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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1950-05-01 · 5 (Mayo, 1950) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XII (1950)
Issue
5 (Mayo, 1950)
Date
1950-05-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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BOLETIN) INFORMATIVO 5 DER RECHENSCHAFTSBERICHT DES PRAESIDENTEN : AUS DER ARBEIT JAHRES MITGLIEDER DER S. C. I. “B’NE JISROEL”: I Mit stolzer Freude begruesse ich Sie heute zur ersten General-Versammlung im eigenen Heim, auf eigenem Grund und Boden. Noch sind die letzten Handgriffe zur Beendigung dieses Gebaeudes nicht getan, noch fehlen viele Einzelheiten zur Vollendung dieses Baues, noch haben wir unter der Inflation und den entsetzlichen Preissteigerungen zu leiden, - aber wir sind und arbeiten im eigenen Haus, unter ei. genem Dache. Keine Eroerterungen ueber Verhandlungen und Differenzen mit einem Hauswirt und keine Beschluesse ueber Reparaturen eines fremden Hauses auf unsere Kosten belasten die Protokolle unserer Sitzungen Und wenn noch so manche Sorge die Zusammenkuenfte der verantwortlichen Leiter der Gemeinde beschaeftigt, so ist es immer nur der Gedanke daran, wie dieses juedische Haus noch praktischer, noch schoener, noch erfolgreicher gestaltet werden kann. Denn praktisch und schoen soll die Heimat sein,1 die unsere Gemeinde allen, die daran interessiert sind, hier erbaut, damit inmitten unseres chilenischen Gastlandes ein Platz besteht, auf dem wir nach Recht und Gesetz unser juedisches Leben entfalten koennen,, so umfangreich und so intensiv wie es nur gestaltet werden kann. Wir oeffnen die Pforten dieses Hauses in erster Reihe der juedischen Jugend, unserer Zukunft, dem naechsten Glied der Kette, die unsere Urahnen geschmiedet und unsere Ahnen uns uebergeben haben. Eine oder weitere Generationen —wer kann prophezeien, wieviele es sein werden? — werden nach menschlichem Ermessen auch hier in Santiago leben und den Wunsch und die Pflicht haben, juedisch zu leben, juedisch zu streben und als Juden gluecklich zu sein. Zu dieser Aufgabe soll dieses Haus ein Beitrag sein. UNSER GEMEINDEHAUS .1 Man hat dieses Gebaeude schon kritisiert, bevor sein Grundstein gelegt worden, geschweige denn bevor es beendet ist; man hat es kritisiert mit der .Begruendung, dass wir Alten in mehr oder weniger kurzer Zeit dahingehen und die Jugend entweder nach Israel oder zur Assimilation schreiten wuerde. Es hat bestimmt keinen Zweck, Gruende gegen diese Argumentation anzufuehren.d enn weder die Kritiker noch deren Gegner koennen fuer ihre Behauptungen Beweise erbringen. Es handelt sich ja nur um Vermutungen bezüglich der Zukunft. Nur ein Argument gestatte ich mir vorzubringen und das ist das Folgende: wenn unsere Kritiker Recht haben und wirklich dieses Haus in 10 Jahren nicht mehr notwendig sein sollte, dann hat unsere Gemeinde ein ganz bescheidenes materielles Opfer umsonst gebracht, das bisher Niemandem weh getan hat. Wenn wir Befürworter des Baues Wortlaut des Rechenschaftsberichts des Praesidenten, Herrn José Hirschberg. — Antwort auf Kritik am Gemeindehaus.—Wahrung der Einheitsgemeinde.— Bedeutung des Religionsunterrichts.—Die Veranstaltung des Jahres.—AuTwaertsentwicklung des "Boletín Informativo”.—Bereicherung der Bibliothek. — Sekretariat, Schiedsgericht und Sozialarbeit. — “Aufrichtige freundschaftliche Beziehungen zu den Spitzenorganisationen". — Schlichtung der Parteidifferenzen. — “Wirken fuer eine starke Galutbgemeinde”. aber Recht haben, dh., wenn unsere Jugend und die kommende Generation nicht oder noch nicht nach Israel gehen kann und sich nicht assimilieren will und dieses Haus fuer ihre Arbeit und Selbsterziehung braucht, wir aber unseren Kritikern nachgegeben und das Haus nicht gebaut haetten, — koennten wir dann mit der Entschuldigung bestehen, wir haben mit der Aufloesung der kommenden juedischen Generation gerechnet, daher ein eigenes Haus fuer ueberfluessig gehalten und unseren Mitgliedern ein bescheidenes materielles Opfer ersparen wollen? Die Verfolgung dieses Gedankenganges hat uns trotz aller Schwierigkeiten und Widerstaende hierhergefuehrt, und ich kann mir nicht vor- ¡ stellen, dass auch nur eines unserer Mitglieder dieses Haus betritt, ob zum Gottesdienst, ob zu einem Vortrag, ob zur General-Versammlung, oder selbst um seinen Beitrag zu bezahlen, ohne ein Gefuehl des Stolzes und tiefer Befriedigung in dem Bewusstsein, nunmehr in das Gebaeude zu kommen, das auch ihml gehoert. | i Noch fehlt die Fertigstellung des Saales, der 7 bis 800 Personen fassen soll, noch trennen uns wenige Wochen von der Eroeffnung unseres Wirtschaftsbetriebs. Aber noch vor den kommenden Hohen Feiertagen wird das' Bauprogramm endgueltig erfuellt sein. Schon heute sind ausser der Verwaltung und den Beratungszimmern, die Zimmer fuer den Schul-Unterricht und fuer Sitzungen und Veranstaltungen befreundeter Institutionen in Betrieb genommen, wovon Cisroco, Liga de Damas, Wizo Henriette Szold, Unión Sionista und Handwerker-Verein bereits Gebrauch gamacht haben, waehrend weitere Institutionen, insbesondere das Forum, folgen werden._I Aber es sei ausdruecklich hervorgehoben, dass unser Gemeindehaus auch den Institutionen und Vereinen der I anderen Sektoren, sowohl fuer ' grosse Veranstaltungen wie i fuer Sitzungen offen sein I wird, so wie beispielweise das Orchester der Federación Sionista seine Proben bereits hier abgehalten hat. Wenn ich diese Auszehrungen an den Beginn mei. n e s Taetigkeitsberichts ueber das verflossene Geschaeftsjahr gestellt habe, so ersehen Sie bereits daraus, dass die Gemeinde-Verwaltung mit den damit verbundenen Problemen im letzten Jahr besonders beschaeftigt gewesen ist. Am 17. Januar d.Js. sind wir von unserem j Mietshaus Monjitas 690 hier-! her uebersiedelt und nur im Gedanken und der Hoffnung auf die Fortführung der Arbeit in diesem sauberen und ' hellen Gebaeude waren die vorhergehenden Monate in der mehr und mehr verfallenen Monjitas 690 zu ertragen. Trotzdem haben wir auch dort unsere vielseitigen Aufgaben nach bestem Koennen zu erfuellen gesucht. RELIGIOESES LEBEN Ueber die innere Struktur unseres religioesen Lebens ist frueheren Berichten nichts Neues hinzuzufuegen. Neben dem kleinen Saal der Monjitas, in dem unsere regelmaessigen Gottesdienste stattfanden, haben wir fuer die letzten Hohen Feiertage die Theater Coliseo und Marconi gemietet und durch Hilfskraefte von Kultus-Funktionaeren drei Gottesdienste veranstaltet, die hoffentlich die Zufriedenheit unserer Mitj glieder gefunden haben- Ih-i nen allen, den beamteten so-! wie ausseramtlichen Persoen.! lichkeiten und den Mitgliedern der Choere, die alle zum Gelingen der Gestaltung unserer hoechsten Feiertage beigetragen haben, gebuehrt un. | ser aufrichtiger Dank. | Ein bedeutender Faktor in-; nerhalb unseres religioesen Lebens ist der Weggang unseres bisherigen Kantors, Herrn Moses Schneier. der i nach 10-jaehriger Taetigkeit' mit seiner Gattin seine Alijah vollzogen hat, um einen hoffentlich langen Lebensabend mit Kindern und En-j kein in Israel zu verbringen. Ein vornehmer, bescheidener Beamter, ein treuer Jude sowohl im religioesen wie im nationalen Leben hat uns verlassen. Wir haben ihn im Kreise des Direktoriums, der Kultus-Kommission und der Beamten der Gemeinde mit einer bescheidenen Feier verabschiedet und nur bedauert, dass wir ihm mit Ruecksicht auf die derzeitigen raeumlichen Schwierigkeiten und die Ploetzlichkeit seiner Abreise nicht in groesserem Umfange die Sympathien aller derer, die ihn kannten und schaetzten, zum Ausdruck bringen konnten. Unsere herzlichen und aufrichtigen Wuensche begleiten ihn und seine Gattin auf ihrem weiteren hof- ' fentlich gluectelichen Lebenswege. Mit der Berufung seines Nachfolgers sind wir ernsthaft beschaeftigt und hoffen noch vor den Hohen Feiertagen eine wuerdige Persoenlichkeit bei uns zu haben, die den Anspruechen, die eine Gemeinde wie die unsrige an einen Kantor, Baal Kaure und Lehrer stellen darf, genuegen wird. Mit dem provisorischen Gottesdienst in diesem Stockwerk und Parallel-Gottesj diensten bei besonderen An-; laessen im kuenftigen Wirt- I schaftsraum glauben wir eine ertraegliche Loesung bis zur Einweihung der Synagoge im ersten Stockwerk gefunden zu haben. Die Lage unseres i neuen Hauses hat fuer die Zahl der Gottesdienstbesucher naturgemaess eine gewisse Umgestaltung zur Folge. Waehrend z. B. beim taeglichen Morgengottesdienst Herren zugegen sind, die in der hiesigen Gegend wohnen, ist das Abend-Minjan manchmal schwach, da ja hier keine bedeutende Geschaeftsgegend ist. Wir haben auch volles Verstaendnis dafuer, dass gesetzestreue Mitglieder, die frueher in unserem Betsaal in das Zentrum der Stadt kamen, am Schabbat den erheblich weiteren Weg hierher zu Fuss nicht gehen wollen oder koennen. Aus diesem Grunde war es von Anfang an und ist es auch noch heute unser Plan, fuer die Sabbath — und Feiertagsgottesdienste eine Zweigstelle im Zentrum einzurichten, die dadurch entstehenden- Unkosten zu uebernehmen und fuer diese Gottesdienste mit den notwendigen Funktionaeren und Kultusgeraeten zu sorgen. Die Durchführung dieses Planes hat jedoch zur Voraussetzung, dass ein sicheres Minj an gemeindetreuer Mitglieder im Zentrum neben einem stabilen Gottesdienst in diesem Hause gewaehrleistet ist. Wenn inzwischen im Zentrum wohnende Mitglieder unserer Gemeinde sich an einem Gottesdienst beteiligen, der vom ungarischen Club geschaffen worden ist. so haben wir auch dafuer volles Verstaendnis. Wir hoffen jedoch, dass mit einer solchen Teilnahme nicht eine bewusste Schaedigung unseres religioesen Lebens auf der Basis der Einheitsgemeinde verbunden ist, deren Charakter wir seit unserer Gruendung aufrecht erhalten haben und die wir mit aller Energie gegen alle bewussten oder nicht bewussten Stoerungen verteidigen werden. Wir glauben unseren Mitgliedern eine solche Er. klaerung schuldig zu sein im Interesse der Harmonie und des gegenseitigen Verstaendnisses, das in unserer Gemein-, de geherrscht hat und herrschen soll. ERZIEHUNG DER JUGEND Auch der Unterricht unserer Kinder mit den vielen raeumlichen Schwierigkeiten im vorigen Jahre hat jetzt in diesem Hause durch die Eroeffnung der beiden ge. raeumigen und sonnigen Schulzimmer einen erfreulichen Fortschritt genommen. Dass wir der Betreuung unserer Kinder durch juedischen Unterricht ernsthafte Aufmerksamkeit sehen k e n, versteht sich von selbst. Auf Grund der kuerzlich erfolgten Matrikel werden von 110 Kindern im schulpflichtigen Alter 64 Kinder an den Kursen unserer Schule, teilnehmen und ausserdem 10 Jungens fuer ihre Barmizwah vorbereitet werden. Die genannten 64 Kinder werden in 5 oder 6 Kursen unterrichtet werden, von denen 4 oder 5 in diesem Hause und ein Kur. sus im Barrio Providencia abgehalten werden wird. Es sind 109 Briefe an die Eltern der in Frage kommenden Kinder abgesandt worden, von denen leider 45 nicht geantwortet haben. Wenn wir auch beruecksichtigen, dass wahrscheinlich 15 Kinder dieser Familien in der juedischen Schule Unterricht haben, bleiben 30 Faelle ausserhalb und hiervon, was besonders bedauerlich ist, 25 Kinder in dem entscheidenden Alter von 8-9 Jahren. Wir sind uns der Schwierigkeiten fuer die Gruppierung unserer Schulk i n d e r durchaus bewusst, denn Krankheiten, schlechtes Wetter, juedische und staatliche Feiertage, vor allem aber Nachmittags-Unterricht mit verschiedenen Stundenplae. nen, die von den Kindern sorgfaeltig gepflegten Ferien, schliesslich Privatstunden in Musik, Sprachen usw. mit den dazugehoerigen Schularbeiten, alles das macht eine gute Organisation unseres Religions-Unterrichts in Gruppen ausserordentlich schwer. Das Schuljahr besteht aus 9 Monaten, d.h-, da nur ein Wochentags-Nachmittag bzw. der Sonntag Vormittag zur Verlegung stehen, aus 36 Jahresstunden, und das im Kollektiv-Unterricht! Wenn wir den ungeheuren Lehrstoff gegenueberstellen, duerfen leider unsere Ansprueche an den Erfolg des Unterrichts nur recht bescheiden sein, und auch sie sind nur erfüllbar, wenn die Eltern die Notwendigkeit von Schularbeit auch fuer die Religionsstunden erkennen und ihre Kinder dazu anhalten. Wir bitten die Eltern nicht zu vergessen, d,ass es zweifelhaft ist, ob ihre Kinder die Studien in Musik oder Englisch ihr Leben lang in Anspruch nehmen werden, dass sie aber die Judentumskunde immer brauchen werden. Denn die Kenntnis von Judentum ist das Wissen um ihre geistige und seelische Existenz als Juden und die Basis ihres unvergleichlichen Gluecks, Juden zu sein. j KASCHRUTH Die Oekonomie des Gemeindehauses in den Haenden von Herrn und Frau Leo Auerbach, die, wie es fuer die Gemeinde selbstverstaendlich, , ist, streng koscher durchgeifuehrt wird, duerfte in etwa I 4 Wochen in diesem Hause leroeffnet werden. Da Herr .Isidor Hollaender mit Ruecksicht auf sein vorgeruecktes ¡Alter die Aufsicht nied.erle- |gen musste, wird sie seit voriger Woche auf Beschluss '< der Kaschruth - Kommission ¡von Herrn Moses Nachmann (ausgefuehrt und von unseren Rabbinern ueberwacht. Wir I danken Herrn Hollaender | fuer seine durch mehrere .Jahre verantwortungsvoll und | pflichtgemaess durchgefuehrte Taetigkeit. KULTURARBEIT Unserer Kulturarbeit haben wir im Laufe des Geschaeftsjahres das ihr zukommende Interesse gewidmet. Im Monat April v.Js. sprach Herr Dr. Israel Drapkin ueber “Die moderne Medizin des Koerpers und der Seele”. (Fortsetzung auf Seite 7)

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