Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- X (1948)
- Issue
- Edicion Especial (Junio de 1948)
- Date
- 1948-06-01
- Page
- Seite 13 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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BOLETIN INFORMATIVO 13 mt Der Bau unseres Gemeindehauses (Fortsetzung von Seite 11) bar innerhalb von 20 Jahren mit 5 o|o jaehrlich. Diese Anleihe erbrachte einen Gesamtbetrag von rund $ 900.000.— Ausserdem bemuehten wir uns, ÜÜI 1ÍÜII Wipp ül L v mm.!PÆ **í:SA:í:: ■y^-y ' ÜÄi - i ass®*; B Rueckansicht des Baues. Die Luecke entspricht dem zukuenftigen Platz des Almenors und laesst den Blick auf den 2. Stock des Gemeindesaales frei. Die langen Fenster, links unten, entsprechen der Rueckwand der Kantine. Rechts liegen die Schulzimmer. eine weitere Anzahl von Schenkungen zu erhalten und erhielten von unseren Mitgliedern erneut ungefaehr $ 300.000.— Die Ordentliche General-Versammlung vom April 1948 schliesslich autorisierte den Vorstand, die Mitgliedsbeitraege fuer eine Reihe von Sonderzwecken zu verdoppeln, wobei insbesondere erwaehnt wurde, dass diese Gelder zu einem grossen Teile fuer die Finanzierung unseres Gemeindehausbaues herangezogen werden sollen. Diese Betraege gehen naturgemaess nur monatlich ein und infolgedessen sind wir dabei uns durch die Vermittlung der Banco Israelita de Chile gegen eine Sicherheit dieser Beitragsverdoppelung ein wesentliches Darlehen geben zu lassen. DER BAU SELBST Bevor der Bau nun tatsaechlich in Angriff genommen werden konnte, benoetigten wir noch die genaue statische Berechnung, welche fuer uns von der Firma der Herren Sandor und Schlesinger ausgefuehrt wurde. Beide Herren haben sich sorgfaeltig in die einzelnen Gedankengaenge des Projektes unseres Architekten José Dvoredsky vertieft und eine volLstaendige Durcharbeitung und Einzelplanung geliefert, welche jetzt als Grundlage der Bautaetigkeit dient. Lange Monate gingen vorbei, bis beide Grundstuecke endlich von den vielen verschiedenen Mietern geraeumt wurden. Dann begann die Abreissung der alten Wohnhaeuser und die Ausgrabung. Ing. Ricardo Spitz ueberwacht die Arbeit der Zement-Mischmaschine. lililí mm ■ Fuer die staendige Beaufsichtigung des Baues sicherten wir uns die Dienste von Ing. Ricardo Spitz, der in der Durchfuehrung grosser Bauten und in der Loesung der Probleme, wie sie Saele mit sich bringen, bereits grosse Erfahrung hat und der sich von morgens bis abends selbst auf dem Baugrundstueck befindet, um ueberall ueberwachend und Anweisungen erteilend eingreifen zu koennen. Erfreulicherweise haben wir zur Beginn eine gewisse Menge von Baumaterialen vorkaufen koennen, aber leider sind die andauernd steigenden Preis eine Tatsache, die uns die Berechnung der Kosten von Monat zu Monat sehr erschwert. Um produktiv arbeiten zu koennen, haben wir eine Zementmischmaschine und einen Materialaufzug angeschafft, die wir nach Beendigung des Baues wieder verkaufen koennen. Der 10. Geburstag unserer Gemeinschaft trifft uns mitten in der eifrigsten Bauarbeit. Ungefaehr 35 Arbeiter schaffen fuenf Tage in der Woche mit 48 Arbeitsstunden. Grosse Teile sind im Rohbau bereits fertiggestellt, so das ganze Subterräneo mit dem grossen Kantinensaal, der Wohnung des Hausverwalters usw.; auch der ganze erste Stock ist bereits fertig gestellt; der Synagogensaal mit seiner erhoehten Frauenempore ist vollendet; es fehlt nur die Decke, welche als allerletztes fertiggestellt wird. In voller Arbeit ist der 2. Stock des Gemeindesaales und des Gemeindehauses in seiner Vorderfront. Fertig sind bereits die beiden Schulzimmer und der lange Korridor, welcher durch den ganzen Komplex fuehrt. Von Woche zu Woche sind grosse Fortschritte sichtbar. Die Durchfuehrung und Vollendung des gesamten Bauplanes ist von Vorstand und Repraesentanz so weit wie nur irgend moeglich geplant und durchgearbeitet worden. Es han- Blick von Almenor auf den Saal. Rechts unten liegt die Frauenempore; im Hintergrund der 2. Stock des Gemeindesaales. 11811111111 §¡s&m _ ■ ■ -- MARTIN Die Sociedad Cultural Israelita “B’ne Jisroel” blickt auf ein 10-jaehriges Bestehen zurueck. Dankbar erkennen auch die Handwerker und Landwirte an, dass die Taetigkeit der “B’ne Jisroel geeignet war, uns die Achtung der chilenischen Umwelt zu erringen. Die juedischen Handwerker und Landwirte glauben bei dieser Gelegenheit sagen zu duerfen, dass ihre Taetigkeit waehrend der 10 Jahre eine Bereicherung des chilenischen Wirtschaftslebens darstellt und damit haben auch sie zur Staerkung unseres Ansehens in Chile wesentlich beigetragen. Im Einzelnen bedarf in diesem Zusammenhang folgendes erwaehnt werden: Juedische Schneider, juedische Putzmacherinnen haben Industrien geschaffen, die Chile schon waehrend des Krieges unabhaengig vom Ausland gemacht, und die sich fast zu den groessten Industrien des Landes entwickelt haben. Die Fabrikation von Damenunterwaesche und Schuerzen liegt fast ausschliesslich in den Haenden von juedischen Emigranten. Juedische Weber haben Stoffe gefertigt, die bisher nur unter starker Inanspruchnahme von Devisen eingefuehrt werden mussten. Die Schmuckindustrie, die Bakelitindustrie, von Juden begruendet und gefuehrt, koennen mit den groessten Werken des Auslandes konkurrieren. Die Teppichindustrie im Typ “Perser und Axminster” war in Chile vollkommen unbekannt. Die Ledertaschen— und Guertelindustrie war nur auf Import beschraenkt. Die erste elektrische Termo wurde / Seitenfront zur Copiapo. Unten liegen die Wirtschaf tsraeume; im 1. Stock der Verbindungsgang zwischen dem Gemeinde— und Synagogenteil. delt sich aber um ein grosses Werk, dessen gutes Gelingen nicht von den Gemeindeorganen allein abhaengt, sondern von der entschiedenen Mitarbeit aller Gemeindemitglieder, von denen nicht nur moralische Unterstuetzung notwendig, sondern auch vor allem wirkliche finanzielle Mithilfe unbedingt erforderlich ist. Die Beitragsverdoppelung ist eine grosse Stuetze. Sie fuehrt jedoch auf dem Wege nur weiter, noch nicht zur Vollendung. Fuer uns allein ist dieser Bau nicht bestimmt, sondern auch fuer die Generationen, die nach uns kommen. Ein derartiges Werk, auf die Dauer berechnet, entsteht nicht ohne kaempfende andauernde Unterstuetzung aller, die daran teil haben sollen. Eine Gemeinschaft wie die unsrige, die mehr als 1.500 Familien umschliesst. hat einen berechtigten Anspruch auf ein Gemeindehaus. Nur wenn alle mithelfen, kann es Wirklichkeit werden. MICHEL r: von juedischen Handwerkern zum Patent angemeldet. Die besten Gascalifonts haben von Juden erfundene Ventile. Die Fabrikation von elektrischen Material, wie Schaltern etc. wird fast ausschliesslich von juedischen Fachleuten ausgefuehrt. Wurst, Kaese in europaeischem Stil haben auch die chilenische Abendmahlzeit geaendert. Nationale Likoere sind den importierten vollkommen gleichwertig. Kleinindustrie von Drehbank und Schraubstock. Holzspielwarenindustrie haben die Artikel des Auslandes ueberfluegelt. Die Pharmazeutische - chemische Industrie hat das Publikum davon ueberzeugt, dass die in Chile fabrizierten Artikel den auslaendischen vollkommen ebenbuertig sind. Juedische Handwerker, wie Schneider, Schuster, Glaser, Mechaniker, Optiker haben chilenische Lehrlinge zu gleichwertigen europaeischen Mitarbeitern ausgebildet. Juedische Fensterdecorateure, juedische Fabrikanten von Decorationsmaterial haben eine neue Note in das Strassenbild gebracht. Dies ist nur ein Ausschnitt davon, was juedische Emigranten nach Chile gebracht haben. Andere Laender haben zum Aufbau solcher Industrien Jahrzehnte gebraucht, unserer Energie und unserem Wissen sind diese Erfolge in dieser relativ kurzen Zeit gelungen. Vielleicht hat aber auch hier befruchtend der Ansporn gewirkt, den wir im Zusammenleben in unserer Gemeinschaft gefunden haben und der Gedanke, zu zeigen, dass der Jude imstande ist bei freier Entwicklung ein erfolgreicher Mitbuergér zu sein. 10 Jahre “B’rie Jisroel” 10 Jahre juedische Handwerker in Chile