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Literarisches und homiletisches Beiblatt · 1838-09-01 · 25 (1.9.1838) · p. Seite 97

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Journal
Literarisches und homiletisches Beiblatt
Volume
I (1838)
Issue
25 (1.9.1838)
Date
1838-09-01
Page
Seite 97 (sequence 1)
Language
German
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1. Jahrgang. No. SS Literarisches und homiletisches Beiblatt. Leipzig, den 1. September 1838. Aus den Rheinlanden. Vorläufige Nachricht und Empfehlung, ein Choralbuch für den Synagogengesang betreffend. Indem Referent sich veranlaßt sieht, die beiliegenden Proben von Synagogengesängen mit einigen Zeilen zu begleiten, gereicht es ihm zum besondern Vergnügen, die Leser dieser Blatter auf ein, der Verschönerung des öffentlichen Gottesdienstes gewidmetes Unternehmen aufmerksam zu machen, und zugleich einen jungen Mann, der sich diesem Unternehmen mit vieler Liebe und thätigem Eifer unterzogen, in den Kreis einzuführen, wo sein Streben Anhalt und Förderung suchen und finden muß. Es handelt sich von der Ausfüllung einer großen und sehr fühlbaren Lücke im Gebiete unserer liturgischen Literatur, von der Bearbeitung nämlich und der Herausgabe einer Sammlung choralmäßig gesetzter Melodien für den Synagogengesang. Der Componist der hierbei folgenden Proben, der Lehrer Merfeld zu Bocholt, ist schon seit längerer Zeit mit der Bearbeitung eines solchen Werkes beschäftigt und sieht, in der Ueberzeugung, daß ein solches Unternehmen zeitgemäß und einem' dringenden Bedürfniß entsprechend sei, vertrauungsvoll einer regen Theilnahme und Unterstützung entgegen um demnächst die Herausgabe zu beginnen. Bei dem gänzlichen Mangel an Hilfsmitteln der Art, hofft er, seine Arbeit werde nicht allein dem Cantor bei seiner Funktion, sondern auch den Synagogenvorstehern, Religionslehrern und allen Israeliten, denen es am Herzen liegt, daß der Gottesdienst in der Synagoge an Anstand und Würde gewinnen, eine willkommene Erscheinung sein. Die Bearbeitung wird sich auf eine vollständige Zusammenstellung von Melodien zu den sangbaren Texten unsrer gewöhnlichen Sabbat- und Festtags-Andachten erstrecken; die zum Chorgesang paffenden Stellen mehrstimmig gesetzt und so eingerichtet werden, daß solche in den Schulen eingeübt werden können. Es ist nicht die Absicht, durchaus neue und nur eigene Compositionen zu liefern; es sollen vielmehr die alterthümlichen,. allgemein verbreiteten Synagogen-Melodien, welche gewissermaßen feststehend geworden sind, vorzüglich berücksichtigt, von Verunstaltungen befreit und nach musikalischen Gesetzen auf eine würdevolle Einfachheit zurückgeführt und sachgemäß verbessert werden, so wie sonst vorhandene und von Freunden der Sache zu erwartende werthvolle Beiträge dankbar und gewissenhaft benutzt werden. Zur vollständigen Ausführung, so wie zum Gelingen des Unternehmens wird jedoch in doppelter Beziehung eine kräftige Unterstützung von Seiten des betreffenden Publikums erfordert. Zur genügenden Lösung der Aufgabe an sich, bedarf es der thätigen Mitwirkung tonkundiger, mit den Anforderungen an einen würdigen Synagogengesang vertrauter Männer; zur gedeihlichen Förderung des Unternehmens und zur Erschwingung der bedeutenden Kosten aber, einer regen Theilnahme aller derer, welche vermöge ihrer Stellung für die Angelegenheiten der Synagoge zu wirken berufen sind. In dieser zwiefachen Beziehung wünscht Referent diesen Gegenstand den resp. Lesern dieser Blätter ans Herz gelegt zu haben, und hegt das feste Vertrauen, daß ein guter Erfolg nicht ausbleiben werde. Die Buchhandlung von I. Cohen in Cleve ist gern erbötig, Beiträge und etwaige Bemerkungen, sowol als vorläufige Bestellungen (frankirt oder durch Buchhändlergelegenheit) entgegen zu nehmen und zu befördern. "UDO.

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