Bar Kochba
- Journal
- Bar Kochba
- Volume
- 1929
- Issue
- Januar 1929
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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91 Weihnachtstreffahrt auf der Freusburg Wie jedes Jahr so fand auch dieses Jahr auf der Freusburg eine Treffahrt der West» und Südwestdeutsehen Makkabivereine statt. Die Freusburg ist eine alte Ritterburg mit dicken Mauern, Schießscharten und Rundtürmen mit ausgetretenen Wendeltreppen. Dies alles nur äußerlich. Innen ist sie mit jedem Komfort ausgestattet, den man von einer Jugendherberge nur verlangen kann. El. Licht, Zentralheizung, Brausen, Bäder, und weiß überzogene saubere Betten — nicht Pritschen. In den Tagesräumen stehen grünende Pflanzen. Die gut und fleißig betriebene Propaganda für diese Fahrt hatte noch einen relativ guten Erfolg, denn von mehr als 15 Angemeldeten fanden sich immerhin noch 6 am Bahnhof ein, die es nie bereuen werden mitgefahren zu sein. Schließlich kamen wir in Kirchen 1 % Stunden früher an, als wir ausgerechnet hatten und zogen also mit großem Gesang (5 mal die erste Strophe von „Wohlan") zur Freusburg, die auf einem sehr steilen Hügel liegt; unterwegs trafen wir die Kölner Fahrtleitung, die uns abholen wollte. Oben auf der Burg Begrüßung, Vor« Stellung, aus den vielen Namen hätte man die schönsten Variationen bilden können! XT-. EUCH SELBST IN Ul ZT UND DEM K. K. L. durch Abschluss von Versicherungen bei der Versicherungsabt. des Kercn Kajemeth / Generalagentur der Phönix ALFRED ADLER / FRANKFURT AM MAIN Telefon: Zeppelin 54461 — Reuterweg 71 Den ersten Abend verbrachten wir nach kurzem Nachtmahl mit Tanzen (im „Musiksaal steht ein schöner Flügel), Singen, Rodeln, Schwätzen bis 10 Uhr, wo fast alles in „die Falle klappte" oder — umgekehrt, wie man will. Um 11 Uhr kam der Kölner Nachschub mit ca. 45 Mann, sodaß auf der Burg nun ca. 180 junge Menschen waren, aus Köln 120, Oberhausen 55 sowie Remscheid und Frankfurt. Dienstag. Es regnet! Trotzdem schlössen sich die einzelnen Frankfurter verschiedenen Gruppen zu kleinen Ausflügen an, die mich zu einer sehr romantischen alten eingestürzten Zeche mit Fledermäusen, Eulen usw. führte. Nach unserem feudalen Menü „Würstchen mit Kartof« fein" um das wir sehr beneidet wurden, verteilten wir uns wieder auf einzelne Gruppen, sodaß überall ein Frankfurter dabei war, der „die Interessen wahrte". Am Abend fand ein sehr schöner Heimabend statt. Paul Cahn berichtete über soziale Einrichtungen in Palästina wie Armenhäuser, Wohlfahrtsämter, Schulen und erzählte z. B. vom Schomer Haschabbath, der am Freitag Abend durch die Straßen geht und dafür sorgt, daß die Läden und Geschäfte rechtzeitig geschlossen werden. Auch über die körperliche Erziehung der Jugend im Lande sprach er. Die Mädchen führten etwas auf. Dann aber wurde gesungen! Das war nichts für Frankfurt. Kaum daß wir „Wohlan" mitsingen konnten. Mittwoch. Es regnet immer noch. Am frühen Morgen hatten wir schon einen Kampf zu bestehen, Oberhausen hatte uns unseren Cacao geklaut! Aber durch die tat» kräftige Mithilfe Arnos haben wir ihn (den Cacao) wieder zurückerobert. Hipp=hipp=hedad! In den Stuben wollten wir nicht bleiben, darum Regenmäntel an und ein Gang in die nasse frische Luft. Wir hatten dann ein ausge» zeichnetes Diner (in Butter gebratene Kartoffeln auf Eiern). Am Abend fand eine Bezirkstagung statt, die Betten-Fabrik Amendt Schlafzimmer Bettwäsche Dekorationen BleidenstraßelO / Gegründet 1854 an anderer Stelle besprochen ist. Um 5 Uhr war Abschiedsfeier. Sehr würdevoll; Rezitationen, Solo»Gesang, Vorträge und Aufführung eines sehr netten Possen» reißers. Der „Clou" der Feier allerdings war unser sehr wirkungsvoller „Hedad" auf alle anwesenden Vereine. Dann unser Aufbruch. Es war sehr rührend. Alle kamen und drückten uns die Hände und versprachen zum Turn» tag zu kommen. Viele begleiteten uns bis — zur Tür, denn es regnete. Die Rückfahrt war ebenso nett und fröhlich wie die Hinreise. Es war die schönste Fahrt die ich je mitge» macht habe und ich habe im Blau=Weiß viele Fahrten mitgemacht. Alle diejenigen die nicht mitgingen sondern in der Stadt und in den Kinos und Cafes hockten, be« mitleiden wir ob ihrer Aengstlichkeit beim Gänseschmaus zu fehlen. H. R. Beleuchtungskörper Elektrische Anlagen Koch- und Heizapparate Emil Hamburger 10030 vormals FORSTER und HAMBURGER Holzgraben 5. Tel. Hansa 8816 Treffpunkt aller Bar Kochbaner Bekanntgabe d. Spielresultate im Cafe Freimark, Sandweg 17 0013 Ecke Baumweg Telefon Carolus 44122 LINOLEUM in jedes Haus L I NO LE U M G. M. B. H. Kaiser Straße Nr. 41 / Telefon Hansa Nr. 7188 Drogerie Schneemann Zeil 39, erwartet Eueren Besuch