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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1950-02-01 · 2 (Febrereo, 1950) · p. Seite 7

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XII (1950)
Issue
2 (Febrereo, 1950)
Date
1950-02-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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A BOLETIN INFORMATIVO 7 van J af f a Von MEIER FAERBER EIN BRIEF AUS ISRAEL Werte Freunde! Seit der Gruendung der “Kidma” im Jahre 1939 bis zum heutigen Tage, sind die Beziehungen zwischen unserer Jugendorganisation, die sich spaeter in den “Haschomer Hazair” umwandelte, und der “B’ne Jisroel” stets eng und herzlich gewesen. Im Laufe dieser Zeitspanne haben wir oft Gelegenheit gehabt, anzuerkennen, mit welchem Verstaendnis die Gemeinde allen unseren Problemen gegenueber trat, und wie sie uns auf unserem Wege der Verwirklichung unseres Ideals immer zur Seite stand. War es die Schaffung unseres ersten Heimes, war es der Aufbau der ersten suedamerikanischen Hachschara oder war es die Realisierung unserer Alija nach Israel; immer fanden wir in den Vertretern der “B’ne Jisroel” Freunde unserer Sache. Es ist uns daher ein wahres Beduerfnis, Ihnen von dem ent. scheidenden Schritt Mitteilung zu machen, den die erste Gruppe des Haschomer Hatzairs in Israel getroffen hat. Am 1. Chanuka- Tag 5710 sind wir als Chawerim in den Kibbuz Maabaroth des Kibbuz Arzi eingetreten und haben so unseren endgueltigen Platz im Aufbau unseres Landes eingenommen. Maabaroth ist ein 15 Jahre bestehender Kibbuz; wir haben in ihm unsere 'Hachschara in Israel durchgemacht, nachdem die ersten Chawerim unserer Gruppe, di£, zur Zeit der Kaempfe in Negba waren, diesen Ort verlassen hatten. Waehrend dieser Zeitspanne ist der Kibbuz Maabaroth mehreremals an uns herangetreten, um uns aufzufordern, ihm als feste Chawerim beizutreten, da dieser Kibbuz dringend junge Kraefte benoetigt, die das bisher Geschaffene halten und ausbauen koennen. Aber erst nachdem die Foederation der Kibbuzim des Haschomer Hazair, der Kibbuz Arzi, uns auf Grund der Wichtigkeit dieser Aufgabe dazu aufforderte, haben wir uns entschlossen, von der Schaffung eines eigenen selbstaendigen Kibbuz, abzusehen, und mit unserem Beitritt in dem Kibbuz Maabaroth unseren Beitrag zu dem grossen chaluzischen Werk zu leisten, das hier vollbracht wird. Somit wird der Kibbuz Maabaroth zum Zentrum fuer die Jugend des Haschomer Hazairs in Chile werden, und wir werden von hier aus alles tun, um die zionistische Arbeit, die dort geleistet wird, so weit es in unseren Kraeften steht, zu unterstuetzen. In diesem Sinne hoffen wir, auch weiterhin mit der S. C. I. “B’ne Jisroel” in Verbindung zu bleiben und begruessen Sie, mit einem herzlichen Schalom WALTER BARON Garin “Chile” — Maabaroth Aus dar Waehrend Tel-Aviv darauf stolz ist, eine der juengsten Staedte der Welt zu sein, bruestet sich Jaffa im Gegensatz hierzu mit seinem hohen Alter. Ohne Kenntnis des genauen Gruendungsdatums laesst sich wohl behaupten, dass unsere Nachbarstadt, jetzt ein Bezirk der zusammengeschlossenen Grosstadt, auf eine Geschichte von fuenftausend Jahren zurueckblicken kann. Am Beginn der Vorgeschichte steht eine Sage aus der Welt der griechischen Halbgoetter: Die gefesselte Andromeda Der vornehme Kepheus und seine Ehefrau. Joppe hatten eine Tochter: die wunderschoene Jungfrau Andromeda. Da sich dieses Ehepaar, das in seinem Charakter von den Historikern in den Einzelheiten nicht genau geschildert wird, gegen die Raeubereien" eines Meeres-Ungeheuers nicht mehr zu helfen wusste, das Volk von seinem Herrscher aber ein energisches Einschreiten gegen das Ungeheuer forderte, das immer wieder raubend und mordend an der Kueste auftauchte, da wandte sich der Koenig Kepheus an einen Wahrsager, der die Eingeweide eines Opfertieres beschaute und Kepheus den klugen Rat gab, sein Toechterchen Andromeda den Goettern und gleichzeitig auch dem Seeungeheuer zum Opfer zu bringen. So unpraktisch und eigenartig uns dieser “gute Rat der Befriedung” auch Vorkommen mag — damals war solch ein Orakel gar nicht originell. So wurde die schoene Andromeda, mangelhaft bekleidet, an den Jaffaer Felsen geschmiedet, wo er steil ins Meer hinabfaellt. Dort wartete sie geduldig der Dinge, die da kommen wuerden. Bevor aber das Ungetuem noch erscheinen konnte, um sein Opfer in Empfang zu nehmen, fand sich Perseus, einer der vornehmsten Herren des klassischen Griechenland, am Tatort ein, rettete die verschreckte Jungfrau und heiratete sie. Dieses schoene Maerchen spielt merkwürdigerweise am Strand unserer Stadt, obwohl Vater Kepheus Koenig der Aethiopier war. Nach einer Quelle hiess seine Frau Kassiopeia, nach anderer Quelle hiess sie Joppe, was die Lokalisierung der Andromeda-Sage schon leichter verstaendlich machen wuerde. Vielleicht hatte jener Aethiopierkoenig eine Frau in seinem schwarzen Erdteil und eine zweite, eine blonde, in Erez Israel. Vielleicht stammt daher auch der Loewe von Juda im Wappen Aethiopiens. Jedenfalls muss Andromeda des Koenigs juristisch vollkommen einwandfrei anerkannte Tochter gewesen sein, denn sonst haette sich in jener aristokratischen Welt ein so vornehmer Juengling wie Perseus doch gewiss nicht um sie beworben. Perseus war naemiich kein Geringerer als der Sohn des Obergottes Zeus und der Danae, als Held bereits aus frueheren Abenteuern bekannt, denn er hatte die Medusa getoetet und die Welt, die damals noch das Schoene ueber alles liebte, so von einem haesslichen Anblick befreit. Heute geht man mit haesslichen Gesichtern rücksichtsvoller um. Uebrigens ist Andromeda schliesslich einige Jahre spaeter doch gestorben und wurde als Sternbild ans Firmament versetzt. Jona und der Riesen-Fisch Vielleicht gibt es aber noch ein frueheres Kapitel der Vorgeschichte der Stadt. Im Midrasch Rabba zum 3. Buch Mosis, Abschnitt 6, ist naem. lieh eine Agada erwaehnt, wonach Jaffa bereits vor der Sintflut bestand und von der Katastrophe verschont blieb. Joppe oder Jaffa wurde in der kanaanistischen Zeit zu einer grossen Hafen- und Handelsstadt. In den Tell-el-Amarna-Briefen wird diese phoenizische Kolonie im Philisterland als eine dem aegyptischen Koenig Thutmosis III. tributpflichtige Stadt genannt. Spaeter schiffte sich hier der Prophet Jona ein, um vor Gott nach Tarschisch (Tarsus in Spanien) zu entfliehen, wurde aber von einem Riesenfisch verschlungen und wieder an Land gespien. Ob dieses Fischungeheuer mit jenem aeltern der griechischen Sage verwandt oder gar identisch ist, laesst sich, trotz aller archaeologischen Wissenschaft und Forschung leider nicht feststellen. Hafenstadt und Seeraeubernest Jaffa war die Hafenstadt Jerusasalems. Hiram, Koenig von Tyrus, schickte das auf dem Libanon gefaellte Holz fuer den Bau des Jerusalemer Tempels in Floessen auf dem Meer hierher, wo Beamte Salomos es zollfrei uebernahmen. Auch spaeter verfrachteten die Exporteure von Sidon und Tyrus zum Bau des zweiten Tempels die Libanonhoelzer auf gleichem Wege. Zu Sanheribs Zeiten erscheint die Stadt unter dem Namen Ja.ap-pu. Erst dem Hasmonaeer Jonathan gelang die Eroberung der Stadt und nun wurde sie juedische Hafen- und Handelsstadt. Pompejus nahm sie den Juden weg, Caesar gab sie zurueck und die juedische Gemeinde wuchs und wuchs, bis die Roemer “Joppe” wieder eroberten und es voellig zerstoerten. Wieder kehrten die Juden zurueck und begannen die Truemmer wegzuraeumen und neue Haeuser zu errichten. Die Roemer aber waren zaehe und Vespasian zerstoerte wieder alles, da die Stadt juedischen Seeraeubern zum Schlupfwinkel diente, die roemische Schiffe kaperten und so das “Roemische Meer” unsicher machte. Nur ein Kastell erbaute Vespasian an der Stelle, wo Jaffa geweseh war. Aber nicht weniger zaeh als die Roemer erwiesen sich die Juden in Bezug auf den Besitz der Stadt. In der talmudischen Zeit ‘finden wir hier wieder eine grosse und kulturell produktive Judengemeinde und die Namen juedischer Gelehrter sind erhalten geblieben, die hier wirkten. Halbmond und Kreuz Als die Araber Jaffa im 7. Jahrhundert eroberten, war es hauptsächlich von Christen bewohnt. Wiederholt belagerten und unterwarfen die Kreuzfahrer die Stadt. 1267 zerstoerte sie der aegyptische Sultan Beibars so gruendlich, dass die Geschichte jahrhundertlang nichts mehr von ihr zu berichten weiss. Erst am Ende des 17. Jahrhunderts tritt Jaffa wieder als Hafenstadt in Erscheinung. 1799 belagerte und eroberte sie Napoleon, schuf hier ein grosses Gefangenenlager, dessen Haeftlinge er erbarmungslos niedermetzeln liess, als eine Seuche unter ihnen ausbrach. Der juedische Jischuw 9 Zur Zeit der letzten Tanaiten und der ersten Amoraeer-Generationen, also im 2., 3. und 4. Jahrhundert, wohnten viele Juden in Jaffa. Rabbi Acha, Rabbi Pinchas, Rabbi Adda, Rabbi Nachman, Rabbi Tanchum u. a. wirkten hier. Von neuem belebte sich der juedische Jischuw hier 1820. Zwanzig Jahre spaeter scheiterte ein Schiff marokkanischer Juden am Vorgebirge des Karmels und die Schiffbruechigen liessen sich in Jaffa nieder. Spaeter folgten ihnen, angezogen von dem bald erreichten Wohlstand, andere marokkanische Juden aus Jerusalem. Vor 80 Jahren wird sie als gartenreiche Stadt mit “weit ueber 5000 Einwohnern” geschildert: “Dieselbe ist auf einem Huegel in Form eines Amphitheaters erbaut, mit einer mit Schiesscharten versehenen Mauer, einem Graben und einem Tore auf der Landseite und einem Tore auf der Seeseite. Zu den oeffentlichen Gebaeuden gehoeren: 3 Kloester, 5 Moscheen, 1 Synagoge mit einer juedischen Gemeinde von 400 Seelen”. 1921 zaehlte Jaffa bereits 45.000 Einwohner, davon 10.500 Juden, 10.000 Christen und etwa 24.000 Mohammedaner. 1938 meldete die Regierungsstatistik ca. 80.000 Einwohner, davon etwa 10.000 Juden und 10.000 Christen. Dagegen figurierte Jaffa in der Statistik der Sochnuth 1947 nur mit 34.000 Seelen. Jetzt duerfte es in Jaffa etwa 40.000 Juden, hauptsaechlich Neueinwanderer, und 3.000 Araber geben. (“Das Neue Israel”, Zuerich) ANZEIGENPREISE Niclit- Mitglieder Mitglieder Yz Kaestchen, 2 cm. hoch. .. $ 80,— $ 64.— 1 Kaestchen, 4 cm. hoch. .. 160.— 128.— 1 Doppelkaestcl m, 4 cm. hoch, 2 spaltig .. 270,— 216.— Familienanzeigen, 2cm. hoch, 2 spaltig .. .. 200.— 160.—

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