Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XII (1950)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1950)
- Date
- 1950-12-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Der bisherige Generalsekretaer der Histadruth, Pinchas Lubianiker, ist Landwirtschaftsminister geworden. Zusammen mit dem Finanzminister Kaplan, werden diese beiden Regierungsmitglieder die Verantwortung fuer die Anwendung des “Zena” (Rationie. rungs-) Plans haben, die bisher in den Haenden von Dov Josef lag. Dessen spezielles Ressort —Ziel der heftigsten Kritik grosser Teile der Bevoelkerung und vor allem der Rechtsparteien— hoert auf zu existieren. Josef selbst wird Verkehrsminister. Der bisherige Verkehrsminister David Remez wird Erziehungsminister. Und der bisherige Erziehungsminister Zalman Schazar (Ru. baschow), der als einziges augenscheinliches “Opfer” dieser Umbesetzung ausserhalb des Kabinetts bleibt, soll angeblich in Kuerze als neuer Botschafter in Moskau ernannt werden. Wie man sieht, ist also nichts passiert, es sei denn, dass man den unvermeidlichen gegenseitigen Zugestaendnissen, die zur Ueberwindung der Krise erreicht wurden und zum grossen Teil auf das Konto des Vermittlers Pinchas Rosen geschrieben werden duerfen, eine grundlegende Bedeutung beimessen will. Die Vorsicht gebietet jedoch, der naechsten Zukunft das Wort hierueber zu ueberlassen. MIT EISEN TOETEN Einem Mordanschlag fiel vor wenigen Tagen der syrische Hauptmann Sammi Hannawi, bei einem Aufenthalt in der Nachbarrepublik Libanon zum Opfer. Das ist zwar keine aufregende Nachricht, wohl aber ruft sie einige Ereignisse des vergangenen Jahres ins Gedaechtnis. Und zwar fiel am 15. August 1949 der damalige Diktator von Syrien, Husni Zaim, einem aehnlichen Attentat anheim und mit ihm sein Schreckensregiment. An der Spitze der Gruppe Offiziere, die ihn damals aus dem Bett holten und in dem fuer einen stolzen Diktator sehr wenig dekorativen Nachthemd fuesilierten, stand seinerzeit der Hauptmann Sammi Hannawi. Nun haben die Freunde Husni Zaims ihren Tribut eingeholt. Wirklich keine aufregende Nachricht; vor allem nicht in den arabischen Laendern, wo politischer Mord und Blutrache zum “fair play” gehoeren. Und wenn sie fuer gewisse westliche Kreise nicht aufregend ist, fuer die jene Herrschaften sich vortrefflich in der Pose der Verteidiger westlicher Zivilisation ausmachen; warum sollte es fuer uns so sein? WIRTSCHAFTLICHE SORGEN Ein bestimmter Sektor der Weltpresse spricht in den letzten Monaten immer haeufiger von der alarmierenden Wirtschaftskrise, die Israel im Augenblick durchmacht. Dabei betont er besonders die Knappheit an wichtigen Konsumartikeln, die in einer aeusserst peinlichen Ra. tionierung zum Ausdruck kommt, die unguenstige Aussenhandelsbilanz, das Steigen des Bargeldumlaufs, das relative Fallen der Spareinlagen und den unter Kurs notierten Stand des israelischen Pfunds auf dem schwarzen Markt, im Vergleich zu seinem offiziellen Wert. Es hat noch nie zur Politik des “B. I.” gehoert, das israelische Panorama rosa zu faerben. Was ernst ist, muss ernst berichtet werden, auch wenn es weh tut. Und es kann und darf kein Zweifel darueber be stehen, dass die Wirtschaftslage in Israel eine ernste ist. Die Erklaerung liegt auf der Hand: der Staat ist noch sehr jung und in einer kostspieligen Aufbauperiode begriffen, er befindet sich seit seiner Gruen düng im Kriegszustand mit saemtlichen Nachbarn und muss —relativ gesehen— ein riesengrosses Heer unterhalten und er erlaubt nicht nur, sondern er foerdert eine Einwanderung, wie sie ihresgleichen in der Geschichte nicht kennt. Welcher andere Staat traegt soviel Lasten auf einmal? Doch nicht nur die Erklaerung, nein, auch der Weg zur Loe. sung liegt auf der Hand: dass er beschriften wird, haengt vom Verantwortungsbewusstsein und —Verzeihung— von der Intelligenz der Juden in der ganzen Welt ab. Andererseits gehoert es nicht zur Politik des “B. I.”, fuer die entscheidend wichtigen Kampagnen durch das Verbreiten einer unberechtigten Panikstimmung zu werben. Ein gewisser Optimismus mit realer Grundlage, ein Vertrauen in die Zukunft im Stil des “jihje tow” —es wird schon alles gut werden—, scheint nicht nur zutraeglich, sondern auch begruendet. Hierzu schreibt “Jerusalem Post” vom 31. August, die unabhaengige —und vielleicht auch serioeseste— Zeitung des Jischuw: “Welches auch immer die Ursachen und Folgen unserer Wirtschaftskrise sein moegen, so haben wir weder eine grosse Armut noch Arbeitslosigkeit in grossem Masstab. Welches auch immer unser Defizit an Dollars sein mag, so bemuehen wir uns, mehr und mehr zu importieren, um unsere stetig wachsende Bevoelkerung zu ernaehren, zu kleiden und unterzubringen. Unsere Le bensmittelversorgung war noch nicht so gross wie jetzt seit 1948, wenn auch manchmal der Zucker oder das DER GUTE“KOENIG Das Ableben des betagten Koenigs Gustav V von Schweden ist in der ganzen Welt mit ehrlicher Trauer aufgenommen worden. Auch wir haben besonderen Grund, seiner in Dankbarkeit und Verehrung zu gedenken. Seiner persoenlichen Initiative war es zu verdanken, dass tausende ungarischer Juden, zu einer Zeit, als die Tore aller Laender fuer unser Volk verschlossen waren, das Naziland verlassen konnten und in Schweden Unterkunft fanden. Zu dieser grossen menschlichen Tat gesellt sich die quichoteske, doch nicht minder sympathische, persoenlicher Vorwuerfe, die er an Hitler persoenlich ob der Judenverfolgungen richtete. Die “Schweden und Goden” —und mit ihnen die skandinavischen Schwesternationen, mit denen sie durch Tradition, gemeinsames Schicksal und eine beispielhafte demokratische Gesinnung verbunden sind— trauern um den Verlust eines guten Koenigs. Wir Juden trauern um einen guten Menschen. Und das ist nicht etwa weniger. WOHER SIE KOMMEN Zeitungspapier etwas spaet ankommt. Die Zahl der Menschen mit festem Einkommen erhoeht .sich staendig und die Fachleute versichern, dass die Nahrungsmittelration ausreichend ist”. Niemand darf sich also aus dem Gleichgewicht bringen lassen. Das heisst nicht etwa, dass er sich nicht aus der Ruhe bringen lassen soll, sondern aus dem richtigen Gleichgewicht zwischen einer Einschaetzung der aeusserst schwierigen Situation und dem Einsatz fuer eine bessere Zukunft. ATSCHEKA Die ersten fuenf Monate des Jahres 1950 als Beispiel genommen, teilt sich die Einwanderungswelle . „ in folgender Weise: Aus Rumaenien. 16 3% Aus Polen.' ‘ 14,2% Aus anderen europaeischen Laendern ... ... ... 73% Aus Asien.•. 34^2% Aus Nordafrika. 26^2% Aus anderen Laendern. i$% Steppdecken - Fabrik “Lipco” Anfertigung von Steppdecken mit Daunen oder Wollfuellung, Umarbeiten und Neubeziehen, sowie Jede Federarbeit. Anfertigung v. Bettwaes ohe u. Aussteuern europ. Styl. Ankauf von Daunen Federn. MERCED 657, 2.0 Piso — TELEFONOS 30359—41727 Eine kleine Anzeige- Ein Grosser Erfolg "Boletín Informativo“ VERGESSEN SIE NICHT DARAN Ihre Anzeige im “B. I.” rechtzeitig aufzugeben und man wird Sie nicht melir vergessen.