel” als den eines willkommenen Emissaers fuer unsere naechste “Acción Unida” Vorschlägen! Das “B. I.” gibt die Idee an die zustaendigen Stellen weiter. NACH ISRAEL EINGELADEN Wie wir vertraulich erfahren (bis diese Ausgabe allerdings gedruckt ist, mag unser journalistischer Erfolg vielleicht durch die schnellebige Tagespresse anulliert sein), hat der israelische Konsul in Buenos Aires bei seinem kuerzlichen Aufenthalt in Santiago drei chilenische Politiker als Gaeste der Regierung nach Israel eingeladen. Es handelt sich um die Senatoren Humberto Alvarez Suärez, Angel Faivovich und Eduardo Cruz-Coke. Humberto Alvarez ist seit vielen Jahren Senator der Radikalen Partei. Seine politische Karriere begann er zusammen mit dem Praesidenten der Republik und dem Innenminister Pedro Enrique Alfonso in der gemeinsamen Geburtstadt La Serena, wo die “Drei Musketiere” ihre ersten Sporen verdienten. Als sie in die Hauptstadt ueber- PI»:: CLAUDIO ARRAU WIRD IN ISRAEL AUFTRETEN Presse-Nachrichten zufolge wird der grosse chilenische Pianist Claudio Arrau, einer der bedeutendsten Kuenstler unserer Zeit, im Monat Maerz oder April des kommenden Jahres in Israel auf treten. siedelten, eroeffneten sie ein gemeinsames Anwaltsbuero und wirkten auch auf politischem Gebiet stark zusammen. Nach dem Amtsantritt des Praesidenten und auf dessen ausdruecklichen Wunsch uebernahm er den Vorsitz des “Comité Chileno Pro Palestina Hebrea”, dem dieser bis dahin vorgestanden hatte. Die Gruendung des “Instituto Chileno-Israelí de Cultura” fand in ihm einen begeisterten Mitkaempfer und einen (Schluss auf Seite 19)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.