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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1949-10-01 · 10 (Octubre, 1949) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XI (1949)
Issue
10 (Octubre, 1949)
Date
1949-10-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 5 MONATSSPiEGEL KONSTRUKTIVE IDEEN UND MASSNAHMEN 'i Inmitten der trostlosen Perspektive, die sich in Lausanne-dank der orientalischen Vorstellung, die die arabischen Delegationen von Friedensverhandlungen zu haben scheinen— eroeffnet hat, hat sich ein Silberstreifen am .Horizont gezeigt. Noch am Vortage trugen die Delegierten dfer Regierungen von Tausendundeiner Nacht ihre territorialen Forderungen vor: Israel soll auf das oestliche und das westliche Galilaea, auf die juedische Neustadt von Jerusalem, den Negew, Jaffa und den “Korridor” vom Rumpfstaat nach der Heiligen Stadt verzichten, um seinen Friedenswillen zu beweisen. Und doch kam, wenn auch von anderer Seite, eine ernste Idee zur Sprache und zur Ausfuehrung. Die Schlichtungskommission gab die Schaffung einer wirtschaftlichen Mission bekannt, deren Aufgabe es sein wird, die landwirtschaftlichen, industriellen und kommerziellen Moeglichkeiten des gesamten Nahen Ostens zu studieren und an Hand des bestehenden und zu entwickelnden Potentials die schwebenden Probleme einer rationalen Loesung zuzufuehren. Das heisst, auf kurze Sicht die Ansiedlung des Gros der arabischen Fluechtlinge in Trans- Jordanien und Syrien —und die Rueckkehr eines gewissen Teils nach Israel— und in weiterer Ferne, die Entwicklung der Wirtschaft der ganzen Region. An die Spitze dieser Mission wurde der Praesident der T.V.A. (Tenftessee Valley Authority) berufen, Gordon Clapp, der Leiter jenes gewaltigen Stau— und Bewaesserungswerkes, das Walter C. Lowdermilk als Vorbild fuer seinen Jordan-Plan diente. Praesident Truman gab der Mission seinen Segen und erklaerte, ihre Empfehlungen koennen der Unterstuetzung der amerikanischen Regierung in jeder Hinsicht gewaertig sein. DtT ausgesprochen optimistische Stimmung, die diese praktische und kluge Massnahme (vielleicht die erste, die der Schlichtungsausschuss getroffen hat?) ausloeste, wurde noch erhoeht durch das Eintreffen des englischen Mitglieds der Mission. Desmond Morton ist der erste englische Vertreter seit dem Novemberbeschluss der Ü.N., aus dessen Worten mehr Vernunft als Ressentiments sprechen. Er stellte naemlich fest, dass eine baldige Befriedung des Nahen Ostens aeusserst wünschenswert sei, dass grosse nationale Minderheiten dazu nicht beitragen und folglich gewisse Wanderungsbewegungen unterstuetzt werden sollten und dass das Problem Jerusalems und des arabischen Palaestina zwischen Israel und Transjordanien friedlich beigelegt werden sollte. Einige politische Redakteure gingen soweit, in dieser Stellungnahme einen radikalen englischen Frontwechsel zu sehen. Gewiss mag dies bei der Fluechtlingsfrage zutreffen, da ja England bisher immer dafuer eintrat, diese innerhalb der —zum Ueberfluss noch reduzierten— Grenzen Israels zu loesen; gewiss ist es aber andererseits bei der Anspielung auf die Kompetenz des transjordänischen Vasallen bezueglich der arabischen Gebiete nicht der Fall. Aber natuerlich ist, eine solche Interpretierung auch insofern uebereilt, als Morton von seinem. Platz in der Mission aus nicht unbedingt die offizielle Linie voll Downing Street formulieren muss. Auch der Optimismus ist schon deswegen verfrueht, als nur die Praxis lehren kann, ob uns eine vernuenftige englische Politik zutraeglicher ist als eine in Bevins Stil gefuehrte. Denn schliesslich hat doch letztere stets das Gegenteil von dem erreicht, was ihr Autor vorhatte und damit nicht unwesentlich zur Entstehung des Juedischen Staates beigetragen. Wie dem auch sei, die Schaffung der Mission Clapp kann der Auftakt zu einer konstruktiven Arbeit sein und die Vorzeichen sind guenstig. DIE EWIGE HAUPTSTADT Puenktlich zur Eroeffnung der Sitzungsperiode der Vereinigten Nationen hat die mit dem Problem der Stadt Jerusalem betraute Kommission ihre Empfehlungen abgegeben. Zweifellos waeren die gleichen Richtlinien vor zwei Jahren auf reges Interesse im juedischen Lager gestossen und tatsaechlich hat man auch damals die nun frisch aufgewaermte Idee der Internationalisierung der Stadt weitgehend akzeptiert. Die Tatsache aber, dass die Vorschlaege der Kommission keineswegs ueber die Art der Durchfuehrung dieser Idee hinausgehen, obwohl sie vor den Augen der ganzen Welt als unanwendbar durch einen Krieg und einen bewaffneten Frieden demonstriert wurden, spricht leider nicht fuer die Wirksamkeit der U. N.-Organe. Die Generalversammlung wird sich gezwungen sehen, wertvolle Zeit in Debatten zu verschwenden, die auf einer falschen Ebene vorgetragen werden. Die israelische Delegation hat klare Instruktionen, sich dem Internatiohalisierungsplart der Stadt zu widersetzen. Israel wird kein fremdes Regime ueber die 100.000 Buerger der Neustadt zulassen. Was die Heiligen Staetten anbetrifft, die sich samt und sonders ausserhalb der Neustadt befinden, so hat Praesident Weizmann erst jetzt wiederholt, dass einer internationalen Kontrolle nichts im Wege stehe. Es waere also angezeigt, auf der Basis der tatsaechlichen Moeglichkeiten zu diskutieren, das heisst, unter Ausschluss des Versuches, einem Mitgliedsstaat der U. N. in die Ausuebung seiner Souveraenitaet hineinzureden. Das Prestige der U.N. ist nicht dazu angetan, durch grosse Beschluesse, die nachher in der Praxis scheitern, gehoben zu werden. Und voi Vorschi? °gen, die in Lausanne ausgearbeitet wurden, sollte' man sich in Lake Success hueten, denn wer weiss, ob nicht der eine oder andere Autor Abstecher nach Genf gemacht hat!? JORDANWASSER Als die nordamerikanische Regierung der israelischen vorwenigen Monaten nahelegte, den Lowdermilk- Plan weder insgesamt noch teilweise in Angriff zu nehmen, bevor nicht der Frieden unterzeichnet und das arabische FluechtlingsproV>lem geloest sei, konnte selbst der argwoehnischste Beobachter keine Intrige dahinter vermuten. ’ Seit aber die englische Regierung von einem Plan spricht, die Jordanwasser zur Urbarmachung Transjordaniens zu verwenden, um einen grossen Teil der arabischen Fluechtlinge dort anzusiedeln, kann man diese leider nicht mehr hinwegleugnen. Bisher hatte noch niemand gewagt, das Recht Israels auf das le-> benspendende Nass seines einziger; grossen Flusses zu bestreiten und zwar ganz einfach auf Grund der praktischen Tatsache, das die Juder es zu verwenden verstanden und ihrf Nachbarn etwas... nun, etwas wasserscheu sind. Als das Churchill- Weissbuch im Jahre 1922 das Ostjordan-Gebiet widerrechtlicherwe's' aus dem Volkerbundsmandat herausschaelte, fiel es gar niemandem!, /• ein, dass man dort Anspruch auf den Fluss erheben koennte und so nannte man diese in London konstruierte Provinz auch ganz einfach “Transjordanien”, d. h. “jenseits des Jordan”. Und an diesen praktischen und konstitutionellen Tatsachen aendert auch der Umstand nichts, dass das Foreign Office Transjordanien ploetzlich das “Haschemitische Jordanreich” nennt. WO DER JORDAN NOCH EIN BERGBACH IST Bei der ganzen Färse handelt es sich um ein neues Kapitel der Drohungen und Erpressungen, die den Aufbau und die Entwicklung Israels hemmen sollen. Als 1947 die U. N. beschloss, im Rahmen der Teilungs- Kommission ein Komitee zur Zuteilung des Wasserreichtums zu entsenden, hielt es die Mandatsregierung fuer besonders weise, diese zu sabotieren und erst gar nicht ins Land zu lassen. Inzwischen hat man das Jordanwasser nach praktischen Gesichtspunkten verteilt und so leicht laesst sich das Rad nicht zurueck drehen. Wir wissen das, weil wir sozusagen an der Quelle sitzen. NEUE NACHRICHTEN UEBER “S. M. MICHAEL I. VON JUDAEA” Wenn etwa jemand den Blick vom Monatsspiegel im August mit einem leichten Kopfschuetteln abwandte, und seinen Aerger ueber den Schwindel mit dem Thronanwaerter in Israel zum Ausdruck brachte, dann kann er hiermit eines Besseren belehrt werden. Wir haben das grosse Vergnuegen, ein Faksimil der Einladungskarte mit dem gekroenten Loewen von Juda wiederzugeben, die anlaesslich der Gruendung der monarchistischen Bewegung in Israel versandt wurder und deren Uebersetzung folgendermassen lautet: nmin Vmm ms*'» rrjp .na r»w» o» .4.5.49 .OTP 'Jl .*»’3^ C"3 Crp9»*V .3'3H*5p .vr»*n*nj 3-'»i fi tm •riy* nVFjP r-vob.t no*3 y»f omji .Po5ijn PF'IM t»l« *jxhip noim *j*i tu» “Einlauung: Sie werueu merrnit zu einer Zusammenkunft der monarchistischen Bewegung Israels eingeladen, die am Mittwoch den 5. Ijar 5709, 4. Mai 1949, um 8 Uhr abends im Café PalatiivNachlath-Benjamin- Str., Tel Aviv, stattfindet. Die Zusammenkunft wird unter den Auspizien der sefardischen Jugendgruppe und von Offizieren des Verteidigungsheeres Israels stattfinden, die Traeger der Schaffung der Monarchlsten-Bewegung in Israel sind. Hochachtungsvoll, Provisorisches Komitee der Monarchisten-Bewegung”. Angeblich sollen sogar schon 150 Personen, darunter 3 arabische Kriegsgefangene, ihre Mitgliedschaft angemeldet haben. Nun muss man all diesen Herrschaften, angefangen mit Dr. Solnlk, dem Zahnarzt, der sich als Regenten fuer seinen 8-jaehrigen Sohn, “Michael I., Koenig von Judaea”, ansieht, bis zu dem letzten Schleppentraeger— und Kronpolieraspiranten zubilligen, dass es zu den heiligsten und unveraeusserlichen Menschenrechten gehoert, sich laecherlich zu machen. Doch dachte ein Spassvogel, Dr. Immanuel Olsvanger, uebrigens langjaehriger Mitarbeiter des Keren Hajessod, anders darueber. Um den uebergeschnappten Dr. Solnik ad absurdum zu fuehren, behauptete er seinerseits, auch ein waschechter Sproessling des Hauses David zu sein. Der Herr “Regent”, nicht faul, verklagte ihn sofort beim Obersten Gerichtshof und gab bekannt, dass, im Falle er den Prozess verlieren sollte, er seinen Rivalen zu einem “Gottesurteil mit dem Degen” herausfordern werde. Was er vergass, mitzuteilen, sind seine Absichten fuer den Fall, dass der Gerichtshof sich fuer unzustaendig erklaeren sollte und der Irrenhausdirektor seine Rechte wahrnimmt. ABDULLA BESUCHT SEINE FREUNDE Da nun schon einmal die Rede von “Koenigen” ist, muss auch der kuerzlichen Vergnuegungsreise des Herrschers ueber die transjordanische Einoede gedacht werden: des glorreichen Abdulla. Sein Eintreffen in London wurde urspruenglich in Zusammenhang mit den Besprechungen gebracht, die sein Herr und Meister Bevin ueber die Nahost-Situation zur gleichen Zeit einberufen hatte. Doch weit gefehlt! Um jeglichen diesbezüglichen Verdacht zu zerstreuen, wurde von hoechstoffizieller. Seite versichert, dass es sich lediglich um eine Ferienreise handle. Ob das,eine Beruhigung fuer den englischen Steuerzahler, der ja schliesslich von Abdullas Turban bis zu Glubb Paschas Kanonen alles bezahlt, sein sollte? Wenn dem so ist, dann war der Abstecher nach Spanien, um dem “Caudillo” Franco einen Freundschaftsbesuch abzustatten, keineswegs ein Beweis politischen Scharfsinns. Im Uebrigen soll es ihm aber dort glaenzend gefallen haben. Der Monarch von Transjordanien und der Regent' des neuen Koenigreiches Spanien verstehen sich gut. Und letzterer wuerde unter Umstaenden einen wuerdigen “Schutzherrn dei Islam” abgeben, da dieser Posten verwaist ist, seit man Benito Mussolini an den Beinen aufgehaengt hat. Oder sollte dies Beispiel etwa abschreckend wirken? ATSCHEKA I MBB EN TA G ERT HAND SAN DIEGO 645 L Ö C Ä L 13 CA L LA 9 3 61 FONO 74886

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