Židovská ročenka pre Slovensko
- Journal
- Židovská ročenka pre Slovensko
- Volume
- 5700 (1940)
- Date
- 1940-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 171)
- Language
- German
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EINWANDERUNG Trotz des Krieges ist (gegenüber dem Jahre 1937 um 10.536, 1938 um 12.686 Olim) ein Ansteigen der Alijah festzustellen. Im Jahre 1939 alijierten 26.698 Juden. Der Jischuv vollbrachte ein besonderes jüdisches Solidaritätswerk, indem er nebst seiner nicht unbeträchtlichen Sorgenlast, auch noch die sozialen Hilfsmaßnahmen in gemeinsamer Arbeit mit der Jewish Agency durchführte. Die natürliche Vermehrung der Juden während der letzten drei Unruhejahre wird auf 28.000 Seelen geschätzt. Die Bevölkerungsstärke des Jischuvs kann mit rund 500.000 Seelen angegeben werden. Von allen Einwanderungsländern der Welt kann heute nur Erez Israel die notleidenden Juden der Galuth Einwanderungsmöglichkeiten in nennenswerten Ausmaße bieten. Wie so vielemale in der jüngsten Geschichte Palästinas, hat wieder einmal die Wirklichkeit gegenüber der Theorie von Antizionisten und vermeintlichen Kolonisationspraktikern, Recht behalten. Es muß aber in diesem Zusammenhange zugleich betont werden, daß auch die Alijah der Mapilim eine geordnete und selektive sein muß, die, wenn sie auch nicht an die Disziplin und Tradition der chaluzistischen Alijah herankommt, doch die Kapazität und Widerstandsfähigkeit des Jischuv stärken und nicht über die Gebühr hinaus belasten soll. DAS SOZIALE ARBEITSGEBIET Wie schon erwähnt, sind infolge der eingetretenen Krise, größere Kreise der Arbeiterschaft hart betroffen worden. Die Histadruth, die allgemeine Arbeiterorganisation, hat als erste eine umfangreiche Aktion ins Leben gerufen, mit dem Ziele, neue Arbeitsmöglichkeiten überhaupt zu erschließen und solcherart den Arbeitslosen Arbeit zu verschaffen. Diese Aktion wurde auch von der leitenden jüdischen Instanz der Jewish Agency sehr eifrig unterstützt, welche fast 60.000.— Lp für dieses Arbeitsgebiet verausgabte. Nach und nach gelang es, auch andere Kreise des Jischuvs für diese konstruktive soziale Arbeit heranzuziehen. Bei dieser Arbeit geht es nicht nur um die bereits im Lande ansäßigen Arbeitsnehmer, sondern auch darum, daß die vollkommen erschöpft und entblößt ankommenden Mapilim, wenigstens für eine gewisse Übergangszeit, eingeordnet werden. Das ist eben der Sinn der Forderung, daß auch die Alijah dieser Menschen geordnet vor sich gehe. Die Unorganisiertheit auf diesem Gebiete könnte nicht nur den Olim selbst, sondern auch dem Jischuv schwere Schäden verursachen. In dieser Beziehung kann festgestellt werden, daß der Jischuv selbst ein eklatantes Zeugnis seiner jüdischen Solidarität ablegte, indem er Hilfskräfte weit über seine Möglichkeiten hinaus, zur Verfügung stellte. Einige 137