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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1950-03-01 · 3 (Marzo, 1950) · p. Seite 15

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XII (1950)
Issue
3 (Marzo, 1950)
Date
1950-03-01
Page
Seite 15 (sequence 11)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 15 Der Mann, der den Schlamm entdeckte Schlamm? Muss man ihn erst suchen und entdecken? wird der Leser fragen. Man braucht doch nur in den Regentagen ins Emek Jisrael (Tal Jisrael) zu kommen und wir werden dort so viel Schlamm sehen, dass uns die Lust danach vergeht. Aber dieser Schlamm ist fruchtbare Erde, auf der Getreide und Gemuese wachsen. Gewiss, er verursacht den Emek-Bewohnern viel Aergcr. Aber er hat auch etwas Gutes, denn er macht den Boden ertragreich. Diesmal meinen wir jedoch anderen Schlamm, Heilschlamm, den man auch Piluma nennt. Man findet ihn nur an drei Stellen in der Welt : In Pystian in der Tschechoslowakei, in Alman bei Odessa und in Bataglia bei Padua, wo er Frango heisst. Nun siehe da: diesen Piluma gibt es auch bei uns in Israel. Er dient den Menschen zur Heilung in den Baedern von Tiberias. Wer entdeckte ihn hier? Ein Landwirt aus dem Emek Chefer. Er kam als Junge ins Land. Aus Folen. Dort ging er erst in die Jeschivah, dann ins Gymnasium, schloss sich sodann der chaluzischen Jugend an und wanderte nach Erez Israel. Hier arbeitete er als landwirtschaftlicher Arbeiter im Schomron, spaeter als Bauarbeiter und wandte sich dann ins Emek Chefer, um hier die Wueste urbar zu machen, Suempfe auszutrocknen, eine Siedlung mitzugruenden und sich dort eine kleine Farm einzurich. t.en. Er war mein guter Freund, und wir waren damals sehr oft beisammen. Spaeter vergingen Jahre und wir sahen uns nicht mehr. Ich hoerte nur Geruechte, dass mein Freund den Piluma entdeckt habe und in Tiberias sitze und ihn erforsche. Da beschloss ich, ihn zu besuchen. Ich betrete das Zimmer — ein modernes Laboratorium der Tiberiasbaeder — und sehe verschiedene Messinstrumente, Buecher,- Tabellen, Retorten, kurz, den Arbeitsraum eines Forschers. Am Tische sitzt mein Freund. Wir begruessen uns, tauschen gemeinsame Erinnerungen aus, und schliesslich frage ich: “Lieber Teeblum, wie kamst du ploetz. lich auf die Idee, in der Erde nachzugraben und nach Heilschlamm zu suchen?” '“Der Mensch soll die Erde kennen, auf der er wohnt”, begann mein Freund. “Ich wusste, . dass unser Land arm an Bodenschaetzen ist. Vom ersten Tag meiner Ansiedlung im Emek Chefer an sagte ich mir, dass es die Pflicht eines jeden Juden ist, der auf dem Boden der Heimat sitzt, zu forschen und zu suchen, ob man nicht doch etwas Nuetzliches in ihm finden kann. Ich tat es. Ich bearbeitete meinen Boden, saete Ge. muese, pflanzte einen Pardess (Citrus-Hain), und meine Freizeit verbrachte ich dann mit Forschen und Suchen. Eines Tages stiess ich bei meiner Feldarbeit auf antike Scherben. Ich verstand nicht viel davon. dachte mir nur, dass sie. vielleicht aus der Roemerzeit seien und sandte sie Prof. Sukenik von der Hebraeischen Universitaet ein. Diese bestaetigte meine Vermutung. Ich suchte weiter und entdeckte weitere Scherben, diesmal aus einer frueheren Epoche. Da kam mir der Gedanke, dass man dort wohl auch den Rohstoff fuer die Herstellung der Tonscherben finden koenne. Tatsaechlich dauerte es nicht lange, und ich fand auch einen antiken Kalkofen zum Brennen von Ziegeln und Tonerde. Ich beschloss daher, eine Ziegelfabrik zu errichten, wenn ich hier auch den Rohstoff finden sollte. Damals begann ich zu lesen und zu lernen. Ich wusste, dass ich vor neuen, mir unbekannten Fragen stand, und ich beschloss, sie gruend. lieh kennenzulernen. Die Literatur verschaffte ich mir, und waehrend ich bei meiner schweren Feldarbeit i »SSfeRS., S>: -’"i mm ifs-, * GEBIRGE BEI TIBERIAS nahm — aber ich war keineswegs verwundet. Da durchzuckte mich der Gedanke, dass ich den Heilschlamm Piluma entdeckt hatte. Das erste Muster des von mir entdeckten Schlammes aus dem Alexandertal brachte ich meinem Arzt. Ich sprach mit ihm von meiner Vermutung. Er lachte mich aus. Es stehe absolut fest, dass es Piluma nur an drei Stellen in der Welt gebe, und er sei ueberzeugt, dass es in unserem Dorf nicht gefunden werde. Ich hatte also nur die eine Moeglichkeit, mein eigener Arzt zu sein, um die Erde selbst auszuprobieren. Mein erstes Opfer war ein Mitglied der Siedlung, das schon fast ein Jahr lang in Gips lag, zu vielen Aerzten gepilgert war und auch Baeder in Tiberias genommen hatte. Er hatte bisher keine Heilung gefunden. Dieser Mann erklaerte sich bereit, die Versuchskur bei mir zu machen. Es war ein aufsehenerregender Erfolg. Als sich das gelungene Experiment herumgesprochen hatte, begannen Kranke aus allen Teilen des Landes zu mir zu stroemen. Jeder von ihnen erhielt das Heilmittel und die Anweisungen — unentgeltlich. Ich hatte nur eine Bitte: sie sollten mir das Ergebnis mitteilen. Aber ich erhielt keinen einzigen Brief. Sie fuerchteten wohl, dass ich dann ein Honorar verlangen wuerde — denn einen der Kranken hatte ich einmal am Tage den Boden weiter durchforschte, studierte ich nachts die Buecher. Geld stand mir fuer meine Forschungen nicht zur Verfuegung Mehrmals fuhr ich nach Tel-Aviv und Jerusalem, um Kapitalisten oder Institutionen fuer die Sache zu inr teressieren. Meist reiste ich mit dem Milchlastwagen, da mir das Reisegeld fehlte. Oefter als einmal uebernachtete ich auf einer Bank auf dem Rothschild-Boulevard in Tel-Aviv. Ich erreichte bei all dem — nichts. Im Jahre 1938 erhielt ich die erste richtige Hilfe: Dr. Greifenberg besorgte mir 70 Pfund yon 'ler “Abteilung fuer technische'Anleitung” der ■Jewish Agency”. Bald darauf kam auch ein Fachmann ins Dorf. Meine Arbeit wurde dadurch intensiviert. Jede freie Minute widmete ich der Forschertaetigkeit. Ich arbeitete mit dem Bohrer im Felde und brachte Hunderte, ja Tausende von verschiedenen Erdmustern zum Vorschein. Des Nachts sass ich dann in meinem kleinen Laboratorium und untersuchte die Quälitaet dieser Erde. Der Fachmann half mir dabei. In jener Zeit vertiefte ich mich auch in die wissenschaftliche Literatur, und da erfuhr ich, nebenbei, dass es eine Erde gibt —Piluma genannt—, die Heilkraft hat und hauptsaechlich in Talsenken und in der Naehe erloschener Vulkane vorkommt. Damals achtete ich jedoch nicht auf Piluma, denn ich war ja auf andere Entdeckungen aus. Eines Nachts aber geschah etwas Eigenartiges. Muede sass ich vor einem erhitzten Topf mit Erdschlamm, ruehrte und ruehrte darin, bis ich — einschlummerte. Meine Hand sank tiefer und tiefer und landete im Topfe. Von der brennenden Hitze geweckt, fuhr ich auf. Ich dachte mir, dass ich mir schwere Brandwunden zugezogen haette. Als ich jedoch meine Hand aus dem Topf nahm, sah ich, dass sie wohl mit einer Schlammschicht ueberzo-j gen war, die ich wie Paraffin aboöooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo Von JOEL LAVIE gebeten, er moege mir, nach gelungenem Verlauf der Kur, ein Thermometer schenken, da ich mir von meinem Gelde diesen teuren Gegenstand nicht kaufen konnte. Als ich ihn spaeter einmal wiedersah, ge- . stand er mir, dass er nach der Kur gesund geworden sei, ein Thermometer habe er jedoch in Tel-Aviv nicht auftreiben koennen... In jenen Tagen wandte ich mich an die Krankenkasse “Kupat Cholim”. Ich war ueberzeugt, dass ich ein wunderbares Heilmittel in Haenden hatte, und schlug der Direktion der Krankenkasse vor, die Entwicklung und Auswertung der Sache zu uebernehmen. Leider erhielt ich keine Antwort. Entmutigt wandte ich mich wieder dem Projekt einer Ziegelsteinfabrik zu. Im Jahre 1944 bat ich die “Suedafrika-Gesellschaft” um ein groesseres Darlehen. Der Direktor dieser Gesellschaft horte mich an und ging mit mir zu Herrn Taiber, der mir sagte: “Sie schlagen mir Ziegelsteine vor, ich habe jedoch etwas von Piluma gehoert und bin bereit, es im Bad Tiberias einzufuehren”. Ich war gekommen, um eine Fabrik fuer Ziegelsteine zu errichten, und ging mit der Vereinbarung, den Piluma fuer die Baeder von Tiberias zu verwerten. Die Gesellschaft erhielt vom “Keren Kajemeth Lejisrael” die Konzession fuer die Boeden des Alexandertales, und ich uebersiedelte mit dem wertvollen Schlamm nach Tiberias. Hier stellte, man mir ein modernes Laboratorium zur Verfuegung. Ich konnte nach Jerusalem fahren, um mich an der Universitaet zu vervollkommenen, und bin nun ganz, frei fuer die Forschungsarbeit und die Auswertung des Piluma, das ich im Emek Chefer entdeckte. Der Schlamm wird vom Alexandertal zunaechst nach Tiberias gebracht. _Hier liegt er ein halbes bis ein ganzes Jahr in den Quellen, um zu seinen natuerlichen Heilelementen auch die Salze und Kraefte des Tiberiaswassers aufzusaugen. In . einer besonderen Abteilung wird der Heilschlamm dann den Kranken von Schwestern nach aerztlicher Vorschrift verabreicht. Diese Packungen haben besonders guenstige Wirkungen bei verschiedenen Frauenkrankheiten, bei Gelenkentzuendungen, Neuralgie, Hexenschuss und Ischias. Die Erfolge sind ausgezeichnet. Der Schlamm wird auch in Packungen an Krankenhaeuser, Krankenkassen usw. verschickt. Es ist ein schoener Erfolg- Die Zahl der durch Piluma Geheilten waechst staendig. Untersuchungen der Universitaet ergaben, dass dieser Heilschlamm in seiner Qualitaet von keinem anderen in der Welt uebertroffen wird. Es ist daher zu hoffen, dass Kranke aus aller Welt nach Tiberias kommen werden, um bei uns Heilung von ihrem Leiden zu finden”. Ich verabschiedete mich von meinem Freund Teeblum. Er drueckte mir die Hand und sagte: “Wir muessen weiter forschen. Viele wertvolle Schaetze sind noch im Boden unseres Landes verborgen. Wenn wir sie nur richtig suchen, werden wir sie auch finden”. (“Das Neue Israel”, Zuerich) npooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo ACCION UNIFICADA 1949 Wer noch nicht gezeichnet hat. erfuelle noch heute seine juedische Pflicht! Wer nicht beilragen kann, erspare sich und uns weitere Mahnungen!

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