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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1949-07-01 · 7 (Julio, 1949) · p. Seite 4

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XI (1949)
Issue
7 (Julio, 1949)
Date
1949-07-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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4 BOLETIN INFORMATIVO MONA TSSPIEC E L KANONEN STATT BUTTER Das englische Aussenministerium hat vor aller Weltoeffentlichkeit zugegeben, dass England den arabischen Nachbarlaendern Israels Waffen schickt. Dieser formelle Bruch des durch die Vereinigten Nationen dekretierten Waffenembargos nach dem Mittleren Osten wird mit drei Argumenten beschoenigt: Erstens: Man habe den Vermittler Dr. Bunche konsultiert. Zweitens: Auch Israel koenne Waffen gleicher Art und unter den gleichen Bedingungen erhalten. Drittens: Es handle sich nur um Waffen kleinen Kalibers, ausschliesslich zur “Aufrechterhaltung der inneren Ordnung” bestimmt. Zu Nummer Eins ist zu sagen: Im teressant an dieser diplomatischen Nachfrage ist nicht die Tatsache, dass man sie gestellt hat, sondern ob und wie sie beantwortet worden ist. Aber da schweigt des Saengers Hoeflichkeit, denn Dr. Bunche schweigt sich aus und scheint weit davon entfernt zu sein, seine Zustimmung gegeben zu haben. Aber selbst wenn er sie gegeben haette, duerfte es Mr. Bevin nicht entgangen sein, dass Dr. Bunche die Funktionen eines Vermittlers bereits seit mehr als einem Monat an die Schlichtungskommission uebertragen hat. Warum hat Mr. Bevin also nicht bei der zustaendigen Stelle —statt bei einem einfachen Privatmann— nachgefragt? Hindert ihn sein angeborenes Zartgefuehl daran in einem Moment, in dem dieselbe Schlichtungskommission in Lausanne aeusserst delikate Friedensverhandlungen leitet? Wenn dem so ist, bleibt noch die Frage offen: Warum macht er dann der Weltpresse ueberhaupt in diesem Moment von Waffenlieferungen Mitteilung, statt sie mit der gleichen Heimlichkeit fortzufuehren, deren er sich waehrend eines ganzen Jahres befleissigt hat? Das grosszuegige Angebot, Israel die gleichen Waffen zu liefern, ist nicht weniger fadenscheinig. Erstens einmal hat Israel allen Grund anzunehmen, dass seine selbstfabrizierten Waffen denen aus England importierten ueberlegen sind. Zweitens denkt seine Regierung gar nicht daran, die widerrechtlich in London gesperrten Guthaben zur Hebung der englischen Exportindustrie zu verwenden. Und drittens wird in Israel, wenn man auch keine sozialistische Regierung hat, wie das in England der Fall sein soll, die Ordnung mit anderen Mitteln aufrechterhalten. Was nun die Aufrechterhaltung der Ordnung in den arabischen Laendern anbetrifft, so scheint es ratsam, diese —anstatt sie “aufrechtzuerhalten”— erst einmal herzustellen. Zu diesem Behuf gibt es bestimmt Fachleute, die gerne bereit waeren, Mr. Bevin eine Liste von zweckdienlichen Waren auszuhaendigen. Waffen wuerden darauf gar nicht stehen. Wohl aber landwirtschaftliche Maschinen, kuenstliche Duengemittel, Arzneien und ABC- Buecher. I MP R E NTA GERT HAND SAN DIEGO 645 L O C A L 13 CASILLA 9 3 61 FONO 74886 STATE DEPARTMENT GEGEN TRUMAN? Der vergangene Monat hat zwei neue Stellungnahmen des nordamerikanischen Aussenamts gebracht, die zu der letzthin eingeschlagenen pro-israelischen Linie im Widerspruch stehen. Der Vorsitzende der Schlichtungs - Kommission Mark Ethridge, der ein persoenlicher Freund des Praesidenten Truman ist, trat waehrend der Verhandlungen von Lausanne zurueck und wurde durch den Mittelost-Spezialisten des State - Department, Raymond Hare, ersetzt. Mr. Hare brachte neue Instruktionen mit und befuerwortete sofort nach seiner Ankunft die arabische Forderung, wonach die Frage der Wiederaufnahme der Fluechtlinge eine Vorbedingung fuer die weiteren Friedensverhandlungen ist. Fast gleichzeitig wandte sich das State-Department direkt nach Tel Aviv, um bei der israelischen Regierung ob der Nichterfuellung des UN-Beschlusses betreffend der arabischen Fluechtlinge zu protestieren. Dieser direkte Schritt ist vielleicht noch bedeutungsvoller als die Drehung um die eigene Achse in Lausanne, da in rein formaler Hinsicht ueberhaupt keine Grundlage dafuer existiert, dass irgendein bestimmter Staat einen anderen an die Erfuellung vor der U.N. eingegangener Verpflichtungen erinnert. Mit dem gleichen Recht haette Nicaragua oder Jugoslawien protestieren koennen. Praktisch gesehen, besteht jedenfalls leider kein Zweifel daran, dass im State-Department immer noch maechtige anti-israelische Interessengruppen am Werk sind. Es waere ausserordentlich zu begruessen, wenn es gelingen wuerde, den Präsidenten Truman neuerdings an dieser Situation zu interessieren. Schliesslich und endlich steht es ihm verfassungsmaessig zu, die Aussenpolitik zu bestimmen. Das State Department hat sie lediglich auszufuehren. DER SORGLOSE OHNESORGE Herr Dr. Wilhelm Ohnesorge, Mitgliedsnummer 42 der N.S.D.A.P., also sozusagen “Alter Kaempfer”, Gruender ersten N.S.—Ortsgruppe Dortmund, 1933 Staatssekretaer, ab 1937 Postminister des Dritten Reichs, ausserdem NSKK-Obergruppenfuehrer wurde von der Spruchkammer von Garmisch-Partenkirchen verurteilt. So wie das heute in Deutschland ueblich ist: drei Jahre lang darf er keine gehobenen Stellungen bekleiden und ausserdem werden ihm nur DM 10.000.— seines Vermoegens belassen. Herr Ohnesorge hat natürlich gegen dies allzu harte . Urteil Berufung eingelegt. Er kann ohne Sorge sein. Der Herausgeber des “Stuermer”, ein Subjekt namens Vilmy, der an Streichers Schmutzblatt die bescheidene Summe von zwei Millionen sechshunderttausend Reic h s m a r k verdiente, ist zum “Mitlaeufer” ernannt worden und zur Strafe von DM 2.000.— (jawohl: zweitausend!) verurteilt. Der Herr Mitlaeufer gaebe vielleicht einen ausgezeichneten Propagandaminister in einem eventuellen Kabinett Papen-Schacht- Ohnesorge ab. Fuer die weiteren Ministerposten kaemen Doenitz, Schwerin-Krosigk und Weizsaecker in Frage. Und auch fuer Ilse Koch duerfte noch ein Posten im Justiz-Ministerium zu haben sein. STREIFLICHTER THEODOR HERZL Wieder einmal jaehrt sich der Todestag Theodor Herzls, der in Israel zum Staatsfeiertag erklaert worden ist. An diesem Tage, am 20. Tamus, stattet das juedische Volk dem Manne seinen Dank ab, der durch seine visionaere Gestalt und durch seine “Utopie” dem juedischen Volke seine Stellung als Gleicher unter Gleichen unter den Nationen der Erde wiedergegeben hat. An seiner Gestalt bewahrheitet sich das Wort unserer Weisen “Ein Traum ist ein Sechstel einer Newuah” —Prophetie!— Sein Traum enthielt alles, was uns auch unsere Propheten charakterisierte: Der Mut, dem Volke die Wahrheit zu sagen, auch wenn es eine bittere Wahrheit ist. Der Trotz, gegen Fuersten und Koenige aufzustehen. Der Wille zu sozialer Gerechtigkeit, die sich am juedischen Volke und in seiner Mitte erfuellen $oll. Noch nie ist Herzls so viel gedacht worden wie im vergangenen Jahre, Aber an diesem Tage erneuert sich seine erhabene Gestalt inmitten des juedischen Volkes und wird zur Kraftquelle fuer die Zukunft. Juden der Welt soll eine Anleihe zu Gunsten der Immigration gemacht werden. Die Anleihe soll den “kleinen” Betrag von 150 Millionen Dollar umfassen und es wird angenommen, dass die juedischen Massen in aller Welt sie auf das Staerkste unterstuetzen werden. Das Budget der Jewish Agency fuer das kommende Geschaeftsjahr ist auf £ 51 Millionen, das sind 150 Millionen Dollar festgelegt worden. Davon sind 16 Millionen fuer Immigration bestimmt, 17 Millionen fuer Kolonisationszwecke, 6 Millionen fuer Wohnungsbauten, 4 Millionen fuer Jugend-Alija, 1,5 Millionen fuer die Entwicklung und Heilung des Herzens des juedischen Volkes, fuer Jeruscholajim. Dieses Budget ist der einzigen grossen Aufgabe gewidmet, der das juedische Volk heute dient, Kibbuz-Galujoth, die Sammlung der Zerstreuten. Allein aus diesem Budget werden unsere Freunde erkennen, welch ungeheure Wichtigkeit solchen Aktionen wie der Campaña Unificada zukommt. Ein Jeder von uns muss darum immer wieder sich aufs Neue anstrengen, um seine Pflicht zu erfuellen. SEITE DER JUGEND JUEDISCHE REGIERUNG- JEWISH AGENCY In Jerusalem haben kuerzlich die juedische Regierung und die Jewish Agency zusammengeschlossen im Aktionscomite gemeinsam getagt. Es war eine Sitzung von entscheidender Bedeutung. Alle Probleme, die uns bewegen, wurden dabei zur Sprache gebracht- Wie das Verhaejjtnis zwischen Israel und der zionistischen Bewegung gestaltet werden soll, die Probleme, die die Aufnahme der Olim nach Israel , mit sich bringt, das Wohnungsproblem in Israel, usw. Jeder Punkt waere wert und interessant, fuer sich analysiert und besprochen zu werden. Aber von allgemeiner Bedeutung scheint mir ein Projekt zu sein, das dem Aktionscomite vorgelegt worden ist: Unter allen Zum ersten Male erscheint in dieser Nummer eine Jugendseite; eie dient einem doppelten Zweck: Einmal dem Leso*’ -»*** orc'x¡3*¡ nnacrci arbeitswilligen Jugend zur Kenntnis zu geben, zum anderen unserer Jugend die Moeglichkeit zu vermitteln, das auszusprechen, was sie in diesen Jahren unserer Geschichte beseelt und bewegt. Wir freuen uns, dass Pressekommission und Direktorium unserer Gemeinde dieser neuen Einrichtung in unserem Gemeindeblatt Raum gewaehren und wir hoffen, dass diese Seite Zeugnis ablegen wird von dem Willen unserer Jugend, zur Entwicklung und Gestaltung unserer Gemeinde, der zionistischen Bewegung und damit fuer Israel und das juedische Volk beizutragen. Observador DER VATIKAN, SCHLECHT INFORMIERT Der bereits traurig beruehmte Pater Albert Gori hat neuerdings phantastische Erklaerungen ueber angebliche Uebergriffe der israelischen Regierung und Bevoelkerung gegen heilige Staetten und Gueter der katholischen Kirche abgegeben. Die Unterstellungen des Priesters Gori, der bezeichnenderweise ueber die systematische Zerstoerung der Jerusalemer Altstadt und ihrer unzaehligen Heiligen Staetten durch seine Volksgenossen von der Arabischen Legion geschwiegen hat, koennten allerdings jeder Bedeutung entbehren. Haben doch bereits eine grosse Anzahl Katholiken und Christen anderer Konfessionen Israel besucht und alle bestaetigt, dass die israelischen Autoritaeten allen Religionen die groessten Garantien zur Durchfuehrung des Kultus und Erhaltung der Gueter gewaehrt. So hat u. a. der Revd. Thomas J. Mc Mahon von der Katholischen Universitaet von Fordham erklaert: “... ich fand, dass die von der israelischen Regierung ausgewaehlten Maenner, die mit unseren Institutionen Kontakt haben, Maenner einer tiefen religioesen Bildung, grossen Charakters und ehrlichen Verstaendnisses sind. Strassenbild aus Nazareth: Frieden und gegenseitiger Respekt zwischen drei Religionen in Israel. Ihr wirkliches Gewicht erhalten aber die Phantasien des Pater Gori dadurch, dass leider bestimmte Stellen des Vatikan sie fuer bare Muenze genommen haben. Es waere sehr zu bedauern, wenn eine solch hohe geistliche Autoritaet, wie sie der Vatikan fuer viele Millionen von Menschen darstellt, sich durch eine einseitig-interessierte und wissentlich falsche Information irrefuehren Hesse.

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