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Wiener jüdisches Familienblatt · 1935-01-01 · 14 (Jänner 1935) · p. Seite 38

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Journal
Wiener jüdisches Familienblatt
Volume
3 (1935)
Issue
14 (Jänner 1935)
Date
1935-01-01
Page
Seite 38 (sequence 40)
Language
German
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Diatonetik und die hatte Jafotouit Es ist ganz selbstverständlich, daß der Körper im Winter andere Behandlung erfordert, als an heilen Tagen, und es ist nur zu verständlich, daß die Haut vor den Einflüssen der Witterung geschürt werden muß. In der Kleidung, in den Lebensgewohnheiten und vor allem in der Körperpflege muf) sich jede Frau auf die kalte Jahreszeit umstellen, will sie nicht schwere Schädigungen an ihrer Gesundheit erleiden. Die Tiere schürt die Natur vor der Kälte und die Walfische, die im nördlichsten Eismeer herumschwimmen, haben den wichtigsten Kälteschut) unter der Haut — ihr Fett. Wir müssen uns damit begnügen, es uns äußerlich einzureiben. Das beste, einfachste und natürlichste Mittel ist das Oel. Mit Hautöl, jedes reine Pflanzenöl kann hiefür verwendet werden, hat man seit Jahrhunderten die besten Erfahrungen gemacht. Schon im alten Babylon wurden die Frauen am ganzen Körper mit Oel gesalbt und massiert, denn schon damals erkannte man die Heilwirkung von Oel. Nebenbei ist ja auch Oel ein altes Hausmittel gegen Brandwunden, und man sagt ihm heilende Wirkung nach. Oel schütjt die Haut aber nicht nur im Sommer vor dem gefürchteten Sonnenbrand, sie bewahrt die Haut auch im Winter davor, daß sie rauh und rissig wird. Deshalb heißt es an kalten Wintertagen, sofort nach der morgendlichen Waschung, den Körper, vor allem Gesicht und Hände, einfetten. Erwärmt man das Oel ein wenig, dann wird es dünnflüssiger und schnell und restlos von den Poren aufgesogen, ohne jedwede fette Spuren zu hinterlassen. So oft man sich im Winter die Hände wäscht, heifjt es nicht nur, sie sorgsam abwischen, sondern auch allsogleich mit ein wenig guter Hautcreme einfetten. Dieses bißchen Zeit muf) sich auch die vielbeschäftigte Hausfrau nehmen, denn die Haut wird sonst rissig und es gibt sehr schmerzende, im Winter nur langsam heilende, „aufgesprungene" Stellen. Was tut man nur, um sich vor allem gegen die gefürchteten winterlichen Erkältungen, die langanhaltenden Schnupfen zu schüren? Vor allem sich langsam abhärten. Es ist beispielsweise sehr ungesund, in dem ungelüfteten Raum zu schlafen, in dem sich tagsüber alle Mitglieder der Familie aufgehalten haben. Gewiß, man will die kostbare Wärme so lange als möglich erhalten, aber sobald es heifji, zu Bette gehen, müssen die Fenster für kurze Zeit geöffnet werden und eine gründliche Durchlüftung des Raumes vorgenommen werden. Vom Schlafen im kalten Zimmer ist kaum jemals eine Erkältung zu befürchten. Auch die Kleidung muf) auf die kalte Jahreszeit Bedacht nehmen. Sie muf) selbstverständlich so gehalten sein, dah dem Körper die Wärme erhalten Wiens einzige vom Wr. Stadtschulrat konz. J)yPDSC1K1 H D€©CIHISC&ÜyHi (streng rituell) Cz. Schwarz Einfache bis feinste Küche - Rohkost Nationalspeisen - Diät-Küche - Tages¬ und Abendkurse WIEN II., HEINESTRASSE 41 (HAU S E R - PALAIS) bleibt, darf aber auf der anderen Seite nicht die natürliche Transpiration beeinträchtigen. Zu warme Kleidung im geheizten Raum verursacht übermäßige Transpiration und hat leicht eine schwere Erkältung im Gefolge, wenn dann ein rascher Uebergang in kalte Temperaturen erfolgt. Auf der anderen Seite sind aber, beispielsweise, die dünnen Flor- und Seidenstrümpfe im Winter eine Unsitte, die schwere Schädigungen der Beine und Füf)e zur Folge haben kann. Frostbeulen können sich zu fürchterlichen Schmerzen auswachsen und sind nur sehr schwierig auszuheilen. Deshalb ist es ratsam, schon bei Einsehen des kalten Wetters warme, gefütterte Ueberschuhe und wärmende Unterziehstrümpfe zu tragen. Das gleiche gilt von den Händen, die durch warme, wollene Handschuhe geschürt sein sollen. Noch eines: Im Winter ist der Waschung größere Aufmerksamkeit als im Sommer zuzuwenden, da durch den Staub und den Ruf) die Haut sehr leidet. ALLEN VORAN! REICH Dauerbrandöfen für Inland- und Steinkohle, Koks und Anthrazit Beim H o I z- D a u e r b r a n d of e n »PRIMAT« 30% Bundeszuschuß IV., Preßg. 28,Tel. B 20-2-38 I., Parkring 12,Tel. R 20-3-57 Deshalb ist, besonders bei Kindern, sehr darauf zu achten, daf) sie sich des abends gründlich waschen. Für das Gesicht der Frau sind Dampfbäder sehr empfehlenswert. Diese macht man in einfachster Weise, indem man in einem Topf, dem man Kräuter beimengen kann, etwas Wasser sehr stark erhit)t. Dann dreht man die Gasflamme ab, beugt das Gesicht weit über den aus dem Topf strömenden Dampf und legt ein Handtuch über Kopf und Topf, so daf) man von der kalten Außenluft vollkommen abgeschlossen ist und der heiße Dampf auf das Gesicht einwirken kann. Nach wenigen Minuten entfernt man das Tuch, wischt mit einem Stückchen Leinen das Gesicht ab und fettet es gründlich mit guter Hautcreme ein. Aller Schmut) wird auf diese Weise entfernt. Mitesser verschwinden auf diese Weise in allerkürzester Zeit. Man kann auch, wenn dieses Uebel sehr hartnäckig ist, des abends beim Waschen etwas milde Seife auf dem Gesicht eintrocknen lassen und erst am nächsten Morgen herunterwaschen. Dann gehen alle Unreinlichkeiten damit ab. Die blasse Gesichtsfarbe, die sowohl Kinder als auch Erwachsene im Winter oftmals aufweisen, ist auf mangelnde körperliche Bewegung zurückzuführen. Jede freie Minute sollte, ebenso wie im Sommer, im Freien zugebracht werden. Sport und Bewegung in der frischen Luft erhalten jung und sind der beste Weg zur Gesundung und Gesunderhaltung. X. Y. Z. 38

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