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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1948-07-01 · 7 (Julio de 1948) · p. [Seite]

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
X (1948)
Issue
7 (Julio de 1948)
Date
1948-07-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 8 Aus der juediscken Presse Dr. Fritz Lachmann be&lueckwuenscht die “Bne Jisroel” Mein Glueckwunsch zum Jubilaeum der “B’ne Jisroel” kommt als der eines Freundes, eines deutschen Juden, eines Zionisten und eines Vertreters der Hebraeischen Universitaet. Als Freund beglueckwuensche ich die Institution, deren Mitglieder und Leiter ich kennen zu lernen die Freude hatte, und von denen manch einer mir heute persoenlich nahe steht. — Als Jude, der im deutschen Sprachgebiet auf gewachsen ist erfuellt es mich mit Genugtuung, festzustellen, wie Juden, deren kultureller Hintergrund der gleiche ist wie der meine, sich im neuen Lande zurechtgefunden und dank ihrer grossen Faehigkeiten sich eine Organisation von den Qualitaeten und der Bedeutung der “B’ne Jisroel” geschaffen haben. — Und als Zionist sehe ich in jeder Institution, die durch ihre bloSse Existenz Juden zu einem klaren Bewusstsein ihres Jude-Seins und zu einem kollektiven Fuehlen erzieht, eine Zelle, deren Mitglieder, sei es auch manchmal auf einem langsamen und gewimdenen Wege, zu einem juedischen Volksgefuehl mit all seinen Konsequenzen gelangen muessen. Als Mitglied und Repraesontant der Hebraeischen Universitaet aber, gelten meine Glueckwuensche einer Gruppe jenes Judentums, das ich, in gewissem Sinne, immer noch als Fundament unserer Hochschule empfinde. So sehr auch die jahrtausendealte tiefe Liebe zu juedischer Gelehrsamkeit in jedem echten Juden dieser Welt steckt, so ist doch das deutsche Judentum der Sektor unseres Volkes, dem es beschieden war, das zu schaffen und zu formen, was wir heute als die “Wissenschaft des Judentums” bezeichnen. Es ist nur natuerlich, dass darum eine Hebraeische Universitaet ein beson deres Echo in den Koepfen und Herzen dieses juedischen Sektors finden muss. Der Wunsch fuer eine staendige Aufwaerts-Entwicklung der “B’ne Jisroel” ist darum identisch mit dem Wunsche, dass Trren Mitgliedern mehr und mehr die Verantwortung klar werden moege, die sie fuer das Wachsen und Gedeihen der grossen zentralen juedischen Kultur-Institution in Jerusalem haben, und dass es ihnen beschieden sein moege, in steigendem Masse am. Auf und Ausbau der Hebraeischen Universitaet aktiv mitzuarbeiten. Di. FRITZ R. LACHMANN VOR 30 JAHREN Von Dr. FRITZ R. LACHMANN, Delegierter der Hebraeischen Universitaet, Jerusalem. “Vor 30 Jahren...” — genau gesagt: am 24. Juli 1918, im Schlussjahr jenes vorigen Weltkrieges, den wir uns eine zeitlang gewoehnt hatten, den “letzten” zu nennen: Lord Allenby ist an der Spitze eines Heeres, das aus Soldaten aller Teile des Britischen Imperiums besteht, und in dem eine grosse Zahl von Juden tapfer gekaempft hatten, in Jerusalem, der uralten, heiligen Stadt, eingezogen. Noch ist der Kampf nicht beendet: vom Norden her droehnt der 2. Band der juediscken Enzyklopaedie Vor uns liegt der zweite Band der Juedischen Enzyklopaedie in spanisch, die in México herausgegeben wird, und wir koennen nur die Worte des Lobes und der Anerkennung wiederholen, die wir anlaesslich des Erscheinens der ersten Bandes dieses monumentalen Werkes ausprachen. Der zweite Band beginnt mit dem “Baal Schern Tov” und endigt mit einer Beschreibung der “Ceremonias religiosas” und umfaesst solch wichtige und interessante Themen wie “Babilonia”; .“Baile”; “Bélgica”; “Biblia”; “Boda”; “Bolivia”; “Brasil”; “Brigada Judía”; “Buenos Aires”; “Bulgaria”; “Cábala”; “Calendario”; “Campos de Concentración”; “Canadá”; “Canciones populares”; “Caricatura”; “La Celestina”; “Cementerios”. Alie diese Materien und unzaehlige andere mehr, werden in ausführlicher Form, und oft von ausgezeichnetem graphischen Material illustriert, in diesem zweiten Band behandelt, der die Aeusserung der Herausgeber unter Beweis stellt, dass diese Enzyklopaedie keine Uebersetzung oder Kopie der vor einigen Jahren in Nordamerika erschienen Juedischen Enzyklopaedie in englisch darstellt, sondern diese in allen Hinsichten bei weitem uebertrifft, selbstverstaendlich besonders was das juedische Leben auf dem lateinamerikanischen Kontinent beanlangt. Exclusiver Vertreter dieses praechtigen Werkes fuer Chile ist Herr Enrique Gotthilf, Casilla 583, Serrano 202 (Mundo Judío), Santiago, an den alle Anfragen und Bestellungen zu richten sind. Besonders erwaehnt sei, dass diese Enzyklopaedie, die in keinem juedischen Haus fehlen darf, mit grossen Zahlungserleichterungen erworben werden kann, und dass der dritte Band, der eine Monographie ueber die Juden in Chile enthaelt, in wenigen Wochen erscheinen wird. Donner der Kanonen und staendig kommen aus Galilaea Transporte Verwundeter, um in den Missionsspitaelern von Jerusalem untergebracht zu werden. Flugzeuge schiessen hin und her und werfen kleine, scharf umzirkelte Schatten auf den kahlen palaestinensischen Boden, der im lichte der tropischen Sonne silbern-weiss glaenzt Vorsichtig haelt sich die Bevoelkerung Jerusalems noch innerhalb der Stadtgrenzen, der alten Mauern, die wenigstens die Illussion von Schutz bieten. Nur ein paar Maenner sind unterwegs; heraus aus der Stadt fuehrt ihr Weg, durch die Tiefe des Kidrontales, auf der anderen Seite hinauf bis zum hoechsten Gipfel des Scopus, des Har Hazofim. Schon seit April sind die Maenner in dem hart umkaempften Palaestina. Sie formen die erste, dorthin entsandte, zionistische Kommission, und sie haben es nicht leicht, mit Lord Allenby zu verhandeln. Kopfschuettelnd hatte Lord Allenby eine ihrer dringlichsten Bitten gehoert: auf dem Scopus den Grundstein einer zukuenftigen Hebraeischen Universitaet legen zu duerfen. Und als er ihnen schliesslich zoegernd seine Einwilligung gab, da konnte man von seinem Gesicht deutlich zwei widersprechende Gefuehle ablesen: das Unverstaendnis des alten Soldaten fuer dieses Haeuflein von Narren, die, noch ehe der Krieg zu Ende, noch ehe der Vernichtung Einhalt getan war, mit solcher Eile auf dem verwuesteten Boden eines jahrtausendlang verwahrlosten Landes eine Universitaet begruenden wollten — und ein fast widerwilliger Respekt vor diesem Volke, dessen Drang nach Aufbau und Kultur so unaufhaltsam war, dass auch der Krieg ihm kein Hinderungsgrund schien, wo es galt, eine Zukunft zu gestalten. Am 24. Juli 1918 legte Chaim Weizmann den Grundstein der Hebraeischen Universitaet, fuer deren Entstellen er schon fast zwanzig Jahre gekaempft hatte: auf dem fuenften Zionistenkongress des Jahres 1901, als er, Sprecher der Demokratischen Fraktion, die Notwendigkeit der Errichtung einer juedischen Hochschule begruendete: und snaeter. auf dem elften Zionistenkongress in Wien, 1913, als sein Plan fuer die Schaffung einer Hebraeischen Universitaet die allgemeine Zustimmung fand. 1918 — Grundsteinlegung der Hebraeischen Universitaet — Kriegsende! Die Zionistische Organisation unter Weizmann entfaltete eine grosse Aktivitaet um die zu bauende Hochschule. Zusammen mit Einstein reiste Weizmann 1921 nach den Vereinigten Staaten. Unter Weizmanns Vorsitz und mit einer Rede Lord Balfours wurde, in feierlichem Akt, am 1. April 1925 die Hebraeische Universitaet eroeffnet. “DAS JIDDISCHE WORT” In diesen Tagen feiert die S, C. I. “B’né Jisroel” das 10-jaehrige Jubilaeum ihrer Existenz. Aus diesem Anlass erschien eine be-! sondere Festnummer des “Boletín Informativo” (Organ der deutschsprechenden Gemeinde in Santiago de Chile). Die Gemeinde “B’né Jisroel” hat sich aeus-' serst fruchtbar in unserer Gemeinschaft ent-j wickelt und hat sich durch Energie und Fleiss! in einen dev produktivsten Sektoren unserer.5; juedischen Kollektivitaet verwandelt. Nach | Innen hin beschaeftigt sie sich mit einer bei-!. spielhaften geordneten Taetigkeit auf den i I: Gebieten der Wohltaetigkeit, Erziehung undjl j Kulturarbeit. Und nach Aussen hin nimmt;! ' die “B’né Jisroel” an allen wichtigen Aktio-j! j nen Anteil, die der chilenische Jischuw durchj! 11 fuehrt und ist an die zentralen Institutionen; unserer Kollektivitaet angeschlossen. jj;! Zu diesem Festtag der “B’né Jisroel” ist1!!! wie schon oben erwaehnt eine spezielle Aus- | ¡ jjgabe des “Boletín Informativo” erschienen,'; ¡¡dass diese Gemeinde monatlich herausgibt.!; jj Die besagte Jubiiaeumsnummer des “Boletín 'informativo” hat eine schoene Huelle mitjj dem Bild des Praesidenten des Staates Israel'1 und bringt auf ihren Seiten reiches Material an Informationen literarischen Inhalts in ¡'deutscher und spanischer Sprache. Der aribeitssame und begabte Redakteur des “Mit-! teilungsblattes”, Herr Walter Barón, hat, wie ¡¡man beobachten kann, in diese Sonderaus- : gäbe grosse Energie und viel Liebe hinein-;; gelegt. Das kann man auf den ersten Blick ¡¡aus der sehr gelungenen Zusammenstellung ¡ und der aestethischen Gestaltung der Festinummer ersehen, die somit ein sehoenes und| jwuerdiges Geschenk seitens der Redaktion an idie B’né Jisroel zu ihrem Jubeltage darstellt. | Das “Jiddische Wort” begruesst die Ge-!:meinde “B’né Jisroel” und ihr Direktorium | unter der Praesidentschaft von Herrn José ¡ Hirschberg auf das Herzlichste zum 10-jaehrigen Jubilaeum ihrer kulturellen und najtionalen Taetigkeit und die Redaktion der Sonderausgabv^des “Boletín Informativo” fuer diese s<r,-^>. jgenc Ausgabe. ——o- “MUNDO JUDIO” Vor 10 Jahren bildete eine aus Zentraleuropa (deutschsprechende Laender) kommende Gruppe von Inmigranten eine neue Institution mit dem Namen “Chewra”, Religions— und Bestattungsgemeinschaft. Kaum 100 Personen bildeten damals diese Vereinigung. Spaeter kommt der Namenswechsel in S. C. I. “B’né Jisroel” und ein staendiges Zunehmen der Mitgliederzahl. Heute zaehlt die S. C. I. “B’ né Jisroel” 1518 aktive Mitglieder, die zusammen mit ihren Familien eine Gemeinde von 3.600 Seelen bilden. Es handelt sich schon nicht mehr um eine der vielen juedischen Vereinigungen Santiagos. Die “B’né Jisroel” ist die bestorganisierteste und disziplinierteste juedische Gemeinschaft Chiles, und vielleicht des ganzen Kontinents. Innerhalb des Rahmens der S. C. I. “B’né Jisroel” hat man eine glueckliche Syntese religioeser, kultureller, nationaljuedischer und philantropischer Arbeiten gefunden. Diese Institution ist eine perfekte “Kehilla” wie man sie vor dem Kriege in Zentraleuropa kannte, mit dem Unterschied, dass sie sich auf freiwillige Beitraege beschraenkt, waehrend die europaeischen Gemeinden das Recht hatten, Steuern von der juedischen Bevoelkerung einzuziehen. Eine Sondernummer des “Boletín Informativo”, Monatsschrift der S. C. I. “B’né Jisroel”, ist dem 10 jaehrigen Jubilaeum dieser Institution gewidmet. Es handelt sich hierbei um ein ernstes und gegluecktes periodistisches Bemuehen, und zeichnet sich diese Jubi-j laeumsnummer durch ihre hervorragenden1 Beitraege, die die Geschichte, die Entwick- ■ lung und die aktuelle Situation der erwaehnj ten Gemeinde illustrieren, aus. Neben der Darstellung dieser lokalen Probleme, widmet Hese. Ausgabe eine grosse Anzahl ihrer Seiten \riikeln und Bildern in Zusammenhang mit aligemeinjuedischen und zionistischen Problemen. In einem Wort finden wir in dieser Zeitung Konsequenz in der Orientierung,

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