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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1948-06-01 · Edicion Especial (Junio de 1948) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
X (1948)
Issue
Edicion Especial (Junio de 1948)
Date
1948-06-01
Page
Seite 11 (sequence 13)
Language
German
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BOLETIN informativo 11 FERNANDO O. FRIEDMANN DER BAU UNSERES GEMEINDEHAUSES Fotos: Rudolf Nosser: Gott ein Haus zu bauen, ist seit jeher eines der wesentlichsten Herzensbeduerfnisse jeder I juedischer Gemeinschaft gewesen. Die Ge- I schichte unseres Volkes ist seit ihren ersten Anfaengen hierfuer ein anschauliches Beispiel. Es ist also aus unserer juedischen Tradition heraus eine Selbstverstaendlichkeit gewesen, dass die Mitglieder unserer Gemeinde gegen Ende des Jahres 1944 spontan den allgemeinen Wunsch an" das damalige Direktorium richteten, ein eigenes Heim fuer Synagoge und Gemeinschaftsleben zu errichten. Damals war es uns nach verschiedenen Anfaengen in kleineren Heimen, ueber die in dieser Zeitschrift an anderer Stelle aus berufener Feder berichtet wird, in San Diego 216 gelungen, einen Saal zu finden, der den damali- $ 675.000.— gekostet, und man darf wohl annehmen, dass es heute einen Wert von nahezu einer Million darstellt, wenn man einerseits die allgemeine Entwertung beachtet, andererseits aber auch die zunehmende Aufwertung grade jener Gegend durch den baldigen Bau der Diagonalstrasse zum Centrum. DER WETTBEWERB Um fuer das zukuenftige Gemeindehaus architektonische Bauplaene zu erhalten, die unseren Anforderungen am weitesten. nachkommen, wurde ein Wettbewerb unter Leitung des Architekten David Waissbluth Y. veranstaltet, in dem ein erster und ein zweiter Preis ausge¬ Die weiteren Raeumlichkeiten ergeben sich. klar und deutlich aus dem Schema des 2. und 3. Stocks. Im 2. Stock liegen nebeneinander Sitzungszimmer, Kasse und Sekretariat mit kleinem Wartezimmer. Daneben liegt in sich abgeschlossen Cisroco mit 2 Zimmern und einem Extrawartezimmer. Im 3. Stock sind vor allem die befreundeten Organisationen untergebracht, so die Loge B’nö Brith, das Forum, die Wizogruppe “Henrietta Szold” und die Liga de Damas Israelitas “Caridad”. Schliesslich ist noch das Subterräneo zu erwaehnen; dort sind vor allem die Kantine, Jugendraeume, die Wohnung des Hausverwalters oder Konzessionaers und die Heizungsanlage. Zum Schluss moechte ich noch einmal auf die doppelte Funktion unseres Hauses und deren VORDERANSICHT DES GEMEINDEHAUSES IN DER AV. PORTUGAL 810-824. gen Anspruechen unserer Gemeinschaft schlecht und recht genuegen konnte. Das traurige Brandunglueck der Nacht vom 26. Oktober 1944, welches 14 Thorarollen, die mit grossen Opfern hierher gerettet waren, vernichtet und grosse Teile des damaligen Heimes in Schutt und Asche legte, stellte uns von heute auf morgen vor die Notwendigkeit, Entschluesse zu fassen, die fuer unsere naehere und weitere Zukunft von Bedeutung sein sollten. Der Vorstand selbst stellte sich mit Spenden aller Mitglieder an die Spitze einer entsprechenden Aktion, deren Ergebnis darueber entscheiden sollte, ob man in Kuerze den Ankauf eines entsprechenden Grundstuecks wuerde wagen koennen. DER GRUNDSTUECKSKAUF Diese Sammlung hatte einen schnellen und wesentlichen Erfolg, sodass der Vorstand beschloss, die Mitglieder zu einer Ausserordentlichen General-Versammlung zusammenzurufen, der ersten, die in der Geschichte unserer “Sociedad Cultural Israelita” ueberhaupt stattfand. Die entscheidende Sitzung fand am 17. Dezember 1946 im Teatro Normandie statt und diente in mehrstuendiger Debatte zur Klaerung der damaligen Situation. Wir machten uns damals klar, dass ein Neubau erforderlich war, weil es unmoeglich erschien, in Santiago an anderer Stelle einen grossen Saal zu finden, der fuer den Gottesdienst an den Sonnabenden sehr erwuenscht, fuer den Gottesdienst an den Hohen Feiertagen und an den Mittelfeiertagen gradezu unbedingt erforderlich und fuer kulturelle Veranstaltungen der verschiedensten Art ebenfalls notwendig ist. Die Frage einer Anmietung fremder Raeume wurde schon deswegen abgelehnt, weil wir eine Atmosphaere des Zuhauseseins und das Empfinden eines wirklichen und dauernden Anrechtes ln den eigenen vier Waenden haben wollten. Wir waren uns gewiss, dass wir jede andere Sammlung zu Gunsten von Erez Israel oder unserer notleidenden Brueder in Europa keines wegs ueber diesen neuen Plaenen vernachlaessigen durften, es jedoch nur diese Moeglichkeit gab, auch derartige Aktionen von einem dauernden und ausreichenden Gemeindezentrum aus zu unterstuetzen. Mit grosser Mehrheit wurde dann in dieser Ausserordentlichen General-Versammlung der folgende Beschluss gefasst: “Der Vorstand wird ermaechtigt, im Rahmen angemessener Mittel ein Grundstueck zu erwerben und darauf eine Gemeindehaus zu errichten; enthaltend eine Synagoge mit separater Maenner — und Frauen — Abteilung, einen Saal zur Pflege juedischer Kultur und Wohltaetigkeit und Raeume fuer Verwaltung, Wochentagssynagoge, Schule und Jugendzentrum und Wirtschaftsraeume, er ist auch ermaechtigt, Preis, Groesse, Lage und Zahlungsart festzusetzen’’. In Ausfuehrung dieses Beschlusses und nachdem eine ganze Reihe von verschiedenen Projekten ausfuehrlich durchberaten wurde, entschloss sich der Vorstand zum Ankauf zweTer nebeneinander liegenden Grundstuecke Av. Portugal 810 bis 824 an der Ecke der Copiapö. Das Grundstueck hat 30 m. Front in Portugal und 45 m. in Copiapö. Hierbei ist unberuecksichtigt gelassen ein Streifen von ungefaehr 180 qm. in Copiapö, der enteignet ist, und fuer den die Stadtver. waltung eine entsprechende Entschaedigung zahlen wird, und es ist weiterhin unberuecksichtigt geblieben ein quadratisches Grundstueck, das sich in Copiapö direkt anschliesst, die Masse 14|16 m. hat und ueber das bisher keinerlei Verfuegung getroffen ist. Das Gesamtgrundstueck hat uns schrieben wurden. An diesem Wettbewerb nahmen die Architekten José Dvoredsky, Ricardo Rothschild, Pablo Hegedus, Sascha Kovo und Enrique Camhi teil. Die Plaene wurden nach mehreren Monaten eingereicht, und schliesslich erhielten José Dvoredsky den ersten und Pablo Hegedus den zweiten Preis. Das preisgekroente Projekt entsprach wirklich in nahezu allem den Grundsaetzen, welche Repraesentanz und Vorstand in den Vordergrund gestellt hatten. Es hiess in unseren Anweisungen an die Architekten woertlich: “Die Gestaltung des Baues und die Lage der Raeume zueinander haben uebersichtlich, bescheiden und klar zu sein, und sollen vor allem dem doppelten Charakter als 1. Synagoge und 2. Gemeindeheim Rechnung tragen. Es wird | kein Wert gelegt auf kostspielige Ausfuehrung und grossartige Komposition, wohl aber auf bequemes Ineinandergleiten der Saele und Zimmer und auf einfache Linienfuehrung”. Dieses Grundstueck, dessen Lage eine Planung der Synagoge gemaess unseren religioesen Vorschriften gestattet, ist also Ausgangspunkt dieses Entwurfes fuer 2 Saele und anliegendes Gemeindehaus. An der Portugal liegen die Verwaltungsraeume, Sitzungszimmer und die Raeumlichkeiten fuer verwandte Organisationen, die wir nachher auf den Einzelplaeften wiederfinden. Vorne die Eingangshalle mit Eingang zum Gemeindesaal; in der Mitte der Seite der direkte Eingang zur Synagoge, welche neben den beiden vorgesehenen Schulraeumen liegt. Gestaltung von Synagoge und Gemeindesaal, die Lage beider Raeume zueinander und die Moeglichkeit einer gelegentlichen Verbindung waren die groesste Schwierigkeit des Wettbewerbs. Ein weiterer Vorteil des Projektes ist es, dass der Oberteil des Gemeindesaales abgetrennt werden kann, sodass dort ein selbststaendig abgeschlossener Raum in Form eines Vortragssaales entsteht. Und schliesslich ist oben im 3. Stock ein kleiner Raum vorgesehen worden, von dem aus Lichtbilder oder Filme projiziert werden koennen, eine Einrichtung, welche bei der finanziellen Beurteilung der Moeglichkeit dieses Projektes und bei der Erwaegung einer besseren Durchfuehrung eventueller hypotekarischer Be- I lastung sehr wohl in Betracht zu ziehen ist. Beruecksichtigung im Entwurf hinweisen. Der Gemeindesaal neigt sich ganz deutlich zur Strasse Portugal und steht in direkter Verbindung mit den Raeumen der Verwaltung, den Sitzungszimmern, dem Vortragsraum und den verwandten Organisationen. Andererseits die Synagoge hat ihren breiten Sondereingang von der Copiapö aus und bildet eine voellig abgeschlossene Einheit mit der taeglichen Synagoge, den Schulraeumen und den dem Rabbiner zugewiesenen Raeumen hinter dem Almemor. Trotz dieser raeumlichen Trennung ist natuerlich durch Korridore in allen Stockwerken die Moeglichkeit bequemer und direkter Verbindung zwischen beiden Gebaeudeteilen vorhanden. Hier sind noch nach Beendigung des Wettbewerbs einige Abaenderungen vorgenommen worden, indem die bebaute Flaeche des Subterráneo stark verkleinert wurde, indem die Gestaltung der Raeume denen des ersten Stocks angepasst wurde, sodass von unten bis oben gerade durch gebaut werden kann und indem auf einen Speisenaufzug bis in den 3. Stock verzichtet wurde. Alle 3 Massnahmen haben eine ganz bedeutende Ersparnis zur Folge gehabt. Nach hinten schliesst sich dann noch ein grosser Patio von 220 qm. an, der eine bequeme und unauffaellige Entleerung der Synagoge und auch des Gemeindesaales gewaehrleistet, und der sich gewiss auch zur Annehmlichkeit der Mitglieder durch entsprechende Bepflanzung in einen angenehmen Aufenthaltsort verwandeln lassen wird. DIE FINANZIERUNG In der Ordentlichen General-Versammlung 1947 wurde eine Kostenberechnung des Architekten José Dvoredsky vorgelegt, welche schliesslich zu dem Ergebnis fuehrte, dass der Vorstand autorisiert wurde, einen Betrag von zwei Millionen auszugebén, um den gesamten Rohbau fertigzustellen und die beiden Saele zwar nicht fertig auszubäuen, aber doch benutzbar zu gestalten. Das Objekt soll dann in weiteren Etappen ausgebaut werden. Fuer die Finanzierung wurde zunaechst eine "Innere Bauanleihe” ausgeschrieben, welche von einer kleineren Reihe von Mitgliedern gezeichnet wurde und zwar unverzinslich, rueckzahl- (Fortsetzung auf Seite 13) 4

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