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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1949-03-01 · 3 (Marzo de 1949) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XI (1949)
Issue
3 (Marzo de 1949)
Date
1949-03-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Aparece una vez al mes. REDACCION: 8. C. I. “B’ne Jisroel” Monjitas 690 Tel. 33096 Casilla 2487 i ©glBÄ® (SEDiTOlÄL 3MAEUTA "0TK1E 3ISE01L" T2ol¿tírL% 3nfckjTLcvtbr& miTTEILUHG SBLQTT Administración de avisos: W. LECHNER Clasificador 567. TeL 86603 Por el contenido de los avisos la B’ne Jisroel no se responsabiliza N.o 3 SANTIAGO DE CHILE Marzo de 1919 SYMBOLIK DES PESSACHFESTES 42 Tage und 42 Naechte, vom Sederabend bis eine Woche vor Schewuoth, dauerte, der unvergleichlich heldenhafte Widerstand des Ghettos von Warschau. Zwar sind wir ein altes Volk und sechs Jahre geben noch keinen geschichtlichen Abstand. Aber mit dem gleichen untruegü chen Gefuehl, mit dem das juedische Volk die Bedeutung des Kampfes auf Leben und Tod um seine eigene Erde erfassst hat, mit dem gleichen Gefuehl weiss es: SOLANGE ES JUDEN GIBT, WERDEN SIE DES SEDERABENDS WARSCHAU 1943 GEDENKEN. Seit dem Verlust des nationalen Bodens, 1900 Jahre lang, hat das versprengte Volk der Juden am Pessachfest das “secher l’zias mizrajim”, das Gedenken an den Auszug aus Mizrajim, zum Symbol der Hoffnung auf die Wiedererlangung der nationalen Selbstaendigkeit gemacht. 1900 Jahre lang wurden von Jahr zu Jahr Hoffnung und Anspruch mit den Worten “in diesem Jahre Knechte, im naechsten Jahre freie Menschen im Lande Israel” vorgetragen und von einem Jahrgang dem naechsten als Mahnwort uebergeben. Zu Millionen starben Generationen, ihre Hoffnung wandelte sich in Verzweiflung, ihr Anspruch jedoch ueberdauerte alle Zeiten. Und es geschah das Wunderbare, das in die Unerfuellbarkeit, in den Traum hinausgewiesene Ziel wurde Wirklichkeit. Das schon der Mystik anheimgefallene, fast moechte man sagen, ins Jenseits verlegte, “schanah habaah”, das “kommende Jahr” ist zum realen “schanah haseh”, zu dem von uns erlebten Jahre geworden. Hat damit das Pessachfest von diesem Jahre an seine Symbolhaftigkeit verloren? Wenn es sich ausschliesslich um die Wiedererlangung der politischen Freiheit in Erez Israel handelte, waere die Frage zu bejahen. Dann wuerde das Pessachfest sich auf den Charakter eines Festes der Erinnerung, des “Gedenkens”, zu beschraenken haben, aber seine Symbolik verlieren, das heisst mit seinem Symbol eine Aufforderung zu einer Leistung, zu einer Aufgabe zu bleiben. Um diese Frage zu beantworten, um das wirkliche Symbol des Pessachfestes zu untersuchen, muss man in die Tiefen der menschlichen Kulturentwicklung hinabsteigen. Je tiefer man es tut, desto mehr wird man gewahr, was unterhalb jeder Schicht liegt, und was hinter jeder wahrgenommenen Erscheinung steht. Das Pessachfest war schon vor der Zeit des Auszuges aus Mizrajim in unserer Kulturheimat, dem Mittleren Orient, vorhanden als Fest des Fruehlings, als Fest der neu erwachenden Natur und hatte damit den Charakter des Symbols der Auferstehung angenommen. Der Mensch beobachtete die Wiederkehr und vielleicht auch befuerchtete die Nicht-Wiederkehr der fruchtbringenden Jahreszeit, von der seine eigene Erhaltung abhing. Er war auch bereit, wie es z.B. in Tarsus, der spaeteren Geburtsstadt des Paulus, geschah, den Stadtgott (den “schoenen Juengling Adonis”) zu opfern und dem Boden zu uebergeben, um damit diesen zur Wiedergeburt anzuregen. Und wenn es dann wiedel Fruehjahr wurde, so glaubte das Volk, dass damit auch der geopferte Gott wiederauferstanden sei. Auch das juedische Volk verarbeitete den Eindruck des Phaenomens des Fruehlings und formte daraus eines seiner Symbole. Gemaess der ihm eigenen weitausgreifenden Gottesdeutung, die das Wesen Gottes nicht mit einem einzelnen Naturphaenomen verbindet, sondern die immer nach dem “Hoechsten”, dem “Einzigen” und zugleich “Allen” strebt, verband es die Wiedergeburt der Natur im Fruehling mit dem grossen Ereignis seiner eigenen nationalen Wiedergeburt. So wurde das Pessachfest nicht nur zum “Gedenken an den Auszug aus Mizrajim”, sondern mehr als das, zum Symbol der nationalen Auferstehung. Darum bleibt es auch heute noch und weiterhin fuer uns ein gueltiges Symbol, eine Aufforderung, denn Auferstehung ist mehr als Wiederkehr auf den Boden Palaestinas. Wir sind gewoehnt an den Begriff “Auszug” aus Mizrajim und vernachlaessigen darueber, an den vorausgegangenen Einzug in Mizrajim zu denken. Ein Stamm von besonderer Kultureigenschaft naemlich im Besitz bereits der abstrakten Religionsauffassung der Patriarchen, des “Gottes der Vaeter”, war in Mizrajim eingezogen und hatte sich trotz eines langen Zeitablaufs eine Ahnung seiner Eigenart bewahrt. Er hatte zwar, wie die Geschichte von dem “Goldenen Kalbe” zeigt, einen starken Einfluss der aegyptischen Kultur angenommen, wie z. B. die Verehrung des Apis-Stieres. Er war aber befaehigt geblieben, unter der Fuehrung Moses’ zurueckzukehren zu seiner alten, in seinem Blute als Vaetererbe fortlebenden Geisteshaltung. Damit wurde aus dem Auszug aus Mizrajim mehr als die Wiederkehr nach Kanaan, naemlich eine geistige Wiedergeburt, eine Auferstehung. Auferstehung ist nicht Wiederkommen, Auferstehung ist Wiederwerden. Vor dieser entscheidenden Frage stehen wir jetzt: wird aus dem wunderbaren Wiedereinzug in das Land der Vaeter, den mitzuerleben wir in diesem Jahre begnadigt wurden, das Wunder der Auferstehung werden? Es kommen Juden aus aller Welt jetzt nach Israel. Sie haben zwei Jahrtausende Einfluesse anderer Voelker in sich aufgenommen, sodass der groesste Teil jetzt als Okzidentale auf den orientalischen Boden zurueckkehrt. Sie tragen aber nach wie vor das Jahrtausende alte Erbgut der Vaeter in sieh, wie es Richard Beer-Hofmann dichtete: Blut von Gewesenen-zu Kommenden rollts, Blut unserer Vaeter, voll Unruh und Stolz. In uns sind alle. Wer fuehlt sich allein? Du bist ihr Leben — ihr Leben ist Dein. Jetzt werden die Juden zu erweisen haben, was sie aus diesem Erbgut in der wiedergewonnenen Freiheit zum Auferstehen bringen, zum Neuschaffen juedischen Kulturgutes entfalten werden. Diese Entwickelung wird nach unserer durch die Geschichte autorisierten Ueberzeugung fuer die ganze westliche Menschheit von hoechstem Interesse sein. Fuer uns Juden im Galuth aber wird sie nicht weniger bedeuten als die Entscheidung ueber Leben oder Tod. Darum sind wir es, denen es obliegt, die Voraussetzungen fuer die Entscheidung zum Leben zu schaffen. Wir muessen uns immer wieder klarmachen, dass die sich jetzt vollziehende politische Anerkennung des Staates Israel nicht das Endziel, sondern der Anfang des riesengrossen Unternehmens ist. Es ist erst wie die Geburt eines Kindes, das Kind aber, dessen Geburt allein fuer uns schon soviel bedeutet, muss erst gepflegt und grossgezogen werden. Wie ein_ wirkliches Kind braucht es dazu die Hilfe der' Familie. Die Familie sind wir, wir Juden im Galuth. Wir muessen die Mittel schaffen durch Geldhergabe und Erziehung unserer Jugend zur Alijah, dass Israel sich entwickeln kann zu einem bluehenden Staate, der durch sein Gedeihen die neue Kulturbluete hervorspriessen laesst, die wir als juedische Auferstehung erhoffen und so stark benoetigen. Es ist nichts Neues zu erfinden. Man muss nur herabgehen auf die alten Wurzeln und sie zu neuem Leben bringen, wie es symbolisch geschieht, wenn der neue Staat die Menorah des Titusbogens, des Triumphdenkmals der vermeintlichen Vernichtung der juedischen Kultur, zum Staatswappen bestimmt hat. Das ist juedische Auferstehungssymbolik, in diesem Sinne feiern wir dieses Jahr und weiterhin das Pessachfest. LUDWIG BOEHM (Valparaiso).

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