Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1948-06-01 · Edicion Especial (Junio de 1948) · p. Seite 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
X (1948)
Issue
Edicion Especial (Junio de 1948)
Date
1948-06-01
Page
Seite 15 (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/8553624-8553682-9191083--0035-8553699
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

BOLETIN INFORMATIVO IB FUER DIE JUDENNOT IN DER WELT FERNANDO O. FRIEDMANN iliili ■imin . Ai;-M . fv*(áí Î A wmi -i-ïT1# '’TJö'ßj ' A W f/Vt , «'3aSt.>- ,r,î;ME jtf» U*-. .'^•■«bbe. .... 3$$' Á >3F&SP->* V^lg»¿..?'vi5sr* n <—>» - , ’'JggST ,.. JÄpAUX «ssw^wssteüás». i t #>.S^ *>0;, :&':'Tí?SlW¿*aa^áE^SÉ&»^ '*sa . Ctjji* . Íf9 Ci,,. C’0''?*,, . J meäSuisM i a^.!^; sssasía »»»N'.i.-i.»«.")) íw;í,vS mmk Fotomontage: Walter Baron UNSER HILFSWERK Die Sociedad Cultural Israelita “B’n6 Jisroel” hat seit ihrer Gruendung vor nunmehr 10 Jahren versucht, die traditionellen Pflichten einer Juedischen Gemeinde in all ihrer Vielfaeltigkeit zur Erfuellung zu bringen. Infolgedessen ist auch versucht worden, die soziale Arbeit ln den taeglichen Arbeitsplan mit einzubeziehen. Allerdings hat es die besondere Struktur des juedischen Gemeinschaftslebens in Chile mit sich gebracht, dass grosse Teile des sozialwirtschaftlichen Hilfsprogramms bereits vor der Gruendung der S. C. I. seitens des “Cisroco” uebernommen waren, und eine Beibehaltung einer gewissen Arbeitsteilung erschien und erscheint allen Beteiligten als durchaus im allgemeinen Interesse. Infolgedessen hat sich die “B’ne Jisroel” von Anfang an ganz besonders fuer die Unterstuetzung unserer notleidenden Brueder und Schwestern in Erez und in Europa interessiert. Es liegt ja auch nahe genug, dass eine Gemeinschaft wie die unsrige, in der grossen Hauptsache zusammengesetzt aus Menschen, die das grosse Glueck hatten, einer Verfolgung zu entgehen, ein warmes Herz und eine offene Hand zeigten fuer diejenigen, welchen ein gleiches Glueck nicht zu teil geworden war und fuer die, welche im Interesse aller eine neue Heimat aufbauen wollten. So hat sich die S. C. I. stets an allen grossen Sammlungen, welche die juedische Gemeinschaft Chiles durchgefuehrt hat, an fuehrender Stelle beteiligt. Der Keren Hayesod, der Keren Kayemeth, der Juedische Weltkongress, der Joint, die Wizo und die Hias haben auf diesem Wege wesentliche Unterstuetzung aus unseren Kreisen erhalten. Die Mitglieder der S. C. I. haben jedoch das Empfinden gehabt, dass hiermit nicht genug getan sei; denn schliesslich, eine derartige Arbeit zugunsten unserer grossen Zentralstellen wird ueberall und sicher mindestens mit gleicher Freude geleistet. Hier bestand jedoch der Wunsch etwas mehr zu tun, als an anderer Stelle, und so entstand das “Hilfswerk fuer Judennot in der Welt”, ueber das einige Worte nicht fehlen duerfen, wenn ein Ueberblick ueber unsere ersten zehn Lebensjahre vollstaendig werden soll. Diese Aktion begann im August des Jahres '1942. Ausgehend von dem Wunsche, abseits ider grossen Hilfsaktionen eine Zusatzhilfe leisten zu koennen, und diese ausdruecklich im Namen unserer Gemeinschaft an die Empfaenger abgehen zu lassen, sollte eine staendige monatliche Einnahme geschaffen werden, die von Zeit zu Zeit die Absendung von Sonderspenden ermoeglichen wuerde. Eine monatliche Erfassung von nahezu 1800 Adressen waere aber voellig unmoeglich gewesen, haette uns nicht von Anfang an die juedische Jugend zur Verfuegung gestanden. Mit grosser Begeisterung mit Ausdauer und vor allem mit feinstem Verstaendnis fuer den gedanklichen Untergrund dieser Taetigkeit und mit Takt und Feingefuehl im Verkehr mit den Spendern, haben unsere Jugendlichen das •Hilfswerk fuer Judennot in der Welt” aus dem Versuchsstadium heraus zur einer feststehenden Einrichtung werden lassen und sich damit sin beachtliches Verdienst erworben, das ein Jeder, der die Einzelheiten dieser Taetigkeit kennt, nur waermstens bestaetigten kann. Die Organisation, welche zu Beginn einge- Euehrt wurde, hat sich als erfolgreich erwiesen and ist bis heute nicht durch wesentliche Abänderungen verbessert worden. Ganz Santiago -ist in Bezirke aufgeteilt worden, die von Je -einem oder zwei Sammlern besucht werden auf prund einer Adressenliste, welche auf Grund |3er Mitteilungen der Sammler selbst staendig luf dem laufenden gehalten wird. Die einzelnen 3etraege, fuer welche Emfangsbestaetigung erteilt wird, laufen bei Sammelstellen und schliessieh auf dem Gemeinde — Buero zusammen, wo iie Verbuchung erfolgt. Die monatlichen Einnahmen belaufen sich luf ungefaehr $ 18.000.—, und es wird dafuer Sorge getragen, dass sich keine grossen Betraege insammeln; sondern so bald wie moeglich werten die Ausschuettungen auf den Weg gebracht, h der ersten Zeit hatten wir nur die Moeglich- ’eit, Geldueberweisungen zu leisten; aber spae- ■er konnten wir dazu uebergehen, Lebensmittel ind Kleidung zu versenden. Bereits die allerersten Dampfer, welche in der letzten Zeit des Veitkrieges in das neutrale Skandinavien füllen, nahmen grossen Lebensmittelpartien von ins mit, welche nach Wien und Budapest ab;ingen. Der erste Dampfer nach Holland, das irste Schiff nach Frankreich brachten von hier ms betraechtliche Spenden den Juden in Amsterdam und in Paris. Spaeterhin schickten wir lachspenden direkt in die Konzentrations— und Fluechtlingslaeger in Deutschland und spaeter nach Zypern. Eine Sendung juedischer Literatur sandten wir auf Wunsch in eine Hachscharah bei Kassel. Geldunterstuetzungen gingen ab an den Grossrabbiner Herz von Jerusalem und an den Hilfsrat des Grossrabbiners von England, an eine Jeschiwah in New York, und letzthin mehrmals an die “Alijah Chadaschah” in Tel Aviv, welche }n Erez Israel sozialwirtschaftliche Aufbauarbeit in Kreisen leistet, deren Struktur der unseren sehr aehnelt. Alle Sachspenden wurden mit Hunderten von kleinen Etiketten versehen, welche die Mitglieder unserer S. C. I. als Spender nannten. Wir haben viele wirklich mehrende Dankbriefe erhalten; als ein kleines Muster fuer viele Schreiben diene nur ein einziges, das wir durch Vermittlung der Kriegspost des nordamerikanischen Heeres aus Wien erhielten: “Es freut uns, Ihnen mitteilen zu koennen, dass wir jetzt die von Ihnen geschickten Waren verteilen, welche die Mitglieder Ihrer Organisation fuer die beduerftigen Juden Europas versandt hat. Seien Sie versichert, daiss die Juden, welche jetzt diese Nahrungsmittel erhalten. Ihnen fuer diese wundervolle Hilfe innig dankbar sind. “Die Not ist gross und Hilfe von ueberall willkommen. Besonders die Schokolade, welche Sie gesandt haben, ist nuetzlich, da sie ein wertvolles Nahrungsmittel ist, das man hier voellig entbehrt hat, und das von der Bevoelkerung, die in den Konzentrationslaegern sehr gelitten hat, dringend benoetigt wird. Besonders fuer unsere Kinder, von denen so wenige am Leben geblieben sind, ist dies ein sehr feines Geschenk. Noch einmal unseren herzlichsten Dank”. Not und Elend sind fuer unsere Brueder und Schwestern in vielen Tellen der Welt noch nicht zu Ende. Auf unsere Hilfe warten die 700.000 Juden in Israel, die 280.000 ueberlebenden Juden Europas, die 35.000 Juden in den Lagern auf Cypern und 132.000 verwaiste juedische Kinder. Sie alle warten auf Eure, auf unsere Hilfe. Das “Hilfswerk fuer Judennot in der Welt” soll auch in Zukunft zur Linderung juedischer Not beitragen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.