Wiener jüdisches Familienblatt
- Journal
- Wiener jüdisches Familienblatt
- Volume
- 2 (1934)
- Issue
- 10 (August 1934)
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 38 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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WMI®DNI©i® MöilElilMJS Wien,IX.,Währingerstr.76 (bei der Volksoper) Das Modernste in Wohnzimmerkasfen, Sekretären, Lotferbetten, Reformküchen, Sitzgelegenheiten in größter Auswahl Zahlungserleichterung Auto-Provinzversand Filiale: Wien, VII., Karl Schweighofer-Gasse Nr. 14 Aus guten alten Kochbüchern „Es geht doch nichts über jüdische Hausmannskost!" Das hört man oft auch von Nichtglaubensgenossen betonen, wenn sie durch einen Zufall sich an die besonders schmackhafte Zubereitung von Gemüse, Suppen oder Fleischspeisen gewöhnt haben. Es erscheint dann die andere Kost inhaltslos, weil das gewisse Etwas fehlt, die besondere Sorgfalt, mit der die jüdische Hausfrau die Speisen zubereitet, verfeinert, verbessert und würzt. Eine richtige Rindsuppe mit Fleischtascherln, eine gesetzte Reissuppe sind eben Spezialitäten, die man nicht so schnell nachmachen kann. Die Fächertorte ist eine kulinarische Besonderheit, die alle Völker auf der ganzen Welt schätzen, Gewisse Gemüsezubereitungen sind in der jüdischen Küche ganz besonders schmackhaft. Karotten und Kohlrüben beispielsweise werden kleinwürfelig geschnitten; in der berühmten „Bechamel" gedünstet, die aus einem Löffel Gansfett und etwas Zucker, der in dem Fett gelblich wurde, Salz, etwas Pfeffer und gehackter Petersilie besteht und die mit wenig Suppe, sehr wenig eingestaubt, aufgegossen wurde. Natürlich läßt sich jedes Gemüse für sich allein bereiten. Immer aber schmeckt es in dieser Form besonders gut. Einige lang erprobte Spezialrezepte lassen wir hier folgen: Barches (für Freitag und Samstag abends): Aus 3 dkg Hefe, etwas Mehl und lauer Milch wird ein Hefenstück gemacht, das gut aufgehen muß. 50 dkg Mehl, Salz, eine Prise Zucker, 25 dkg Margarine und ein Ei werden zu einem glatten Teig verarbeitet und mit der aufgegangenen Hefe vermischt, so lange durchgearbeitet, bis sich der Teig vom Löffel löst. Dann muß der Teig aufgehen und wird auf bemehltem Brett in üblicher Weise zu einem geflochtenen oder rund gedrehten Barches geformt, mit geklopftem Ei bestrichen, mit geriebenem Mohn bestreut und auf gut befetfetem Blech in nicht zu heißem Rohr etwa 3 i Stunden gebacken. Nuß- und Mohnkindl: 10 dkg ausgewässertes und gut durchgeknetetes Mark oder Gansfett — das aber sehr fest sein muß — werden mit 25 dkg Mehl, 12 dkg Zucker, 2 Dottern, etwas Zitronenschale oder Vanillezucker zu einem glatten Teig verarbeitet, der eine Stunde kühl ruhen muß. Inzwischen wird die Fülle aus geriebenen Nüssen, Rosinen, Zimt und Zucker mit etwas Rum und Milch zu einer dicklichen Masse verrührt. In gleicher Weise wird die Mohnfülle aus geriebenem Mohn bereifet. Sodann wird der Teig dünn ausgerollt, in Vierecke geschnitten, gefüllt, zusammengerollt und mit den Fingern in gleichmäßigen Abstanden zusammengedrückt, damit die übliche Form der Kindl zutage tritt. Das Gebäck ist bei guter Hitze langsam zu backen. Fächerforfe: Der gleiche Teig, wie oben beschrieben, wird sehr dünn ausgerollt und in runde Platten - in der Größe der Tortenform — geschnitten. Außer Nuß- und Mohnfülle werden noch guter gesüßter Powidl und feingeschnittene Aepfel, die mit Rosinen vermischt sind, vorbereifet. Zwischen zwei Teigplatten kommt immer eine andere Füllschichte. Obenauf wird ein Gitter, wie bei der Linzertorfe, gegeben. Die Torte ist sehr langsam zu backen, da sonst der Teig zwischen den Füllschichfen roh bleibt. Die angegebene Masse genügt für eine kleine Tortenform. Die Torfe soll am Vortag gebacken und nicht frisch gegessen werden. Apfelforte: Eine gut ausgefetfefe Form wird mit abgeschälten, entkernten Apfelspalten belegt. 2 Dotter werden mit 10 dkg Zucker gut verrührt, hierauf 5 Eßlöffel Wasser langsam eingerührt, ebenso die mit einem halben Backpulver vermischten 10 dkg Mehl und der Schnee von 2 Eiweiß. Diese Masse wird über die Aepfel gegossen und das Ganze langsam gebacken. Die richtige I.okschenkugel (Nudeln): Am besten läßt sich dieses Gericht im Scholettopf, der unten schmäler und nach oben breiter zuläuft, bereiten. 25 dkg Bandnudeln werden im Salzwasser abgekocht, mit reichlich kaltem Wasser überspült und abgetropft. 2 Dotter werden mit Zucker, Rosinen und abgezogenen geschnittenen Mandeln verrührt und mit den Nudeln, die inzwischen mit etwas Fett, dem festen Schnee, Zitronenschale, einem Glas Wei߬ oder Äpfelwein — eventuell auch einigen geschälten, kleingeschnittenen Aepfel — vermengt. Nun wird die Masse in dem gut ausgefeffeten Scholettopf gefüllt und im Rohr gebacken. Diese Kugel kann nicht nur als Mehlspeise zubereitet werden, sondern unter Weglassung der süßen Beigaben mit reichlichem Fett, Salz und Pfeffer und 3 Eiern statt 2 Eiern als Beigabe zu gedünstetem Fleisch gereicht werden. IMiÄMiÄlrairiTO© 111 m 11 n i i-ttti i< 11 m 111 Ii 11 j 11111 m 111 ti j i it J11 1111 »i ti 111111 m i r 11 j 11 ri j i m 111111 ii 11 r i ri i ti 11111 t-ii 11 r 1111 n i r m 11 h 11 ri 11 m i i ti i 11 ti 11 m 11 m 1111 m m 11 n 11 SCHÖNE POLIN, 23 Jahre, intelligent, beste Kinder, stube, einziges Kind, vermögend, wünscht herzensguten Arzt oder akad. Kaufmann in gut bezahlter Stellung, bis 36 Jahren, zu ehelichen. Unter „Klarheit". FRAUEN- UND KINDERARZT, 36 Jahre, ledig, integrer Charakter, groß, gute Praxis in Wien, wünscht Ehe mit Ärztin zwecks gemeins. Schaffens. Linter Aeskulap". Zentraleuropas alt eingeführtes Institut zur Schaffung von glückl. Ehen kultivierter Kreise bringt wunschgemäße diskr. Vorschläge. Leitung: Sekretär Bloch, Wien L, Wollzeile Nr. 25, Hochparterre. Sprechzeit wochentags ab 5 Uhr. 38