Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1929
- Issue
- Februar 1929
- Date
- 1929-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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kR KOCHBA 1 Offizielles Organ Des juDifdien W Gwn-üSportwreim Sor Kodibo f t.V. franhfuit cUB. Februar 1929 Anschrift der Redaktion. FRANZ EHRMANN, Leerbachstrafte 72, Telefon Amt Zeppelin 54S32 Anschrift für Anzeigen. LUMARGO-VERLAG, Frankfurt a. M„ Kronprinzenstr, 6 Hansa 7679, Druck. FIXDRUCK, Druckerei-Ges. Fix & Co., Langestr. 25, Telefon Hansa 2211, Römer 1342 Schewat 5689 INHALT: Gymnastik und Sport........ Seite 105 Sportverletzungen......... 106 Jahrmarkt zum blau-wei&en Vogel „ 110 „Unsei" Bürgermeister in Chicago „ III Unsere Knaben-Abteilung..... „ 111 Ski-Gruppe - „Ofr Bund" Aus dem Kölner „Barkochba" Spielbericht........ Haifa-Fond......... Unsere Uebungszeiten . . Seite 112 „ 113 „ 114 ., 115 ., 115 Gymnastik Der schöne Saal des Keglersporthauses war mit närrischen Bildern ausgeschmückt, als wollte er uns veräppeln. Die Probe sah auch danach aus, aber die Regel, daß auf eine schlechte Probe ein gutes Fest folgt, bewahrheitete sich wieder einmal. Statt 1/211 Uhr wurde es lU/2 Uhr, bis Vogel beginnen konnte, sich mit dem oder der „Einzelnen" zu beschäftigen und dann wimmelte noch einer heran. Als Alles beisammen war, gingen wir essen. Der Klavierspieler war bereits eingeschlafen, die Dekoration soll in ihm schmerzliche Erinnerungen wachgerufen haben. Mittags waren die Aktiven pünktlich. Die Ping- Pong-Spieler verlangten schon um 3i/2 Uhr feenhafte Beleuchtung, um sich einspielen zu können. Aber noch um 4.15 Uhr war Alles grau in grau, warum sollte man denn auch erleuchten? 30 000 Frankfurter wurden mit allen möglichen Verkehrsmitteln in den Taunus verfrachtet, um sich gegenseitig im Weg herumzulaufen, die restlichen Mitbürger waren zum Eintracht- Nürnberg Spiel mit Suggestionsmotoren gezogen worden. Aber selbst Paul war ruhig, Zürs muß doch gewirkt haben, oder brauchte er sich am Defizit nicht zu beteiligen? Zum Glück kamen aber doch noch! die Revierkranken und Drückeberger (lies Anhänger), ferner waren kinderreiche Familien aufgeboten; sie füllten die Plätze, sie wurden gepackt von dem Gebotenen, sie lebten mit und kargten nicht mit ihrem Beifall. Der Einmarsch der Aktiven war ein farbenfrohes Bild. Schmuck sahen die Mädels in ihrem blau-weißen Dreß aus, sie stellten die Außenreihen der Gymnastikaufstelluno und die Jungens nicht minder ansehnlich, mußten einmal mit der Mitte des Vierecks vorlieb nehmen. Paul begrüßte die Gäste; er hatte sich vor- und Sport bereitet, was bei ihm immer eine faule Sache ist. Aber schließlich stotterte auch er sich zu Ende, allerdings nicht ohne vorher sein beliebtes Steckenpferd „Fußball und Professionalismus" geritten zu haben, was ihn schon die Freundschaft der „Kurt, Floh G. m. b. H." gekostet hat. Vogel auf der Bühne, die B.-K.er auf dem Parkett, dehnten die Muskeln, Knackten die Knochen, schlenkerten die Glieder nach Schlagermusik. Es klappte wie am Schnürchen, das konnte Vogel nicht verdauen und überhüpfte baff vor Erstaunen, eine Uebung. Natürlich fiel Alles demutsvoll in die garnicht erwünschte Bodenlage mit Erwin, dem Kapitelfesten an der Spitze. Ja, lieber Vogel, im Grunde braucht mar nicht zu üben, denn die Bande äfft alles doch nur nach. Strauß war nun wirklich der Einzige, der auf dem Standpunkt stand, keine Probe nötig zu haben. Bei jeder Uebung verschlief er die ersten 2 Takte, dann besann er sich und — als eifriger Sportler bekannt — eilte er nach und war mit den vollen 8 Takten früher fertig, als die ganze Blase. Aetsch! — Die Sportler liefen nach dem erfolgversprechenden Anfang hinaus, der Kontakt mit den Zuschauern war hergestellt. Nun kamen unsere Kleisten, geführt von Bella, die ein ernstes Gesicht machte und deren Herz man durch den Trikot ängstlich schlagen sah. Umsonst alle Aufregung, sie hat ihre Abteilung trefflich im Schwung und von der ersten bis zu dem Letzten gefielen ihre Schüler und zeigten, daß sie stolz auf ihre Gymnastiklehrerin in spe. Auch der Bar- Kochba dankt und wünscht sich noch mehr Mitarbeiter aus eigenen Reihen. Schwebebalken heraus, Handball herein! Sechs Matadore der Handballabteilung zeigten ihre Kunst. Einer eingebildeter als der Andere, aber sie machten ihre Sache gut, zeigten die Behaglichkeit im Sprung,