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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1948-08-01 · 8 (Agosto de 1948) · p. Seite 3

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
X (1948)
Issue
8 (Agosto de 1948)
Date
1948-08-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 3 Streiflichter Mit dem Eintritt in den Monat Elul klimmt das juedische Jahr in immer zunehmender Steigerung den Tagen seines Hoehepunktes entgegen. So wie das Inviduum sich auf erhabene Momente seines Lebens schon Tage vorher einzustimmen beginnt, so bereitet sich auch das juedische Volk in diesem Monat auf die erhabensten Tage des juedischen Jahres vor. Langsam aber sicher soll jene Stimmung im Juden Platz greifen, die die Jomin Nauroim charakterisiert. In jenen Ilaeusern in denen juedische Tradition noch lebt, ueberkommt die Menschen noch jene wundersame Stimmung, gemischt aus Ehrfurcht und Liebe, aus Bangigkeit und Demut, die durch Jahrhunderte hindurch den Charakter der “Hohen Feiertage“ bestimmt haben. In d.en letzten Tagen des Monats Elul geht so mancher auf den “guten Ort” —auf den Friedhof, um sich dort seelisch mit seinen Ahnen, mit seinen Lieben zu verbinden. Auch wenn nur wenige von uns, jene, die uns im Leben die Liebsten waren, besuchen koennen, sollte doch dieser pietaetvolle Brauch nicht aus unserer Mitte verschwinden. Erinnerung bindet und gibt Halt. Und gerade wir brauchen wieder die Bindung, um aufs Neue im Reiche juedischen Lebens Wurzeln zu fassen. Viele unter uns sind geistig entwurzelte Menschen. Dies beobachtet man immer wieder. Es ist nicht nicht ihre Schuld, dass sie die Quellen juedischen Lebens nicht kennen. Aber nachdem sie die alte Welt, in der sie zu Hause waren, verloren, bemuehen sie sich dennoch nicht in die neue Welt —in die Welt des Judentums— hineinzuwachsen. Dies konnte man besonders wieder einmal an diesem Tischa B’Aw beobachten. Viele alte Menschen-und wenig Jugend. Erinnern wir uns doch, wie wir das Judentum kennenlernten. Doch nur dadurch, dass wir an der Seite unseres Vaters hineingegefuehrt wurden. Wir standen neben ihm, und er erklaerte, zeigte, lebte mit uns dieses Judentum. Unsere Eltern haben vergessen, dass es nicht nur fuer das Kind darauf ankommt, dass es gekleidet und ernaehrt wird, dass ihm die theoretischen Grundlagen fuer sein Leben gelehrt werden, sondern auch unsere Eltern muessen gemeinsam mit ihren Kindern hineinwachsen in das herrliche Reich iuedischer Tradition. Niemand wird glauben, dass nunmehr der Tischa B’Aw aufgehoert hat ein Tag der Trauer zu sein. Zuviel tragisches hat Israel an diesem Tage erlebt. Wir werden auch in schoeneren Tagen nicht vergessen, welche Tragoedie und was fuer ein Heldentum mit unserer Geschichte verbunden ist. Und auch unsere Jugend soll das wissen. Juedisches Heldentum gehoert aber nicht nur der Vergangenheit an. Von Natur aus sind wir ein Volk des Geistes und nicht der Helden. Um so mehr ergreift es uns, wenn wir den Heldentod junger Juden betrauern muessen. Unter all den Tausenden, deren Opfer die Entstehung unseres Staates “Israel” von uns gefordert hat, ist nun wiederum auch einer der Chaluzim, die eine hoffnungsvolle Karriere in Chile aufgegeben haben, um ihr Leben dem Wiederaufbau des juedischen Volkes in Israel zu weihen, ein Opfer dieses Kampfes geworden; Jascha Ghinesin. Nach Ernst Mueller hat auch er sein Leben fuer Israel geopfert. Sein Tod ist um so tragischer als der heldenhafte Kampf seines Kibbutz Negba schon siegreich beendet war. Seinem Leben wurde durch die Explosion einer Mine ein Ende gesetzt. Seine Eltern, seine Chawerim vom Haschomer Hazair und mit ihm der Jischuw in Chile trauern um das Leben dieses Maertyrers fuer die Renaissance des juedischen Volkes. Sichronam liwracha. Das Andenken an unsere Maertyrer sei uns und dem juedischen Volke zum Segen-es sei kuenftigen Generationen zum Stolz. Und weil wir von juedischem Heldentum in unseren Tagen sprachen, sollen diese Zeilen nichtgeschrieben werden, ohne an unsere Helden von Negba zu denken. Der ganze chilenische Jischuw hat sie in Gedanken begleitet und ist begeistert von ihrer Leistung-zumal sich unter ihnen ein grosser Teil derer befindet, die von uns als Chaluzim nach Erez Israel geganden sind. Negba hat einen stolzen Namen bekom- DER KAMPF UM NEGBA Sonderbericht fuer das “Boletín Informativo” von HANNS EHRLICH Nach Beendigung des ersten Waffenstillstandes und nach dem neuerlichen Beginn des Krieges, ging es in Negba wieder ziemlich “lustig" zu. Die Aegypter setzten ihre saemtlichen verfuegbaren Kraefte, — Flugzeuge, Tanks, Kanonen und Moerser — ein, um unseren Kibutz klein zu bekommen und ihn dann zu besetzen. Der entscheidende Angriff begann am 12. Juli um 6 Uhr morgens und dauerte ohne Unterbrechung bis 8 Uhr abends und bestand aus fuenf Vorstoessen, nachdem wir vorher bereits von allen Seiten umzingelt waren. Wie wir uns diesem Angriff widersetzen konnten ist mir immer noch voellig unerklaerlich, aber scheinbar kann der Kampfgeist doch manchmal mehr, wie alle Kanonen, Tanks und Flugzeuge zusammen. Dieser Kampfgeist und das stete “Ein davar, jih’je tow” (macht nicht’s, es wird schon alles wieder gut werden) sind ueberhaupt die juedischen Geheimwaffen gegen unsere Feinde, und es waere wuenschenswert, dass alle Juden ausserhalb Israels, in der Galut, nur einen Tropfen, einen kleinen Tfropfen von diesem, unserem Geist in sich aufnehmen wuerden, — dann wuerden sie die Welt mit ganz anderen Augen ansehen. Nun zurueck zum Angriff auf Negba. Sein Ergebnis war, dass die Aegypter am Abend mit riesigen Verlusten zu- »4-ueckgeschlagen wurden und sich sicher so 'schnell nicht von diesem Schlag erholen werden. ¡18 Tanks und ca. 500 Mann von 1000 haben sie lauf dem Schlachtfeld hinterlassen, ausserdem noch eine grosse Anzahl von Maschinengewehren und Gewehren. Wenn wir am naechsten Tag die genuegenden Kraefte zur Verfuegung gehabt haetten, um sofort einen Gegenangriff zu machen, haetten wir sie ohne Schwierigkeit bis Kairo treiben koennen. So mussten wir uns begnuegen, die Umgebung von Negba von feindlichen Truppen zu reinigen. Unsere Verluste waren verhaeltnismaessig gering; vom Kibutz; steht natuerlich nicht ein Stein mehr ueber dem andern, alles ist zerstoert und man verteidigt nur noch den Boden, auf dem man dann ¡wieder alles von Anfang an neu aufbauen wer- |den muss. So hat der Krieg von wenigen Wochen das, was man in 10 langen Jahren mit Schweiss und Opfern geschaffen hat, zu nichte gemacht. Grausam und schwer, aber einen Staat bekommt man halt nicht in Zelofanpapier uebergeben, sondern man muss ihn sich mit Blut erkaempfen. Alle die materiellen Verluste sind aber unmen: “Negbagrad” und seine Helden werden die “Fuechse der Wueste” genannt. Wir sind stolz auf Israel-besonders aber auf unsere Chawerim und Chaweroth in Negba, die die Schelichim unseres Jischuws nach Erez Israel sind. Das juedische Volk wird in wenigen Wochen einem neuen Jahve entgegen gehen. Damit findet ein Jahr seinen ¡Abschluss, das mit goldenen Buschstaben in die Geschichtsbuecher eingehen wird. Noch bevor dieses Jahr zu Ende geht, wird unser Jischuw ein entscheidendes Faktum zu verzeichnen haben: Die Eroeffnug der “Campana Unida”. der Einheitskampagne. Sie entspricht nicht nur einer dringenden Notwendigkeit, da die Vielfalt der Campagnen schon beinahe nicht mehr zu uebersehen war. Sie ist auch der Ausdruck eines neuen Geist, der nach der erfolgreich verlaufenen “Cämpana de Emergencia” unser Volk beseelt: der Geist der Einheit. Jeder Fond betrachtet sich als das, was er sein soll: Als der Diener des juedischen Volkes. Wie es nicht anders sein kann und nicht anders sein darf, steht im Zentrum Israel. Das haben alle verstanden. Der Geist, der diese Campagne beseelt, moege im kommenden Jahre auch in der tagteeglichen Arbeit seinen Ausdruck finden und vor allem in der Begeisterung mit der der Jischuw seinen Beitrag leisten wird. Ein einheitliches juedisches Volk wird auch die letzten Phasen des Kampfes, der uns vor allem auf dem politischen Schlachtfeld aufgezwungen wird, siegreich beenden. Dann wird Israel in Ruhe T|nd Frieden an den Wiederaufbau gehen koennen und sich zum Segen fuer das juedische Volk und die Menschheit entwickeln. OBSERVADOR. bedeutend, sie koennen ersetzt werden; nur die Menschen, die wir verloren haben, sind unersetzlich und jeder einzelne stellt eine grosse Tragoedie fuer unsere kleine Gemeinschaft dar. Jetzt ist das alles vorueber und Negba ist die Verteidigungsgeschichte, das Beispiel juedischen Mutes und juedischer Kraft und Staerke in ganz Israel. Wer aus Negba kommt ist ein Held des Landes, .der Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit. Und wir alle, die wir dort einen unmoeglich zu gewinnenden Kampf gewonnen haben, sind ohne unseren Willen zu “kleinen Trumpeldors” geworden^, und haben dazu beigetragen, eine neue Seite in unserm “neuen” und doch schon so alten juedischen Geschichtsbuch zu fuellen. Trotz alle dem, was wir so durchgemacht haben, ist qs uns klar, dass dieser Kampf um unsere Freiheit und Unabhaengigkeit bis zum endgueltigen Sieg durchgefochten werden muss, und es gibt nicht einen unter uns, der nicht 100 o]o entschlossen und bereit ist, die Waffe wieder in die Hand zu nehmen, wenn die Umstaende es verlangen, um diesen Sieg zu erzwingen. Und wir werden ihn erzwingen; nicht umsonst sind bis heute einige Tausend gefallen und zu Krueppeln geworden. Waffen sind da, und kommen taeglich, und wenn man uns auf den Verhandlungswegen nicht das zukommen lassen wird, was uns zusteht, so werden wir es erzwingen. Den juedische Staat, mit teuren Opfern erkaempft, kann heute selbst ein Bevin nicht mehr aus der Welt schaffen, und dieser Staat wird auch verstehen, sich die Rechte zu erkaempfen, die er braucht, um existieren zu koennen. JASCHA GHINESIN ... .. j&3» '' stlptlpp -•c Neben dem noch frischen Grab des ersten Maerthyrers des chilenischen Jischuws, neben dem Grab von Ernst Mueller, ruht jetzt ein zweiter Chawer des Haschomer Hazair, Jascha Ghinesin. Eine verraeterische Mine bereitete seinem jungen Leben ein Ende, als der schwere Kampf um Negba bereits abgeschlossen war, und als der Waffenstillstand annehmen liess, dass nun die Opfer an Menschenleben ein Ende nehmen wuerden. Jascha war der Typ eines Schomers, der stets zur Stelle und immer und ueberall voran sein musste. So treffen wir ihn in der ersten spanisch-sprechenden Gruppe der damaligen “Kidma”, unter den ersten Chawerim, die ihre Hachschara antraten, und schliesslich unter den ersten Chaluzim die Chile verliessen und als Illegale, den Weg nach Erez Israel antraten. Dorthin gelangte er nach einer langen Reise, wenige Wochen vor der Proklamierung des Staates Israel, mit dem er — aus einem streng juedisch und zionistischem Hause kommend — seit seiner Kindheit getraeumt hatte. Bald wandte er sich nach Negba, wo er sich mit den bereits einige Monate vor ihm angekommenen aelteren Chawerim des Haschomer Hazair Chiles vereinigte, und wo er sich seit dem ersten Tag in den Arbeitsprozess des Kibuz einreihte. Aber nur wenige Wochen war es ihm vergoennt den Pflug zu fuehren. Der kriminelle Angriff der englisch-arabischen Soeldnertruppen auf den jungen Staat, zwang ihn, wie alle anderen, den Pflug mit der Waffe einzutauschen und dieses Stueckchen Boden gegen die Feinde zu verteidigen. Er erlebte noch den Sieg in “Negbagrad”, es war sein Sieg, sein letzter Sieg. Dann fiel er —mitten in seiner Arbeit— ein neues Opfer unserer kleinen Gemeinschaft im Kampf um Israel. HANDWERKER - INDUSTRIELLER; Bist Du schon Mitglied des A. T. I.? - Fono: 42762

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