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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1950-01-01 · 1 (Enero, 1950) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XII (1950)
Issue
1 (Enero, 1950)
Date
1950-01-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO S MONA P I E G « DER UNDÜROHFÜEHRBARE BESCHLUSS Ebenso widerspruchsvoll wie der Charakter der Eintags-Koalition, die den Internationalisierungsbeschluss fuer Jerusalem in der U. N. zustande brachte, ist der Beschluss selbst. Dafuer stimmten die arabischen Staaten —mit Ausnahme von Transjordanien, das nicht Mitglied der U. N. ist— aus Ressentiments und Prestigegruenden; die Sowjet-Union, um die unter dem Namen “Arabische Legion” stehenden britischen Truppen aus der Jerusalemer Altstadt zu entfernen und einige mit den Gesichtspunkten der Kirche sympathisierende Staaten, die ueber die irdischen Gegebenheiten der Heiligen Stadt nicht unterrichtet sind. Dage- GEBIET DER STADT JERUSALEM Schwarz: VON JUDEN BEWOHNT. Dunkelgrau: JUEDISCHES —UN¬ BEWOHNTES— GEBIET. Gepunktet: UNTER SCHUTZ DEE U.N. Weiss: ARABISCHES-UNBEWOHN- TES-GEBIET. Laengsgestreift: VON JUDEN ERO¬ BERT. Breitgestreift: VON ARABERN EROBERT. gen stimmte England, nicht etwa aus Sympathie fuer unsere Sache, sondern um die Besatzungstruppen in der Altstadt zu halten, und die Vereinigten Staaten, die noch am Vorabend Lanzen fuer den Plan der Untersuchungs-Kommission brachen. Dementsprechend paradox ist der Beschluss. Angeblich zielt er auf den Schutz der Heiligen Staetten, in Wirklichkeit richtet er sich gegen den souveraenen Willen der 100.000 Menschen, die diese Staetten im Vorjahre gegen die Arabische Legion verteidigt hatten. Er verweigert den gleichen 100.000 Menschen das Recht auf Selbstbestimmung, obwohl dieses Recht in der Charter der U.N. verankert ist. Er schafft ein Regime fuer die juedische Neustadt, obwohl selbst die “Heilige Staette” des Judentums —die Klagemauer— in der arabischen Altstadt liegt. Er stuetzt sich auf den Wortlaut des Teilungbeschlusses fuer Palaestina vom 29. November 1947 —nun mit Unterstützung der arabischen Staaten—, obwohl die U.N. diesen Beschluss nicht durchfuehren konnte. Er ueberantwortet die Durchfuehrung der Bestimmungen dem “Fideicomi:«”- Rat, ohne darauf zu achten, dass dieser Rat nur Befugnisse ueber Gebiete haben kann, die keine eigene Regierung zu haben in der Lage sind, bezw. in der Voelkerbunds. Epoche unter Mandat standen. Er soll mit einem Kapital von 8 Millionen Dollar finanziert werden, eine Summe, die beispielsweise fuer das Problem der Wasserversorgung der Stadt unzulaenglich waere. Und er wird in einem Moment gefasst, in dem an dem unerschuetterlichen Widerstand der Bewohner der Stadt auch nicht mehr der leiseste Zweifel bestehen kann, das heisst, die internationale Organisation des Friedens nimmt es auf sich, ihre Arbeit durch Kriegsfuehrung zu leisten oder aber... sie garnicht zu leisten. Die von der uns nicht allzu freundlich gesinnten grossen Presse nur Daniel Auster, der Buergermeister ¡Hf I ungern erwaehnte Tatsache, dass Abdulla die Altstadt nicht aufzugeben gewillt ist, bringt die U.N. in die unbequeme Lage, niemanden zu haben, der ihre Beschluesse durchfuehrt. Den Beschluss vom 29. November 1947 fuehrten wir Juden durch. Diesmal wird das nicht geschehen. Israel wird seine ewige Hauptstadt nicht aufgeben. Der Zionismus wird nicht auf das Prinzip der freien Einwanderung in alle Teile des Landes verzichten. Die Bewohner der Stadt werden in die Wirtschaft, Verwaltung und militaerische Verteidigung des Staates dergestalt einbezogen werden, dass sie vor der Wiederholung kriegerischer Angriffe geschuetzt sind und nicht von der Macht einer ohnmaechtigen Friedensorganisation abhaengen. Und im Verlaufe der Konsolidierung der juedischen,J?ositionen in der Stadt, gleichzeitig auch im Verlaufe des Fehlschlags der Vereinigten Nationen, der Stadt und ihrer Bevoelkerung ein fremdes Regime aufzuoktroyieren, wird Jerusalem wieder werden, was es eigentlich zu sein nie aufhoerte: die Hauptstadt Israels. DIE STIMME CHILES Die Opposition Chiles im Politischen Comité, bezw. Stimmenthaltung in der Vollversammlung, sind ein erneutes Beispiel der aussenpolitischen Reife des Landes und werden als solches in naechster Zukunft —wenn die Internationalisierungsidee zerstoben sein wird— sein Prestige in dieser Hinsicht noch weiter erhoehen. Der Delegierte, D. Rodrigo González Allende, erklaerte in einer allgemein beachteten Rede, dass sein Land erachte, dass der Plan im Moment “nicht der geeignetste” sei, dass es sich lediglich darum handle, den freien Zugang zu den Heiligen Staetten zu garantieren und nicht etwa die Differenzen zwischen Juden und Arabern beizulegen und dass er ihn als undurchfuehrbar ansehe. i DIE ERSTE MILLION Mit grossen Festlichkeiten wurde in ganz Israel am 19. Dezember, an- •laesslich der Ankunft des Immigranten, der die juedische Bevoelkerungszahl auf eine Million erhoehte, der “Jom Kibbuz Galujoth” gefeiert. Kibbuz Galujoth heisst etwa “Vereinigung der Zerstreuten” und ist der symbolische und praktische Ausdruck fuer den ungeheuren geschichtlichen Prozess, durch den unser Volk nach einer Wanderschaft von zwei Jahrtausenden, nach einer unendlich langen und leidvoüen “Zerstreuung der Vereinigten”, wieder an seine Wiege zurueckkehrt. Aber nicht nur in seiner tiefen historischen Symbolik ist “Kibbuz Galujoth” von Interesse, er ist es ebenso in seiner politischen Augenblicksbedeutung. Noch vor zwei Jahren mochten politische Dilettanten und Extremisten glauben, dass die Proklamierung eines Juedischen Staates, unabhaengig von seiner demographischen, wirtschaftl i c h e n und kulturellen Staerke. das Judenproblem loesen wuerde. Heute ist dieses Konzept durch die Ereignisse selbst ad absurdum gefuehrt. Der Juedische Staat kann, nur ueberleben, v/enn er inmitten all der Konflikte und Schwierigkeiten, in die er gestellt ist, erstarkt. Jede Stagnation bedeutet fuer ihn unmittelbare Gefahr, Gefahr im gleichen Masse, wie der Fortschritt es fuer das feudale Regime der Nachbarstaaten darstellt. Und die Judenheit in der uebrigen Welt ist weit davon entfernt, das Judenproblem durch die blosse Existenz des Staates als geloest anzusehen. Weder ist die markanteste Erscheinung dieses Problems, naemlich der Antisemitismus, verschwunden, noch die wesentlichen Faktoren, die ihn bedingen: die anormale Siedlungs— und Wirtschaftsstruktur, die geograpische Zerstreuung des Volkes, das Problem der spezifisch juedischen Kultur und, vor allem, des wirklich juedischen Lebens. Das Land braucht sein Volk um befreit zu werden, und das Volk braucht sein Land, um sich zu befreien. Die Millionen-Ziffer in der Bevoelkerungsstatistik ist einer der bedeutendsten Marksteine in der modernen juedischen Geschichte, einem grosse/i historischen Siege gleichbedeutend. Einer jener Siege aber, die man nicht durch sensationelle Heldentaten erkaempft, sondern auf dem muehsamen Wege der tagtaeglichen Arbeit, des Kampfes um jede Seele, um jeden Dunam, um jeden Dollar. Die Sammlung dec Zerstreuten vollzieht sich auf einem langen und schweren Pfad, doch gibt es nur diesen und keinen anderen. NACHRICHTEN AUS DEUTSCHLAND In der Tagespresse des letzten Monats erschienen, unter anderem, folgende Kostproben: Der Fuehrer der Deutschen Rechtspartei, Hedler (nicht Hitler?) erklaerte im Bundestag der Bonner Republik, dass seiner Meinung nach “jedermann ueber Hitlers Vernichtungsmethoden der Juden denken koenne was er wolle” und leitete mit dieser Feststellung einen antisemitischen Angriff ein. Der General Mannstein wurde zu Haft und nicht zum Tode verurteilt, obwohl ihm 8 von 17 Anklagen nachgewiesen wurden, darunter, dass er “schuldig unterlassen habe, die Ausrottung von Millionen Menschen zu vermeiden”, die in seinem Machtbereich lebten. In einer Geheimversammlung der “Vaterlaendischen Union” in Muenchen, sprach der SS-Obergruppenfuehrer Karl Feitenhansel vor 70 ehemaligen SS, SD un Gestapo-Offizieren, drohte den “an die Alliierten Verkauften” Rache an, stellte fest, dass die deutschen Soldaten sich nicht zu schaemen haetten, da sie sich allenfalls besser benommen haetten als die Alliierten und er. zaehlte eine neue Dolchstoss-Legende, nach der das unbesiegbare deutsche Heer abermals dem Verrat zum Opfer gefallen war. In Anerkennung ihres guten Betragens in der Haft amnistierte die amerikanische Militaerverwaltung 54 Haeftlinge, die sich aus ehemaligen Gestapochefs, Konzentrationslager- Kommandanten und Waertern rekrutierten. Wie ersichtlich, sind die schwaerzesten Befuerchtungen seit Kriegsende durch die Wirklichkeit noch bei Weitem uebertroffen worden: die sich staendig verbreiternde Kluft zwischen Ost und West wird zum Sammelbecken fuer das teutonische Verbrechertum. Und waehrend diese Elemente umworben werden und Zugestaendnisse gemacht bekommen, waehrend die hohe Politik der verantwortlichen Maechte mit vollem Bewusstsein die deutsche Machtstellung wieder aufrichtet, er. klaert irgend ein amtlicher Sprecher der Presse, dass “man den anwachsenden deutschen Nationalismus mit Besorgnis ansehe”. Ist man so dumm oder stellt man sich so dumm? ATSCHEKA DAS SIEGEL DES STAATES ISRAEL Die untenstehende Illustration zeigt das Siegel des Staates Israel. Es dient zur authentischen Anerkennung von Staatsdokumenten, denen es entweder allein oder zusammen mit dem Siegel des Staatspraesidenten oder mit dem Siegel des Ministerpraesidenten aufgedrueckt wird. Das Staatssiegel befindet sich in Verwahrung des Generalsekretaers der Regierung, der in dieser Eigenschaft die Funktion ausuebt, die in England dem “Lord of the Privy Seal” und in Frankreich “Le Garde de Sceau” zukommt. Die Benutzung eines Siegels, um die Echtheit eines Dokumentes zu beweisen, ist ein alter Brauch des Orients, waehrend im Westen diesen Zweck gewoehnlich eine Unterschrift erfuellte. Schon in biblischen Zeiten benutzten die Juden Siegel, die aus Steinen verfertigt wurden, in die Pflanzen, Tiere, Geraete und andere Zeichen eingeschnitten wurden. Zum Schutz des neuen Siegels des Staates Israel wurde ein Gesetz erlassen, das die unberechtigte Benutzung des Siegels oder die Nachahmung desselben mit Gefaengnis- und Geldstrafen ahnden wird.

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