Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XII (1950)
- Issue
- 9 (Edicion Especial)
- Date
- 1950-09-01
- Page
- Seite 7 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFORMATIVO 7 Dr. MANFRED SWARSENSKY Madison, Wisconsin LOESUNG UND ERLOESUNG Es ist mir eine aufrichtige Freude, meinen Freunden und ehemaligen Landsleuten in Santiago anlaesslich der Einweihung ihrer Synagoge und ihres Gemeindehauses herzliche Glueckwuensche zu senden. Fuer uns, die wir unsere Gotteshaeuser haben in Flammen aufgehen und unsere altehrwuerdigen Institutionen unter Truemmern begraben sehen, ist es eine besondere Genugtuung, wieder das Erstehen neuer Zenter juedischen Lebens sehen zu duerfen. Das Wort Schimon ben Jochais, dass, wohin immer Israel wandert, die goettliche “Schechina” wandert, scheint Immer noch lebendige Wahrheit zu sein. Die Synagoge ist die aelteste Form organisierten juedischen Lebens. Sie ist so alt wie das Judentum der Diaspora. Sie ist die Bruecke ue-1 ber Zeiten und Zonen. Sie war immer ein Stueck innerer Heimat in aller Heimatlosigkeit. In ihrer dreifachen Funktion als Haus des Gebetes, des Studiums und der Ge- ¡ meinschaft hat sie das Ju-j dentum erhalten von den Ta-; gen des babylonischen Exils bis zu unseren Zeiten. Als notwendige Folge der Saekularisierung und der Konfessionalislerung des Judentums ist die Synagoge in der Neuzeit vom Zentrum an die Peripherie juedischen Lebens gerueckt. Trotz allem haben aber auch in modernen Zeiten die mehr saekularen Bewegungen im Judentum ihre Kraft von der Synagoge — oft sogar unbewusst — empfangen, da dem Judentum die Trennung von weltlichen und rellgioesen Gehalten wesensfremd ist. Wenn man den Zeichen der Zeit vertrauen darf, so scheint es, als ob nach einem Intervall von etwa einhundert und fuenfzig Jahren die Synagoge wieder allmaehlich ihren rechtmaessigen Platz im jue-' dischen Leben einzunehmen beginnt, naemlich eine Kraftquelle alles juedischen Lebens zu sein. I Gewiss, die meisten von uns haben sich von traditionellen' juedischen Lebensformen emanzipiert. Viele von uns haben das Beten so gut wie verlernt. Und dennoch, wer kann es leugnen, dass auch wir, gerade wir, eine Staette der stillen Einkehr und Besinnung brauchen, in die wir uns zurueckziehen aus dem Druck und dem Laerm des Tages, eine Staette, in der unsere verbrauchten seelischen Kraefte wieder aufgefrischt werden, damit wir gekraeftigt wieder hinausgehen koennen in die Welt zu neuem Leben und Wirken. Die moderne Synagoge tritt auch wieder in ihre Rechte als eine Staette der Belehrug, nicht nur unbedingt der Jugend sondern vielleicht mehr noch der Erwachsenen. Juedisches Analphabetentum ist unsere groesste Gefahr; es ist die Wurzel der weitverbreiteten Psychopat h ol o g i e der juedischen Seele. Lernen —im juedischen Sinne— ist nicht ein Sich-Anfuellen mit Wissen. Lernen ist Heilung und Gesundung, Kraft und Leben, Loesung und Erloesung. Es ist gut zu wissen, dass die Synagoge der Sociedad Cutlural Israelita “B’né Jisroel” mit einem Gemeindehaus verbunden ist. Lange bevor Aristóteles erkannte, dass der Mensch ein auf die Ge-I meinschaft bezogenes Wesen ist, hatte das juedische Volk intuitiv erfasst, dass der Einzelne von der Kehillah getragen wird und dass es keinen anderen Weg zu Gott gibt als den, der ueber die Menschen fuehrt. Ihr Bau ist Zeugnis eines solchen sinn.erfuellten juedisehen Lebenswillens, ein Triumph des Glaubens in einer Zeit, die bedraengt ist von nagendem Zweifel und einer nahezu kosmischen Verzweiflung. Moege in einer solchen Zeit und fuer alle Zeiten von Ihrem Gotteshause austrahlen der Geist einer sieghaften Lebensbejahung und einer gluehenden Lebensfreude und moegen ihre Kinder und Kindeskinder in Dankbarkeit sagen: “Dies haben unsere Vater fuer uns getan”. —"i . ■ 'i ■■ » ' .. i" ■■ «i' . ■■ GlueekweeiiseJie ans aller Welt WORLD JEWISH CONGRESS New York Liebe Freunde: Zu der Errichtung Ihres eigenen Gemeindehauses moechten wir Ihnen unsere bruederlichen Wuensche entbieten. Sie geben wieder ein ermutigendes Beispiel der organisatorischen Faehigkeiten und Selbstdisziplin sowie der zielbewussten Ausdauer, die so charakteristisch sind fuer unsere Brueder, die zerstreut ueber alle Ecken der Welt aus der alten schrecklichen Heimat, neue Festungen juedischen Lebens aufzubauen sich bemuehen. Als Bestandteil des Comité Representativo Ihrer ganzen Gemeinschaft, die mit dem Juedischen Welt-Kongress affiliert ist, sind Sie auch indirekt eingewoben in die dauerhaften und groesseren Aufgaben des ganzen juedischen Volkes, dem der Juedische Welt . Kongress Optimismus und Glauben an die Zukunft unseres Volkes zu geben versucht. Wir begruessen Sie aufs Herzlichste in juedischer Verbundenheit. Im Namen der Exekutive des Juedischen Welt-Kongres- S6S, Dr. I. SCHWARZBART, glied der Exekutive-Leitei Organisations Departmen AMERICAN FEDERA¬ TION OF JEWS FROM CENTRAL EUROPE New York In den Laendem u neuen Zerstreuung sine neue Gemeinden entsta sie haben ihren Mitgl: seelischen Halt und mi il Stuetze geboten nalfen ihnen, in die neu hineinzuwachs und sie wuchsen mit ih Ein sichtbares Band umschlingt alle diese neuen Gemeinschaften; sie fuehlen sich vereint in dem gleichen Wollen, ihre Tradition zu erhalten, und lebendiges Judentum zu wahren. So fuehlen äich auch die AMERICAN FEDERATION OF JEWS FROM CENTRAL EU- ROPE, INC., in New York und die ihr angeschlossenen Organisationen mit der SOCIEDAD CULTURAL ISRAELITA B’NE JISROEL in Santiago verbunden, und zumal an dem ehrenvollen Tage, an dem diese ihr eigenes Gemeindehaus' einweihen kann. Das neue Heim moege ein Segen sein fuer die Gemeinde; und es moege Segen von ihm ausgehen fuer die Judenheit. NATHAN STEIN, Praesident. Association of je- WISH REFUGEES IN GREAT BRITAIN London Liebe Freunde: Wir haben mit besonderer Freude erfahren, dass es Ihnen gelungen ist, ein Gemeindehaus zu errichten. Diese Leistung ist ein sichtbares Zeugnis des Gemeinschaftssinnes, der Opferfreudigkeit und der organisatorischen Faehigkeit der Juden aus Deutschland, die in Chile eine neue Heimat gefunden haben. Wir beglueckwuenschen Sie auf das Herzlichste zu Ihrem Erfolg und wuenschen Ihnen, dass das Haus zu einem Kraeftezentrum juedischen Lebens werden moege, verwurzelt in den lebendigen Geisteswerten unserer Vergangenheit und aufgeschlossen fuer die vielfaeltigen Verpflichtungen unserer Gegenwart. In fast allen Laendem haben sich Juden aus Deutschland zu gemeinsamer Arbeit zusammengeschlossen, weil ihre besondere Geschichte sie ueberall auch vor besondere Aufgaben stellt. Im “Council of Jews from Germany”, dem auch Ihre Gemeinde angehoert, haben wir eine gemeinsame Basis gefunden, um diejenigen Fragen einer Loesung naeheraubringen, die alle friieheren. deutschen Juden angehen, gleichgueltig wo sie jetzt leben moegen. Die Taetigkeitsgebiete der einzelnen Organisationen moegen von einander verschieden sein, aber jedes Geschehen innerhalb der einen Gruppe ist auch fuer die andere von Bedeutung. Deshalb gibt uns die Errichtung Ihres Gemeindehauses den erfreulichen Anlass, ihnen fuer die neue Etappe Ihres Weges, die nun vor Ihnen liegt, alles Gute zu wuenschen. Mit den besten Gruessen, ASSOCIATION OF JEWISH REFUGEES.— W. Rosenstock, General Secretary. THE AMERICAN JE¬ WISH JOINT DISTRI¬ BUTION committee; New York Gentlemen: The creation of a Jewish Community Center is a highly significant event in the life of every Jewish community. It not only symbolizes a recognition of the part of eaeh of the members of the community that each has a responsability toward his brother, but it is as well a demonstration of the fact. This willingness, this readiness and this ability to work together does not result alone from the needs of the community itself, it results in large part because of the kinship which the community has for Jewish communities all over the world. This has been heightened during the past 10 or more years. It has come to flower in a sense in the fine building which you have created. We are glad to have participated with you in the attack upon some of the problems which have been our mutual concert. We offer our heartiest congratulations and our best wishes for a further and encouraging development of your community life. Sincerely yours, MOSES A LEAVITT, Execu. cutive Vice-Chairman. REKTOR DER HEBRAEISOHEN UNIVERSITAET Jerusalem Sehr geehrte Herren: Es gereicht mir zur besonderen Freude, Ihnen namens der Hebraeischen Universitaet die besten wuensche zur Einweihung Ihres neuen Gebaeudes zu senden. Die Staerkung juedischer Gemeinden in der Diaspora und die Intensivierung ihrer Beziehungen zum Jischuw ist von grosser Bedeutung fuer den Staat Israel, und die H6braeische Universitaet tut ihr Moeglichstes, um in dieser Hinsicht auf kulturellem Gebiet ihren Beitrag zu leisten. Dazu tragen die Reisen unserer Professoren bei, die in vielen wissenschaftlichen und kulturellen Zentren der Welt Gastvortraege halten, und die dort wichtige Beziehungen mit unserem Lande und unserer Universitaet anknuepfen. Die von der Hebraeischen Universitaet gemeinsam mit der Hebraeischen Weltvereinigung fuer Juedische Erziehung in der Diaspora geschaffene Pruefung in der hebraeischen Sprache, die bereits in vielen Laendern abgehalten wird, und die die Grundlagen zur Verbreitung hebraeischer Kultur im Ausland darstellt, ist gleichfalls ein Schritt auf diesem Wege. Moege Ihre bedeutende Galuth-Gemeinde, die sich nun in Ihrem Lande ein schoenes eigenes Heim schafft, darin fruchtbare Arbeit fuer Ihre juedische Gemeinschaft leisten. Die Hebraeische Univer. sitaet sieht der Zusammenarbeit mit Ihnen gern entgegen. Mit dem Ausdruck vorzueglicher Hochachtung. S. Assaf, Rektor OFICINALATINOAME^ RICANA DE LA UNI¬ VERSIDAD HEBREA Buenos Aires Sehr geehrter Herr Praesident: Es ist mir ein aufrichtiges Beduerfnis, Ihnen, dem gesamten Vorstand und den Mitgliedern Ihrer Gemeinschaft meine herzlichsten Glueckwuensche anlaesslich der Einweihung des neuen Heimes der “B’ne Jisroel” auszusprechen. Jahre sind vergangen seit dem Tage, an dem ich in Ihren Kreisen zum ersten Mal die Idee, ein solches Heim zu schaffen, diskutieren hoerte, und alle, die zur Verwirklichung dieser Idee beigetragen haben, duerfen sich heute mit Recht dazu beglueckwuenschen. Der Wille, diesen Bau zu schaffen, hat sich durchgesetzt —und nun, da das neue Gebaeude dasteht, wuerdig und schoen, ist es an all denen, die zur “B’ne Jisroel” ge. hoeren, zu beweisen, dass es ihnen nicht um die Schaffung eines Luxusobjektes! zu tunwar, sondern um die Errichtung des Heims, dessen Attraktivkraft entscheidend zu einem wirklich produktiven geistigen und kulturellen Leben helfen wird. Wenn das der Fall sein wird —und ich zweifle nicht daran — dann wird sich die Berechtigung der Ansicht jener heraussteilen, die meinten, es muesse die geeignete Form geschaffen werden, den Inhalt aufzunehmen, um den es einzig geht. Dann wird die Konzentrierung Aller in unserm neuen juedischen Dasein — die Konzentrierung um Israel, das wiedererstandene Kraftzentrum unseres Volkes, fuer das Diaspora-Judentum und fuer Israel selbst zu jenem Ziel fuehren, das wir erreichen muessen, soll unsere, in so neue Bahnen gelenkte Existenz fuer alle Zeiten gesichert werden. Dann wird die geistige und kulturelle Atmosphaere, die sich in den Raeumen des neuen Heimes kristallisieren soll, auch geeignet sein, die gewaltigen Strahlungen aufzunehmen und umzusetzen, die vom hoechsten Kulturzentrum unseres Volkes ausgehen, gerichtet auf alle Juden, wo immer auf dieser Erde — von_der Hebraeischen Urüversitaet im ewigen Jerusalem. Ich begruesse Sie alle aufs herzlichste. Fritz R. Lachmann