Mannheim
Compact Memory

Židovská ročenka pre Slovensko · 1940-01-01 · 5700 (1940) · p. Seite 44

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Židovská ročenka pre Slovensko
Volume
5700 (1940)
Date
1940-01-01
Page
Seite 44 (sequence 56)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/7957787-8905983--059-7957844
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Publizisten, Professoren und Lehrer, Politiker und Führer, talmudgelehrte und hochgebildete Baale Batim der Pressburger Gemeinde am jüdischen Geistesleben und gesellschaftlicher Entwicklung in respektablem Sinne beteiligt sind, die allesamt die Bedeutung und die Impulse der Jeschiwah mit tieferem Blicke schauend und erkennend, mit den Zöglingen derselben in regsamem und anregendem ständigen Kontakt verbunden sind. Es ist wie wenn wir am Portal der Pressburger Jeschiwah mit ewig flammenden Buchstaben die Worte des Dichters lesen würden: „Sie hatten das Buch mit sich geschleppt durch zwei Jahrtausende. Es war ihr Volk, Staat, Heimat, Erbteil und Besitz. Sie hatten es allen Völkern vermittelt und alle Völker bekannten sich zu ihm. Aber die einzigen rechtmässigen Besitzer, Erkenner und Verweser waren sie allein." Sechshundertundsiebenundvierzigtausendreihundertundneunzehn Buchstaben hatte das Buch. Jeder Buchstabe wahr gezählt und gewogen, geprüft und erkannt. Jeder Buchstabe war bezahlt mit Leben. Tausende hatten sich martern und töten lassen um jeden Buchstaben. Nun war das Buch ganz ihr eigen. Und in ihren Bethäusern, an ihrem höchsten Feiertag riefen sie, bekannten sie, die Stolzen, herrenhaft Schreitenden zo überzeugt wie die Kleinen, Getretenen, Gedrückten: „Nichts haben wir; nur das Buch!" Die soziale Idee im Judentum Das Recht des Schwachen auf Schutz, das Recht des Armen auf Hilfe, das ist ein jüdischer Gedanke, der vielleicht stärker als irgendein anderer weltbewegend geworden ist, der durch seine Begründung der sozialen Ethik gerade auch die Gegenwart in steigendem Maße beherrscht. (Elias Auerbach: „Die Prophetie".) * Die Verantwortlichkeit für den Nebenmenschen ist ein Grundsatz, der schon auf den ersten Blättern der Bibel deutlich erkennbar ist. Das Judentum hat stets die Gesinnung verabscheut, die in den Worten Kains nach dem Brudermorde enthalten ist: „Bin ich der Hüter meines Bruders?" In Wahrheit ist ein jeder der Hüter des Nebenmenschen; und eine Folge dieses Verantwortungsgefühls ist die Forderung das Wohl der Nebenmenschen nach Kräften zu fördern. (A. Loewenthal in „Die Lehren des Judentums".) * 44

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.