Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XII (1950)
- Issue
- 5 (Mayo, 1950)
- Date
- 1950-05-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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7 BOLETIN, INFORMATIVO AUS DER ARBEIT. Am 5. Ijar fand eine religioese Feierstunde zum 1. Jahrestag der Proklamierung der Medinath Israel statt. Am 18. Mai sprach Herr Guenter Boehm ueber “Geschichte der Juden in Südamerika”. Am 4. Juni sprach in einer Veranstaltung zusammen mit der Unión Sionista Herr. Dr. Saul Sokal, Delegierter des J uedischen Weltkongresses, ueber “Das amerikanische Judentum und seine Verbindung mit Israel”. Am 15. Juni gaben uns Frau Elisabeth Rabinowicz und Herr Isaak Schwarz zwei interessante sich ergaenzend.e Berichte ueber ihre Besuchsreisen nach Israel. Am 10. Juli feierten wir in einer ernsten Feier das 5 jaehrige Bestehen des War.:1. Hachinuch und am 17. Juli gemeinsam mit der Unión Sionista die Todestage von Teodor Herzl und Chaim Nachman Bialik. In dieser Feierstunde hoerten wir Herrn Dipl. Ing. Strasser ueber “Herzl und der Antisemitismus”, Herrn Egon Rosenfeld ueber “Von Herzl zum Judsnstaat”, Herrn Ben Kopfstein ueber “Bialik als Dichter der Armut” und d.ie Schueler-Choere der beiden Schulen des Vaad Hachinuch in Liedern und Rezitationen aus Bialiks Werken. Selbst fuer die literarisch und geistig umfassende Veranstaltung hat leider der kleine Saal in der Monjitas vollkommen ausgereicht. Unvergesslich ist wohl allen damals Anwesenden der Empfang d.es Herrn Coronel Da- vid Saltiel, Generalinspektor der juedischen Armee, am 28. Juli in unserem Hause. Es ist nicht moeglich, i in diesem Geschaeftsbericht auch nur einen Extrakt seines Vortrags aufzuzeichnen, der ebenso durch die eri sehuetternde Darstellung der | Heldentaten unseres Jischuw wie durch die Schlichtheit des hohen Gastes einen ergreifenden Eindruck hinterliess. Am 4. August, Tischo-Beaw, fand auf d.em Friedhof in Conchalí die feierliche Einweihung unserer Plakette zum Andenken an die Opfer des Nazi-Terrors statt. Noch im selben Monat veranstalteten wir ein kuenstlerisches Konzert, an dem neben chilenischen Kuenstlern Frau Ruth Weissenberg und Herr Hans Loewe teilnahmen. Am 28. September sprach Herr Femando Friedmann lieber Elndruecke seiner Reise, die ihn ueber USA und Westeurooa bis nach Israel fwehrte und die er in einem sehr gelungenen Buntfilm verewigt hat, wir hoffen diesen Film sehr bald im Rahmen unseres Kulturprogramms v^r einem zahlreichen Publikum abrollen zu s-hen. Der allgemein bekannte Delegierte der Hebraeischen TTniversitaet Herr Prof. Dr. Friedrich Lachmann sprach am. 12. Oktober ueber “Reflexe der historischen Geschehnisse im taeglichen Leben in Israel”. Die religioese Gedenkstunde zu Ehren unserer Maertyrer am 9. November nahm den ueblichen Verlauf. Am 12. November fand unser Simchas-Thora-Ball statt, der nicht nur ein gelungenes (Von Seite 5) Fest, sondern auch eine erfreuliche Hilfe fuer unseren Baufonds gewesen ist. Die letzte Veranstaltung im vorigen Jahre war am 25. November der Fest-Gottesdienst anlaesslich des 75. Geburtstages des Praesidenten der Medinath Israel, Herrn Prof. Dr. Chaim Weizmann, an dem als Ehrengast Herr Major Meir Laniado, Militaer- Gouverneur von Jaffa waehrend, des Krieges, teilgenommen hat. In die Reihe kultureller Veranstaltungen moechte ich auch die am 25. Januar d. Js., seinem Todestag nach juedischem Datum, erfolgte Einweihung unseres Emfangs- Salons zu Ehren unseres Freundes und Mitarbeiters Bernardo Pincus einreihen. Diese Stiftung seitens seiner perscenlichen Freunde i s t bestimmt ebenso im Sinns des Verstorbenen gewesen wie die gleichzeitig erfolgte Spsnj de eines Waldes in Israel zur 1 Ehrung seines Andenkens. , Das in unserem Salon befind- | liehe Bild dieses unvergesse- ¡ nen Vorkaempfers fuer juej d,ische Ehre und juedisches i Leben soll auch die, die nach I uns kommen, ermahnen sei- ¡ nem Beispiel zu folgen. Auch I an dieser Staette spreche ich! allen Beteiligten, insbesondsj re unserem Freunde Bruno j Lichtenstein fuer die sinnvol- I le Idee und deren erfolgreij che Durchfuehrung im Na- I men unserer Gemeinschaft! den herzlichsten Dank aus. | Im Rahmen unserer Kulturarbeit sei schliesslich auf die von der Gemeinde eingerichteten Iwrith-Kurse hingewiesen, die unter Leitung von Frau Frida Ruthman stehen. einer Lehrerin am Bialik-Institut. In diesen Tagen wird ein neuer Anfaengerkurs eroeffnet, neben d.em ein Kursus fuer Fortgeschrittene weiter besteht. Wir empfehlen diese Kurse nicht nur denen, die selbst frueher oder spaeter nach Israel gehen wollen, sondern auch, um mehr und mehr im Austausch juedischen Kulturguts Literatur aus Israel lesen zu koennen. BOLETIN INFORMATIVO Ueber unser Mitteilungsblatt braucht nicht viel gesprochen zu werden, da jedes Mitglied sich selbst ein Urteil ueber die Entwicklung unseres Boletín bilden und hoffentlich bestaetigen kann, dass dessen Niveau und Umfang von Mal zu Mal steigt. Wir legen auf d,teses Instrument der Verbindung zwischen Gemeindeleitung und unseren Mitgliedern sowohl hinsichtlich der Nachrichten wie der Inserate grossen Wert, was auch in dem Zuschuss von $. 65.000.— seinen Ausdruck findet, den wir fuer das Boletín ausgeworfen ha-!~en. Unser Redakteur und technischer Leiter der Zeitung, Herr Hans Kaufmann verdient d;e Anerkennung der Gemeinschaft in erster Reihe fuer die geistige Gestaltung des Blattes, aber nicht minder fuer die ungeheure Kleinarbeit, die besonders mit der Ausmerzung von Druckfehlern dieser in deutscher Sprache erscheinenden Zeitung verbunden ist. Wir wiederholen auch an I dieser Stelle die Bitte an un- I sere Mitglieder, sich durch' Kritik und Einsendung von ¡ Artikeln oder Zuschriften an I die Redaktion an der Ausge-; staltung unseres Boletín zu' beteiligen. Machtlos sind wir . nach wie vor gegen verspae- ' tete Ablieferung des Blattes , durch den Brieftraeger, aus- ' schliesslich Schuld der Post ¡ oder der Postbeamten, da alle Adressen automatisch, d.urch die Adrema gehen und i die Exemplare gebuendelt i der Post uebergeben werden. ' BIBLIOTHEK Die Gemeinde-Bibliothek, die jetzt ueber 400 Baende umfasst, die unseren Mitgliedern zum Verleih zur Verlegung stehen, hat durch eine recht ansehnliche Schenkung von 98 Buechern in deutscher Sprache seitens Herrn und Frau Eduardo Flatau eine grosse Bereicherung erfahren._ Ein Auszug dieser Liste I ist in der soeben erschiene- , nen April-Nummer des Mit-I teilungsblattes veroeffentlicht i worden. Wir wuerden es sehr I begruessen, wenn viele Famij lien, auch die Kinder unse-! rer Mitglieder, von dieser Bi- , bliothek Gebrauch machen I wuerden. | VERWALTUNG«- UND I SOZIALARBEIT I Um nun auf die Verwal- | tungsarbeit ueberzug e h e n, muss ich zunaechst einige I Ziffern ueber unser Standes- | register mitteilen. Im vergan-! genen Jahre sind 41 Gebur- . ten, 10 Barmizwoth, 16 Traul ungen und 58 Sterbefaelle zu i verzeichnen. Waehrend die I Zahlen der Geburten Barmiz- I woth und Sterbefaelle unce- | faehr denen ¡des Vorjahres ¡ entsprechen, ist die Zahl der 1 Trauungen auf die Haelfte zurueckgegangen. Wir koennen nur hoffen, dass dieser Umstand nicht auf einen Rueckgang nur der religioesen Trauung zurueckzufuehren ist, sondern es sich um eine voruebergehende Erscheinung ohne Bedeutung handelt. Die Mitgliederliste weist die laufende Nummer 1952 auf, waehrend der Effektivbestand, 1499 ist. Die Differenz beruht auf Streichungen, die im Laufe der Jahre wegen Alijah, Weiterwanderung in die Provinz und ins Ausland. Tod, Zahlungsunwilligkeit und in einigen Faellen auch wegen Interesselosigkeit erforderlich geworden sind. An Neuaufnahmen waren im Geschaeftsjahr 66 Faelle zu verzeichnen. Das Schiedsgericht der Gemeinde wurde in 24 Faellen in Anspruch genommen, bei deren Behandlung niemals ein Urteil gesprochen werd.en musste, sondern entweder die. Antraege zurueckgezogen i wurden oder allerseits befrie- I digende Vergleiche abgeschlossen wurden. Es besteht I kein Zweifel, dass diese In- ' stitution eine segensreiche ist, da die Austragung von Streitfaellen zwischen unse- | ren Glaubensgenossen vor I den Ordentlichen Gerichten dem Ansehen der juedischen Gemeinschaft nur schaed.üch I sein kann. Unsere Sozialarbeit hat wie immer auch im vergangenen Geschaeftsjahr einen bedeutenden Umfang eingenommen. Die sogenannte Sonntags — Sammlung, ausserordentlich gewissenhaft betreut von Herrn Artur Baron, hat im Laufe des Jahres rund | $. 235.000.— erbracht, die im; Sinne dieser Einrichtung zur Linderung der Judennot ver- , wandt wurde. I Im naechsten Monat wird 1 uns Herr Artur Baron verlassen, der mit seiner Gattin! nach Maabaroth in Israel ¡ uebersiedelt, um dort in Gemeinschaft mit seinem Sohn und seiner Schwiegertochter , zu leben. Wir d.anken Herrn Baron fuer seine ausgezeich-1 nete Arbeit und die grosse Muehe, die er sich besonders I mit der Heranziehung der Jugend fuer die Sammlertaetig- I beit gegeben hat und wuenseben ihm und seiner Gattin I eine glueckliche Alijah und einen schoenen und sorglosen Lebensabend in Israel. Leider mussten fast bei jeder Sammlung einige Bezirke I unbesammelt bleiben, weil es trotz zahlreiche- :::: endlich er i und schriftlicher Aufford,e- ¡ rungen an der erforderlichen Zahl von Sammlern fehlte. Dies ist eine tief betruebende | Erscheinung. Sollte es den! Eltern nicht moeglich sein, | ihre Kinder anhalten zu ■ koennen, dass sie einmal in ¡ jedem Monat 1-2 Stunden! fuer ihre notleidenden Bruei der und Schwestern opfern? Es kommt wiederholt vor, dass bei grossen, kraeftigen ¡ Kindern geltend gemacht wird, dass sie am Sonntag ausruhen muessten. Und diese Kinder sollten nicht einen kleinen Spaziergang zur Abholung der Spenden machen koennen? Aus dem zur Verfuegung des Praesidenten geschaffenen Hilfsfonds fuer verschaemte Arme sind im laufenden Jahre in 9 Faellen Zuwendungen gegeben und vor den Feiertagen regelmaessig eine Reihe von Paketen ohne Absender versandt worden. Dem Cisroco hat’ die Gemeinde im abgelauf enen Ge- ¡ schaeftsjahr $ 110.000.— zur Verfuellung gestellt und da-! mit zur Linderung der Not auch in unserem Kreise beigetragen. Besondere Subventionen haben wir ausserdem an die Escuela Técnica Ort mit $ 6.000.—, dem Waad Hakaschruth mit $ 12.000.— und den Waad Hachinuch mit $ 53.500.— geleistet und aus unserem Feiertagskonto der Hachscharah des Haschomer Hazair $ 3.000.—, des Misrachi $ 2.750.—, des Dror $ 1.000 und der Policlínico Israelita $ 2.000.— gestiftet. BEZIEHUNGEN ZUR COLECTIVIDAD Ein bedeutendes Kapitel unserer Arbeit betrifft unsere Beziehungen zu anderen Juedischen Organisationen und Mitarbeitern an den Aufgaben der Colectividad. Mit den beiden Spitzen-Organisationen, der Federación Sionista de Chile und d.em Comité Representativo, denen wir seit Jahr und Tag angeschlossen sind, verbinden uns aufrichtige freundschaftliche Beziehungen. Wir haben in beiden Direktorien sowie in deren Kommissionen und im Departamento de Intercambio Cultural des Comité Representativo mitgearbeitet. In allernaeehster Zeit erwarten wir die Gruendung eines Estad,io Israelita, wo der Sport unserer Colectividad auf eigenem Grund und Boden getrieben werden soll. Wir begruessen diese Gruendung, an deren Vorarbeiten unser Mitarbeiter Fernando Friedmann beteiligt ist, besonders deshalbd,amit peinliche und unwuerdige Zusammenstoesse, an denen leider die beteiligten Juden nicht immer schuldlos sind, in Zukunft vermieden werden koennen. Es wird sich um Kauf von Aktien handeln, worueber noch naehere Einzelheiten zu Ihnen gelangen werden. Herr Friedmann wird gewiss bereit sein, diesbezuegliche Fragen zu beantworten und spezielle Erklaerungen abzugeben. Die Verhandlungen mit d.er Kehila Religiosa Chevra Kedischa sind nach wie vor voller gegenseitigen Vertrauens und Verstaendigungsvvii: ms und haben dank dessen in allen vorkommenden Faellen zu beiderseitiger Zufriedenheit gefuehrt. Trotz voller Anerkennung fuer die Bestrebungen und Arbeiten des Waad Hachinuch war es uns in letzter Zeit nicht moeglich, in dessen Exekutive vertreten zu sein, da id.ie hierfuer in Frage kommenden Mitglieder unserer Gemeinde so beschaeftigt sind, dass sie ein Amt im Waad Hachinuch, das sehr viel Zeit ¡erfordert, nicht annehmen konnten. Wir hoffen trotzdem sobald als moeglich einen oder zwei unserer Mitarbeiter in diese Institution delegieren zv koennon. Vor wenigen Wochen haben wir mit einer starkem Vertretung an einem Abendessen zu Ehren von Herrn Samuel Goren, dem frueheren Praesidenten der Federación Sionista und des Comité Representativo, anlaesslich seiner Ernennung zum ehrenamtlichen Consejero der israelischen Gesandtschaft in Chile teilgenommen. Wir haben Gelegenheit genommen, Herrn Goren aufrichtig zu diesem ehrenvollen Posten zu beglueckwuensehen, den er sich durch unermuedliche und selbstlose Arbeit im Interesse unseres Volkes und Staates verdient hat. Ende des naechsten Monats wird der heue Gesandte, Herr Jacob Tsur, zur Uebergabe seiner Beglaubigung als Gesandter Israels in Chile erwartet, und wir hoffen bestimmt, ihn auch in diesem Hause als Ehrengast begruessen zu koennen. DANK AN DIE MITARBEITER Allen Mitarbeitern des Direktoriums, der Repraesentanz, der Kommissionen, des Ehren —und Schiedsgerichts sowie den Gemeinde-Beamten sei bei Ablauf des Geschaeftsjahres herzlichster Dank fuer ihre treue und interessevolle Mitarbeit an unserer Gemeinde ausgesprochen. Oftmals mussten grade in der letzten Zeit uebermaessige Anforderungen an sie gestellt werden, und nur durch deren Erfüllung ist es moeglich gewesen, die ungeheure Arbeit, die auf der Gemeinde lastete, auszufuehren; aber wir wissen, dass es ihnen allen eine grosse Befriedigung gewesen ist und auch weiter sein wird, an dem Werk mitzuwirken, das wir uns zur Aufgabe gemacht haben. Ich kann jedoch meinen Bericht nicht schliessen, ohne auf ein Problem mit einigen Worten einzugehen, das z.Zt. wohl alle verantwortlichen Fuehrer der Colectividad beschaeftigt. (Fortsetzung auf Seite 9)