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Bar Kochba · 1928-08-01 · August 1928 · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Bar Kochba
Volume
1928
Issue
August 1928
Date
1928-08-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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IRI
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m R KOCHBA Osswettes Organ des jüdischen TunniLportverems barKochba e.U frankfurk a.E. August 1928 Anschrift der Redaktion: FRANZ EHRMANN, Anschrift für Anzeigen: LUMARGO-VERLAG Aw/Elul Leerbachstraße 72, Telefon Zeppelin 54832 Hansa 7679, Postsch.-Kto. 24685, Kronprinzenstr. 6 5688 l N H A L T: ] Zum Geleit. t Turntag. 7 Stadtstaffel am 2. September . . . ,, 2 Die letzten Wochen . 8 Unsere neue Tischtennis-Abteilung . „ 3 Photo-Ecke. 9 Drei am Start. 4 Termin-Kalender . . . 10 Vom Sportfest. 5 Heitere Ecke .... 11 Aus dem Verein. 6 usw. Zum Geleit! Wir sind die Pioniere des jüdischen Sportes. Von Nordau zur Tut aufgerufen, kam die Jugend begeistert. zur neuen Idee der körperlichen Ertüchtigung und die alten „deutschen 'Turner“ waren stolz darauf. von nun an den Mögen Dovid als Schild vorantragen zu können. Die jüdische Sportbewegung wurde gegründet. Zum ersten Male zogen 1898 in Pasel jüdische Turner geschlossen hinter der blauweißen Kahne. Sie wurden von den jüdischen Volksvertretern der ganzen Welt stürmisch bejubelt und als sichtbares Zeichen beginnenden Erwachens begrübt. Welch ungeheuren Aufschwung haben wir genommen. Aus den wenigen Vorkämpfern sind heute in Deutschland 10 000 geworden, die sich als ..Bar Kochbaner" im deutschen Kreis des Makkabiweltverbandes organisiert haben. I lindernisse waren zu überwinden, schlimmste Vorwürfe und Anfeindungen von jüdischer Seite — wir gäben dem Antisemitismus Wasser auf die Mühle — mußten überwunden werden. Die Entwicklung hat uns recht gegeben. .Nichtjüdische Sportorganisationen schätzten uns von jeher und rechnen heute stark mit unserer Gegnerschaft im sportlichen Kampf. Der Name „Bar Kochba” hat einen guten Klang. W ir gründeten Jahr ums Jahr neue Brudervereine in allen Großstädten Deutschlands und alle Sportarten wurden aufgenommen und gepflegt. Die Begeisterung für die hohe Sache spornte die Jugend an und die Erfolge blieben nicht aus. Sportlich am weitesten hat es unser Bruderverein Bar Kochba Berlin gebracht, dem es gelang, in diesem Jahre in die Spitzengruppe aller deutschen Leichtathletikvereinc aufzurücken und als erster jüdischer Verein aktiv an den deutschen Meisterschaften in Düsseldorf teilzunehmen. Wen» wir auch im Zeitalter des Sportes leben, könnten doch Außenstehende unserer Bewegung fragen: Hat das jüdische Volk seine tausendjährige Geschichte vergessen, ist es dazu übergegangen Muskelmenschen, Sportcracks zu erziehen und vertraut es dann dieser Jugend sein Erbe an? Nein! W enn uns auch nach einer langen Gctthozeit die sportliche Ertüchtigung bitter nottat, waren wir uns doch unserer Aufgabe der Gesamterziehung der uns anvertrauten Jugend wohl bewußt. Wir wollten gerade, kraftvolle und aufrechte Juden heranbilden, vollstolz auf ihre, jüdische Vergangenheit und bereit, für die Zukunft des jüdischen Volkes ihr Bestes herzugeben. Unsere Menschen wurden sich bewußt, daß um die Jahrhundertwende eine neue Epoche der jüdischen Geschichte begonnen hatte und daß sie als Glied dieser Gemeinschaft aktiven Anteil an den Geschehnissen zu nehmen haben. Der Jugend wurde unsere glorreiche Vergangenheit gezeigt, sie sah das Leid unseres Golus und es blieb nicht aus, daß sie alle danach strebten, mitgezählt zu werden bei denen, die für eine jüdische Erneuerung kämpften. Eine neue Generation wuchs in diesen 30 Jahren heran, sportlich gestählt, mit dem Willen zum Sieg, sei es auf dem grünen Rasen, sei es im Kampf um neues jüdisches Leben. £o.$.

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