Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XII (1950)
- Issue
- 4 (Abril, 1950)
- Date
- 1950-04-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFORMATIVO 17 B0k PROTEST In der Maerznummer des Boletín Informativo, der gleichen Nummer, in welcher der Mitarbeiter “Teil” es fuer angebracht hielt, in einem bald zweispaltigen Artikel einer falsch angebrachten, jedoch verstaendlichen Ueberemp. findlichkeit jenen Lesern des B. I. entgegen zu treten, die der in einer Mercurionummer erschienenen Kurznovelle “Far wus, señor Crenovich?” irrtuemlicher Weise eine antisemitische Tendenz unterschie. ben wollten, erschien in der Rubrik “Monats- Spiegel” un. ter dem Titel “Er geht nicht nach Canossa” eine von Herrn “BEN” verantwortlich gezeich. nete Glosse, deren Ton in jeder Weise geeignet war, die Gefuehle eines jeden gesetzestreu eingestellten Lesers aufs aller Tiefste zu verletzen. In jener erwaehnten Glosse behandelt Herr “Ben” die Ministerkrise in Israel, die durch den Ruecktritt der dem reli. gioesen Block angehoerenden Minister hervorgerufen wur. de. Jene Minister traten, laut “Ben’s” Feder, aus Protest gegen Entsendung freidenkender, von Herrn “BEN” mit An. fuehrungsstrichen versehenen Lehrer (warum in Anfuehrungsstrichen?) in die Immr grantenlaeger zurueck. Die mit geschmackloser Ironie gegen die Minister des gesetzestreuen Blocks gespickte Glos se hat folgendes textgetreue Ende: “Ob nun aber gerade jenes beruehmte Ei, das von der Henne am Sabbat gelegt wird, zum Ausgangspunkt einer Kabinettskrise werden duerfte, ist mehr als fraglich”. Was die Entsendung frei, denkender Lehrer in die Immigrantenlaeger mit dem am Sabbath gelegten Ei zu tun haben soll, ist auf dem ersten Blick recht unverstaendlicb. Wenn dfer ironische Kom. mentarist hiermit etwa die Belanglosigkeit des glossierten Vorgangs andeuten wollte, so haette er sich hierbei keines ungegebeneren Beispiels be. dienen koennen. Denn gerade jenem scheinbar unbedeu. tenden, am Jontef gelegten Ei haben unsere Chachomim (Weisen) s. A. eine ganz besondere Bedeutung beigemessen, indem sie demselben eine ganze “Masechtah” (Traktat) gewidmet haben, die von unseren grossen Vorfahren beinahe zweitausend Jahre hin. durch in den Chadorim (Jugendschulen) und “Jeschiw. aus” (Talmudhochschulen) eifrig “gelernt” wurde; und selbst viele unserer Generation, denen das Glueck diesbezueglich scheinbar holder war, als Herrn “BEN”, haben sich in der Jugend bei fleis. sigem “Lernen” des erwaehn. ten Traktats ueberzeugen1 koennen, dass das stete und unermuedliche Studium einer scheinbar unbedeu tenden, doch geistesstaerkenden Materie, sowie die —last but not least— praktische Indietat. Setzung der im Studium gesammelten Erfahrungen das EINZIGE war. was unser geplagtes Volk waehrend seines beinahe zweitausend] aehrigen Golusganges nicht in die es umgebenden Voelber hat auf- ' «v*. Wii?e/re*t, fa/tete, te/ete.. ÁNERKENNUNG Unser Kollege “Mundo Judío” widmet uns in seiner Ausgabe vom 31. Maerz folgende freundliche Anerkennung: “Con motivo de las fiestas de Pesa], la “B’ne Jisroel” publica un número especial de su “Boletín Informativo”, que nos parece todo un éxito. Presentado en una forma exterior muy atractiva y artísticamente apropiada, el periódico tiene el mérito de un alto valor intelectual y espiritual, con artículos de interés general judío e informaciones sobre la vida de nuestra colectividad. Hay en todas sus páginas una clara, amplia visión del hebraísmo, en la diáspora, como en Israel, en el pasado como en el presente, en sus tradiciones, como en sus esperanzas, una visión objetiva y completa que apreciamos debidamente. Expresamos nuestras sinceras felicitaciones al señor Hans Kaufmann, director del “Boletín”, y al Departamento de Prensa de la “B’né Jisroel”, que supieron aumentar siempre más la importancia del periódico.” gehen lassen und es ihm so ermoeglichte, sein selbstaendiges Leben im eigenen Lan. de als VOLKSEINHEIT zu beginnen! Diese Volkseinheit wuerde sich nun zweifellos bedroht fuehlen, wenn man der Jugend, die dazu be. stimmt ist, unser Land aufzubauen, durch Entsendung freidenkender Lehrer das zu entreissen suchte, was uns trotz aller Leiden das zweitausend]’aehrige Galuth hat ueberleben lassen, und was die Grundlage des neuen juedischen Staates sein muesste — unser altbewaehrter Gottes, glaube! Vorstehende Zeilen wurden nicht geschrieben im etwaigen Glauben, Herrn “BEN” oder jene Leser des B. I. die seine Ansicht teilen sollten, zu ue., berzeugen, sondern in der si-: cheren Hoffnung, dass diese , dazu beitragen werde, die leitenden Herren der B’ne' Jisroel zu veranlassen, sich ihrer Verantwortung bewusst! zu werden, und es kuenftig.1 hin zu verhindern, dass in ihrem Organ irgend etwas das Licht der Oeffentlichkeit erblickt, was die religioesen Gefuehle auch nur eines Einzigen ihrer Mitglieder verletz, en koennte. Wenn wir auf der einen Seite unseren Glaubensgenossen das Recht uebertriebener Empfindlichkeit zubilligen. die in einer faelsch. liehen Interpretierung eines harmlosen, uns 'eher begünstigenden als anfeindenden Artikel ihren Ausdruck faen. de, umsomehr duerfte uns auf der anderen Seite das Recht nicht versagt bleiben, uns, wenn wir uns aus der Reihe eigener Glaubens- und Bun. desgenossen in unseren heiligsten Gefuehlen angegriffen fuehlen, zu verteidigen —und zu protestieren. Marcos Posen EINE FILMKRITIK Wie hat ihnen “Lohengrin” gefallen? Nu, man lacht! — Glueckliche Zeiten, als maii diesen Witz erzaehlte. Kostspielige Opern sind jetzt aus der Mode; man lacht ueber Filme.- Und zwar nicht ueber die komischen, sondern ueber die ernsten. Ueber die geistr e ic h e n Holly woodblueten mit tragischem Ausgang. Ue. ber die (missglueckten) “Lo. hengrins” der Leinwand. Dass eine derartige Reaktion bei dem noch kritikfaehigen Publikum eiptritt, ist natuerlich der Realistik der europäischen Filmkunst zu verdanken, die dem Publikum den Kopf verdreht. Oder faellt etwa der amerikanische Film? Jedenfalls ist in die Haen. de dieses Letzteren ein ungeheures Thema gefallen. Der Freiheitskamp'f der Juden in ihrem Land. Was daraus ge. macht wurde? Jetzt noch zu laecheln waere Blasphemie. Es wird ein Film gedreht. Am laufenden Band mit anderen. Benannt “Schwert in der Wueste”. Augenblick mal: die J uden haben doch kein Schwert in die Wueste getragen? Sondern Brunnen gebohrt! Haeuser gebaut, Felder bestellt und Waelder gepflanzt! Die Wuesten in Gaerten verwandelt! Und erst dann haben sie zur Waffe-ge. | griffen, als sie dieses Werk | verteidigen mussten! Doch I von Arbeit und ruhigem Aufj bau sieht man in diesem Film : nichts (man vergleiche dage. I gen unsern Negba-Film!). Da. : fuer Schiessereien und Ueber. faelle. Am Weihnachtsabend. “Schwert in der Wueste” — nur schnell gezueckt und dann ‘ran an den naechsten Film. Der soll das Leben Ge neralfeldmarschalls von Rommel behandeln. Titel: Der Fuchs der Wueste. Dieser “wueste” Stil wird beibehalten: zerlumpte Emi. grauten auf einem Schiffs, wrack zusammengedraengt, fahren dann mit motorisierten Booten an Land, wie sie seinerzeit den gut ausgerüsteten alliierten Invasions, truppen zur Verfuegung standen; die Englaender kommen trotz des Laerms eine halbe stunde zu soaet. suchen den St’-o-nd ab der Offizier weit entfernt von seiner Truooe um den erwarteten Kinnhaken zu bekommen: ein An. griff. bei dem Dutzende von Manschpulehen aufs Spiel Besetzt werden, wird ausgefuehrt. um einen Haganafuehrer zu befreien. Und so geht es weiter. Nur die Span, nung hnchhalten! DQr Füm berichte doch von unserer Sache positiv, wird eingewandt. Stimmt. Aber auf die billigste Art. Wie jeder Film und jedes und alles mundgerecht machen kann: den Gangster und den Detektiven. den Revolutionaer und den Aristokraten. Der Eine erscheint weiss, der andere schwarz, dann gibt es eine Knallerei und wir freuen uns, dass der Edle siegt. Man muss mit Fremden gesprochen haben. um feststeilen zu koen. nen. dass der Film von der moralischen Seite der Aus. A. T. I. Asociación Israelita de Técnicos,, Industriales y Agricultores EINLADUNG zur GENERALVERSAMMLUNG Zu der am Sonntag den 14. Mai 1950 vormittags 9,30 in den Raeumen Portugal 807 stattfindenden Generalversammlung. lade ich hiermit statutengemaess die Mitglieder ein. TAGESORDNUNG 1) Bericht des Vorstandes. 2) Kassenbericht. 3) Statutenaenderung. 4) Neuwahlen. Antraege bitte ich moeglichst bis zum 1. Mai bei der GeschaeRsstelle schriftlich einzureichen. Wenn die Versammlung um 9,30. Uhr nicht 113 der Mitglieder aufweist, wird sie um 10 Uhr als beschlussfaehig eroeffnet. Santiago, 1. April 1950. MARTIN MICHÉL Vorsitzender UNANGENEHME BEIFALL UND NACHBARSCHAFT" ANREGUNG Seitdem man, in der argentinischen Nachbarrepublik dem Jungen Herrn Mussolini Asyl gewaehrt hat, ist man von Mal zu Mal grosszuegiger geworden ln der Aufnahme bekannter ‘ehemaliger” Nazis. Die juengste Errungenschaft Ist die intime Freundin des Luegenmeisters Soebbels, die Filmschauspielerin (der Doktor hatte eine Schwaeche fuer diese Gilde) Lida Baarova. Die Backpfeife, die ihr ehemaliger Gatte Gustav Froehlich um ihretwillen dem verlogenen Klumpfuss verabreichte, wird wahrscheinlich den meisten unserer Leser noch in bester Erinnerung sein. Die Baarova ist dermassen kompromittiert, dass es ihr weder in Oesterreich noch im renazifizierten Deutschland moeglich war, einen Regisseur oder Filmschauspieler zu finden, der mit Ihr Zusammenarbeiten wollte. Anton Walbrook (frueher Adolph Wohlbrueck), der ln Wien an einem neuen Film mitarbelten wollte, flog schnurstracks nach London zurueck, als man ihm die Goebbels-Buhlin als Partnerin vorschlug. Zum Glueck Ist sie nicht mehr so Jung, um die spanische Snrache bald so zu beherrschen, dass sie in argentinischen Films auftreten koennte. Fuer ein paar Jahre sind wir gesichert. einandersetzung nichts aufgezeigt, hat. Fuer die Dauer des Wildwestfilms ist das Publikum zwar auf unserer Sei. te. Doch die Leute gehen ja auch nachher einmal aus dem Kinn hinaus. “Sehnen aber doch, dass Hnllvwood dieses Thema dreht und SO dreht”. Richtig! Schoen dass wir noch nicht, beim Wuestenfuchs halten (siehe oben!). Ausserdem: wa« schadet uns eine kleine Beschneidung der Wahrheit,: Jeanne d’Arc ist bei ihrer Hollywood.Taufe noch schlechter weggekommen. Zugegeben, cs gibt in dem Film einige gute Stellen. Aber das Thema ist noch besser! Es gehn°rf iri dip Haende einer wirklich gros. sen Filmkunst! Ben “... moechte ich Ihnen aber doch bestaetigen, dass ich seit meinem zweij aehrigen Hiersein mit allergroesstem Interesse Ihr “Mitteilungsblatt’ durchstudiere... und ist fuer mich das “Boletín Informativo” der kleine suedamerikanische “Aufbau”... Seinem monatlichen Erscheinen sehe ich immer mit groesster Spannung entgegen. Meine Anregung waere, Kurzgeschichten zu bringen..., es ist ja nicht so schwer, irgendein interessantes Emigrantenerlebnis zu bringen, das durchaus nicht nur tragisch ausklingen muss- Wir haben ja Alle die Welt gesehen und da gibt es auch Lustiges zu erzaehlen.. Kurt Bernstein MAN ERZAEHLT... Ben Gurion sieht man meistens ohne Hut und mit offenem Hemd. Seine Freunde sprachen darum ihr Erstaunen aus, als sie ihn einmal mit hohem Hut und Cut trafen. Er antwortete: “Es tut mir leid, liebe Freunde, aber ich komme soeben von einem Empfang und hatte noch keine Zeit, meine Arbeitskleidung abzulegen”. 14. Mai