Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XII (1950)
- Issue
- 3 (Marzo, 1950)
- Date
- 1950-03-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFORMATIVO 9 L WARSCHAUER GHETTOAUFSTAND — VOR 7 JAHREN Gemeingefaehrliche Propaganda ist eifrig bemueht, von dem langen Suendenregister der Nazis langsam, aber sicher, alles abzustreichen. Man beginnt ganz geschickt bei den Greueltaten an den Juden, die bagatellisiert oder glatt abgestritten werden (“juedische Uebertre i b u n g, Propagandaluegen, e t c. ”) Dank der herrschenden Konjunktur fuer etwas frisierten Faschismus, haben diese Bemuehungen einen gewissen Erfolg. Die Welt wird gleichgültig und vergisst. Wir aber wollen und duer. fen die Lehre der Kriegsjahre nicht vergessen. “Gedenke was Amalek dir antat!”. Dar an mahnen uns nicht nur unsere Maertyrer, sondern insbesondere auch die Helden, die aus ihrer Mitte hervorgingen. Sieben Jahre. sind vergangen, seit die verachteten Ghettojuden in Warschau den ungleichen Kampf mit den braunen Bestien aufnah. men. Der heldenhafte Aufstand kostete die Nazis viele Menschenleben und Materialopfer. Bedeutend, andererseits war der moralische Gewinn fuer die Rebellen, die vor aller Welt bewiesen, dass auch Juden in einen sogar aussichtslosen Kampf eintreten, um ihre nationale Ehre zu verteidigen. Der Kampf war erfolglos — aber nicht sinnlos. Es war eine Bar-Kochba Erhe: bung, die dem Volk die aufrechte Haltung, wenn auch nicht die Freiheit, wieder schenkte. Es ist unser histori sches Glueck, dass diesmal der siegreiche Makkabaeerkampf in Israel nachfolgte, wa ehrend sich damals die Ereignisse verhaengnisvoller. weise in umgekehrter Reihenfolge abspielten. Die Geschichte hat damit ein jahrtausendaltes Unrecht wiedergutgemacht. BROTNEID Wie sagte doch Kohelet? •“Geschlechter kommen, Geschlechter gehen.nur die Erde allein besteht”. So steht auch die ewige Stadt inmitten aller Wirren und Wandlungen. Die wechselnden Herrscher, weltliche und geistliche Maechte konnten ihr nicht mehr als einen nur voruebergehenden Stempel aufdruecken. Es gelang ihnen nicht, wirklich von ihr Besitz zu ergreifen. Die Stadt, “die zur Witwe ward”, harrte der. Rueckkehr ihrer Soehne. Dass dies mehr als sentimentale Poesie sein kann, lernen jetzt die Politiker der UN, die vergeblich versuchen, fuer den “Status Jerusalems” eine wirklichkeitsfremde Loesung zu finden. Bei den verschiedentlich auftauchenden Plaenen ist nur eins zu bemerken, dass sie sich mehr und mehr den von Anfang an gestellten juedischen Forderungen naehern. Gewiss hat die mutige Erklae. rung Jerusalems zur Hauptstadt Israels viel dazu beigetragen. Auch dem Argument des israelischen Vertreters Eban, dass die UN durch ihre Inaktivitaet nach dem 14. Ma: jedes moralische Recht verloren habe, koennen sich wohl viele gerecht empfindende CJN-Delegierte nicht verschliessen. Und so ist man schon beinahe bereit, die Internationalisierung Jerusalems auf die Heiligen Staetter zu beschraenken. Doch es tre ten neue Fuersprecher fuer den urspruenglichen Plan auf. Es sind dies.ein Treppenwitz der Weltgeschichte-dieje. nigen, die gestern noch fuer ein rein arabisches Palaestina in den Kampf zogen. “Jerusalem soll weder den Arabern noch den Juden gehoeren”, erklaert der Vertreter des Irak. Ob ihn dabei wohl mehr der Hass gegen die siegreichen Juden oder der Neid gegen den gluecklicheren trans. jordanischen Vetter geleite' hat? ER GEHT NICHT NACH CANOSSA... Die Ministerkrise in Israel ist in eine ernstere Phase getreten. Die Kabinettsmitglie der, die dem religioesen Block angehoeren, haben sich von den Ministerienarbeit und —Sitzungen zurueckgezogen, um so gegen die Entsendung “freidenkender” Lehrer in die Immigrantenlaeger zu protestieren. David Ben Gurion, der sogar vor Drohungen von wirklichen Goliats sich nicht einschuechtern liess, hat auch diesen Stoerungsmannoevern von innen gegenueber seine Nerven nicht verloren. Den “streikenden” Ministern ging ein Ultimatum zu; gleichzeitig wurden Verhandlungen mit anderen Gruppen begonnen, zwecks evtl. Regierungsbildung auf anderer Basis. Der Ausgang ist noch ungewiss. Es ist nur natuerlich, dass inmitten einer so bewegten Umwelt ein neu geschaffener Staat seine internen Krisen durchmacht, die sich in Regierungsum— und Neubildungen manifestieren. Ob nun aber gerade jenes beruehmte Ei, das von der Henne am Sabbat gelegt wird, zum Ausgangspunkt einer Kabinettskrise werden duerfte, ist mehr als fraglich. ENTHUELLTE HAREMSGEHEIMNISSE l Aegypten drobjt der Schweiz mit Abbruch der diplomatischen Beziehungen.' Anlass? Eine Invasion! Die Schweizer Presse wird des feindlichen Eindringens in Koenig Farouks Privatleben beschuldigt. Vielleicht haetten sich die Zeitungen wirklich nicht so eingehend mit den Intimitaeten des Pharaonen zu beschaeftigen brauchen —wenn gleich man es auch anderer, seits bedauerlich finden muss, wenn diese so sehr das Licht der Oeffentlichkeit scheuen muessen. Aber Abbruch der Beziehungen angesichts der Privatallueren eines Herrschers scheint ein doch sehr uebertriebenes Mittel. Aegypten ist doch schliesslich Demokratie, kein rueckstaendiger Feudalstaat mehr. Man befindet sich doch auch dort nicht mehr im Mittelalter! ... Oder? RETTER-MIT NEGATIVEN VORZEICHEN 1 Es gibt Deutsche (seien wir gerecht: sie sind noch Minderheit) die ihr Heil von einem neuen “Heil”-Fuehrer erhoffen. Und da. Nachfrage immer Angebot hervorruft, gibt es jetzt schon, einige Praetendenten auf den ach, so leergewordenen Fuehrer. sitz, unter denen also eine Auswahl zu treffen waere. Dabei unterscheiden sie sich -mangels jeder Originalitaetueberhaupt nicht voneinander. Ob sie Remer, Hedler, Richter oder Doris heissen.sie bringen alle miteinander nicht mehr zustande, als alte Naziluegen etwas aufzupolieren und neu aufzutischen. Da ist etwa eine neue Form der “Dolchstossiegende” (Deutsch land waere nur durch Sabotage von innen auf die Kniee gezwungen worden) und endlose Wiederholungen von antisemitischen Verleumdungen; zynisch wird da erklaert, “man koenne geteilter Meinung sein, ob das Vergasen der Juden der richtige Weg zu ihrer Liquidierung gewesen sei”, oder frech die Absicht enthuellt, “die Ehre des deutschen Soldaten wieder herzustellen”. Ob Deutschland sich noch einmal von diesen Rattenfa.engern mitreissen lassen wird? Den Erfolgen des ersten Fuehrers, dem Kreuzzuegler gegen die Slaven und Einiger des Reiches, ist es zuzuschreiben, dass die Germanen wie noch nie in ihrer Geschichte bis zur Oder zurueckgedraengt wurden und an Stelle einer verachtenswerten “Rumpfrepublik” ein gevierteiltes und besetztes Zonengebiet getreten ist. Einen zweiten Retter in diesem Stil wuerde Deutschland ueberhaupt nicht ueberleben. STAATSBÜRGER— AUF ABRUF Costa Rica moechte zur unrühmlichen Ausnahme in der Reihe der gastfreundlichen und liberalen amerikanischen Republiken werden. Oder genauer gesagt, es gibt dort gewisse Zeitungen, die das Land dahin treiben moechten. Es hat naemlich eine Pressekampagne eingesetzt, die sich durch grobe antijuedische Hetze auszeichnet und schon den Erfolg buchen konnte, dass man tatsaechlich angesehenen juedischen Buergern androht, ihre Einbuergerung rueckgaengig zu machen und sie zwangsweise zu repatriieren. Auch ohne genaue Kenntnis einer entsprechenden Statistik kann man mit Sicherheit behaupten, dass die Juden dort, Alteingesessene wie Neueinwanderer, mehr als ihren Teil zur Entwicklung von Industrie und Handel beigetragen haben. Aber vielleicht reizt gerade das unsaubere Elemente, die darauf hoffen, die forcierten Auswanderer beerben zu koennen. Der Mohr soll also gehen, nachdem er seine Schuldigkeit getan hat. Ein grosser Freiheitskaemp. fer praegte einmal von sich das bittere Wort, er sei nur ein Toter auf Urlaub. Wir Juden sind nur, auch wenn wir uns schon fest verwurzelt waehnen, im besten Falle Displaced Persons auf Urlaub. BEN DIE UMSTRITTENE HAUPTSTADT ISRAELS (Weiss: juedisches Gebiet. Schraffiert: In Haenden * Abdullas) WIO'4 .vi S OUOr«' Mi iMM/*'' Mi tO »• >*‘‘•*0 ■NIVH *0X3^ wôvt a v* •* V> O »“Ol t ¿rvavnof NOriViVN^ livnrxodddr so.* nav NOUV1S AVmUV* S31IN T&vnÓSOOt =noissiw*oo NOUVPIDNOD N O iO SIVSOdOBd Haan» ounvNoiivNsaiNt 39 01 nav IdflFtHS IVA TIVM 0NHIVM AjtD I 3j vnttoàadv sinW is.vnds1 i Ä031V3O1-1SV S3-?Vld A'OM H5WM NI HlHlIHll* ONV ft3ivsnsir io AilD OTO VI 3SHOTfid3S À10H Ai 3 3hiÇO^ i3hO V3BV ai3H-HS!M9r «NOl v3BV ai3H-8vav »NläVSH '7mH3a 3NVHVIN L V1099 v/^?HCb *1 Ol Hvvavf w, * ' V VZöV waivsnuar t