Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1929
- Issue
- Juni 1929
- Date
- 1929-06-01
- Page
- Seite 156 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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156 Mehrheit sitzt. Und schon werden sie entschiede dazu Stellung nehmen. Hier aber, wo ihre Mitarbeit i turgemäß eine vic! r;ev.'ichtigere ist, da das jüdische olk doch verhältnisr.:!'hlc'u i:n Zahl ist, hier wo .en sie die Flucht ergreifen und eich herausreden, wir .vollen keine Politik? Nun noch einige Bemerkungen einzelner Wahlversammlungen. Zunächst die am Sonntag vor der Wahl. Revisionisten. — Sprecher: Wolfgang von Weisl. — Man muß sagen, die Kampfesweise eines so schwer Angegriffenen war geradezu vorbildlich für jeden Politiker. Alle seine Gegner könnten, was Adel der Gesinnung und Idealismus im politischen Kampf anbetrifft, von ihm lernen. Mit Entschiedenheit und innerer Wahrhaftigkeit (Hoher Meissner, wie weit bist du von uns!) trug er uns vor, was er uns zu sagen hatte. Das schlimmste und unwahrste eigentlich, was man ihm nachsagen könnte, wäre: Weisl ist ein Chauvinist, er fordert ja die jüd. Legion u. ähnl. Jeder aber der seine Rede gehört und verstanden hat, wird bei dem Inhalt und noch mehr bei dem Vortrag als solchem, an das politische Testament gedacht haben, das Herzl uns hinterlassen hat. Am Donnerstag und Schabbath sprach Naehum Goldmann für die Radikalen. Hier sehen wir den geborenen Redner und Politiker, der auf allen Gebieten der Dialektik und der Polemik zu Hause ist. Ein lebhaftes Temperament ist uns Jugendlichen immer noch etwas sympathisches. Deshalb gingen wir zufrieden fort. Leider litt die Kundgebung der allgemeinen Zionisten am Abend vor der Wahl etwas unter der vorgerückten Stunde, zu der sie stattfand. Hier hatten wir Gelegenheit den Mann kennen zu lernen, der vielleicht augenblicklich der bekämpfteste im ganzen deutschen Zionismus ist: Kurt Blumenfeld. Und doch wird jeder, auch der Gegner, zugestehen müssen, er ist derjenige, der mit am meisten für den deutsehen Zionismus (im besten Sinne des Wortes) geleistet hat, wenn wir auch jetzt nicht mehr mit ihm mitgehen können. Dieser kleine Ausschnitt dürfte genügen, um zu zeigen, daß man auf zionistischen Versammlungen und Diskussionen so manches lernen kann. Es kommt ja garnicht darauf an, die einzelnen Partei-Ideoligien genau zu kennen, um sich dann einer anzuschließen. Wir wollen aus den Vorträgen ja nur das positiv Jüdische in uns aufnehmen, um unsere noch nicht gefestigte Weltanschauung auszubilden und zu stärken. Hans M. — Wir u. der 16. Zionistenkonkreß! „Wir" und der 16. Zionistenkongress. Zu diesem Thema ließ der Vorstand die Vertreter der verschiedenen Kongressparteien eigens vor den Mit' gliedern des Bar Kochba sprechen. Ein erfreuliches Zeichen für die verstärkte Zionisierung in unserem Kreise war die stattliche Zuhörerschaft an diesem Samstag Nachmittag vor der Wahl, denn mindestens 150 Menschen (wenn vielleicht auch nicht alle Bar Kochbaner waren, um der Wahrheit die Ehre zu geben) verfolgten mit Interesse und Spannung die Ausführungen der Redner. Herr Glaser entwickelte zuerst das Programm der „Allgemeinen Zionisten", worauf Herr Goldmann nicht etwa das der „Radikalen" vortrug, sondern er fand es für richtig nur das zu sagen, was seine Partei an dem Programm der „Allgemeinen" auszusetzen hatte, brachte aber, was in dem Rahmen der Veranstaltung viel zweckmäßiger gewesen wäre, nicht die Grundzüge seines Parteiprogrammes. So artete diese Versammlung, mag sie auf einem noch so hohen Niveau gestanden haben, denn das war zweifelsohne der Fall, zu einer hochpolitischen aus, nicht aber zu einer Wahlagitation für Bar Kochbaner. Die Tatsache bleibt, daß sich beide Redner nicht an das Thema hielten, sonst hätte man zum mindesten hören müssen, wie wir, und darunter waren doch wohl Bar Kochbaner gemeint, zu dem Kongress zu stehen haben. Erst dem letzten Herrn Redner, dem Vertreter der Revisionisten war es vorbehalten kurz die Probleme zu streifen, die der Bar Kochbajugend heute am ersten am Herzen liegen sollten, selbstverständlich betrachtete er diese Dinge von seinem Standpunkt aus. Es sollte der Leitung unseres Vereins zur Aufgabe gestellt werden, gerade in diesem Punkt im engsten Bar Kochbakreis erschöpfend diskutieren zu lassen. Die Aktivität und das Interesse für die Dinge des jüdischen Lebens ist im Verein lebendig, nützen wir diese Situation im Sinne einer gedeihlichen Weiterentwicklung aus. P. K. Eintrachtsportfest am Riederwald Am Sonntag den 14. )uli 1929 starteten unsere Jugendlichen bei dem Jugendsportfest der „Eintracht" am Riederw ald. Vier Diplome waren die Ausbeute unserer Beteiligung. Schon bei den Vorkämpfen die früh statt3 fanden wurde stark „gesiebt" und so kam es, daß nach* mittags bei den Endläufen nur drei Aktive und zwei CARL SOMMER e,M B,H, Frankfurt am Main Hafenstraße Nr. 13 Fernsprecher Amt Spessart 66314 Sorgfältige Erledigung aller Maler-, Anstreicher- und Verputz- Arbeiten in Neubauten, Umbauten, Wohnungen und Geschäftslokalen. / Fassadenanstrich, Schildermalerei, Möbellackierungen. Anstrich von Eisenkonstruktionen. KOSTENVORANSCHLÄGE ZU DIENSTEN