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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1950-03-01 · 3 (Marzo, 1950) · p. Seite 7

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XII (1950)
Issue
3 (Marzo, 1950)
Date
1950-03-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 7 NEUE TITEL In ihrem Bestreben, nicht nur den Inhalt des “B. I.” nach bestem Wissen und Gewissen auf ein moeglichst hohes Niveau zu bringen, sondern auch ein angemessenes und a n - sprechendes Aeussere aufzuweisen, hat die Presse- Kommission der Zeitung das neue Gesicht gegeben, das den Leser von heute ab ansieht. Die Autoren des neuen Kopfes und der Titel sind die Herren Lesser und Britzmann, die ihr Reklame-Atelier in Santiago, Agustinas 1350, interior, Oficina 600 haben. Die Presse-Kommission glaubt, dass die Zeichnungen zur vollen Zufriedenheit ausgefallen sind und es bleibt ihr nur zu hoffen uebrig, dass die Leser des Blattes diese Meinung teilen. -4 STIFTUNG ZUM GEDENKEN AN BERNARDO PINCUS Am 25. Januar wurde von den Freunden unseres verstorbenen Mitarbeiters Bernardo Pincus anlaesslich seines ersten Jahrzeitstages die Einrichtung des Empfangssalons im neuen Gemeindehaus in einer kurzen wuerdigen Feier dem Direktorium der Gemeinde uebergeben. In herzlichen Worten ueberreichte Herr Bruno Lichtenstein diese Schenkung und wies auf die Persoenlichkeit des Verstorbenen hin, dessen warmes Herz ebenso juedischer Wohltaetigkeit wie den Aufgaben der Gemeinde offen stand. Im Anschluss hieran wurde ein Bild des Dahingegangenen uebergeben, das seinen Platz in diesem Salon finden und die Persoenlichkeit von Bernardo Pincus stets wachhalten soll. Namens der Gemeinde uebernahm Herr Dr. Hirschberg die sinnvolle Schenkung. In kurzen Worten wies er auf die produktive und treue Mitarbeit des Herrn Pincus an der Entwicklung des neuen Gemeindehauses hin und gab der Hoffnung Ausdruck, dass durch diese Ehrung auch kommende Generationen sich des durch so tragische Umstaende Verstorbenen erinnern und in ihm ein Beispiel juedischen Pflichtgefuehls und aktiver Arbeitsleistung fuer die juedische Volksgemeinschaft sehen wird. Die Witwe des Dahingeschiedenen sowie ein grosser Teil seiner Freunde und Mitglieder des Direktoriums und Repraesentanten-Kollegiums unserer Gemeinde nahmen an dieser schlichten Feier teil. REGLAMENTO FUI Kultus— und Tahara-Kom. mission unserer Gemeinde haben in gemeinsamer Beratung ein Reglamento beschlossen, das eine wuerdige Durchiuehrung der Beerdigungen gewaehrleisten soll. Wir geben die wesentlichsten Bestimmungen dieses Reglamento im folgenden wieder: . Vor Beginn der Trauerfeier kann auf Wunsch der Leittragenden im Tahara-Raum Me. chiloh —Gebet um Vergebung des Unrechts, das einem Verstorbenen zugefuegt wor. den sein koennte—, gebetet und Kerioh gerissen werden. Beim Kel mole rachamirn sollen alle bei der Trauerfeier Anwesenden, auch die Hinterbliebenen selbst (insbesondere die Maenner), stehen. Der amtierende Gabbe soll die Hinterbliebenen vorher auf diese Ehrenpflicht aufmerksam machen. Den maennlichen Teilnehmern an der Trauerfeier liegt es ob. sich am Tragen des Sarges zur letzten Ruhestaette zu beteiligen. Dies gilt in erster Linie fuer Soehne und andere maennliche Verwandte der Verstorbenen. Am Grab sollen zuerst der Rabbiner, dann der Chasan, d i e Hinterbliebenen und schliesslich das ganze Trauergefolge drei Schaufeln Erde in das Grab werfen. Es ist Pflicht des Gefolges, den Verstorbenen dadurch zu ehren, dass keiner die Grabstaette verlaesst, bevor der Grabhuegel gebildet ist. Bei besonderen Anlaessen, z.B. am Erew Schabbath oder Erew Jomtow, kann Kaddisch am Grab gesagt werden. Im allgemeinen findet der Abschluss der Trauerfeier mit dem Psalm “Michtom ledovid” und Kaddisch in der Halle statt. Besuche anderer Graeber sind nach dem Religionsgesetz erst nach Beendigung einer Beerdigung zulaessig. Waehrend der Trauerfeiei in der Halle bleibt der Haupteingang zur Halle geschlossen. Personen, die zu spaet kommen, sollen den Seiteneingang benutzen. Vor der Halle wird. •R BEERDIGUNGEN ein waechter auf diese Bestimmung aufmerksam machen. Erlaeuternd sei zu diesem Reglamento folgendes bemerkt: - Das Kel mole rachamirn steht seinem Charakter nach auf einer Stufe mit dem Maskir Neschomaus. Wie es fuer alle Gottesdienstteilnehmer eine Selbstverstaendlichkeit ist, sich waehrend der Seelen. f e i e r von ihren P1 a e tzen zu erheben, so ist es auch erforderlich, dass alle Teilnehmer an einer Trauerfeier dem vom Vorbeter rezitierten Kel molía rachamirn stehend zuhoeren. Die heilige religioese Pflicht, dem Toten das Trauergeleit zu geben, umschliesst auch die taetige Mitwirkung am Tragen des Sarges zur letzten Ruhestaette. Insbes o n d e r e werden sich Soehne und andere maennliche Verwandte des Verstorbenen von der Er- DER ISRAELISCHE BOTSCHAFTER W i r sind unterrichtet worden, dass der israelische Botschafter in Chile, Dr. Jacob Tzur, in den naechsten Tagen ankommen wird. Auf Initiative der Federación Sionista und des Comité Representativo hin hat sich ein Empfangs-Komitee gebildet, das durch die Tagespresse der “Colectividad” die noetigen Mitteilungen zuk o m m e n laesst. D. SAMUEL GOREN BOTSCHAFTSRAT Das Aussenministerium von Israel hat Herrn Samuel Goren, der seine Taetigkeit als Verbindungsoffizier Israels vor der chilenischen Regierung mit der Ankunft des Botschafters Dr. Tzur beenden wird, zum Botschaftsrat ad honorem ernannt. fuellung dieser Pflicht nicht ausschliessen duerfen. Die Liebe und Verehrung, die man einem Toten auf seinem letzten Wege entgegenbringt, wird auch dadurch zum Ausdruck gebracht, dass man 3 Schaufeln Erde in das Grab wirft. Dieser Ausdruck der Liebe und Verehrung wuerde an Bedeutung verlieren, wollte man nicht so lange am Grab verweilen, bis es vollstaendig zugeschaufelt ist. Eine Ehrung Verstorbener bedeutet es auch, ihre Graeber zu besuchen. Findet jedoch eine Bestattung statt, so kommt diese Ehrung in erster Linie dem Toten, der gerade bestattet wird, zu, und daraus erklaert sich, dass andere Graeber erst nach dieser Bestattung besucht werden duerfen. Wir bitten alle unsere Mitglieder, durch Erfuellung dieses Reglamento uns zu helfen, Beerdigungen so durchzufuehren, wie es der Wuerde des heiligen Ortes entspricht. CARNETS FUER AUSLAENDEP Da es von unzweifelhaftem Interesse fuer die grosse Mehrheit unserer Mitglieder sein duerfte, ueber setzen wir im folgenden aus der Tagespresse vom 21. Januar ds. Js.: “Im “Diario Oficial” ist das Decreto Supremo N.c 4.944, veroeffentlicht wor. den, in dem verfuegt wird, dass die Auslaender, die ihre jeweilige Cédula de Identidad y Extranjería benoetigen (erstes Carnet, Wiederausstellung oder Verlaengerung), dem ent. sprechenden Gabinete de Identificación als vorherige Amtshandlung eine Steuerbescheinigung vorlegen muessen, in der bestaetigl wird, dass sie entweder mit ihren Steuern a jour oder aber nicht steuerpflichtig sind. Man hat uns ersucht mitzuteilen, dass die Interessenten jeden Wochentag morgens, im 7. Stock des Finanzministeriums vor. sprechen koennen”. BERNARDO PINCUS Zum ersten Jahrestag seines Todes Wir wollen ihn ruhen lassen, wie wir all unsere anderen Lieben, die uns ein grausames Schicksal nahm, ruhen lassen und weitergehen unseren Lebensweg. Wir wollen heute nur sein gedenken, wollen sagen, dass wir es nicht erfasst haben und es nie erfassen werden, dass er, gerade er auf so unbarmherzige Weise dem Leben entrissen wurde. Wir wollen heute im Geiste mit ihm beisammen sein, wollen seine froehliche, guetige Stimme hoeren, wollen in seine seelenvollen Augen blicken... Es war vor mehreren Jahren, im Winter des Jahres 1944; er war leicht erkrankt, und ich wollte ihn durch eine schriftliche Diskussion zerstreuen. Er nahm meine Idee mit Begeisterung auf, und ich erhielt einen Brief auf 12 förtlaufend numerierten, dicht geschriebenen Maschinenseiten, aus dem ich einige Stellen zitieren will. “Lieber Freund, Sie sagen ganz einfach, ich glaube nicht an die Verwirklichung der zionistischen Idee und faenae, dass das dafuer verwendete Geld herausgeworfen wird. Dies ist fuer Sie eine sehr einfache Formel, um das Problem der anderen Menschen abzutun, und hierum beneide ich Sie aufrichtig. Sie denken und sprechen von der Warte einer Organisation aus, Sie sind von einem Lebensinhalt, von einem Ideal druchdrun. gen und koennen damit durch dick und duenn gehen. Moralisch gibt es da keine Bedenken, —wie schoen ist das! Conforme; nur bitte ich Sie dabei um eines: nehmen Sie und Ihre Organisation dabei Ruecksicht auf die anderen Juden oder wie Sie sagen Israeliten, welche nicht oder noch nicht so gluecklich sind wie Sie, sich aber auch ehrlich den Kopf ueber die praktische Loesung des Judenproblems zerbrechen”. “Allheilmittel scheint es in der praktischen Politik de? Weltgeschichte und des Voelkerlebens bisher nicht geg; ben zu haben. Vielleicht koennte ein frommer oder auch freidenkender Jude z. B. folgendes glauben: Kein einziges Volk des europaeischen Kulturkreises, —ausser den Juden— hat sich 3.000 Jahre* erhalten koennen. Also sind die Leiden und Tragoedien der Diaspora vielleicht der unerbittlich zu zahlende goettliche oder geschichtliche Preis hierfuer. Liegt hierin vielleicht eine von Gott gewollte resp. geschichtliche Mission? Wie Sie mir richtig schreiben, hat dieses juedisene Volk, trotz der unmenschli chen Verfolgungen der Welt noch mit die groessten Kulturwerke gegeben. Sollte hierin vielleicht eine den Juden nicht fassbare Fatalitaet oder goettliche Bestimmung lie gen...? Die Schoepfung der Bibel, die geniale Schoepfung des Gedankens des einzigen unsichtbaren Gottes, der Ethik der individuellen menschlichen Freiheit, ist die weitaus groesste Tat des juedischen Volkes. Und jetzt siegt wieder, wie so oft in der Weltgeschichte, der Geist jener vor 2.500 Jahren geschaffenen Ethik ueber die brutale, unmenschliche Gewalt der Nazis. .. “Sie schreiben: “Die Juden koennen und sollen die leidenden Brueder im Lande, in dem sie leben, unterstuetzen. Das tun sie schon mehrere tausend Jahre; sie sollen aber beruecksichtigen, dass unser Volk als ganzes auch arm krank und hilfsbeduerftig ist” Wir, die nicht organisierten Juden, sind von dieser Wahrheit durchdrungen oder durch positive Arbeit Ihrer Organi sation ueberzeugt worden. Dass dies aber eine neu erworbene Kenntnis ist, trifft nicht zu. So besteuerte zum Beispiel Ende des 16. Jahrhunderts die juedische Gemeinde in Venedig ihre Mitglieder zu Gunsten des palaestinensischen Judentums und haelt diese Besteuerung 50 Jahre auf recht. “Ich glaube, hoffe und fuehle, dass uns bei nuechterner Betrachtung um die Zukunft der Juden nicht so furchtbar bange zu sein braucht. Vorausgesetzt, dass wir uns die Muehe geben, uns auf den Boden realer Tatsachen zu stellen, die uns zeigen, wie schlecht die Welt noch immei ist und zunaechst nach diesem Kriege noch sein duerfte. So haben wir eine proportioneile Perspektive und vermeiden eine gedankliche Ueber. spitzung der an und fuer sich schon so grossen Tragik der juedischen Situation. Leider sieht es so aus, als ob wir aus unserer 2.500 jaehr. Leidensgeschichte nur schrecklich langsam herausspringen koen. nen, wenn nicht die uebrige Welt, die ja auch krank ist, sich aendert und zu anderen Systemen und Formen zwangsweise ueber gehen wird, was uns entscheidend zu gute kommen koennte. Sie zu bestehen, geschichtlich gesehen in relativ kurzer Zeit, sind ungeheure Chancen...” Meine schriftliche Antwort schloss ich mit der Anregung, die Verstandes-Argumentation nen eine Weile beiseite zu lassen und mitzukommen, zu unseren Kindern, zu unserer Jugend. Und Bernardo Pincus kam zu einen Oneg Schabbath, aufs Campamento und die Hachscharah. Er hoerto die Kinder hebraeische Liede? singen und sah sie Horra tanzen, er beobachtete die Jun. gens und Maedels bei der Feldarbeit, —und bewunderte aufrichtig den rein juedischen Lebensinhalt einer jue dischen Generation. Und eines Tages da geschah es: Bernhard Pincus, eine? der wenigen, die jahrelang mit sich gerungen, kam und reihte sich ein in die Front der bewussten organisierten Juden... Nicht lange war es dem juedischen Volke, vergoennt, diesen so wertvollen Sohn zu besitzen. Nun halten wir erstes Jahrzeit, sagen Kaddisch und trauern um unseren unvergesslichen Bruder. Ein Freund. SPENDET ZUR FERTIGSTELLUNG UNSERER SYNAGDGE

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