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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1948-06-01 · Edicion Especial (Junio de 1948) · p. Seite 37

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
X (1948)
Issue
Edicion Especial (Junio de 1948)
Date
1948-06-01
Page
Seite 37 (sequence 39)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 37 JUGEND UND GEMEINDE - - - - - -EMANÜEL KELLER -- Wenn wir es uns zur Aufgabe machen, die Beziehung zwischen Jugend und Gemeinde zu erforschen, so muessen wir uns erst einmal ueber die beiden Begriffe im Klaren sein: Jugend — Gemeinde. Hier ist zunaechst die Jugend — die Jungen: sie, die Teil dieser Gemeinde sind, nicht von ihr angenommen noch aufgenommen werden, sondern kraft ihres Daseins, kraft ihres Judejseins vollgueltigen und vollwertigen Platz im Konglomerat aller Gruppen, die jene bilden, einnehmen. Unser Vergleich von und die Aufdeckung der Beziehungen zwischen Jugend und Gemeinde ist daher nicht ein Vergleichen von Partnern, sondern Untersuchung der Beziehungen eines Teiles der Gesamtheit zur Gesamtheit. Wenn wir einen Teil aus dem Ganzen herausnehmen, um diesen gesondert zu durchleuchtenauch wenn wir ihn wieder in das Gesamtgefuege einbauen wollen wenn die Untersuchung beendet ist— so muessen wir seine Grenzen kennen. Was ist Jugend? Wenngleich man auch gemeinhin als Jugend alles betrachtet, was man nicht zu den “Erwachsenen“ zaehlt — eine negative Bewertung und Verdammung zur Passivitaet — so hat doch unsere Zeit (Zeit der revolutionaeren Jugendbewegungen) der Jugend eine andere Bewertung gegeben. In Zeiten, in welchen durch Generationen hindurch sich das Leben der Familie und der Gesamtheit im gleichen, festgefuegten Rahmen abspielt dominiert der aeltere Mensch — er, der am laengsten Gelegenheit hatte, die Tradition des Gewordenen in siclj aufzunehmen und auch kraft seines Temperaments jedem Wandel abhold ist. Jedoch in diesen Jahren staendiger Revolutionierung der Lebensbedingungen —und Gewohnheiten hat der junge — nein der jugendliche Mensch — einen Vorteil, der kein Verdienst ist. Er kann das Neue ganz in sich aufnehmen, er hat keine Hemmungen, denn er, der erst im Werden, der noch nicht der Traegheit der Gewohnheit verfallen ist, braucht sich ja garnicht zu wandeln: er beginnt mit dem Neuen, dessen Notwendigkeit er vorurteilslos anerkennen kann. (Doch er mag sich auch irren, weil ihm die Vergleichsmoeglichkeit fehlt). So entstand parallel zum Umbruch unserer Zeit eine Jugend, die es ablehnt als “noch nicht Erwachsene” abgegrenzt zu werden, sondern sich als Gruppe eigenen Rechtes und eigener Verantwortlichkeit empfindet. Der junge Mensch vollzieht seinen “Eintritt” in diese “Gruppe” in jenem Augenblick, in dem im Kinde selbstverstaendliche Hinnahme von Freud’ und Leid’ unter Voranstellung des eigenen Ich als des Mittelpunktes allen Geschehens abgeloest wird vom Fragen nach dem Warum. In welchem die eigene Persoenlichkeit als unabaenderlich verbunden mit dem Wohl und Wehe der Gesamtheit, ihr unterstellt und ihr verpflichtet, erkannt wird. Dauer und Ende der Jugendlichkeit sind nicht nach Jahren zu bemessen. Ich moechte “Jugend” als die Entwicklungsstufe definieren, in welcher der Mensch faehig ist, Neues vorurteilslos (was Urteil nicht ausschliesst) aufzunehmen und sich den Wandlungen anpassend, selbst zu wandeln. Die Gemeinde — juedische Volksgemeinde in die sich diese Jungen hineingestellt sehen — ist die Verkoerperung des juedischen Ewigkeitsbegriffes, der Zeitlosigkeit. Ueberall wo Juden auf ihren Wanderungen hinkamen taten sie sich zusammen und schufen die Gemeinde als den Raum ihres “tragbaren Vaterlandes”. Die juedische Gemeinde, diese seltsame Mischung von Rdlgion und Volkstum, war Quelle und Mittel- ' Punkt jeder, auch politischer, Erneuerung. Sie war Saat und Ernte jeder Bewegung und Speicher aller Hoffnungen in den Zeiten des Nieder- Die juedische Gemeinde ist so die Erhalterin dp Judentums als Religion und der Judenheit als Volk eigener Praegung geworden. Doch, wer “Wahren und erhalten will muss eifersuechtig pscnueber jeder Neuerung sein: muss versuzoegernd und mit Bedacht neue, unabwendbare, Stroemungen in das alte, erhaltende “efuege einzubauen — muss verhindern, dass diese zur Kampfparole eines Teiles der Gesamtneit werden und zur Spaltung innerhalb der feinden (und damit bislang des Judentums) lehren koennen. »o erkennen wir, dass die Beziehung der Jus na zur Gemeinde die des revolutionaer sich andelnden zum (aus Notwendigkeit) tradijiagebunden Ruhenden ist. v letzten Jahre haben nicht nur grosse Wanderungen im allgemeinen Weltbilde gebracht, sie haben auch in unserem Bereiche durch die Schaffung des juedischen Staates eine Umwaelzung hervorgerufen, deren Auswirkung kein Gebiet des Gemeindelebens unberuehrt lassen wird. Viele unserer Braeuche und Gewohnheiten muessen den Bedürfnissen unserer Zeit und der Wandlung unseres Weltbildes angepasst werden. Wir wollen, dass diese Wandlungen nicht im Kampfe von Gruppen gegen die Gemeinde sondern in fruchtbarer Diskussion und in bruederlichem Geiste innerhalb der Gemeinde — sich einleiten und vollenden. Die Jugend, offen gegenueber allem Neuen und vorurteilslos in seiner Abschaetzung steht in vorderster Linie des Kampfes um unsere Erneuerung. Da dieser Kampf innerhalb unseres Volkes und fuer unser Volk, (das heisst in der Diaspora innerhalb und fuer die juedische Gemeinde), gefuehrt werden muss, muss die Jugend in der Gemeinde auch einen Platz einnehmen, der ihr gestattet, aktiv an diesen Aufgaben teilzunehmen. Ein weiterer Faktor, der besonders unsere Immigrationsgemeinden beruehrt, ist die Einordnung in die neue Umgebung. Die Mitarbeit an diesem Prozess ist mit eine Aufgabe derer, die faehig sind zur Aufnahme des Neuen und faehig zur Wandlung. Wandlung und Anpassung bedeutet nicht Aufgabe der Persoenlichkeit, die niemand wuenscht. Im Gegenteil: nur wer das Eigene pflegt und fortentwickelt kann der Gesamtheit nuetzen. So wuenscht, so muss die Jugend ihren Anteil an der Arbeit der Gemeinde uebernehmen. Sie empfindet, dass dies ihre Zeit ist. So will sie nicht nur Objekt sein. Sie will zum Mitarbeiter werden. Da sie noch in der Entwicklung ist braucht sie die wohlwollende Hilfe des Gewordenen. Doch sie will nicht beherrscht und nicht beengt werden in der freien Entwicklung ihrer Meinung. Ihr revolutionaerer Geist ist ebenso notwendig fuer das Bestehenbleiben der juedischen Gemeinden in den kuenftigen Jahren wie die Tradition fuer ihre Erhaltung bis heute. Es ist Aufgabe der Jugend Ferment zu sein innerhalb der so leicht aus der Gewohnheit entstehenden traegen Selbstzufriedenheit aelterer Menschen. Sie muss hinein in die Gemeindeversammlungen, um ihre Ideen und Erkenntnisse Wirklichkeit werden zu lassen und diesen den geschaeftsmaessigen Charakter des Aufsichtsrates einer Aktiengesellschaft zu nehmen; sie muss ihnen das wiedergeben, was sie sein sollten: Fuehrer der Gemeinden durch den Wandel der Zeiten, im Materiellen und im Geistigen. Die Jugend erwartet verstanden und gefoerdert zu werden, damit sie ihre Aufgaben erfuellen kann. So wie sie fuer die Gemeinde da sein will, so muss auch die Gemeinde fuer die Jugend da sein. Nicht nur, indem sie ihr ein Dach ueber dem Kopfe bietet, oder indem sie in den Generalversammlungen Kredit beansprucht fuer Leistungen, an welchen ihr wenig Verdienst zukommt. Sondern indem sie dieser Jugend die Mittel gibt, ihre Werte zu entwickeln. (Mittel, die keine Geschenke darstellen sondern eine Investierung, die der eigenen Entwicklung dient). Indem sie versucht, ihre Probleme zu verstehen, ihre Ansichten — wenn notwendig — zu widerlegen aber nicht zu erdruecken. Und indem sie nicht ablehnt was im Sinne oft richtig, auch wenn es in der Form mitunter falsch ist. Unser Ziel ist die lebendige Volksgemeinde. Sie, die in der Vergangenheit der Raum unserer Entwicklung war, wird auch in Zukunft, gemeinsam mit jener Grossgemeinde Eretz Israel Raum und Inhalt unseres Wirkens und Mitarbeit am Fortschritt der Menschheit sein. Zur Erfuellung ihrer Aufgaben bedarf die Gemeinde des ueberschaeumenden Vorwaertsdranges der Jugend gepaart mit der abwaegenden Urteilsfaehigkeit des Alters. Beide gemeinsam schaffen wahren Fortschritt. Der revolutionaere Geist der Jugend, auf sich allein gestellt, koennte leicht die Grundlagen unserer Entwicklung der Entwicklung selbst opfern und damit vernichten, was er zu foerdern hoffte. Die Ruhe des Alters allein wuerde unsere Gemeinden inmitten einer sich wandelnden Welt zur erstarrten Reliquie werden lassen, ein interessantes Museumsstueck, doch ohne Einfluss auf die Gegenwart und ohne Anziehungskraft fuer die junge Generation. Jugend und Gemeinde: Der Weg der Jugend geht durch die Gemeinde. Die Zukunft der Gemeinde liegt in ihrer Jugend. Moegen beide es erkennen — und danach handeln! ABRAHAM DRAPKIN 1938 - 1948 Lös 10 últimos años de la vida judía en Chile IMPRESIONES Para quien ha vivido permanentemente envuelto en la marejada de nuestra vida colectiva resulta difícil y, en cierto grado, extraño, el intentar situarse aunque sólo sea espiritual y transitoriamente al margen, y ocupar el balcón del espectador para buscar una visión de conjunto. Por otra parte, siempre he dudado del valor de las apreciaciones objetivas porque, quiéralo o no el que intenta formularlas, los hechos en que se fundan sólo adquieren valor y carácter cuando pasan, consciente o inconscientemente, por el filtro de su subjetividad. Lo anterior, agregado al conocimiento de sus propias limitaciones, hacen que, al ser requerido por la Sociedad Cultural Israelita “B’né Jisroei” para hacer un estudio sobre “La vida judía en Chile en \os últimos diez años”, sólo he aceptado expresar mis propias y personales impresiones sobre lo más saliente del vivir judío chileno en la última década. Incuestionablemente, la inmigración y establecimiento en nuestra comunidad, de los hermanos que alcanzaron a arrancarse de las garras de la bestia cuyo maldito nombre no se nombra y no se olvida, abre el último decenio y determina una variación apreciable de la fisonomía de la colectividad judía chilena anterior al 39. La “nueva inmigración”, además de su importancia numérica, agrega nuevos conceptos y valores a los dominantes antes de su incorporación. En el último balance, el saldo remanente de este aporte es altamente beneficioso. Conviene destacar que la incorporación de los judíos que llegaron a Chile en los últimos diez años, a nuestro ser colectivo, hq sido completo y total. Los que objetan a la “nueva inmigración” el que haya mantenido características que le son propias, y señalan esa continuidad de hábitos y tipos culturales como una manifestación aislacionista, se equivocan por ligereza. No observan que, precisamente, tales características representan el aporte nuevo a nuestra colectividad, lo que no habría sucedido si hubieran llegado hasta nosotros seres amorfos y sin carácter. Es un error llamar aislacionistas a los que no han sido aj anos a ninguna iniciativa de interés general, a las que han brindado siempre su entusiasta apoyo. Por el contrario* el hecho de que, además de participar y contribuir en toda preocupación de la colectividad, hayan organizado su Kehila modelo y numerosas instituciones de bien general, con medios propios, revela la excepcional vitalidad del nuevo sector, y las profundas raíces que lo judío tiene en ellos. Y tal vez sea útil recordar que estps hombres llegaron en condiciones excepcionalmente difíciles, con el cuerpo y el alma alterados por un cataclismo sin igual en la historia de nuestro pueblo, la enorme mayoría sin recursos y abocados todos al tremendo problema de Incorporarse a una estructura económica extraña, que sólo pudo ofrecerles, en los primeros tiempos, pequeños intersticios para ganarse el diario sustento. No creo que sea la oportunidad de señalar ahora lo que la nüeva inmigración representó para la República. La mala información y substratos inconscientes o conscientes del antisemitismo hacen que todavía se mantengan algunos prejuicios contrarios. Pero todos sabemos, en cambio, el aporte efectivo y verdadero que ha hecho al país, y las nuevas fuentes de riqueza y trabajo que ha creado. El título que se me impuso para estas lineas, obligaría al enfoque de numerosos otros aspectos de la vida colectiva judía en Chile. Pero en la ocasión del 10.o Aniversario de la Sociedad Cultural Israelita “B’né Jisroel”, parece suficiente señalar y destacar lo que ella hizo en estos diez años. Sería de rigor terminar con cumplidos y felicitaciones. Me parece inútil, porque cumplir diez años habría sido un acontecimiento en un organismo anémico y sin razón de existencia. Pero para los seres sanos, individuales o colectivos, que tienen una misión que cumplir y la cumplen, que tienen una finalidad que alcanzar y marchan firmes y seguros hacia la meta señalada, vivir es un hecho natural.

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