Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XI (1949)
- Issue
- 4/5 (Abril/Mayo, 1949)
- Date
- 1949-04-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFORMATIVO 5 MONATSSPIEGEL SKANDAL IN NUERNBERG Die Weltpresse hat mitgeteilt, dass die “Nuernberger Aera” zu Ende ist. Diese Aera begann im Jahre 1945, als die siegreichen Alliierten, im Namen einer vor den noch frischen Massengraebern des Naziregimes erschuetterten Welt, die Stadt Nuernberg —Stadt der Nazi-Parteitage, der Rassengesetzgebung und des Bluthundes Streicher— zur Staette der Suehne auserwaehlten. Dort sollten die Schuldigen gerichtet werden. Niemand konnte auch nur den geringsten Zweifel ueber das Schicksal hegen, das die bestialischsten Massenmoerder aller Zeiten erwartete, denn nur die exemplarische Hinrichtung all der zehntausende Henker, die —vom SS-Gruppenfuehrer aufwaerts— fuer die grauenvolle Vernichtung des europaeischen Judentums, fuer die ruecksichtslose Durchfuehrung des “totalen Kriegs” und fuer die ganzen zwoelf Jahre des wissenschaftlich organisierten Greuels verantwortlich waren, konnte jedem normal denkenden und fuehlenden Menschen als gerecht erscheinen. Diese Aera geht zu Ende im Jahre 1949 und die verantwortlichen Behoerden gehen im Vollgefuehle erfuellter Pflicht, nach Hause. Dazwischen liegen vier Jahre, die eine schier unglaubliche Entwicklung mit sich gebracht haben. Sie begannen mit einem Riesenprozess gegen die sogenannten Hauptschuldigen —im Ganzen sage und schreibe 21!—, der anderthalb Jahre dauerte und dessen buerokratische und verklausulierte Rechtsprechung absolut nicht dazu an. getan war, eine klare Idee vom Umfang der Schuld zu geben, die diese Verbrecher auf sich geladen hatten. Waehrend der Dauer dieses Prozesses konnte kein anderer begonnen werden und als er zu Ende war, ja... da hatte sich schon vieles geaendert. Unter anderem hatte da bereits Deutschlands “Demokratisierung” solche Fortschritte gemacht, dass mancher Obernazi statt auf der Anklagebank auf einem hohen Verwaltungsposten sass; da war bereits das “Fraternisierungsverbot” mit Deutschen aufgehoben und so manche BDM-Bestie hatte einen edlen Beschuetzer; da schlugen sich Ost und West bereits um die Gunst des germanischen Kriegsgotts und Hitlers Wissenschaftler wurden in den Ural und nach Oak Ridge eingeladen; da waren bereits die anti-kapitalistischen beziehungsweise antikommunistischen Schlagworte der Nazis wieder in Mode und ihre Autoren bekamen Druckpoestchen in der “Sozialistischen Einheitspartei” oder der “Christlich-Demokratischen Partei”, je nach Bedarf; da war eben bereits alles schon “nicht mehr so schlimm” oder “halb vergessen”. Und so fingen die Herren Schacht, Papen und Thyssen wieder an. frech zu werden, Goebbels’ Kulturpropagandist Gieseking trat eine Weltreise an, der “Gleichschalter” Rudolf Kircher gruendete demokratische Zeitungen und Frau Ilse Koch, alias die Bestie von Buchenwald, die jetzt mangels Bechern aus Judenhaut auch aus Porzellan trinkt, bekam von General Clay ihre Gefaengnisstrafe ermaessigt. Nun, und jetzt wurde diese so ruhmvolle Aera mit einem zweiten und letzten grossen Prozess abgeschlossen. Die Welt ist abgestumpft und niemand wunderte sich ueber das Urteil. Der Herr Baron Ernst von Weizsaecker wurde fuer schuldig befunden, 6.000 franzoesische Juden in die Gaskammern von Auschwitz geschickt zu haben, an den Vergasungen von Juden im allgemeinen mitschuldig zu sein und den Angriffskrieg gegen Polen mitvorbereitet zu haben. Das Urteil lautete auf sieben Jahre Gefaengnis. Davon hat er bereits mehr als die Hälfte abgesessen. Der SS-General Berger, der Hunderttausende von Juden auf dem Gewissen haetfce, wenn er eins besaesse, soll 25 Jahre Gefaengnis bekommen, sofern er nicht begnadigt wird. Fuenf Jahre Untersuchungshaft werden ihm angerechnet. 6.000 Juden und ^sieben Jahre... "W Welt ist abgestumpft. Aber das Blut ist noch frisch und es schreit zum Himmel! FRUCHTBARER HALBMOND Wenige Tage vor dem dritten Jahrestag der Unabhaengigkeit Syriens wurde die Regierung von Damaskus durch einen Militaerputsch hinweggefegt. Der Generalleutnant Husni Bey Zaim proklamierte sich zum Chef des neuen Regimes und gab eine Anzahl chauvinistischer Erklaerungen ab, die auch gewisser Spitzen gegen Israel nicht entbehrten. In Tel Aviv wurden jedoch sowohl der Putsch wie auch die Erlaeuterungen seines Autors mit einer Ruhe aufgenommen, die fast an eine provozierende Gleichgueltigkeit grenzte. Und siehe da, der neue Herr von Damaskus ging weder von den Worten zur Tat noch wurden die Waffenstillstandsverhandlungen abgesagt, denen der unfreiwillig scheidende Premier zugestimmt hatte. Tatsaechlich ist die Bedeutung des syrischen Staatsstreichs mehr als alles andere, inner-arabischer Natur. Fuer uns ist es bestenfalls interessant zu sehen, wie labil noch die politischen Verhaeltnisse in den feudalen Nachbarstaaten sind, und dass starke organisierte Parteien —trotz Parteienzwist und Hader— fuer eine wirkliche Demokratie unentbehrlich sind. Im arabischen Lager hat sich jedoch, zumindest momentan, das Gleichgewicht verlagert. Syrien war bisher, zusammen mit dem Libanon und Aegypten, ein Bollwerk gegen Abdullas (und Bevins) Ehrgeiz, den Irak, Transjordanien, Ostpalaestina. Syrien und Libanon unter seiner Krone zu einen neuen “Gross-Syrien” zu vereinigen. Bey Zaim scheint dieser Idee jedoch nicht abgeneigt zu sein und die Panik, die in der libanesischen Hauptstadt bei seinem Regierungsantritt ausbrach, deutet darauf hin, dass man ihn in Beirut kennt. Natuerlich haengt alles davon ab, wie lange dieser Machthaber sich des neuen Glanzes erfreuen mag. Bisher hat er nur einige Fuehler ausgestreckt und so sprach man anlaesslich des Besuchs des Aussenministers von Irak ueber den “Fruchtbaren Halbmond”. Gemeint ist damit, in der blumenreichen Sprache unserer Nachbarn, der Plan von Gross-Syrien. ZURUECK IN DIE KOMMISSION Mit 31 gegen 18 Stimmen beschloss die Vollversammlung der Vereinigten Nationen, das Aufnahmegesuch Israels an die Politische Kommission zu ueberweisen. In dieser Kommission gelangte das Gesuch auf den letzten Punkt der Tagesordnung und wird somit wahrscheinlich nicht vor der naechsten Sitzungsperiode im September ds. Js. behandelt werden. Fuer die sofortige Aufnahme Israels durch die Vollversammlung, ohne weitere und absurde Verzoegerungen, stimmten beide Grossmaeehte und einige bewaehrte Freunde Israels, u. a. auch Chile. Fuer die Verzoegerung sprachen sich die nordischen Staaten aus, deren Sprecher Rasmussen (daenischer Aussenminister) die Aufnahme Israels in einen dunklen Zusammenhang mit der Emordung Bernadottes brachte, die anglo-arabische Front und einige suedamerikanische Staaten. Die beiden letzteren Gruppen brachten unmissverstaendlich zum Ausdruck, dass sie die Aufnah me Israels von der International! sierung Jerusalems abhaengig machen wollen. Das zeitliche Zusammentreffen weltlicher und geistli eher Stellungnahme zu dieser Frage kam in dem Oster-Hirtenbrief des Papstes zum Ausdruck, in dem der Vatikan sich energisch fuer die Internationalisierung der Heiligen Stadt aussprach. Tatsaechlich kann man nicht leugnen, dass die Internationalisierung Jerusalems im Rahmen des Beschlusses vom 29. November 1947 von den Juden angenommen worden war. Die NU ist jedoch seither von diesem Beschluss immer mehr abgerueckt und seine wesentlichsten Teile konnten nur durch die Waffen Israels durchgefuehrt werden. Als ein Ganzes existiert jedoch dieser Beschluss nicht mehr —wie von unzaehligen Beispielen unter ande rem die Nichtgruendung des vorgesehenen arabischen Staates beweist' und ebenso wenig wie die NU, ist Israel an ihn gebunden. Im Gegenteil hat die Erfahrung gelehrt, dass die Isolierung Jerusalems vom juedischen Staat untragbar ist und dass die 100.000 Bewohner der Neustadt im engsten Kontakt mit dem Rest des Staates leben muessen und des sen Schutz benoetigen. Keine Kommission der NU und kein Versammlungsbeschluss hat sie vor Abdullas Horden gerettet, sondern die Hel dentaten der Hagana, der Bau der “Burma-Strasse” und die unerschuetterliche Solidaritaet Israels. Es ist ein Treppenwitz der Weltgeschichte, dass die gleiche Macht, die ihre arabischen Soeldnerheere zur Zerstoerung der Heiligen Stadt; aussandte, jetzt heuchlerisch ihrej Internationalisierung zum Schutzei “der Interessen der Christenheit” verlangt. Das Beispiel Nazareths beweist, wie eine juedische Verwaltung fremde Religionen zu respektieren versteht und keine interessierte Propaganda wird verhindern koennen, dass Jerusalem ein weiteres Beispiel wird. Seit drei Wochen funktionieren bereits fuenf Ministerien der israelischen Regierung in der zukünftigen Hauptstadt und das Aussenministerium hat den darauf erfolgten Protest der “Schlichtungskommission’ ’der UN zurueckgewiesen. Im geeigneten Moment wird die gesamte Regierung von Tel Aviv nach dort verlegt werden. Israel hat zweitausend Jahre lang darauf gewartet, von den Voelkern als Volk anerkannt zu werden. Israel wird bis September warten koennen. Und wenn es nicht im September dieses Jahres, sondern im September naechsten Jahres sein sollte und die UN, was wir im Interesse des fWeltfriedens hoffen wollen, noch 1 ixistieren sollte, so wird Israel bis (September naechsten Jahres warten. Aber Jerusalem hat es zweitausend ¡Jahre lang im Herzen getragen. Jerusalem hat es vor einem Jahre geigen eine gewaltige Uebermacht verteidigt. Jerusalem ist keine Ware und kein Kaufpreis. Jerusalem ist die Ewige Hauptstadt Israels. VERANTWORTUNGSBEWUSST Beinahe einstimmig hat die Internationale Fluechtlings-Organisation (IRO) beschlossen, neun Millionen Dollar fuer die Uebersiedlung juedischer Fluechtlinge aus Europa nach Israel beizusteuern. Beinahe... denn der englische Delegierte stimmte als einziger dagegen. Er fuehrte aus, dass es ungerecht ist, Juden nach “Palaestina” (sic!) zu bringen, bevor man die arabischen Fluechtlinge dort wieder angesiedelt habe. Man kann dem Herrn nicht absprechen, dass er ein hohes Verantwortungsbewusstsein besitzt. Die juedischen Fluechtlinge sind ein Opfer von Hitlers Politik. Die arabischen sind ein Opfer von Bevin. Was liegt naeher, als zuerst fuer den Schaden einzustehen, den man selbst verursacht hat?! ATSCHEKA I MPRE N TA GERT HAND - *■--i>’ - . \ V; " ‘ V•• SAN 3ilEGÖ!64S; SAN .JDI E G O } : X a, ' C A sVl, L'A 61 F-Ö;N; Ö J* 7 4 8 8 .6;' ' WH () Dr. B. OLTENDORF aproblert in Chile und Deutschland INTERNIST. Sprechstunden: 3-5 und nach Vereinbarung. Arturo Buerhle 069 I Tel. 81401 S I CASA DORETTE S I!—r-—n Ahora GALERIA IMPERIO Local 214 por Agustinas 833 FONO 34487 JOYAS DE SU PROPIO TALLER 3 Hechuras y transformaciones f i REGALOS, MODELOS £ I EXCLUSIVOS. I Krankenpflege, Wochenpflege, Injektionen Penicilina etc., uebernimmt? Dr. Marta Winter I (titulada en Enropa I FONO 81831 Anexo 21 ¿ 9 Casilla 700 | Uebersetzungen IN ALLEN SPRACHEN UEBERNIMMT J. 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