Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XI (1949)
- Issue
- 10 (Octubre, 1949)
- Date
- 1949-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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SOCIEDAD CULTURAL ISRAELITA “ B ’ N E 1ISROEL" BOLETÍN LUNGSBLATT INF O R Mfí 77 VO REDACCION! S. c. I. B'NE JISROEL, MONJlTAS «90 TEL. 1109«. CASILLA 2411 Año XI — N.o 10 SANTIAGO DE CHILE Octubre, 1949 DIE NEUE SUKKAH Juden bauen Huetten. Das war ihre Bestimmung von Anfang an. In der Wueste bauten sie sie zum Schutz. Spaeter zur Erinnerung und zur Freude. Das Sukkothfest war im alten Israel das Fest, an dem der j Bauer sich von des Jahres Arbeit in Jeruschalajim ausruhen konnte und 1 nach getanem Werk ohne Sorge Feste feiern durfte. Damals hatte l Jerusalem nur etwa (in runden Ziffern) 20.000 Einwohner. Damit war es im Altertum schon eine Grosstadt. Und da Jerusalem keinen Platz hatte, um all die Tausende innerhalb seiner Mauern zu beherbergen, so baute man Huetten, in denen Jerusalem’s Gaeste waehrend des Festes wohnten. Spaeter wurde die Huette zum tragischen Symbol des Judenschicksals. Die Freude des Sukkothfestes wich dem Schmerz der Galut Ehemals baute man Huettenfuer 7 Tage. Dann suchte man Huetten, in denen man sein muedes Haupt niederlegen konnte. Sie diente nur fuer das zeitweilige Unterkommen. In ihr war man immer unsicher, immer in der Sorge, sie vielleicht schon morgen wieder abbrechen zu muessen, weil man aufs Neue den Launen der Geschichte ausgesetzt war. Wir Juden sind nie Wanderer aus innerem Triebe gewesen. Wir sehnten uns gluehend nach Ruhe. Wir mussten wandern, weil wir keine sichere Heimat fanden. Darum wurden wir zum Wandervolk. Manchmal bauten wir Huetten, die voller Illusionen waren. Da glaubten wir ploetzlich, dass eine neue Morgenroete uns aufgegangen sei und wir ury; einen staendigen Platz der Ruhe und des Friedens erworben haetten. Aber wir mussten diese Huetten wieder abbrechen. Doch eines blieb. Der Jude nahm in diese Huetten seine Hoffnung mit hinein. Auch wenn wir wanderten, manchmal ohne Fuehrer, ohne lange Rast, es blieb uns der Blick nach oben, durch die gruenen Zweige hindurch. Der Auf- Licht und Schütten in Israel (Luftpost-Sonderbericht fuer das “Boletín Informativo”, von Walter Baron) In den Jahren des englischen Mandats ueber Palaestina, kennzeichneten sich die Beziehungen des juedischen Jischuws in Erez Israel mit der Judenheit der Galuth durch die regelmaesslgen oder unregelmaessigen Besuche, die die Delegierten der verschiedenen Fonds den Laendern der Diaspora abstatteten. Und es war nur verstaendlich, dass diese Delegierten — deren Hauptaufgabe darin bestand, die groesstmoeglichen Geldsummen aufzubringen — das Land und seine juedische Bevoelkerung fast einzig und allein mit seinen Lichtseiten aufzeichneten, .-'aehrend die Schattenseiten zumeist der Mandatsregierung zugesprochen wurden. So schufen sich weite Kreise ausserhalb des Landes oft eine voellig falsche Vorstellung von der Realitaet und der Problematik unserer Volksschaffung; eine Vorstellung, die bei. der Entstehung des Staates Israel nur noch gestaerkt wurde und die damit die Loesung des Zionismus und der Judenfrage ln aller Welt gekommen sah. Als aber nach bereits wenigen Monaten des Bestehens unseres? Staates es klar wurde, dass mit seiner Schaffung nicht automatisch alle Probleme unseres Volkes aus der Welt geschaffen wurden, da kam in vielen eine grosse Enttaeuschung auf und sie fuehlten sich in gewissem Masse um eine Illusion betrogen. Hatte man ihnen nicht vorher gesagt, dass, wenn es einen juedischen Staat geben wird, alle Juden — wo sie auch seien — seine Staatsbürger werden koennten? Und sprach man nicht von gewaltigen Einwanderungsplaenen von 2 Millionen Juden in einem Jahr? Und prophezeite man nicht, dass der Antisemitismus mit der Schaffung eines Judenstaates aufhoeren w u e r d e? Und jetzt besteht dieser Staat und es bestehen keinerlei Anzeichen dass diejenigen Juden, die ausserhalb seiner Grenzen leben, seine Staatsan. gehoerigkeit erwerben koennen; und statt 2 Millionen Einwanderer in einem Jahr sinkt monatlich die Ziffer der Olim, die anfangs 25.000 pro Monat war und die jetzt nur noch 15.000 betraegt, was jaehrlich nur ein Zehntel der versprochenen Ziffer ausmacht; und schliesslich blueht —• besonders in den Laendern Europas — der Antisemitismus und waechst neuerlich von Tag zu Tag. Wo bleibt also die Erfuellung alles Versprochenen? Und aus Berichten, die zu uns gelangen, erfaehrt man, dass weite Kreise von “Zionisten”, die sich mit dem Gedanken getragen hatten, nach Israel ueberzusiedeln, vorlaeufig von diesem Schritt Abstand nehmen. Zu ihrem Entschluss tragen sicher die Informationen bei, die jene “Touristen” mit sich brachten, die von ihrem Besuch im Lande zu den Laendern der Fleischtoepfe Aegyptens zurueckkehrten. Selbstverstaendiich schildern sie in ihren Vortraegen, die sie in den verschiedenen Organisationen und Vereinen halten, wie tief beeindruckt sie von ihrer Reise waren, aber wenn sie nachher gefragt werden, wann sie selbst daran denken, ihren Wohnort nach Israel zu verlegen, dann bekommt man die Antwort, dass sie wohl noch eine gewisse Zeitspanne warten werden. Worauf? Das wissen nur sie. (Fortsetzung auf Seite 13) blick zum Himmel gab uns das Vertrauen in die Dauer unseres Volkes. Die Huetten waren bescheiden und vertrugen keinen Luxus und keinen Prunk. Sie waren nur eine schlichte Zuflucht fuer die Stunde, nicht fuer Jahrtausende unserer Geschichte nicht vergessen duerfen, in denen sie ein schweigendes Symbol unserer Tragik war, die mit unserer Geschichte verbunden ist. Sie wird Israel vor Uebermut schuetzen. j Slüft ip® íñiÉS psSest' die Dauer. Sie konnten es nicht sein, weil die Welt, in die wir diese Huetten hineinbauten, dem Geäst, der in ihnen wohnte, fremd war. Sukkoth und Galuth, Unsicherheit und Hei. matlosigkeit wurden identisch. Dies erhielt in uns das Sehnen, diesem Leben in Huetten ein Ende zu machen. Dieser Moment unserer Geschichte ist gekommen. Die Sukkoth sind keine Realitaet mehr, sondern ein Symbol. Das juedische Volk hat wieder seinen Ort, an dem es sein muedes Haupt hinlegen kann und zu neuer fruchtbarer Schoepfung sich entwickeln kann. Damit hat die Sukkah eine neue Bedeutung erhalten. Sie wird zum Mahnmäl. Kuenftige Generationen, werden an diesem Fest in ihr wohnen und werden an die Zeiten zurueckdenken in denen sie das Zeichen unserer aeusseren Unsicherheit war. Sie wird uns immer wieder sagen, dass wir diese zwei Unser Stolz auf das Erreichte darf uns dieses neue Leben nicht zur Selbstverstaendlichkeit werden lassen. Wir muessen uns dieses Israel immer wieder neu erringen und in unseren Herzen und durch unser Tun neu erwerben. Wir haben in und durch die Galut schwer gelitten. Israel ist aus seinen unsicheren Huetten ausgezogen und hat sich seine grosse, herrliche Huette in Israel gebaut. Wir duerfen uns aber nicht der Illusion hingeben, dass diese neue Huette, die diesmal die Huette auch des aeusseren Friedens ist, unzerstoerbar ist. Sie wird unzerstoerbar sein, wenn wir die Erinnerung an unsere Huetten in der Galut in unserem Herzen bewahren und um unser Israel ringen, es immer wieder als neues Geschenk empfangen und dafuer Sorge tragen, dass es nicht mehr zerstoert werden kann. Rabbiner E. I. Loewensteln