Mannheim
Compact Memory

Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1947-05-01 · 5 (5.1947) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
IX (1947)
Issue
5 (5.1947)
Date
1947-05-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/8553624-8553667-9191082--0003-8553668
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Aparee« una at na. REDACCION: 8. C. L "BUe Jisroel” Monjitas (60 Tel. 33096 Casilla 2487 IÜHLSOTÄL\3ISRAISyTÄ' IMS 3¡8§i®EIL" TZ&leilrL J nfh¡>unjcvtbt& miTTEILUhGSBLQTT 4t Administración de aviso«? -^. W. LECHNüB Clasificador 567 Tel. provls,: 6839-1 Por el conteiitdo de los avisos la B'ne Jisroel no se responsabiliza. ' P '¿I N.o 5 SANTIAGO DE CHILE MAI 1947 Qea^ Dr. L<EO BAECK, heute ein 72 Jaehriger, war öberrabbiner von Berlin und Praesident der “Reichsvertretung deutscher Juden” un. ter der Schreckensherrschaft Hitler’s. Trotz seines fortgeschrittenen Alters ueberlebte er seine 28 monatige Leidenszeit im Konzentrationslager von Theresienstadt und gelangte als endlich 'Befreiter nach Nordamerika, von wo aus er an der grossen Aufbauarbeit juedischer Gemeinden und juedischen Leben in Europa tatkraeftig teilnimmt, “loh war Zeuge... “ist ein ernster Aufruf, den Dr. Baeck an die Juden Amerikas und aller freien Laender richtet. “Ich war, wie Ihr alle, Zeuge einer der schrecklichsten Tragoedien der Welt. Einer Tragcedie, che Millionen von Juden durch ihre zum System erhobene Grausamkeit vernichtete. In dieser Tra. gocdie wurde die Grausamkeit zur Lebensanschauung, und die menschliche Wuerde ein Begriff ohne Inhalt. Heute sehen wir die Er :chi der f ui eLi baren Sa ab Der dritte Teil des juedischen Volkes ist ausgeloescht. Dieses Volk ist nicht mehr das, was es einstmals war. Es ist ein armes Volk, zutiefst getroffen im Marke seines geistigen und religioesen Lebens. Dies ist, neben vielen anderen, nur eine der Tatsachen. Grosse Gebiete des juedischen Lebens, seiner Religion und Wissenschaft sind heute Brachland. Dort gibt es keine Synagogen mehr, keine Staetten fuer die Wissenschaft und keine Schulen. Noch einen aergeren, trostloseren Zustand kann ich Euch aufweisen: dieses Land traegt nichtmehr, es ist unfruchtbar geworden, denn in seinem Inneren wuchert die Saat des Boesen. Wer von uns koennte sich ein Auferstehen des juedischen Geistes, des juedischen Lebens auf solchem Boden vorstellen? Ihm entstroemsri toedliche Gifte und kein Jude vermag mehr auf ihm zu loben, ihm seinen Unterhalt abzuringen. Waehrend meiner Gefangenschaft in Theresienstadt, die zwei Jahre und vier Monate dauerte, seit der Stunde die mir zur Befreiung wurde, habe ich dieses lebenswichtige, ernste Problem mit tausenden meiner Glaubensgenossen in Mittel - und Osteuropa besprochen. Die Meinung eines Einzelnen wurde zur Meinung Aller: kein Jude kann nach Deutschland oder Oesterreich oder in irgendeines der Laender, das fuer ihn ein unendlicher, weinender Friedhof wurde, zurueckkehren. Die Mehrzahl der obdachlosen Juden Europas wnenschen nach Palaestina auszuwandern, wo sie Frieden und Sicherheit zu finden hoffen. Andere wieder besitzen Verwandte und Freunde in Nord- Mittel-oder Suedamerika und ziehen es vor, nach Westen zu wandern. _ So erleben wir es, dass sich der Schwerpunkt juedischen Lebens und Denkens von Osten nach Westen verlegt. Nicht die Menschen allein, nein, auch die Gebiet® sind Veraenderungen unterworfen. Die Geschichte des Volkes Israel ist nicht nur die Geschichte seiner Wanderungen, sondern auch die seiner stets labilen Schwerpunkte und Lebengebiete. Heute finden wir diesen Schwerpunkt seines Leben und seiner Energie in der westlichen Hemisphaere. Ein anderes Gebiet aber, ueherragend in seiner Entwicklung und ausserordentlich auch in seiner Bedeutung, ist Palaestina. Ein neues Zeitalter bricht an. Nach dem grossen juedischen Erleben in Spanien und Pprtugai, nach Aufbluehen und Vernichtung in Deutschland und Polen, steigt die Amerikanische Aera empor, die ein neues Kapitel in unserer uralten Geschichte eroeffnet. Die Grcesse unserer Aufgabe, die Last unserer Pflichten werden zum Schicksal unserer amerikanischen Brueder. Hier handelt es sich um eine Tatsache, die. zu leugnen zwecklos waere; wir muessen ihr Antlitz zu Antlitz begegnen. Nach der Vernichtung kommt die Stunde des Wiederaufbaues. Jeder Jude besitzt das unbestreitbare Recht auf seinen Platz in der Welt, er besitzt gleichfalls das Anrecht darauf, dass ihm Ger rechtigkeit werde. Unsere Aufgabe ist riesengross, uns kommt es zu sie zu loesen. So ist es jedem einzelnen. Juden, der in den drei Amerikas lebt Pflicht und Aufgabe geworden seinen Bruedern in der Welt den Platz zu geben und zu sichern, den das Recht ihnen von jeher zuspricht. Dies ist eine kolonisatorische Arbeit geplanter Auswanderung und Anpassung. Uns kommt es zu die groesste aller Aufgaben im Leben unseres Volkes zu erfuellen. Das Schicksal zwingt uns diese Aufgabe zu loesen und ihr Grossteil faellt auf di* amerikanischen Juden zurueclc. Dieses vollgeruetteite Mass riesiger Pflichten zerfaellt in viele kleine Parzellen. Uns kommt es zu, fuer die Alten und Schwachen zu sorgen, ihnen ein Heim zu sichern, auf dass sie ihre spaerlichen Tage in Frieden beenden moegen. Uns kommt es zu fuer die Kleinen zu sorgen und Eiternstelle an ihnen zu vertreten, den zu fruehen Waisen eö.nes harten Jahrhunderts. ' Wir muessen ihnen ein neues Leben schenken, erziehen und bilden muessen wir sie im Geiste und in der ReJgion unseres Volkes. Das Volk Israel lebt heute noch, Dank seiner geistigen Staerke und dieser Quell soll nie versiegen, frischer und kraeftiger soll er werden. Wir kennen nicht das Wort “UNMOEGLLCH”. Wenn ich von den amerikanischen Juden rede, will ich nicht jene vergessen die in anderen Laendern, unter anderen Himmelsstrichen leben, vom Kriege verschont, vom Leid nicht heimgesneht, all die Juden in Mittel - und Suedamerika, in Kanada und 'Australien, wo sie heute beheimatet sind. An euch Alle wende ich mich, die ihr noch zu geben habt, sei es in materieller, sei es in finanzieller Form, auf dass Ihr die Leiden Eurer Brueder mildert, wie immer sie zu mildern es Euch gegeben sei, auf dass sie, dem Tode und dem Grauen entronnen, „in neuer Hoffnung ein neues Leben zn beginnen vermoegen”. Ein Felderstrich Ist entscheidend. Zeichnet fuer die CAMPANA zur RETTUN6 der JUDEN in EUROPA zugunsten des KKL, des Juedischen Weltkongresses, des JOINT und der HIAS

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.