Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Journal
- Literarisches und homiletisches Beiblatt
- Volume
- I (1838)
- Issue
- 18 (30.6.1838)
- Date
- 1838-06-30
- Page
- Seite 72 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Dritter Band: „Einleitung." Ueber die beste Methode des Confirmationsunterrichtes." „Literatur." „Bruchstück einer Novelle." „Bemerkungen über das Erhabene aus Longin." „Probe einer neuen Uebcrsetzung des Hiob von Büdinger." „Worte eines sterbenden Israeliten." „Blicke auf die gegenwärtige Cultur und Literatur der Juden." „Romantische Skizzen aus der Geschichte Israels." „Aufforderung zur Bildung einer Unterstützungsgesellschaft für jüdische Lehrer." Außer diesen Aufsätzen wurden unter der Rubrik „Mannigfaltiges"^ in 50 Nummern Notizen gegeben, und einige poetische Stücke hinzugcfügt. Da eine nicht große Zahl von Exemplaren über den Bedarf für die Abonnenten abgezogen wurde, so sind gegenwärtig nur noch 20 Exemplare complet vorhanden. 2) Drei Predigten von Benedict Hause, Lehrer an der öffentlichen israelitischen Schule zu Oberaula. Hersfeld, Schuster. 1837. gr. 8. S. X. und 43. 3) Predigt bei der Einweihung der neuen Synagoge in Oberaula, am 15. Sept. 1837 von Benedict Hause; das. gr. 8. S. 24. Der Vers.'hatte bei der Herausgabe dieser Predigten die Absicht/ „daß er vielleicht auch andern, auf dem Lande angestellten, jüdischen Religionslehrern dadurch Veranlaffung und Aufmunterung geben dürfte, auch in ihren Gemeinden recht oft, öfter als bis jetzt geschehen, religiöse Vortrage mit dem öffentlichen Gottesdienste zu verbinden." Er verspricht sich mit Recht, durch öftere religiöse Vortrage, namentlich für die Juden auf dem Lande, eine neue, frische Belebung der Religiosität und Moralität, theils als Fortsetzung des Unterrichts in der Schule, deren Einfluß im älterlichen Hause leider mehr geschwächt, als gefördert werde, theils als Belehrung der Aelteren, die wenig von dem Inhalte wahrhafter Religiosität zu wissen pflegen. Die vorliegenden Reden sind nun zwar weder an Form, noch an Inhalt irgend vollendet zu nennen, und machen darauf gar keine Ansprüche, aber sie sind sehr wol geeignet, nach dem angegeben Zwecke, auf die Gemüther der einfacheren Zuhörer zu wirken, und so den Lehrern in kleinen Gemeinden zum Muster zu dienen, die so oft Gefahr laufen, durch Nachahmung der höher gestellten homiletischen Meister ihren eigenen Standpunkt zu verlieren, die Sprache ist meist rorrekt, nicht ohne passende Bilder und Wärme, dabei nicht schwülstig, md bei Gelegenheit, auch scharf. Wurden dieselben, wie wir glauben, gut vorgetragen, so konnten sie nicht ohne wahrhaft guten Eindruck bleiben. 4) Pibhre Libbi. Herzensworte zur Belehrung und Erbauung, in 4 Reden, gehalten von L. Posener, isr. Lehrer zu Kaunitz in der Grafschaft Rietberg. Paderborn 1836, bei L. D. Winkler. S. 68. 8. Abermals Predigten von einem Lehrer auf dem Lande, aber von den vorigen wesentlich verschieden. Der Fehler dieser Reden ist, daß der Verfasser eher Anlage zum Dichter, als Redner hat. Die Sprache ist zu bilderreich, oft schwülstig, ein Haschen nach Effekt auf das irritable Gefühl, dagegen Lehre und Ueberzeugung viel zu wenig, Logik und überdachte Form gar nicht vorhanden. Daß in denselben viele schöne einzelne Stellen zu finden sind, daß der Vers, aus der Fülle eines bewegten Herzens spricht, erkennen wir lebhaft an, aber die. Wirkung Dieses wird durch die Uebersülle nur geschwächt, und befriedigt das Bedürfniß der Zuhörer nicht. Wir wollen daher den Abfasser hierauf aufmerksam machen, damit er in diesem Bezüge auf seine Ausbildung hinarbeite: dann wird ihm ein gutes Ziel nicht fehlen. Nehmen wir z. B. die erste Predigt vor; die Einleitung ist höchst überladen, so tiefes Gefühl sich darin auch ausspricht. . Das Thema und die Eintheilung sind, die Lehrsätze unsrer Religion sind: 1) Ein Gott über uns, 2) Ein Gesetz in uns, 3) Eine Unsterblichkeit vor uns. Hier hät der Vers, aus der Offenbarung ein Gesetz in uns, und das ist ihm die Liebe!, gemacht — höchst unstatthaft. Im ersten und letzten Satze verweist er uns auf die Natur, und meint, sie bedürfen keiner Beweise, die Schilderungen und Anreden versteigen sich aber vom heulenden Orkan bis zum zerschmetterten Frevler. (Fortsetzung folgt). Literarische Notizen. In Hall. Lit. Zeit. No. 73 und 74. Recensionen von Robert Haas's Staatsbürgerthum und (Stephani) Ist eS rathfain jc., die einen wahrhaft humanen Geist athmen (was in der deutschen Jounalistik jetzt etwas seltenes ist, (haben doch selbst die Göttingischen neulichft die Ansicht dargelegt, es wäre Gleichgiltigkeit gegen das Christenthum, den Juden bürgerliche Freiheit zugcstehen zu wollen)). Sehr schön sagt der Recensent unter Andern,: „Aber diese Sache ist nicht nur zu einer großen Angelegenheit Europas, sondern auch der ganzen Menschheit gediehen. Sie berührt gleichzeitig die Jhee unddas Leben und kann mithin nicht erschöpft werden, bevor sie 'nicht den Sieg errungen hat." Redakteur: Dr. L. Philippfon. — Verlag von Baumgartners Buchhandlung. — Druck von I» B. Hirschfeld.