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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1949-08-01 · 8 (Agosto, 1949) · p. Seite 3

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XI (1949)
Issue
8 (Agosto, 1949)
Date
1949-08-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 3 5 Jahre Juedisches Schulwerls In diesem Monat beging der “Vaad HajinuJ” — das juedische Schulwerk, — sein 5-jaehriges Jubilaeum, ein willkommener Anlass, um ueber die Entwicklung dieses Erziehungs-Institutes und die Haltung des deutschsprachigen Sektors unserer Colectividad zu ihm, Stellung zu nehmen. Die ausgezeichnete Privatschule des Herrn Dr. Aron Joel (das “Instituto Hebreo”) ging in die Verwaltung des “Vaad Hajinuj” ueber, der ausserdem die “Chaün Nachman Bialik-Schule” gruendete. Unter ungeheuren Schwierigkeiten sowohl finanzieller Natur wie infolge der Indifferenz des groessten Teils unserer Gemeinschaft brachten einige idealistische Vorkaempfer der juedischen Erziehung die Gruendung des Vaad zustande. Heute ist der Vaad Hajinuj ein unumstrittener Faktor im juedischen Leben unserer Stadt und sein Budget als ausgeglichen zu betrachten. Durch das Wachstum der Schuelerzahl beider Institute ist bereits ein drittes Haus erworben worden, in dem die Humanidades des Instituto Hebreo Unterkunft gefunden haben, und die Installierung einer weiteren Schule in Ñuñoa ist sehr bald zu erwarten. Zu den etwa 900 Schuelern, die diesem Schulwerk unterstehen, gehoeren 10 o|o den Familien unserer Gemeinde an. Wie kommt es, dass wir, die wir 50 o|o der juedischen Colectividad von Santiago sind, so wenig zu der Schuelerzahl des “Vaad Hajinuj” beitragen? Aus der alten Heimat ist unseren Mitgliedern Existenz, Ziel und Erfolg der juedischen Schulen altbekannt. Umsomehr muesste man glauben, dass sie mit besonderer Befriedigung ihre Kinder auch hier in der neuen Heimat in die juedische Schule schicken wuerden, so wie Englaender, Franzosen oder Deutsche ihre Kinder in die Schulen ihrei Kulturgemeinschaft geben, um die jeweilige nationale Kultur in sie eingepflanzt zu sehen. Eine Schule hat ja nicht nur die Aufgabe, den Schuelern elementares Wissen und allgemeine Bildung zu vermitteln, sondern sie mit der nationalen Kultur ihres Volkes von fruehester Jugend an zu verbinden. Der Umgang mit juediscnen Mitschuelern, der Unterricht bei juedischen Lehrern, die Beruecksichtigung von nationalen und religioesen Feiertagen, die Darstellung von Geschichte, Literatur und Sprache, — alles das muss bei den Schulkindern einen unausloeschlichen Eindruck hinterlassen, .der fuer ihre spaetere juedische Entwicklung entscheidend ist. Und wie wichtig ist diese Vorbereitung des juedischen Menschen auf sein kuenftiges Leben, das er als Jude und nur als Jude fuehren wird, ob er sich spaeter einmal in Israel oder ausserhalb unserer juedischen Heimat befindet! Natuerlich ist das am Wichtigsten fuer diejenigen, die einmal ihre Alij ah nach Israel antreten werden und bereits in der Schule den seelischen und geistigen Kontakt mit unserer Heimat gefunden haben, aber auch die Galuth braucht nicht minder starke, gefestigte Juden, deren Grundlagen in der Schulzeit am besten und sichersten geformt werden. Die Arbeit fuer Israel in der Galuth ist nicht als zweitklassige juedische Arbeit zu betrachten, da diese Galuth diejenige Jugend nach Israel zu entsenden hat, die zur Bluete der Bevoelkerung Israels gehoert, aber auch juedische Gemeinschaften besitzen soll, die fuer die geistige und nationale Verbundenheit mit der nationalen Heimat das dringend notwendige Verstaendnis besitzen. Die Voraussetzungen hierfuer sind nicht durch zwei oder vier sogenannte Religionsstunden in der Woche zu schaffen, sondern nur durch das Milieu, in dem das Kind in den IC besten Jahren seiner Jugend den Hauptteil seines Lebens verbringt. Gibt es wirklich Eltern, die heute noch ein solches Milieu als “Ghetto” ansehen? Muessten nicht grade empfindliche Eltern, die ihr Kind vor Beleidigungen schuetzen wollen, das beruhigende Gefuehl haben, dass ihr Kinc in der juedischen Schule vor allen Anfeindungen bewahr; bleibt? Und wenn wir dem Einwand begegnen, das Kim wuerde in seinem spaeteren Leben ja auch Anfeindunger ausgesetzt sein, so soll grade die Erziehung in der juedischen Schule ihm das geistige Ruestzeug, vor allem aber das juedische Selbstbewusstsein und die Sicherheit geben, die. es zum spaeteren Lebenskampf 'als Juden ausstatten Man kann von einem Kind noch nicht die Charakterstaerke. verlangen, die der erwachsene Jude haben muss, naemlich in einer Abwehrstellung gegenueber voreingenommenen oder bereits antisemitisch verseuchten Mitschuelern seinen Stolz zu bewahren und soll verhindern, dass durch bitteres Leid, verursacht durch seine Sonderstellung, ein Gift in die zarte Seele des Kindes eindringe, das das ganze Leben belasten kann. Es gibt Eltern, die in ihrer “Objektivitaet” so weit gehen wollen, den Kindern im Moment der erreichten Reife die Entscheidung ueber ihren weiteren Weg als Juden oder Nichtjuden zu ueberlassen; ihnen muss gesagt werden: Wenn Euer Kind ohne Wissen von juedischer Geschichte und Kultur, ohne Kenntnis der Leiden unseres Volkes, ohne juedischen Stolz und Selbstbewusstsein aufwaechst u. z. in einer Umgebung, fuer die es keine nationalen und religioesen Probleme gibt, dann seid Ihr nicht mehr objektiv, weil Ihr Euer Kind ohne Waffen in den entscheidenden Kampf um seine Zukunft stellt. - . Das Jubilaeum des “Vaad Hajinuj” sollte uns allen der Moment einer Ueberpruefung unserer Haltung gegenueber der juedischen Schule sein, einer Schule, die in der Lehrmethode und im Erziehungserfolg einschliesslich der staatlich anerkannten Pruefungen keiner Schule von Santiago nachsteht und ja auch die Sprache, Geschichte und Geographie von Chile vollwertig vermittelt. Sonst haette gewiss ein nicht juedischer Examinator der juedischen Schule, der selbst an einem der ersten Lyzeen Santiagos als Lehrer taetig ist, seine eigenen Kinder nicht dem Instituto Hebreo zugefuehrt. JOSE HIRSC1IBERG. Col. David Saltiei in Santiago Auf dem Luftwege ueber Rio de Janeiro und Buenos Aires, wo er offizielle Besuche abstattete, traf am 22. Juli der Generalinspekteur des Verteidigungsheer Israels, Col. David Saltiei, in Santiago ein. Saltiel wurde im Jahre 1903 in Hamburg als Sohn sephariischer Eltern geboren. Mit 16 Jahren ging er auf Hachschara und mit 20 nach Erez Israel, wo er an den verschiedensten k o 1 o nisatorischen U n t ernehmen teilnahm. Seine “militaerische Karriere” begann im Jahre 1926, in dem er in die Franzoesische Fremdenlegion eintrat, wo er bis zum Leutnantsgrad befoerdert wurde. Mach Erez Israel zurueckgekehrt, widmete er sich der aalmach (Stosstruppe der Hagana). Waehrend der Unruhen von 1936 wurde er nach Europa entsandt, um Waffen zu kaufen; dabei wurde er auf Reise durch Deutschland verhaftet und xrst, nach einem Jahr gelang 3s ihm, seine neue Ausreise zu erlangen. Zurueck in Erez, wurde er von den Englaeniern verhaftet, die ihn jeloch 1939 freiliessen, um ihn xls Rekrutierungsoffizier einzusetzen. 1940 ernannte ihn lie Hagana-Leitung zum Di- ■ektor des Sicherheitsdienstes. 1944 wurde er nach Frankreich entsandt, um juedische Waisenkinder zu retten und die “illegale” Aliia zu organisieren. 1945 rief man ihn zurueck und berief!hn auf den Posten des Operationschefs der Palmach. Beruehmt wurde Saltiel im Februar 1948 als Verteidiger von Jerusalem. Nach den Feindseligkeiten, wurde er zum Generalinspekteur der ‘Zvat Hagana Israel” ernannt und ist als solcher einer der hoechsten Offiziere des Landes. Waehrend seiner Anwesenheit hat er mit der hiesigen leeresleitung Fuehlung gexommen und auch Kontakt nit der Kollektivitaet hergetellt. Konzert - Veranstaltung ier S.C.I. “B’ne Jisroel” Am Sonnabend, den 6. Au- "ust, Abends 8.30 Uhr, findet 'in Konzert statt, das die l’ne Jisroel im Rahmen ihres Kulturprogrammes veranstaltet. Ausgezeichn ete juedische und chilenische Vokal- und Instrumenta 1kuenstler wirken dabei mi+ und ausserdem buergt aucl die Vielseitigkeit des Pro gramms (Arien aus bekannten Opern und Oratorien, Lieder, Duette, Cellostuecke) fuer einen genussreichen Abend. Wegen Einzelheiten verweisen wir auf die besondere Bekanntmachung im Anzeigenteil dieses Blattes. Zionisten-Kongress in Montevideo Der fuer den 9. Juli angesetzte Zionisten-Kongress von Montevideo, an dem Delegationen von Argentinien, Brasilien, Chile, Uruguay, Peru, Bolivien und Paraguay teilnehmen sollten, ist auf ein noch nicht festgesetztes Datum vertagt worden. Aus der Repräsentanz Am 5. Juli fand eine Sitzung des Repräesentanten- Kollegiums statt, in der Herr León Rosenthal einen Bericht des Vorstandes erstattete, aus dem Folgendes hervorzuheben ist: Die zweite Innere Bauanleihe hat vorlaeufig ein Ergebnis von rund einer Million Pesos erbracht. Die bereits seit einiger Zeit im Gange befindliche Aktion, die auf eine freiwillige Erhoehung der Mitgliedsbeitraege hinzielt, hat weiter gute Fortschritte gemacht. Um die Campaña Unificada 1948 endgueltig zum Abschluss zu bringen, schlaegt das Direktorium vor, denjenigen, die sich bisher aus Zahlungsunwilligkeit nicht an der Campaña beteiligt haben, eine letzte Aufforderung in Form eines eingeschriebenen Briefes zu uebersenden, der folgenden Wortlaut haben soll: “Da Sie auf die diversen Aufrufe zur Beteiligung an der Campaña Unificada nicht reagiert haben, gestatten wir uns, Ihnen mitzuteilen, dass die Campaña-Zentrale Sie in der August-Ausgabe des Boletín Informativo der S. C. I. “B’ne Jisroel” und im “Mundo Judío” namentlich zur Beteiligung an dieser Aktion auffordern wird, falls Sie nicht bis Redaktionsschluss dieser Blaetter, am 15. Juli, in unserem Sekretariat Ihre Zeichnung vollziehen oder uns stichhaltige Gruende fuer deren Ablehnung angeben”. Herr Dr. Hirschberg verlas die Namen der in Frage kommenden Personen und gab ausfuehrliche Erklaerungen ueber die Gruende ab, die den Vorstand veranlasst haben, derartige Massnahmen vorzuschlagen. Der Antrag des Direktoriums wurde einstimmig genehmigt. Der Schatzmeister der Gemeinde, Herr Alfredo Feldmann, beantragte im Namen des Vorstandes, die z. Zt. auf dem Konto des Hilfswerks fuer die Judennot in der Welt zur Verfuegung stehenden Gelder gemaess ihrer Zweckbestimmung zu verteilen. Der Antrag wurde von der Repraesentanten - Versammlung genehmigt. Anschliessend berichtete Herr Dr. Landau als Vorsitzender der Kulturkommission, dass auch seit der letzten Sitzung wiederum verschiedene Ver anstaltungen stattgefunden haetten und dass fuer Anfang August ein Vokal —und Instrumental— Konzert geplant sei, bei dem namhafte Kuenstler mitwirken wuerden. Herr Nuta Nebenschoss berichtete ' ueber unsere Mitarbeit im Departamento K. K. L. der Federación Sionista. Herr Juan Bab gab einen Ueberblick ueber die Arbeiten des Comité Representativo. Es wurde beschlossen, die mit diesen Arbeiten zusammenhaengenden Fragen einem besonderen Gremium aus Mitgliedern des Vorstandes und unseren Delegierten im Comité Representativo zur weiteren Beratung zu ueberweisen. Als Delegierter der Gemeinde in der Hias berichtete Herr Bab, dass die Hias im Rahmen ihrer Aktion zur Einkassierung ihrer Aussenstaende sich an die verschiedenen Organisationen mit der Bitte um Mitarbeit gewandt habe, die auch unsererseits zugesagt worden sei. Auf Vorschlag des Vorsitzenden, Herrn Dr. Alfred May, wurde diese Angelegenheit einem engeren Ausschuss ueberwiesen. Veranstaltungen der Gemeinde Am Sonntag, den 10. Juli feierte unsere Gemeinde den 5-jaehrigen Gruendungstag des Vaad Hajinuj. Nach Eroeffnung des Praesidenten unserer Gemeinde, Dr. Hirschberg nahm der Praesident des Vaad Hajinuj das Wort. Nach einem Ueberblick ueberdie Schwierigkeiten, mit denen der Vaad Hajinuj in den ersten Jahren zu kaempfen hatte und den Erfolgen, die erreicht worden sind, betonte Herr Flatau die stete Mitarbeit, die er immer seitens des Direktoriums der S. C. I. gefunden hat. Mit absolutem Recht gab er jedoch seinem Bedauern Ausdruck, dass noch viel zu wenig Kinder unseres Sektors, Schueler der Juedischen Schulen sind und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die S. C. I. in Zukunft dem Vaad Hajinuj helfen werde, das Schulwerk auszubauen. Nach Vortraegen Seitens der Schueler der beiden juedischen Schulen und sehr sympathischen hebraeischen Gesaengen der sehr talentierten Saengerin, Dina Gutkin, beschloss der Vize-Praesident Dr. Landau, die Versammlung. Dr. Landau dankte im Namen der S. C. I. den Direktoriums-Mitgliedern des Vaad Hajinuj fuer ihre unsrmuedliche und begeisterte Arbeit fuer das juedische Schulwerk in Santiago. Am Sonntag, den 17. Juli fand eine gemeinsame Veranstaltung der S. C. I. und der Unión Sionista statt, die dein Gedenken Theodor Herzls und Chaim Nachman Blalik gewidmet war. Nach Begruessúng durch Dr. Hirschberg nahm Herr Dipl. Ing. F. Strasser das "Wort "zu dem Thema “Herzl und der Antisemitismus”. In seinen interessanten Auszehrungen analysierte Herr Strasser-das Judenproblem in der Heimatstadt Herzls in Budapest und kam so zu einer Darlegung des Problems des Antisemitismus und seiner Wurzel, um schliesslich die Lpesung, die Herzl diesem Problem durch seine Broschuere “Der: Judenstaat” gab, zu analysieren. Dr. Egon Rosenfeld sprach weiterhin ueber Herzl und der Judenstaat. In seinen klar durchdachten Auszehrungen und begeisternden Schilderungen gab Dr. Rosenfeld eine Analyse des Werdegangs Theodor Herzls und dessen, was sich aus seinen Trauemen, die zum Judenstaat Zehrten, entwickelt hat. Zum Schluss charakterisierte Benjamin Kopfstein Bialik als Dichter der Armut, der in wunderbaren Poesien das Leben des Ghettos gezeichnet und damit die juedische Dichtung revolutioniert hat. Nach Worten des Dankes durch Chawer Nussbaum wurde die Versammlung mit dem Gesang der Hatikwah beschlossen.

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