Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XII (1950)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1950)
- Date
- 1950-12-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFORMATIVO 3 I f Ein Essen zu Ehren von D. AsîolSd Tapia Am Donnerstag, den 2. No. vember veranstaltete das Instituto Chileno-Israelí de Cultura ein Essen zu Ehren seines Generalsckretaers, Praesidenten der Deputiertenkammer, Don Astolfo Tapia, in den Raeumen unserer Sociedad Cultural Israelita “B’ne Jisroel”. Anwesend waren der Professor Carlos Vergara Bravo, der im Namen des Instituts Herrn Tapia begruesste; der Legationsrat Samuel Goren, üer dies im Namen der Israel-Legation tat und der Rektor der “Universidad de Chile”, Juvenal Hernández, der nach dem Gefeierten zum Abschluss das Wort ergriff. I Don Astolfo Tapia selbst 1 nahm die Gelegenheit wahr, in freier und ungezwungener Weise EindruecKe seiner Reise nach Israel zu schildern, wobei er besonders die Begegnung mit den Chaiuzim aus Chile bewegt zur Sprache brachte. Die Herren des Vorstands unserer Gemeinde fuehrten die Gaeste durch die verschiedenen Raeumlichkeiten, sowie durch die Synagoge, wo sie u. a. die Thora-Konen zeigten. Die Besucher gaben ihrerseits einer uneingeschraenkten Anerkennung der Schoenheit des Baus und seiner Einrichtungen Ausdruck. Sitzend, von links nach rechts: die Herren Samuel Goren, Juvenal Hernández, Astolfo Tapia, Carlos Vergara Bravo; stehend: Rafael PUscoff, Fernando Friedmann, José Hirschberg, Siegfried Landau, David Ilevlcky und Jacobo Lemer. Vortragsreihe ueber Religion Im Rahmen der Vortragsreihe “Die Religionen und ihre Stifter” sprach am Donnerstag, den 28. September, Herr Gert Leisersohn ueber den “Islam”. In seinen Begruessungsworten brachte Herr Rabbiner Loewenstein zum Ausdruck, dass gerade wir Juden heute wieder durch die Entstehung des Staates Israel inmitten der Welt des Islam ein brennendes Interesse daran haben, die Geschichte und Entwicklung des Islam kennen zu lernen. Herr Leisersohn zeigte in seinem Vortrag, der von absoluter Beherrschung des Themas Zeugnis ablegte, die Entstehungsgeschichte, religioese Entwicklung und aktuellen Probleme des Islam auf. Dabei wurde auch der politische Beitrag, den der Islam zur Entwicklung des Vorderen Orients geleistet hat, beruehrt und die religioesen Begriffe des Islams entwickelt. Mit groesstem Interesse begleitete das zahlreich anwesende Publikum die Ausfuehrungen und dankte dem Redner mit lebhaftem Beifall. Am Donnerstag, den 26. Oktober, hielt Herr Prof. Julius Plaut im Rahmen derselben Vortragsreihe seinen Vortrag ueber “Buddha”. Getragen von innerer Begeisterung entwickelte Prof. Plaut die Gestalt dieses Religionsstifters. Er liess uns in die den meisten unbekannte /eit Indiens hineinschauen. So erstand vor uns das Bild eines Menschen, der uns fremd ist und dessen religioeses Erlebnis die Wenigsten von uns nachempfinden und nacherleben koennen, der aber in seiner grandiosen Einseitigkeit der Weltverneinung einen schoepferischen Beitrag zue Weltkultur geleistet hat. Auch dieser Vortrag wurde mit Dank und Beifall be. 1 gruesst. DAS KONZERT DES ORCHESTERS DER FEDERACION SIONISTA Wahrhaft festlich beging las Orchester der Federación Sionista sein einjaehriges Bestehen durch ein erlesenes Konzert. Schdh die Programmzusammenstellung bewies Geschmack, und erfreute einen jeden Kammermusik- ’.iebhaber. Wir hatten oft Gelegenheit, bei verschiedenen Anlaes&en die Arbeit der jungen Orches-' ’■ervereinigung zu bewundern, j Mit diesem, ihrem ersten Kon-1 zert aber, haben sie unter Be- ■ weis gestellt, dass sie willens sind, ganze Arbeit zu leisten und einen Anspruch darauf erheben duerfen, durch ihren bisher geleisteten Kulturbeitrag ernst genommen zu werden. ¡ Das Konzert hinterliess einen ausserordentlich tiefen Eindruck beim recht zahl- ’eich erschienenen Publikum. Das Programm enthielt neben bekannten Werken Mozarts, Beethovens und Glucks, zwei Perlen herrlichster Kammermusik, fuer deren Darbietung vir dem Leiter des Orchesters, Herrn Erwin Herper, besonders dankbar sind. Die Mannheimer Sinfonie von Carl Stamitz; ein frisches, lebendiges und melodienreiches Werkshen und das Concerto Nr. 10 von Francesco Manfredini mit seinen Soli fuer 2 Violinen und Cello; beide Werke sind herzhaft und in ausgezeich-1 uetem Zusammenspiel inter. I oretiert worden. Sowohl in , tempischer, wie auch in dyna- ’ mischer Hinsicht, verstand es I der Dirigent, seine Auffassung I von den Werken dem Orche- | ster aufzupraegen. j Frau Rose Dahl, liess es in j der Arie “So ihr mich von gan-1 zem Herzen suchet” a. d. Ora., torium “Elias” von Félix ' Mendelssohn - Bartholdy, an Schoenheit und Innigkeit des Vortrages nicht fehlen. Die Beteiligung des S.C.I. . Chores, durch Darbietungen zweier Chorwerke mit Orchesterbegleitung, erwies sich als recht guenstig; man sang mit i Herz! Es waere doch an der Zeit, an die Organisierung ei-! nes gemischten Chores zu schreiten. An Chorliteratur wird es sicher nicht fehlen und es ist bestimmt eine dankbare und lohnende Arbeit. Die beiden Saetze aus dem Doppelkonzert in D moll von i J. S. Bach, von den Herren I Kurnik und Steuermann (Vioj line) vorgetragen, vermochten das Werk in seiner verschlungenen Thematik plastisch na.1 hezubringen. Frau Lisa Goldj schmidt-Hirsch am Piano I war den beiden Geigern eine AN STELLE EINES BERICHTS VOM GEMEINDEBAIL Sehr geehrter Herr Praesident! Ich schreibe Ihnen, weil’s auf der Seele mir brennt, Als Besucher des Gemeindehaus-Einweihungsballes,. An dem ich teilnahm trotz meines Dalles, Zu diesem Erlebnis meine Meinung zu sagen Und ich schicke voraus: Ohne mich zu beklagen. Nur fand ich die Tanzenden bischen sich drueckend, Dafuer die Ausstattung einfach entzueckend. Das wundert niemand, der wie ich kennt, Der Dekorations-Kommission Spezialtalent. Die Kleider der Damen waren chic und modern Und fanden —offen gestanden— das Interesse der Herr’n. Wie bechaint war die Maenner.Modenschau, Ein Genuss fuer jede temperamentvolle Frau! Was sollten die Damen da mehr beachten: Die guten Figuren oder die Trachten? Davon sprechen bestimmt nochmal unsere Kinder, Besonders von dem Gigolo in Frack und Zylinder. Die koschem Buffets, die draussen und drinnen, Unter strenger Aufsicht der Rabbinerinnen Fanden Anklang in weitesten Kreisen, Natuerlich bei ihren niedrigen Preisen! Ueberhaupt die Preise, die war’n ’ne Mezie, Wenn man bedenkt, welch’grosse Muehe Ihr Generalstab sich hatte gegeben, Um diesmal die Einnahme etwas zu heben. Hab’n, Sie denn Geld genug eingenommen? Und sind Sie auf Ihre Kosten gekommen? An mir koennen sie nicht reich geworden sein, Denn wir tranken zu viert eine Flasche Wein! Dann aber hab’ ich —trotz Einspruch meiner Ollen— ’Ne Flasche Whisky bestellen wollen (Unter uns) fuer das Maedchen a mi lado Doch da war er leider bereits acotado. Und noch auf ’nen Misstand weise ich hin, Er betrifft die Sehoenheitskoenlgin: Wie soll ich mich denn fuer eine entscheiden? Ich kann sie doch alle 4 sehr gut leiden! Die Tómbola fand ich ganz generoes, Die Geschenke kein Bowel, die Verteilung serioes. Dann war ich pleite, schon ohne ’nen Heller Und spazierte mal runter in Auerbachs Keller. Na, da muss ich den Vorstand wirklich mal loben! Da war’s ja viel dunkler als im Saale da oben! Hoch lebe die Sparsamkeit! Und wie schoen war’s und sauber! Da spuert man die sparsame Hand des Herrn Tauber. Trotzdem fand ich’s da unten gemuetlich Und die Stimmung im Keller besonders friedlich Kein Boche von Maennern um eine Frau! Kunststueek! Die Maenner da unten wussten genau, Dass sich’s nicht lohnt, wegen zarter Sachen Mit dem Freund sich auf Stunden nur zu verkrachen. So sah ich das Treiben bis fuenf Uhr dreissig, Taenzer und Trinker lustie und fleissig, Bis die Nacht vorbei und die Sonne war da Und es Zeit war fuer das Morgen-Sch’ma, Da gingen die letzten Bummler nach Haus Und der Gemeindehaus-Einweihunersball war aus. Dann blieb von der ganzen reizenden Poss° Nur uebrig der Stabschef Herr Guenther Mosse, Um die Restbestaende zu ueberwachen Und an Ort und Stelle Kasse zu machen. TJnd man merkte an seinem Feldherrnblick, Prine Offiziere hatten sute Kritik! Drum trink’ ich. was Ich im Glase hab’, Auf den tuechtigen Stabschef und seinen Stab. anpassungsfaehige Begleiterin. In Mozarts“ Kleiner Nachtmusik”, bewies der Dirigent sein Koennen, eine so junge Orchestergemeinschaft ueber die gefahrvollen Klippen eines technisch anspruchsvollen Werkes zu steuern. Hervorragende chilenische Persoenlichkeiten, die der Einladung des Orchesters Folge leisteten und erschienen waren, fanden waermste Worte der Anerkennung fuer das Dargebotene. Dr. N. G. k T