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Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 139

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 139 (sequence 173)
Language
German
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IRI
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DIE PLANTAGENWIRTSCHAFT Einer der wichtigsten Zweige der palästinensischen Landwirtschaft und des Exportes ist die Plantagenwirtschaft. Dieser Wirtschaftszweig, der von den Juden besonders kultiviert wurde, ist einer der wichtigsten Komponenten der palästinensischen Wirtschaft. In der Kampagne 1938—1939 wurden insgesamt 15,311.000 Kisten Orangenfrüchte exportiert. Die Juden sind mit 69% an dieser Produktion beteiligt. Durch die entstandenen Vierhältnisse ist heuer leider damit zu rechnen, daß ein Großteil dieser Produktion nicht exportiert werden kann, sei es einesteils dadurch, daß gewisse Absatzmärkte nicht erreichbar sind und andererseits weil ein gewisser Mangel an Schiffsraum besteht. Es ergab sich daher notgedrungen die Frage, den überschüssigen Teil der Produktion industriell zu verarbeiten. Das Sieff-Institut in Rechovot hat diesbezüglich gewisse Experimente durchgeführt, die zu der Hoffnung berechtigten, daß es möglich sein wird, der Pflanzungswirtschaft im Bezug auf die industrielle Verwertung ihrer Produktion, Hilfe angedeihen zu lassen. Die Bemühungen konkretisierten sich in der letzten Zeit dahin, daß in Tel-Aviv eine Spiritusfabrik errichtet wurde, die täglich 100 Tonnen Orangen verarbeitet. Die Schalen werden für Futterzwecke verwendet. Es ist fernerhin anzunehmen, daß auch die Regierung dem Pflanzer durch Bereitstellung von Krediten über die schwere Situation hinweghelfen wird. LANDWIRTSCHAFTLICHE KOLONISATION Der jüdische landwirtschaftliche Sektor hat im vergangenen Jahre weitere bemerkenswerte Fortschritte gemacht. Die jüdische landwirtschaftliche Bevölkerung bezifferte sich Ende des Jahres auf 131.000 Seelen in 233 landwirtschaftlichen Siedlungen, davon 146 Siedlungen mit 60.000 Personen auf K. K. L.-Boden. Durch die eingetretenen Verhältnisse wird die landwirtschaftliche Produktion sicherlich erweitert werden, um den Jischuv, soweit es geht, landwirtschaftlich autark zu machen. Die jüdische landwirtschaftliche Siedlung produzierte im Jahre 1938: 38% des Milchbedarfes, 42% des Eierkonsums, 50% der Gemüse usw. Die Frage der Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion hängt mit der Organisierung der Konsumenten enge zusammen. Ersprießliches leistet hiebei die Organisation „Igud lemaan tozeret haarez" (Zentralstelle für jüdische Landesprodukte). 139

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