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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1950-06-01 · 6 (Junio, 1950) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XII (1950)
Issue
6 (Junio, 1950)
Date
1950-06-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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BOLETIN? INFORMATIVO 11 Wh feáren, /tstete, r Manon, Wieder einmal dient das Thema der “illegalen” Masaen-Alijah der Jahre 1945- 1948 als Stoff fuer einen Spielfilm; diesmal im Rahmen eines gross angelegten, dramatischen Werkes, das den grossen franzoesischen Regisseur Clouzot zum eigentlichen Autor hat. Der Film versucht, zwei Dramen ineinander zu verschmelzen: einerseits das der franzoesischen Nachk r i e g s. welt und ganz besonders, ihrer Jugend, ohne inneren Halt, Ideale oder Moral; andererseits das der Leiden der juedischen Fluechtlinge. An diesem Versuch scheitert der Film und zwar aus zwei Gruenden: Ersten, durch Schuld des klaffenden Abgrunds zwischen den beiden Dramen, der den Film buchstaeblich in Fetzen zerreisst; zweitens., durch die einfach haarstraeubende Unkenntnis der Drehbuch-Autoren, Regisseur und Leute vom Stab, in Bezug auf die “Alijah Beth”. Die diesbezuegliche Ignoranz ist derart grenzenlos, dass es selbst fuer einen fleissigen Kritiker zu einem muessigen Unterfangen wird, sich mit ihr zu befassen, weil man einfach nicht wissen kann, wo man anfangen sollte. Am besten wird sie vielleicht dadurch charakterisiert, dass ein hochintelligenter Kritiker wie Hernán Millas von “Ercilla” diese Szenen in dem guten Glauben bespricht, die Juden seien in Nordafrika ausgeschifft worden und wanderten durch die Sahara nach Palaestina, waehrend Clouzot ohne Zweifel den Negew darstellen wollte. Was die menschlichen Typen anbetrifft, so mangelt es zwar an stolzen und erfreulichen Haganah— und Ohaluz-Erscheinungen, und der Prototyp des armen, alten Fluechtlings steht allein auf weiter Flur, doch ist das noch eine ausgesprochen freundliche Behandlung des Themas im Vergleich zu den Gestalten, die die franzoesische Umwelt darstellen : durch die Bank Kokotten, Zuhaelter und Schieber. Cecile "Aubry, der neue grosse Star und Hauptdarstellerin des Films heisst Manon Lescaut. Im ¿Spiegel ihrer inneren Zerrissenheit und der Zwiespaeltigkeit ihrer “naiven Ferversitaet” will Clouzot das Bild der “Manon” des Priesters Prévost projiziert sehen; im Liebesdrama ihres jung - gealterten Partners — —Michel Auclair— die Partitur Jules Massenets durch die Dissonanzen unserer Zeithindurchhoeren. Doch nicht an Massenet erinnert der Grundton der Handlung —vielleicht an Gershwin?— und keinesfalls an Prévost, sondern an Zola. Die schonungslose, naturalistische Behandlung der ganzen Korruption und Verderbtheit der Nachkriegszeit macht zweifellos den starken Teil des Films aus, den, der kuenstlerischen Wert haette haben koennen, wenn er nicht durch die oben erwaehnten Irrtuemer zu Schanden gefilmt worden waere. Man kann geteilter Meinung darueber sein, ob soviel Haltlosigkeit, Schlechtigkeit und Mord und Totschlag auf einmal ueberhaupt moeglich ist: die kuenstlerische Groesse des Regisseurs und der Darsteller brechen aber durch, wenn sie diesen Abstieg in die Kloaken psychologisch glaubhaft machen. In diesen Momenten ist das Stueck abscheulich und gross zugleich und es waere kein franzoesischer Film, wuerde nicht Eros als alleiniger Gott hoch ueber den Geschicken der Menschen thronen; gesehen aus der Perspektive einer an sich und der Welt zerbrochenen Generation: schonungslos, ekelerregend und gewaltig. K. I m Feine Lederwaren Kunst & Dekorations- Gegenstaende París-Santiago-Buenos Aires Wir zeigen wieder unsere Neuigkeiten in originellen Bolsiias fuer Festlichkeiten. Creaciones exclusivas de R 0 S S Y Einzige Adresse unserer Fabrik u. Ausstellung: Alameda 402-4 u. Lira 1-3 u. 5 MONTSERRAT Seit ungefaehr 2 Monaten wird im “Teatro Municipal” von Santiago das Theaters tu eck“ Montserrat”, geschrieben von Emmanuel Robles (geb. 1914) von dem “Teatro Experimental der Universidad de Chile” aufgefuehrt. Es ist ein unbestrittener Erfolg, zu vergleichen nur mit “La Visita del Inspector”. Sowohl der Regisseur Pedro Orthous, wie auch die Hauptdarsteller Roberto Parada (Izquierdo), Domingo Tessier (Montserrat), Agustín Siré (Priester) und alle Nebendarsteller haben es moeglich gemacht, dass wir hier fast zur selben Zeit dieses moderne Theaterstueck sehen koennen wie in Europa, U.S.A. und Israel, wo es in der Habimah dern in noch schlimmerer Form mit Montserrat, dem Spanier, der sich fuer die Sache Venezuelas begeistert und zu Simón Bolívar, dem Befreier uebergeht. Auch werden in sehr realistischer Form die grossen Fehler der katholischen Kirche in dieser Zeit dargestellt. Die Hauptperson ist Izquierdo, ein spanischer Offizier, dessen Rolle Roberto Parada grossartig spielt. Er uebertrifft Montserrat in diesem Sinn, da er die Szene beherrscht und dieser wenig zu Worte kommt. Montserrat wird von den Spaniern als Vérraeter behandelt und ausgefragt, wo sich Simón Bolívar befindet. Da es unmoeglich scheint, ENRIQUE Y ROSALIA “El Mercurio” vom Sonntag, den 28. Mai, bringt auf der ersten Seite seiner literarischen Beilage, die gleichzeitig die erste Seite der Ausgabe ueberhaupt ist, ein Feuilleton des juedisch-daenischen Publizisten Meyer Aron Goldschmidt und sagt einleitend von ihm: “Goldschmidt (1819 - 1887) widmete einen grossen Teil seines Lebens der journalistischen Taetigkeit. In der Leitung einer satirischen und politischen Zeitschrift widmete sich dieser daenische Schriftsteller voll und ganz dem Kampfe um die Einführung der liberalen Ideen. Er ragte hervor als Autor von Romanen und Erzaehlungen aus dem juedischen Leben. Er wird als grosser Stilist angesehen und in seinen typischen Romanen und Kurzer. zaehlungen stellt er eine bemerkenswerte Faehigkeit in der Schaffung seiner Figuren unter Beweis. ENRIQiUE Y ROSALIA gehoert zu seinen gefeiertsten Erzaehlungen”. Die “gefeierte” Erzaehlung handelt von einem Brautpaar, das sich auf Grund eines einseitigen Beschlusses trennt und nach vielen Jahren durch eine Fuegung des Schicksals wiederfindet, wobei 'beide Teile geruehrt feststellen, dass sich eigentlich nichts geaendert habe und jeder im Tiefsten der Seele auf dieses glueckliche Wiedersehen gewartet habe. Juediseh ist an der Erzaehlung der Name des beneidenswerten Chosens, der sich Falk nennt. Die spanische Uebersetzung, von Lautaro Barahona besorgt, legt Zeugnis von der stilistischen Gewandtheit des Ue. bersetzers und Bearbeiters des “Don Fausto” ab. Es kann gar kein Zweifel darueber bestehen, dass vor hundert Jahren diese Kurzgeschichte sehr gut gefallen haben kann und unsere Urgrossmuetter zu Traenen geruehrt waren. “Montserrat”, in der Besetzung der “Habimah” aufgefuehrt wurde.; doch koennen selbst dort die Auffuehrungen sicher nicht besser gewesen sein als hier. In Paris hat das Werk 1948 den Preis als bestes Drama des Jahres bekommen. Das Stueck beschaeftigt sich mit der Befreiung Venezuelas von den Spaniern, ungefaehr um 1812. Es hat also einen historischen und sozialen Hintergrund, der einen Jeden angeht. Es wird die Brutalitaet der Spanier dargestellt, —zu vergleichen mit der der Nazis, nicht nur mit den eingeborenen Venezolanos, sonauch nur ein Wort in diesem Sinne von ihm zu erfahren, wird er waehrend einer Stunde mit 6 Geiseln in einem Raum allein gelassen. Die Reaktion dieser Geiseln, Leute die zufaellig auf der Strasse spazieren gingen und vollkommen unschuldig sind, ist sehr interessant. Wenn er nach einer Stunde nicht gesprochen hat, werden alle 6 Leute erschossen. Der innere Kampf, den Montserrat in dieser Stunde mit sich selber fuehrt, ist sehr gut geschildert. Das Stueck ist spannend und aufregend. WOCHENSCHAU Die von Armando Rojas Castro ausgezeichnet geleitete Wochenschau “Chile al día” —letzter Sproessling der da. hingegangenen “Dirección de Informaciones y Cultura”—• bringt an erster Stelle ihrer Nr. 166 einen ausfuehrlichen Filmbericht von der Ueberreichung des Beglaubigungsschreibens des israelischen Gesandten Jacob Tzur. Die beiden Nationalflaggen am Höfel Carrera, die wartende Menschenmenge, das Erscheinen des Ministers mit seinem Gefolge, die Fahrt mit der Gala-Karrosse in die Moneda, die militaerischen Ehrenbezeugungen, den Empfang beim Presidenten der Republik, kurz, die wichtigsten protokollarischen Ereignisse dieses Vormittags und deren Rahmen sind in einem tadellosen Bild— und Tonbericht festgehalten. Was die Form anbelangt, kommt das Werk wieder auf die aristotelische Schule zurueck. Einheit des Ortes: Die Szene spielt in einem einzigen Raum. Einheit der Zeit: das Geschehen wickelt sich in einer Stunde ab, obwohl das Stueck auf der Buehne selbst laenger dauert; und Einheit der Handlung. Das “Teatro Experimental” hat wieder ein Werk ausgesucht, das einen tief revolutionaeren Sinn hat, welcher diesmal im Inhalt liegt (wie auch in der “Visita del Inspector”) und nicht in der Form (wie in “Seis personajes en busca de autor” und in “Nuestro pueblo”). Wir erwarten jetzt mit In. teresse das naechste Stueck, “Der Tod eines Verkaeufers”, das bald aufgefuehrt werden soll. E. G.

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