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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1949-02-01 · 2 (Febrero de 1949) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XI (1949)
Issue
2 (Febrero de 1949)
Date
1949-02-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO B ISRAEL - UMSCHAU STREIFLICHTER Die Freude des Purim-Festes kommt in Taenien und Kostuemen zum Ausdruck. llüitl mM ¿Ai PURIMBALL DER GEMEINDE Wir haben einige Monate geschwiegen, um uns zu erholen, und um auch dem Leser Gelegenheit dazu zu geben. Jetzt nehmen wir wieder unsere Streiflichter auf, die Licht-und Schattenseiten unseres juedischen Lebens beleuchten sollen. Zum ersten Male seit Jahrtausenden duerfen wir Juden mit Stolz sagen, dass mehr Licht als Schatten in der juedischen Welt zu beobachten ist. Das Licht, das von Israel ausgeht, ist so intensiv, dass es alle Schatten ueberstrahlt. Nachdem die Wahlen in Israel gezeigt haben, dass wir trotz aller weltanschaulicher V erschiedenheiten, die oft recht tiefgehend sind, Brueder sind und mit Disziplin und Ruhe gewaehlt wurde, trat am 14. Maerz-15. S c h w a t die K’nesset (Parlament) zusammen. 121 vom Volke gewaehlte Maenner und Frauen, Juden und Araber traten zum ersten Male als rechtmaessig gewaehlte Repraesentanten zusammen, um ueber die Geschicke Israels zu beraten. Damit hat Israel vor aller Welt in demokratischen Formen sein Geschick in seine eigene Hand genommen. Jahrtausende lang wurde der 15. Schwat (Chamischa Assar B’Schwat) als das Fest des Fruehlingsanfangs in Erez Israel begangen. Unsere Mischnah spricht von ihm als dem Rosch Haschanah L’ilanot, dem Neujahrfest der Baeume. Mit diesem Tag beginnt nunmehr ein neuer Fruehling fuer unser Volk. Auf den langen Winter der juedischen Geschichte folgt ein neuer Zeitabschnitt, der das gesamte juedische Volk in berechtigtem Stolz und vef j uengter Hoffnung um seine Medinat Israel vereint. té v'yr- ", ✓ * t V: X Egg# Der 15. Tag im Monat Schewat: Fruehlingsfest der Baeume, Freudentag der Kinder. An diesem Tage wurde das erste juedische Parlament eroeffnet. Die erste bedeutsame Entscheidung hat die K’nesset schon getroffen: die Wahl Prof. Chajim Weizmann zum Praesidenten. Wir sind stolz darauf, an der Spitze einen der bedeutendsten Maenner unserer Zeit zu wissen. Weizmann ist ja nicht nur der Politiker, der entscheidendes zur Schaffung der Medinat Israel beigetragen, sondern auch ein hervorragender Wissenschaftler. Israel verwirklicht das Ideal Platons: Die Philosophen sollen die Koenige sein. Nunmehr wird die K’nesset die Konstitution des Staates beraten und damit der aeusseren Form auch ihren Inhalt geben. Wir sind sicher, dass die Maenner und Frauen unseres Parlaments sich der ungeheuren Verantwortung. die auf ihnen lastet, bewusst sind. Mit dieser Konstitution werden sie Form und Charakter unseres Staates auf Generationen hinaus bestimmen. Damit ist eine schwere Verantwortung vor der Geschichte unseres Volkes iS?! _ t \ mm I "y * ¡PP? W&.-k Prof. Chaim Weizmann, zam ersten Konstitu tionellen Praesidenten von Israel gewaehlt. verbunden, das fuer die erhabendsten Ideale der Menschheit gekaempft und gelitten hat. Basis dieser Konstitution wird das Prophetenwort sein: Zion wird durch Recht erloest und seine Gefangenen durch Gerechtigkeit. Moege die Konstitution den Geist der Torah und der Propheten und die Ideale unserer Weisen wiederspiegeln. Waehrend diese Zeilen in, Druck gehen, beginnt wieder ein Schuljahr. Viele unserer Eltern haben Kopfschmerzen, weil sie nicht wissen, in welcher Schule sie ihre Kinder unterbringen sollen. Ueber alle Schulen wird beraten. Die wenigsten aber denken daran, dass mehr denn je fuer unsere Kinder nur die juedische Schule beziehungsweise der juedische Kindergarten in Betracht kommen sollte. Nur sie allein kann unsere Kinder faehig machen, am Leben unseres Staates ueberall in der Welt aktiv teilzunehmen. Heute ist die juedische Schule ein Teil Israels. In sie muendet das Schoenste und Beste, das Israel zu geben vermag. Sie befreit unsere Kinder von Problemen, denen sie in religioeser Hinsicht in den meisten Schulenoft von den Lehrern, meist von den Klassenkameraden— ausgesetzt sind. In ihr empfaengt der juedische Junge und das juedische Maedel jene Erziehung, die allein befaehigt, in vollem Umfange am juedischen Leben teilzunehmen. Alles andere —wie der Unterricht in der Religionschule— ist eine Notloesung, die nach Lage der Dinge nur Lueckenhaftes bieten kann. Das ist unsere Erfahrung nach 10-jaehriger Arbeit in der Religionschule... Eltern, denkt bei Euren Entscheidungen zuerst an die juedische Schule! Erkundigt Euch, was sie Euren Kindern bieten kann, nehmt in diesen Tagen die Anmeldung vor und ihr werdet im Laufe des Jahres sehen, wie gluecklich Eure Kinder in der juedischen Schule sein werden. -■ In der Geschichte der Menschheit haben leider zu allen Zeiten religioese Differenzen eine oft tragische Rolle gespielt. Die Chroniken des juedischen Volkes legen blutiges Wie bereits in der vorigen Nummer des Gemeindeblattes bekannt gegeben wurde, findet am 26. Maerz im Círculo Israelita unter dem Motto: “Und naechstes Purim im eigenen Haus” ein Ball statt, dessen Reinertrag zu Gunsten des Baues des neuen Gemeindehauses Verwendung finden soll. Um den Teilnehmern eine gute Stimmung zu garantieren, ist ein erstklassiges Ball-Orchester, unter persoenlicher Leitung von Jaime Ceitel verpflichtet worden, der bis frueh in die Morgenstunden fuer gute Tanzmusik sorgen wird. Neben den bereits auf diesen Festen bekannten und erprobten Attraktionen wie Tómbola, Gluecksrad, Kaffeestube, Wuerstchenverkauf sind auch einige neue Ueberraschungen vorgesehen. Die Bar und das Sekt-Zelt sollen besonders gemuetlich ausgestattet werden. Es ist auch eine Tanz-Konkurrenz vorgesehen, ueber Zeugnis davon ab. “Good will” Bewegungen sind nur in den Vereinigten Staaten bekannt. In Palaestina selbst haben die religioesen Feste oft Gelegenheit zu Ausbruechen religioesen Fanatismus gegeben. Darum ist es fuer uns besonders erfreulich —wenn auch nicht ueberraschend— die neuen Wege zu beobachten, die gerade Israel beschreitet. Das offizielle Radio “Kol Israel” wurde am Weihnachtsabend der Himmelfahrtskirche von Nazaret zur Verfuegung gestellt-und Ministerpraesident David Ben Gurion selbst uebermittelte der christlichen Bevoelkerung Israels offizielle Gruesse zu Weihnachten. In der Tat, es gibt viele Gruende zu glauben, dass die Besserung der Beziehungen zwischen den verschiedenen Religionen unter einem juedischen Regime eher moeglich sein wird als unter einem anderen. Vor allem hat das Judentum niemals die Zugehoerigkeit zur juedischen Religion als das einzige Mittel angesehen, um das “Heil” zu erreichen. Da wir von religioesen Problemen sprechen, soll, noch eine andere Frage gestreift werden, die unsere Freunde in USA im Augenblick interessiert und die von schwerwiegender Bedeutung werden kann. Die “Rabbinical Council of America” (Vereinigung der orthodoxen Rabbiner Nordamerikas) hat mitgeteilt, dass Schritte unternommen die am Abend alle Einzelheiten bekannt gegeben werden. Fuer die Dekoration des Saales ist ein auf ' diesem Gebiet besonders erfahrener Kuenstler gewonnen worden. Wir bitten unsere Mitglieder herzlichst wie bei frueheren Gelegenheiten uns wieder mit Spenden fuer Buffet und Tómbola usw. zu bedenken, damit der Abend einen guten Erfolg hat. Zum Schluss seien noch die kaufmaennischen Unternehmen darauf hingewiesen, dass auf diesem Ball Gelegenheit gegeben ist, in origineller Form Propaganda fuer ihre Artikel zu machen. Interessenten koennen hierueber Naeheres im Gemeindebuero erfahren. Wir erwarten unsere Mitglieder und Freunde am 26. Maerz im Círculo Israelita, wo sie ein paar nette Stunden verleben werden und gleichzeitig ein Scherflein fuer unseren Bau beitragen koennen. worden sind, um das Oberrabbinat von Israel als die hoechste religioese Autoritaet fuer alle Juden anzuerkennen. Uns scheint dieser Schritt mit grossen Gefahren fuer die Zukunft verbunden zu sein. In der Geschichte unseres Volkes gibt es kein Beispiel fuer einen derartigen Vorgang. Gewiss haben im Altertum die Chachamim, die in Erez Israel lebten, eine gewisse Sonderstellung besessen, aber niemals ist ihnen eine absolute Autoritaet gegenueber den Chachamim der Diaspora zuerkannt worden. Nur in der Festlegung des Kalenders wurde aus Gruenden der Einheit die Autoritaet Erez Israels respektiert. Um ein Beispiel fuer eine Zentralisierung der religioesen Autoritaet auf eine Person oder auf eine Rehoerde zu finden, muessen wir ausserhalb des Judentums blicken. Die Autoritaet, die von den grossen Rabbanim und Chachamim ausging, beruhte immer auf ihrem Wissen der Torah und in der Weisheit ihrer Interpretation, ob sie in Erez Israel oder in der Diaspora lebten. Nicht eine Person und nicht eine Behoerde darf zur zentralen Autoritaet in religioesen Fragen erhoben werden. Wir hoffen auf die Bildung eines Synhedrions in Israel, das sich aus den bedeutendsten religioesen Per soenlichkeiten unserer Zeit zusammensetzen wird, um all die Probleme, die eine Halachach bietet, zu loesen. OB? rVADOR /

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