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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1950-07-01 · 7 (Julio, 1950) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XII (1950)
Issue
7 (Julio, 1950)
Date
1950-07-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 5 Gottesdienst an den Hohen Feiertagen OE LA COLECTIVIDAD fSRAELITA “flafonitH "de VaJttafcrñ# 1 CASILLA 984 VALPARAISO Am 19. Juni starb ploetzlich unser Mitglied Herr Georg Sander. Wir druecken auf diesen Wege der Familie unser herzlichstes Beileid aus. Der Vorstand ÏIN Jeden Freitag abend um 19 Uhr. Jeden Samstag vormittags um 9.114 Uhr Ausserdem an Jahrzeiten. Diese Daten muessen rechtzeitig an Herrn Weglein oder Casilla 984 mitgeteilt werden. Verkuendung des Neumondes ELUL Samstag, den 12. August. Neumondstag 1. Tag: Sonntag, den 13. August. 2. Tag: Montag, den 14. August. Gottesdienst fuer den 9. Aw: Samstag, den 22. Juli abends um 19 Uhr. Sonntag, den 23. Juli vormittags 8.1(2 Uhr. Sonntag, den 23. Juli abends um 17.1(2 Uhr. Generalversammlung In der Generalversammlung am 13. Juni wurde eine Uebersicht lieber die Vereinsarbeit im abgelaufenen Geschaeftsjahr gegeben. Besonderen Beifall fand die Mitteilung, dass der von der vorhergehenden Gene ralver. Sammlung genehmigte Betrag von $ 10.000 dazu verwendet wurde, 10 koschere Oare-Pakete an ein Eltemheim (Altersheim) in Jerusalem zu senden. Dankschreiben und Prospekt wurden vorgelegt. Der Kassenbericht ergab, in Spielnachmittag mit Preisverteilung (Canasta, Bridge) Dienstag, d. 18. Juli nachmittag, 4 Uhr in der Wohnung von Fr. Hertha Arendt, Valparaiso, San Martin 480. Once $ 30. Anmeldung erb. •bis Freitag, d. 14. Juli, bei Strauss, Fono 81418. Bitte Spielkarten mitzubringen. Die Bibliothek ist aus Zweckmaessigkeitsgründen verlegt zu Strauss, Viña. Tausch taeglich. Wolle zum Stricken kann abgeholt werden bei, Hertha Die Gottesdienste finden wie im Vorjahr im Salon der Soc. Union Israelita, Victoria 2859 statt. Den Verkauf der Karten hat wiederum Herr K. Reichmann, Ultimoda, Condeil 1538 uebernommen. Die Verkaufszeiten werden wir rechtzeitig bekanntgeben. Die Karten kosten fuer Mit deren Familienangehoerige Pesos 60.— pro Karte. Fuer Nichtmitglieder, auch soweit es sich um Familienangehoerige handelt, welche im Erwerbsleben stehen und ueber 18 Jahre alt sind, betraegt der Preis Pesos 120.— pro Karte. Ermaessigungsantraege bitten wir an Herrn Weglein zu richten. glieder unserer Gemeinde und In memoriam Georg Sander Als Georg Sander geplagt I kaufen fuer ihn ein reizvolles und menschenmuede in Chi-1 Spiel, eine Probe seiner Getin 480, nur vorm Kleiderkammer: Für unsere Armen brauchen wir laufend: Kleider, Waesche, etc. Annahme bei H. Reichmann, Ctsa Ultimoda, Condeil, nur vorm. welch umfangreichem Masse Arendt, Valparaiso, San Martrotz des niedrigen Mittin 4^0 nur Vorm. gliedsbeitrages, moeglich ist, die sozialen Pflichten eines oertlichen juedischen Frauenvereins zu erfuellen. Die Kassenpruefer berichteten, dass die Kasse ordnungsgemaess gefuehrt wurde; der Kassiererin wurde Entlastung erteilt. Nach Berichten der einzelnen Kommissionen und anregender Diskussion wurde unter der gewandten Leitung von Frau Ilse Wittenberg die Neuwahl des Vorstandes vorgenommen. Der alte Vorstand nahm die Wiederwahl an, mit Ausnahme von Frau Lotti Roger, die auf ihren Antrag ausschied; an ihre Stelle trat 1 Frau Kitty Kahn als Beisit-! zerin. Durch Abwanderung und le ankam, war er entschlos sen, auf dem Lande zu leben und zu arbeiten. Er versuchte, Schweine zu zuechten und widmete sich eifrig der schweren ungewohnten Landarbeit. Er war geschickt, aber nicht k r a e f t i g. Er war willensstark, aber nicht erfahren. Er war optimistisch, aber nicht berechned. Er fuhr mit der carreta und 3 Pferden in der Sonnenglut seine Ware zu Markt; war es nicht viel zu viel fuer ihn? Er fragte nicht danach, er klagte auch nicht, er fuhr eben. Und war es nicht spaeter genau so? Er fuhr immer mit 3 Pferden, tapfer, unermuedlich, optimistisch. Wie angezogen vom Magnet, kam er zu seinem angeborenen Beruf zurueck. Er war der Buchhendler par excellence, kein Literat, der mit bewusster Auswahl weniger oder beschicklichkeit, eine Kunst. Herrscher war er in seinem kleinen Reich. Aber er fuhr “vierelang”, seinem Tun zu sehr hingegeben, zu aufopfernd. Ich als seine jahrelange Mitarbeiterin hatte Gelegenheit zu beobachten, wie unermuedlich er war, obwohl oft muede und nicht aufzuhalten auf dem Weg seines Schicksals, der ihn zu vorzeitigem Tode fuehrte. Menschlich war er ein Kind und glaubte an so viele Dinge und ihre Verwirklichungen? Mit einfachen Menschen verstaendigte er sich ueber sein etwas m£,ngelhaftes Spanisch hinweg, in jener Sprache, die die unverbildeten Herzen verbindet. Man konnte mit ihm reden, fast ohne Worte, durch Blick und Laecheln, und er verstand es auch, über die Welt und sich selbst zu lachen. Aus eigenem Leiden erfuehlte er die Schwaeche Tod verlor der Verein insgesamt 5 Mitglieder, doch ist durch Neueintritt der gleichen Anzahl dieser Verlust stimmten Buechem sein Inte.1 anderer und war verstaendausgeglichen, so dass wir im resse zuwandte. Wohl waehlte nisvoll und mitfuehlend. Augenblick 106 Mitglieder ha. | er die zu bestellenden Bueben; immerhin ist zu hoffen, eher nach geistigen und freidass bisher noch Abseitsstesinnigen Gesichtspunkten aus, hende sich ihrer Pflicht als aber er liebte das Buch mehr juedische Frau hier in der 1 als die Buecher, das Buch als Immigration bewusst, dem j Leistung, als Verkaufsobjekt, Zusammenschluss nicht laen-: als Ware. Dennoch war er ger entziehen werden. Ikein “Haendler” und kein E. Fr. Kaufmann. Eher war das Ver- Er war ein gentleman, so wenig aristokratisch er sich gab, vornehm, stolz und kindlich, grosszuegig und tapfer. Niemand, der ihn kannte, kann ihn leicht vergessen; wie koennte ich es? Ilse Wittenberg. Zum Thema: Israel und die Golah (5) Der geistige Inhalt unserer Erziehung EINE ERWIDERUNG Herr Wassermann berichtet ueber ein Essay des Herrn Goiteln und betont darin, dass der Zusammenhang des Jischuws in Israel mit der Diaspora aufrechterhalten werden muesse. Ich glaube, dass wir darin Alle einer Ansicht sind (die Anhaenger des Herrn Koestler ausgenommen), moechte aber beinahe sagen, dass dieser Zusammenhang erst gefunden werden muss. Robert Weltsch hat mit Recht die grossen Schwierigkeiten einer klaren Stellungnahme aufgezeigt, doch hat Herr Wassermann sich nicht hiermit, sondern mit der Erziehung und sprachlichen Verstaendigung des Jischuws als Grundlage des Zusammenhanges befasst. Und bezueglich der Auswahl der Sprachen bin ich etwas anderer Auffassung als der Verfasser. Man moege mir erlauben, zunaechst einiges Grundsaetzliches zu sagen. Herr Wassermann spricht von dem Jiddischen als dem natürlichen Esperanto der Weltjudenheit. In gewissen Sinne war dies bis vor etwa 20 Jahren richtig, trotzdem auch damals ein nicht unerheblicher Teil der Judenheit, naemlich saemtliche sefardischen und orientalischen Juden, davon ausgeschlossen waren. Heute hat sich die Lage grundlegend geaendert. Nach offiziellen Schaetzungen leben heute etwa 11 Millionen Juden in der Welt. Davon entfallen 5.4 Millionen auf Nordamerika, 600.000 auf Zentral- und Suedamerika, 2.7 Millionen auf Russland und die osteuropäischen Laender, eine Million auf Israel und 750.000 auf Nordafrika, die Levante und die Laender des Mittleren Orients. Der Rest verteilt sich auf Westeuropa, das englische Empire und eine Reihe kleinerer Gruppen. Cecil Roth hat kuerzlich in einem Artikel des “National Jewish Monthly” ausgefuehrt, dass das Jiddische in Nordamerika und in den englisch sprechenden Laendem in raschem Aussterben begriffen ist. Es spielt sich dort dasselbe ab, was wir hier in Chile beobachten koennen, naemlich, dass die Jugend mit wenigen Ausnahmen das Jiddische nicht nur nicht spricht und liest, sondern auch nicht das gesprochene Jiddisch versteht. Man kann getrost Voraussagen, das in einer Generation ein Redner, der nur jiddisch spricht, vor leeren Baenken reden wird. Die um das Mittelmeerbecken und im Vorderen Orient lebenden Juden haben bekanntlich niemals jiddisch gesprochen, sondern ladino (soweit es sephardische Juden sind), arabisch oder eine andere orientalische Sprache. Bleiben die Juden in Russland, Polen, Ungarn und Rumaenien. Laut den Nachrichten, die wir aus diesen Laendern haben, besteht auch hier bei der juengeren Generation eine deutliche Neigung zur sprachlichen Asslmilierung. Ich moechte sagen leider, denn wenn ich auch selbst das Jiddische nicht beherrsche, so erkenne ich doch die jiddische Kultur und Sprache als Faktor der Erhaltung des Judentums in gewissen Teilen der Diaspora an. Um es jedoch als Basis der Verstaendigung zwischen Juden der ganzen Welt zu machen, muesste man das Rad der Geschichte zurueckdrehen und die Kulturzentren Osteuropas mit ihren Menschenmassen, ihrer Literatur und ihrer leidenschaftlichen Inbrunst wieder ins Leben zurueckrufen. Wo sind heute die Scholem Alechem, die Perez, die Mendele Mocher Sforim, die vielen anderen Namen, die gestern das Jiddische gross gemacht haben? Wo sind die Jeschiwot, die Chassidim, die unzaehligen Zeitungen und Zeitschriften mit ihren zahllosen Gruppierungen und Differenzen? Ja, es ist soweit gekommen, dass wir Zionisten, die wir, jahrzehntelang das Jiddische bebekaempft haben, die wir das Hebraeische gegen eine scheinbar unermessliche Uebermacht verteidigt haben, heute die Sprachkultur von gestern wehmuetig erinnern. In der Hebraeischen Universitaet zu Jerusalem lehrt man heute das Jiddische und seine Literatur, um sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Und das soll das Esperanto der Weltjudenheit sein? Was nun das Deutsche anlangt, so bin ich mit Herrn Wassermann der Ansicht, dass der Hass keine Grundlage fuer dauernde Entscheidungen ist. Aber fuer wen soll die Jugend in Israel deutsch lernen? Fuer die spaerlichen Ueberreste der Juden in Zentraleuropa? Fuer die in der ganzen Welt zerstreuten deutschen Juden, deren Kinder heute englisch, franzoesisch oder spanisch reden? Mir scheint dies eine kurzfristige Loesung zu sein. Goitein hat Recht, wenn er gegen eine falsche Isolierung spricht. Die Jugend Israels soll englisch, soll arabisch, soll eventuell russisch lernen. Aber weshalb verlangt man nur von Israel, dass es entgegenkommt? Weshalb verlangt man nicht auch von uns, dass wir Von JUAN AUFRICHTIG etwas tun? Es ist verstaendlich, dass wir deutschsprechenden Juden das Jiddische auf Grund der Verwandtschaft mit der deutschen Sprache in den Vordergrund stellen. Aber fuer einen franzoesisch, englisch oder spanisch sprechenden Juden ist das Jiddische ebenso fremdartig wie das Hebraeische. Von der Vielfalt der Dialekte des Jiddischen ganz zu schweigen. Man soll nicht vergessen, dass die Verbindung mit Israel nicht nur durch die Uebermittlung einiger Nachrichten oder den muendlichen Vortrag gewisser Erlebnisse geschieht. Der lebendige Odem der dortigen Landschaft, der Rhythmus des dortigen Lebens wird durch die Sprache verkuendet. Die Lieder Israels, die Gedichte und Schilderungen unserer neuen Autoren koennen nur schwer durch Uebersetzungen zugaenglich gemacht werden. Und die Moeglichkeit, die Bibel im Original kennen zu lernen, sollte man versaeumen, weil das Hebraeische eine schwer zu erlernende Sprache ist? Gewiss, diese Sprache ist ungewoehnlich, aber sie ist auch eigenartig und fuer den, der sich ihr verstaendnisvoll naehert, voll wahrer Schoenheit. Die Verbindung zwischen Israel und der Diaspora geht nur ueber unsere Teilnahme an der hebraeischen Renaissance. Sollte die Kunst der Umstellung, die Herr Wassermann an Rabbi Akiba und an unseren Vaetern so bewundert, uns verloren gegangen sein? Hoffen wir, dass dem grossen Erlebnis der nationalen Wiedergeburt das der kulturellen Wiederbelebung folgt. Und dass wir nicht kleiner sind als unsere Brueder in Israel!

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