Židovská ročenka pre Slovensko
- Journal
- Židovská ročenka pre Slovensko
- Volume
- 5700 (1940)
- Date
- 1940-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 222)
- Language
- German
- Belongs to
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OBERRABBINER PINKAS KELLER-MARTHEF entstammt dem Kreis der Preßburger Jeschiwahörer, die sich auch zu Priestern der Renaissancebewegung weihen ließen und der Rabbinergarde, die im Rabbinertum die Aufgabe zu erfüllen trachten, das Leben mit den Prinzipien des traditionstreuen Judentums in Einklang zu bringen. Solcherweise vereinigt er in sich das Beste des alten und jungen Judentums. Er ist im Jahre 1883 in Karad (Ungarn) geboren, absolvierte seine Studien in Bratislava und in Deutschland, war als Rabbiner in Banjaluka, Pozega, B. Topola tätig; ist seit 1928 Oberrabbiner in Trencin. In Jugoslavien redigierte er die Zeitschrift „Israel" und gab auch ein hebräisches Sprachbuch heraus, das in den jüdischen Schulen in Jugoslavien eingeführt ist. Neben seinen beruflichen Agenden entfaltet Oberrabbiner Keller eine sehr produktive publizistische und literarische Tätigkeit und hat unter seinem Schriftstellernamen „Marthef in verschiedenen jüdischen Zeitschriften zahlreiche Aufsätze von Wucht und GeJmlt und hohem Schwung veröffentlicht, die größte Beachtung fanden. Im slowakischen Rabbinerverbande (Jesurun) ist er Vorsitzender der halachischen Kommission und ist Mitglied des Präsidiums im Gemeindebunde. # SAMUEL BETTELHEIM Samuel Bettelheim ist am 19. Januar 1873 in Preßburg geboren, als Sproß einer vielhundertjährigen Preßburger Familie, die schon 1620 am Hofe des Fürsten Gabor Bethlen- Bethlehem wirkt und von diesem den Namen trägt. Zum Rabbiner ausgebildet, wendete er sich dem Geschäftsleben zu. Dem, öffentlichen Leben durchaus abhold, riß ihn die Erscheinung Herzls aus seiner Reserve und er begang mit „Herzl-Tempo" an der geistigen Entwicklung seiner Heimat zu schaffen. Er gründet nach dem I. Zionistenkongreß die zionistische Gruppe in Preßburg Oktober 1891, berief die I. zionistische Vertrauensmännerversammlung ungarischer Zionisten nach Preßburg, am Ostersonntag 1902, welche sich tags darauf in Wien unter dem Vorsitze Herzls konstituierte. Preßburg wurde die Zentrale. Am 22. März 1903 beruft Bettelheim den I. zionistischen Landeskongreß, am 13. März 1901f den IL Landeskongreß, der einstimmig für Uganda eintritt und das ungarische zionistische Organ gründet. Aber schon am 21. August desselben Jahres ist der glänzend organisierte I. Weltkongreß des Misrachi nach Preßburg einberufen. Bemerkenswert ist, daß Bettelheim keine besondere Misrachivereine wollte, sondern nur einen ganz einheitlichen Zionismus. Er ist Delegierter an den Kongressen 1900 (London), 1905 (Basel), 1910 (Ham- 184