Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1950-11-01 · 11 (Noviembre, 1950) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XII (1950)
Issue
11 (Noviembre, 1950)
Date
1950-11-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/8553624-8553958-9191779--0536-8554175
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

5 BOLETIN INFORMATIVO RUECKÏRITT DES KABINETTS Als im Juni dieses Jahres der Kultusminister Maimon mit der Drohung seines Ruecktritts eine Kabinettskrise heraufzubeschwoeren schien, kommentierten wir in diesen Spalten: “Wie friedlich die Loesung der Krise auch sein mag, so klar ist es auch, dass ihre Gruende sehr, sehr tief liegen und mit keiner, wie auch immer gearteten, formalen Loesung aus der Welt geschafft werden koennen. Das beruht selbstverstaendlich vor allem darauf, dass die Koalition Mapai-Orthodoxie heterogen ist” und nach weiteren Betrachtungen kamen wir zu dem Schluss, “dass dies aber keine Loesung auf lange Sicht sein kann” (“B.I.”, N.o 7, S. 8), Wiederum musste das Regierungsschiff um einige Klippen der Meinungsverschiedenheit gesteuert werden und wiederum war es der Orthodoxe Block, dessen Intoleranz in religioesen Dingen mit starrer Kompromisslosigkeit in politischen Hand in Hand geht, der den —diesmal endgueltigen— Schiffbruch herbeifuehrte. Das Kabinett Ben Gurion stuerzte. Ein Vertrauensvotum, dass der vom Praesidenten Weizmann neuerdings beauftragte Premier fuer ein “Verwaltungskabinett” bis zur Abhaltung von Neuwahlen verlangte, wurde ihm von der Knesset verweigert. Soweit wir bei Redaktionsschluss informiert sind, wird der bisherige Justizminister Pinchas Rosen (Félix Rosenblueth), ehemaliger Praesident der “Zionistischen Vereinigung fuer Deutschland” und der “Alijah Chadaschah” und heute Lei- V Pinchas Rosen ter der “Progressiven Partei”, d. h. der buergerlichen Mitte, einer solchen apolitischen und administrativen Kombination vorstehen. Vor allem muss darauf hingewiesen werden, dass der Alarm, den diese politische Krise in manchen Kreisen hervorgerufen hat, voellig unberechtigt ist. Ein Regierungswechsel oder die Abhaltung von Neuwahlen sind Phaenomene, die in jedem demokratischen Staatswesen an der Tagesordnung stehen koennen und um deren Daseinsberechtigung die Menschheit blutige Opfer im Kampf gegen den Totalitarismus geleistet hat. Grund zu Alarm wuerde bestehen, wenn ein solcher Regierungswechsel sich nach dem Muster gewisser arabischer oder auch suedamerikanischer Staaten, durch die Gewalt der Waffen vollzogen haette. Ein Putsch in Israel aber ist einfach undenkbar. Und wenn man im uebrigen die Stabiiitaet der letzten israelischen Regierung z.B. an der Frankreichs, misst, dessen System der ministerialen Verantwortung vor dem Parlament dem Israels am aehnlichsten ist, so kann man nur zu der Schlussfolgerung gelangen, dass die Koalition Mapai-Orthodoxie erstaunlich lange gedauert hat. /i V INDIEN UND ISRAEL DER NOBEL-PREISTRAEGER Selten ist eine vollzogene “de jure”-Anerkennung —und zum Ueberfluss noch eine dermassen verspaetete— so ausfuehrlich und guenstig in der Israel-Presse kommentiert worden, wie die von seiten Indiens erfolgte. Am schwersten unter den zahlreichen Gruenden wiegt wohl die Gravitation dieses kolossalen Subkontinents als solche. Sodann seine relative geographische “Nachbarschaft”, d.h. die Tatsache, dass die Zukunft Israels von dem Erwachen Asiens, dessen staunende Zeugen wir sind, weitgehend bestimmt wird. Hinzu kommt der erstaunliche Umstand, dass Indien und Israel in sehr vielen politischen Fragen eine aehnliche Haltung bereits eingenommen hatten, bevor der Kontakt zwischen den Regierungen hergestellt wurde. Im Grunde genommen, war dies bereits in der Zeit der englischen Unterdrückung der Fall, von der sich beide Voelker durch aehnlich geartete Umstaende, mit verwandten Methoden und fast zur gleichen Zeit befreiten. Bemerkenswert ist es aber erst heute, da die beiden Staaten —in Uebereinstimmung mit ihrem geistigen Erbgut und ihrer historischen Erfahrung— von den Grossmacht-Bloecken unabhaengige Wege zum Frieden suchen. Ein indisch-israelisches Einvernehmen kann befruchtend auf Gebiete einwirken, deren Horizonte heute noch im Nebel verborgen sind. Die Verleihung des diesjaehrigen Nobel-Preises an den Dr. Ralph Bunche ist eine erfreuliche Tatsache. Wir waren nicht immer mit der Art einverstanden, mit der er die arabisch - israelischen Waffenstillstandsverhandlungen leitete, da diese des oefteren Rueckschluesse auf die verborgenen Absichten seiner westlichen Auftraggeber zuliess. Doch zerbricht jede solche Kritik in letzter Instanz an der Tatsache, dass es wirklich unmoeglich ist, in einem solchen Konflikt allen gerecht zu werden, sodass nach allen Einschraenkungen ein fundamentales Zugestaendnis bestehen bleibt: er leistete der Sache des Friedens konkrete Dienste. Sucht man dann nach irgend einer anderen Persoenlichkeit, von der man das gleiche behaupten koennte, so kommt man zu dem traurigen; Schluss, dass man wohl zu lange I suchen muesste. So gesellt sich zu i dem positiven Faktor ein negativer, I der ebenso die Kandidatur des Dr. j Bunche beguenstigte. Was aber den Richtspruch erst wirklich erfreulich macht, ist weit | mehr als der Umstand, dass er mit i dem palaestinensischen Konflikt S verbunden ist, die Rasse des Preis- ¡ traegers. Dem Neger Bunche ist eine Ehrung zuteil geworden, die er vor einen aehnlichen Tribunal in sehr vielen Laendern wohl nur schwerlich erhalten haette. Und das ist ein Grund zur Befriedigung aller Menschen, die den Rassenwahn verdammen. ATSCHEKA Ech o von dm Bergen DER SAMEN KOMMENDER UNTATEN In gesonderten Spalten dieser Ausgabe geben wir einen Auszug aus der Rede des israelischen Aussenministers Scharett vor der Generalversammlung der U.N., in der er gegen die Appeasement-Politik der Besatzungsmaechte in Deutschland Stellung nahm, die “den Samen kommender Angriffe, Barbarei und Schrecken säet”. Die Warnung Scharetts, die Israel der ganzen Welt auf ihrer hoechsten Tribuene ins Gesicht schleudert, ist eine erneute Bestaetigung der Tatsache, dass Israel —um mit Dr. Burg zu sprechen— das juedische Volk vom Fluche der Anonymitaet erloest hat. Wir haben heute einen Namen und eine Stimme, sodass wir in einer Frage, in der wohl das gesamte juedische Volk gleich denkt und fuehlt, unsere Meinung zum Ausdruck bringen koennen. DER VORDERE ORIENT IN DEN U.N. Unsere “JADLA”-Agentur bemerkt zu diesem Thema: “Wir koennen uns keinen unlogischeren Schritt vorstellen, als den das Legale Comité der U.N. getan hat, als es beschloss, einen Beobachter der Arabischen Liga zu den Sitzungen der Generalversammlung einzuladen. In erster Linie ist er es, weil die Arabische Liga kein regionaler Organismus ist, wie z.B. die Organisation der Amerikanischen Staaten. Sie ist nicht fuer alle Laender der Vorderen Orients offen. Der Vertreter der Tuerkei stellte fest, dass sein Land, Persien, Afghanistan, Pakistan und Israel nicht Mitglieder der Liga sind. Schlecht passt also in die U.N.. ein Organismus, der —wie dies ein Memorandum der israelischen Regierung unterstreicht— auf Prinzipien rassischer Exklusivitaet und nicht auf geographisch-regionalen Grundlagen in Uebereinstimmung mit den Grundideen der Charter der Vereinigten Nationen organisiert ist. Und zweitens: darf man vergessen, dass die Arabische Liga bisher keine andere Funktion erfuellt hat als erst die Geburt und dann den Staat Israel selbst zu bekaempfen? Und dieser Kampf wurde durchgefuehrt als Herausforderung eines Beschlusses der Generalversammlung zugunsten der Teilung Palaestinas. Sodann hat diese Liga ihren Mitgliedsstaaten verboten, Friedensverhandlungen mit Israel durchzufuehren, so wie es die Spezialkommission der U.N. von ihnen verlangt hatte. Und zuguterletzt duerften die Vereinigten Nationen nicht vergessen, dass der Pakt der Arabischen Liga noch nicht einmal eine Erwaehnung der Grundverpflichtungen der Charter enthaelt”. Eine Kraftprobe von gewisser Bedeutung wird sich auch abspielen, wenn der Nachfolger Aegyptens fuer den freiwerdenden Platz im Sicherheitsrat gewaehlt werden wird. Nach dem vorherrschenden Regeln muss ein Staat des Nahen Ostens gewaehlt werden und in einem geschickten Schachzug hat Israel die Kandidatur der Tuerkei vorgeschlagen, um damit zu verhueten, dass fuer die nächsten zwei Jahre neuerdings ein Bock der Arabischen Liga zum Gaertner des Friedens bestellt wird. Diese Initiative hat selbst fuer den Fall eines unguenstigen Ausgangs den Vorteil, auf die wichtigen tuerkisch-israelischen Beziehungen positiv einwirken zu koennen. In diesen ersten Wintertagen senkt sich die Dunkelheit schon um fuenf Uhr nachmittags ueber das Land. Die Finsternis kommt ploetzlich; die Sonne unseres Landes sinkt hinter die Horizonte, und wenn es einem nicht gelingt, diesen Augenblick abzupassen, so versaeumt man eines der bezauberndsten Schauspiele, die die Natur unseres Landes bietet. Wenn man in spaeten Nachmittagsstunden Rosch Pinah in Riehtung der “Mezudoth Ussischkin” verlaesst — Siedlungen, die beruehmt sind wegen ihrer farbenpraechtigen Landschaft — so wuenscht man sich nur eines: Noch bei Tageslicht anzukommen. In den letzten Jahren hat sich die Bodenkante laengs der syrischen Grenze mosaikartig mit juedischen Doerfem bedeckt, und wenn einmal von Dan in der Nordostecke des Landes eine Chaussee bis nach Mischmar Hajarden und Kfar Hanassi gebaut ist, so wird sie zahlreiche juedische Ortschaften beruehren. Doch kam die Nacht noch, bevor das Auto von der Hauptstrasse auf den nach Osten fuehrenden Weg gebogen war. Die Dunkelheit goss sich ueber Berge und Taeler, Felder und Seen aus. Der Mond beeilte sich nicht aufzugehen, auch die Sterne zeigten sich nicht. Doch schon nach wenigen Minuten musste man diesem schnellen Wandel dankbar sein. Denn jetzt erhellte einem gerade die Dunkelheit die grossen Errungenschaften der juedischen Ansiedlung in diesem Grenzabschnitt; das Mass der Ausdehnung und .Verzweigung unseres Werkes im Laufe gezaehlter Jahre — all dies erscheint wie ein erleuchtetes Reliefbild auf schwarzem Hintergrund, eine Landkarte ohne Text und Linien. Die glitzernden Lichter von allen Seiten geben ein einpraegsameres Bild als das volle Tageslicht. Da sind z.B. die beiden Lichtgruppen zur linken, dort' oben auf den jaehen Spitzen des Naftaligebirges: Manara und Misgaw Am. Sie zeigen die einsamen Punkte auf, die auf nationalem Boden noch vor Errichtung des Staates gegruendet wurden und als eine Art lebende Abwehrmauer waehrend schwerster Kriegstage dienten, heute aber, mit der endgueltigen Eroberung ganz Galilaeas, aus ihrer Vereinsamung erloest sind. Die Lichter von Manara muten an wie die eines Chanukkahleuc'hters, die eine verborgene Hand in gerader Linie auf ragender Bergkuppe entzuendet hat, dass auch sie von “Zeichen und Wundern, von Ruhmestaten und Kriegen” erzaehlen sollen, die sich hier in jenen Tagen sowohl wie in unserer Zeit ereignet haben. Das strahlende Licht unten am Berge kommt von Kfar Giladi und Tel Ohai, ewige Symbole der Aufopferung, der Hartnaeckigkeit und Anhaenglichkeit an den Heimatboden, die letzte Station auf dem Heldenwege Joseph Trumpeldors. Rechts des Weges leuchtet die fast ununterbrochene Kette der Lichter von Amir und Schamir, Neot Mordechai und Lahawot Habaschan, Grenzpunkte, vor deren Toren sich erst kuerzlich blutige Kaempfe abgespielt haben, wo die Siedler ihre Doerfer mit ihren Leibern deckten und die Eindringlinge weit ueber die Berge zurueckwiesen. Unser Fahrzeug naehert sich den “Mezudoth”: Da ist Hagoschrim, Dafne. Schear Jaschuw und Dan. Und dort rechts liegt Kfar Szold... So als ob ein mar Sterne vom Himmel auf den Bergfuss hinabgefallen waeren. Silbrige Seen erglaenzen neben ihnen. Da sind die drei Elemente in der Balladen vieler Dichter: “Dunkel. See. und Sterne”. Und an dem tipfen Zauber kann die Tatsache nichts aendern. dass die Sterne in diesem Falle elektrische Lampen, und die Seen Fischteiche sind, aus denen die meisten Siedlungen in diesem Landstrich ihren Unterhalt beziehen. (D. Bin, “Karnenu”)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.