Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 2 (1838)
- Issue
- Extra-Beiblatt zu Nr. 51. allgem. Zeitung des Judenthums.
- Date
- 1838-04-28
- Page
- Seite 208 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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208 Transport 6121 Rt. 4 Gr. 821) - Joseph Cohn. 2 - — - 822) * Jacob Albrecht....... 5 - — - 823) r Samuel Fraustadt. 1 - — - 824) - vr. Sammler, Prediger . . - 5 - — - 825) - L. R. Prausnitzer . . . ,. . 10 - — 826) - Louis Löwe.. 5 - - 827) - S. Brühl. 3 - — - 828) - ' M. London . .. 1 - 829) - D. M. Peiser. .. 2 - — - 830) - M. Cohn jun.. . 1 - —' - - 831) Hirsch Selig Krug. .... 1 - — -- 832) « Moritz Schlesinger, Commis 1 - — - Latus 6158 Rt. 4 Gr. (Fortsetzung folgt.) Theologische Bemerkungen. Altona, im Marz. Erlauben Sie mir, Herr Red., die Frage an Sie zu richten, warum neulich in dem Bericht über die lettre» tsarfatigues der Vorschlag sonntäglicher Predigten rc. so wegwerfend beseitigt wurde? Ich kann Sie versichern, daß eine solche Einrichtung in den größeren Gemeinden nicht nur zu den empfehlungswürdigsten, sondern sogar zu den unentbehrlichsten gehört. Es ist hier durchaus nicht die' Frage (wollen wir denn eben so taub und blind gegen alle Geschichte und Erfahrung sein, wie der Chor der Judenfeinde?), ob Israeliten existiren sollen, welche die jüdischen Sabbat- und Feiertage nicht beobachten; sondern umgekehrt, da eine bedeutende Anzahl von Israeliten und Israelitinnen leider einmal vorhanden ist, in denen das religiöse Gefühl nicht stark genug wirkt, um sie an diesem Tage von ihren Geschäften abzuhalten, so ist die Frage, was ist zu thun, wenn man diese wichtigen Glieder nebst ihren Nachkommen nicht gänzlich der Religion entfremden lassen^ will? Und eS dünkt mich, es giebt kein einfacheres Mittel als das vorgeschlagene. Selbst der größte Orthodox, wenn er nicht religiös denkt und nach Jesaja's Vorschrift „das geknickte Rohr nicht abbreche», die glimmende Heede nicht völlig auslöschen will" wird hiergegen nichts einwenden, er müßte denn den hohen Grundsatz 2^2 min *n»Sn, „der Unterricht in der Religion ist die wichtigste von allen Pflichten," gänzlich verkennen. Daß hier von einer, ^auch nur scheinbaren Verlegung des Sabbats nicht die Rede ist, versteht sich von selbst, und ließe sich auch in der Anordnung vielfach bethätigen. Auch könnte man den Predigern vorschreiben häufig über diesen Punkt, so wie über das gesammte Cultuswesen erklärend zu reden, und dabei allen protestantischen Aufklarungsdünkel fern zu lassen. So würden die Strenggläubigen auch im geringsten nicht beunruhigt, hörten vielmehr israelitische Religionswahrheiten allseitig illustriren, und^ sähen beim Zusammentreffen mit wirklichen Feier- und Festtagen den allgemeinen Ritus mit der Predigt verbunden und ein um so größeres Publikum an beiden Theil nehmen. Denken sie sich den gewöhnlichen Alltagsgottesdienst feierlich und würdevoll begangen, beim Schlußpsalm (ov» Sw '») siele ein'Chor ein, mit oder ohne Instrumentalbegleitung; hierauf folgten deutsche oder dort-französische -+— Gesänge, Gebete, eine salbungsvolle Predigt und eine Collekte für die Armen; dabei jedesmal die jEmporen voll betender Frauen, und Mädchen — müßte ein solcher Anblick nicht unendlich viel heilsamer wirken, und wäre darin das geringste gegen rabbinisch israelitischen Religions - Begriff? — Ja würden nicht selbst viele Jünger llch noch weiter hinein gezogen fühlen in das ihnen sonst srenw» ivchliche Leben? Denn noch heute, wie von jeher übt unsere Religion die Kraft aus, auch die Gedankenlosen allmälig zu erwärmen n»wS «3 nowS_ «Sw ipna. Jeder Rabbine, der.einen beträchtlichen Theil seiner^Gemeinde in der erwähnten Lage vorsindet, und bei ehrlicher Prüfung sich nicht schmeicheln kann, sie völlig zu bekehren, müßte, wie ich glaube, an der Erfüllung dieses Vorschlages arbeiten, dessen fernere Erörterung in dieser Zeitung ich . hiermit baldigst herbeigeführt haben möchte. Redacteur vr. L. Philippson. — Verlag von Baumgärtners Buchhandlung. — Druck von I. B- Hirfchfeld. (Hierzu das literar. und Homilet. Beiblatt No. 10.)