Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XI (1949)
- Issue
- 1 ( Enero de 1949)
- Date
- 1949-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFORMATIVO 3 MON A TS SP IE GEL Auszug der Kinder Mizrajims aus Israel Der “Exodus umgekehrt”, von dem Premier Ben uurion kuerzlich sprach, ist aogesetien von dem geschichtlich einzig dastehenden Wunder der Wiedergeburt einer Nation nach zwei Jahrtausenden der Zerstreuung, eine der interessantesten Kuriositaeten. Rabbi Akibas Behauptung, dass “alles schon da gewesen sei”, erhaelt in einer sinnfaelligen Verschmelzung aes ChanuKKa und des Pessach-Erlebnis’ eine neue Bedeutung. Ihre geschichtliche Symbolik zu begreifen, ist heute noch nicht moeglich. Vielleicht wird ein Friedrich Schiller der Zukunft die Geschichte schreiben und vielleicht ein neuer Rabbi Akiba die Symbolik deuten. Einstweilen ist es unsere Aufgabe, bei der Konsolidierung der Ereignissg der letzten zwei Monate unseren bescheidenen Beitrag zu leisten. Und das ist eine stolze Aufgabe . Lu egen haben kurze Beine Zuerst versuchte Mr. Bevin Jen “Erkundungsflug” ueber israelitischem Gebiet zu verbergen, indem er einfach behauptete, er habe nicht ueber Israel sondern ueber Aegypten stattgefunden. Der Pilot Frank Close, der es ja schliesslich wissen muss, plauderte aber im Hospital von Haifa aus, dass er die Grenze weit hinter sich gelassen hatte. Darauf verfiel der englische Aussenminister auf die glorreiche Idee zu behaupten, der Erkundugsflug habe im Einverstaendnis mit der amerikanischen Regierung stattgefunden. Das wurde am gleichen Tag im Namen des States —Department von Mr. Mac Dermott energisch dementiert. Daraufhin liess man, immer munter, verlauten, die Beobachter der U.N. in Haifa seien die Autoren des Flugabenteuers. Worauf Truygve Lie in Person dementierte. Wem kommt dabei nicht in den Sinn: “Luegen haben kurze Beine!”? Tag der “Machtergreifung” Fuer ewig wird der 30. Januar, Tag der “Macntergreixung”, ein Mannstein in aer juediscnen Geschichte sein. Noch klingt uns der Laerm des Fackelzugs der Berliner S. A. in den Ohren, nachdem “Adolf Hitler als , Reichskanzler das Palais des greisen Reichspraesidenten Hinderiburg verlassen” hatte. Und wenn aucn das causendjaehrige Reich” nach zwoelf Jahren, die vor der Weltgeschichte nichts bedeuten, der Nachwelt nur Truemmer und gaehnende Leere I hinterlassen hat, so liegen doch unter diesen Truemmern fuer immer 6 Millionen unserer Brueder begraben. Die tragischsten Jahre der an Tragik reichen Geschichte unseres Volkes begannen an jenem Tag. Nur wer sie nie vergisst, vermag seiner individuellen Rettung einen Sinn zu geben. Und dieser kann nur mit der Sinngebung unseres nationalen Schicksals uebereinstimmen: im Schritt von der Verzweiflung zur Selbstbesinnung, von Auschwitz zum Ghetto von Warschau, vom tragischen wehrlosen Untergang zum dramatischen Kampf um die nationale Wiedergeburt nach 2.000 Jahren. Otto Strasser will heim ins Reich Der Fuehrer der ‘Schwarzen Front”, der mit seinem totgetretenen Bruder Gregor “in allen Fragen, ausser in der radikalen Loesung der Judenfrage” uneinigwar, will heim ins Reich. Zu diesem Behuf ist er in Kanada um Einreiseerlaubnis in die englische Zone eingekommen. Sicher glaubt er, sich dort am meisten zu Hause zu fuehlen. Der erste Bescheid war ablehnend. Er wird sich wohl noch etwas gedulden muessen. Schliesslich hat man doch, unter den schwierigen Verhaeltnissen, noch nicht einmal Poestchen fuer alle ansaessigen Parteigenossen. Venezuela ersucht um Anerkennung Die linksdemokratische Regierung des abgesetzten Praesidenten von Venezuela, Römulo Gailegos, gehoerte zu den ersten, die den Saat Israel und seine provisorische Regierung anerkannte. Als das Militaer-Triunvirat in Caracas die Macht uebernahm, sandte es, hungrig nach internationaler Anerkennung Ansuchen um Fortdauer der normalen diplomatischen, konsularen und kommerziellen Beziehungen an alle Hauptstaedte. Unter anderem nach Tel-Aviv. Wir wiSSen noch nichts ueber die Antwort unseres Aussenministeriums. Unsere Regierung steht vor der Alternative, entweder einen militärischen Staatsstreich gutzuheissen oder aber sich die herzerfrischende Genugtuung zu versagen, jemanden anzuerkennen. Wie man sieht, ein schweres Problem. Aber schoen ist es, endlich auch vor solchen Problemen zu stehen! Marshall geht Kein Jude wird ihm eine Traene nachweinen. Als im Jahre 1944 der amerikanische Senat eine Palaestina Resolution zwecks Aufnahme von 100.000 Fluechtllngen behandelte, vereitelte er die Debatte in seiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber des Heeres und aus “strategischen Gruenden”. Nachdem Praesident Truman den U.N. Beschluss vom 29. November eifrig unterstuetzt hatte, veranlasste er Ende Maerz den Rueckzug der Unterstuetzung des Teilungsbeschlusses, der zu der fruchtlosen Sitzungsperiode vqp April-Mai 1948 fuehrte. Als Israel von allen Seiten ueberfallen wurde, hiel er am Waffenausfuhrverbot fest. In der Septemberversammlung der U.N. setzte er sich spontan fuer die Annahme des letzten Bernadotte— Plans ein. Die endgueltige Anerkennung Israels verschob er bis “nach den Wahlen” wobei er im unklaren liess, ob nach den Wahlen in U.S.A. oder nach den Wahlen in Israel. Da diese zuguterletzt spaeter stamanaen, zog er vor, diese gemeint zu’ haben. Geburtstag des K.K.L. J.anuar ist der Geourtsmonat des Juedischen National-Fonds. Seit 47 Jahren ist der Keren Kajemeth Wegbereiter der juedischen Kolonisation. Keiner Organisation ist wie dem Keren Kajemeth eine solch ungeheure Verantwortung teil geworden in der Frage der Ansiedlung von Fluechtlingen, der Demilitarisierung von Soldaten, der Ernaehrung des Jischuw, der Urbarmachung der Wueste, der Aufforstung, Melioration und Bewaesserung, der staedtischen und laendlichen Planung, der Eroberung des Bodens “als unveraeusserlichen Eigentums des ganzen juedischen .Volkes”. Fast eine Millions Dunams, die Haelfte des juedischen Bodenbesitzes innerhalb und ausserhalb der Grenzen Israels, sind “Eigentum des ganzen Volkes” und werden in seinem Namen und im Namen der sozialen Forderungen unserer groessten Propheten verwaltet. Wer sich die Muehe macht, auf einer einfachen Landkarte festzustellen, dass die Grenzen der juedischen Siedlung mit den Grenzen Israels weitgehend uebereinstimmen, der kann nicht umhin festzustellen, dass es lange vor der Untersuchungskommission und der Spezialkommission und der Vollversammlung, niemand anders als der Keren Kajemeth Lejisrael war, der den Vereinigten Nationen die Grenzen unseres Staates diktierte. Wohl gibt es reichere Fonds. Aber von Schapira ueber Üssischkin bis Granovsky ist kein Finanzwerk so innig in das Herz des juedischen Volkes gedrungen wie der K K L. Wer am 20. Januar versaeumt hat, ein angemessenes Geburtstagsgeschenk in die blaue Buechse zu werfen, der sollte es schleunigst nachholen. ATSCHEKA. *53> NE NEUE ALIJA Am 21. Januar verliessen uns zehn Chawerim des “Haschomer Hazair”, um sich nach Israel zu begeben. Es handelt sich um den letzten Teil der Gruppe, die vor nunmehr fast zehn Jahren die “Kidma” ins Leben rief, fuehrend an deren Umwandlung in eine chaluzische Jugendbewegung beteiligt war und im Jahre 1945 die erste Hachschära Suedamerikas begann. Wie bekannt, unternahmen die ersten neun Mitglieder dieser Gruppe ihre Alija im Jahre 1947, allerdings damals “illegal” und in groesster Heimlichkeit. In Erez Israel siedelten diese Chaluzim, zusammen mit einer argentinischen Gruppe, die durch Zuwanderung aus beiden Laendern und auch aus Mexico und Brasilien zum “Garin Latinoamericano” wurde, der heute ueber 100 Menschen zaehlt. Bis heute ist der vorlaeufige Aufenthaltsort Negba, jene Kibbuz-Festung, die durch ihren heldenhaften Widerstand gegen die Aegypter, an dem die suedamerikanischen Chaluzim keinen geringen Anteil hatten, den Ehrennamen “Negbagrad” verliehen bekam. Die ausserordentlich grosse Zahl von Freunden, die sich zum Abschied in “Los Cerrillos” einfanden, symbolisiert nicht nur den erfreulichen Unterschied gegenueber den Zeiten “illegaler” Wanderung, sondern unterstreicht auch die Bedeutung dieses Ereignisses fuer unsere Gemeinschaft. Diese entspringt in erster Linie der relativ betraechtlichen Zahl von mehr als 30 Menschen, die nunmehr bereits unseren Kreis auf diesem Wege verlassen haben. Sodann wird erneut die eiserne Konsequenz unter Beweis gestellt, mit der die chaluzische Judendbewegung und ihre Menschen die selbstgestellten Aufgaben erfuellen, denn mit dieser Alija nehmen die bisher erfolgten bereits den Charakter einer staendigen Einrichtung an. Eine'weitere Gruppe des Haschomer Hazair, sowie die gesamte Hachschara-Gruppe der B'ne Akiba (Misrachi-Jugend) ruesten in diesem Moment fuer ihre Alija. Wesentlich fuer diese Bewegung ist aber ihr Glaubensbekenntnis zum chaluzischen Zionismus und das kennzeichnet sie, abgesehen von jeder quantitativen Betrachtung. Die Mission der kollektiven Siedlung ist weder mit der Entstehung des Staates noch mit der siegreichen Beendigung der Feindseligkeiten erfuellt, sondern zum Aufbau des Staates und zur Konsolidierung des Sieges unentbehrlich. Gerade in einer Zeit, in der die grossen Auswanderungslaender, speziell Mitteleuropa, aus vielfachen Gruenden grosse Stroeme nicht-chaluzischer Immigration nach Israel lenkt, ist es von hoechster moralischer Bedeutung, dass eine im Geiste der Biluim aufgewachsene Menschengruppe aus unserer Mitte nach Israel geht. BEKANNTMACHUNG Aüf Grund einer Vereinbarung mit der Leitung der Campana Unida des deutschsprachigen Sektors haben wir beschlossen, um den Einheitscharakter der Campana Unida zu wahren, von der traditionellen “Ferientag - Sammlung” abzusehen. Wir bitten unsere Freunde, diesen Schritt, der von unserer Solidaritaet und Disziplin bestimmt wurde, durch erhoehte Zeichnungen fuer die Campana Unida zu kompensieren. CENTRO HENRIETTA SZOLD DE LA WIZO Vor wenigen Tagen verliess der Redakteur unseres Boletins Herr Walter Baron Santiago, um mit seiner Gattin und einer Gruppe seiner Freunde auf dem Wege ueber New York seine Alijah nach Israel anzutreten. Wir haben Gelegenheit genommen, uns von unserem treuen Mitarbeiter herzlich su verabschieden, ihm fuer seine Zukunft in unserem Land unsere besten Wuensche auf den Weg zu geben und ihm zum Ausdruck zu bringen, wie sehr wir ihm fuer seine erfolgreiche und gewissenhafte Mitarbeit Dank und Anerkennung schuldig sind. Herr Baron hat genau 50 Ausgaben unseres Boletins geleitet und diesem Blatt durch eigene geistvolle Artikel und Beschaffung anderer Aufsaetze ein kulturelles Niveau gegeben, das allseitige Anerkennung gefunden hat. Seine fleissige Korrekturarbeit in der Druckerei war Veranlassung dafuer, dass in den letzten Jahren die Schwierigkeiten des Satzes und Drucks in deutscher Sprache vollkommen ueberwunden wurden und die frueheren berechtigten Kritiken hinsichtlich der Druckfehler voellig verstummt sind. Als besondere Leistung unseres Freundes Walter Baron wird die ausgezeichnete Ausgabe unserer Jubilaeumsnummer vom Juni 1948, die uns anerkennende Zuschriften aus allen Teilen der juedischen Welt gebracht hat, mit seinem Namen fuer immer verbunden bleiben. Wenn unser Boletín heute die Probleme 'unseres Volkes und das Leben in unserem Staate Israel vielen Lesern nahe gebracht hat, so darf Herr Baron voller Stolz den groessten Tel! dieses Erfolges fuer sich in Anspruch nehmen. Wir hoffen, dass Herr Baron als Berichterstatter durch regelmaessige Artikel aus Israel mit unserem Blatt verbunden bleiben wird und wuenschen ihm und seiner Gattin die Erfuellung ihres Ideals und aller ihrer Wuensche in dem neuen Leben, das sie nun in Israel beginnen werden. Direktorium und Repraesen tan ten-Kollegium der S C I. “B’ne Jisroel”