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Jüdische Rundschau · 1906-01-19 · 2 (19.1.1906) · p. Seite 16

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
II.1906
Issue
2 (19.1.1906)
Date
1906-01-19
Page
Seite 16 (sequence 8)
Language
German
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16 LITERATURBLATT No. 2 darstellen, so sehen wir doch einen hervortreten, der die übrigen beherrscht lind der die ganze osteuropäische Judenschaft als eine im gesamten anthropologisch mehr oder weniger einheitliche Masse erscheinen lässt. Dieser Typus lässt sich nun folgender.massen beschreiben: Die südrussischen Juden- sowie die osteuropäischen überhaupt sind, nach dem unter ihnen vorherrschenden Typus beurteilt, von mittlerer Grösse und brünettem Farbentypus; das Gesicht ist von ovaller, nach unten zu sich etwas verjüngender Form. Sie haben eine gerade flache Stirn, relativ häufig vorstehende Wangenbeine und gerade Kiefer. D'iie Richtung des Auges ist eine wagerechte; die Nase ist oben schmäler als unten, im ganzen etwas gross und ziemlich prominent; ihre Form ist überwiegend gerade. Die Lippen sind regelmässig; der Mund verhältnismässig breit, die Ohnen mittelgross. Dieser Typus ist in seinen Hauptmerkmalen, den Kopf- und Gesichtsformen nach, von dem der wahren Semiten, der Araber, grundverschieden. Schon früh erkannte man, dass unter den Juden diese beiden Typen verbreitet sind, der ursprüngliche, echte, semitische Typus wird durch die numerisch viel geringere Gruppe der südeuropäischen und afrikanischen Juden, der Sepliardirn, vertreten, während der zweite, unechte., stark vermischte durch die ganze osteuropäische Judenschaft repräsentiert wird. Von Luschan betrachtet als Ergebnis seiner Forschungen, dass die modernen Juden aus drei Typen zusammengefasst sind: : erstens aus den arischen Amoritern, zweitens aus wirklichen Semiten, und drittens hauptsächlich aus den Nachkommen der alten Hethiker. Leider fehlen bis jetzt ausgedehntere Untersuchungen an den sogenannten sephardischen Juden,, aber die wenigen, bisher erfolgten zeigen deutlich genug, dass die Zusammensetzung derselben eine ganz andere ist, nämlich der Prozentsatz der Langköpfigem visell grösser ist. Aus den bisherigen Forschungen sind für das jüdische Rassenproblem folgende Schlüsse zu ziehen: 1. Die Schädel des Altertums sind fast durchweg langköpfig, während diejenigen des Mittelalters in drei Viertel der Fälle kurzköpfig sind. Es hat eine totale Umprägung der Form stattgefunden, deren Ursache wohl in stattgehabter Mischung im grossen Massstabe zu suchen ist. 2. Diie sephardischen Schädel zeigen eine bewundernswerte Einheitilichkeit des Typus, indem sie fast ohne Ausnahme lang'köpfig, während die Schädel der osteuropäischen Juden zur Hälfte kurzköpfig sind. Diese Kurzköpfigkeit steht mit derjenigen der mittelalterlichen Schädel wohl in irgend einem Zusammenhänge. 3. Die höchstwahrscheinlich, wie auch alle Semiten, langköpfigen alten Israeliten kamen bei ihrer Zerstreuung erstens in Berührung mit den Kurzköpfen des Kaukasus und des alpinen Europas und zweitens miiit den Langköpfein des Mittelmeers. Während die ersteren sich umformten, bewahrten die letzteren den alten Typus. (S. Weisstenberg, Zeitschrift für Demographie und Statistik der Juden 1905, Nr. 5, Polit.-anthrop. Revue.) Die Malaria in Jerusalem Ueber einen Aufsatz des englischen Hygienikers John Copper: „Die Malaria in Jerusalem und ihre Verhütung” berichtet die Münchener Medizinische Wochenschrift: Mr. Copper spricht über die grosse Häufigkeit der Malaria bei der jüdischen Bevölkerung Jerusalems. Es kommen alle Formen der Malaria vor und es unterliegt keinem Zweifel, dass auch hier die Uebertragung durch die in den Zisternen sich entwickelnden Anopheles zustandekommt. Da es unmöglich ist, die Zisternen zuzuschütten und Pumpen zu benutzen und da die Kranken eine grosse Abneigung gegen den Gebrauch des Chinins haben, so empfiehlt Copper die regelmässige Ausschwefelung der Zisternen, die sich ihm sehr bewährt hat. Auch das Uebergiessen des Wasserspiegels mit Petroleum sei sehr nützlich i

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