Židovská ročenka pre Slovensko
- Journal
- Židovská ročenka pre Slovensko
- Volume
- 5700 (1940)
- Date
- 1940-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 54)
- Language
- German
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- IRI
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Zöglinge, die schon Rabbinatskandidaten waren und in den anderen Rednervereinen Lorbeeren ernteten, mussten in der Chanfuth-Chewra Fiasko erleiden. Das niederschmetterndste Fiasko war, wenn man über einen Redner sarkastisch sagte, er habe ein „angenehmes Organ" oder er verfügte über eine „schöne Vortragsweise". Das bedeutete, dass der Vortrag wertlos war. Es bestand ein hebräischer Sprachverein unter dem Namen „Chewrath Chowewe S'fath Ewer", der unter dem Einfluss der heutigen Renaissance neuen Aufschwung erhielt. Die hebräische Sprache wurde, wenn auch nicht im Wege des offiziellen Lehrplanes, innerhalb der Pressburger Jeschiwah immer mit Begeisterung und ich möchte sagen mit Zartsinn gepflegt. Unter den Zöglingen waren ständig gründliche Kenner der hebräischen Grammatik und glänzende Beherrscher des hebräischen Stils. Diese Zöglinge waren die Lehrer und Führer des hebräischen Sprachvereines und widmeten viel Arbeit der Verbreitung hebräischer Sprachkenntnisse. Man las nebst den heiligen Büchern der Thora und des Talmuds hebr. Werke und hebr. Zeitungen und zahlreiche schriftstellerische Kräfte in der hebr. Sprache erhielten in «der Pressburger 3eschiwah Ihre Impulse zu reicher Entfaltung und erspriesslicher Tätigkeit. ZU den unsäglich hervorragenden jüdischen Kulturwerten der hochwürdigsten Rabbinerfamilie Schreiber gehörte auch der allgemein anerkannte rabbinisch feine und hochentwickelte hebr. Styl, der immer erhaben in allen seinen Wendungen ist und in der Schönheit und im Schwünge oft poetische Höhe erreicht. Es bestehen weiters innerhalb der 3eschiwah verschiedene Rednervereine, die allesamt sowohl in homiletischer als auch allgemein rhetorischer Beziehung immer hohen jüdischen Geist an den Tag legen. Die Redner verlassen nicht die geheiligte ruhmreiche Tradition der jüdischen Homiletik, verfügen mit scharfsinniger und staunenswerter Fertigkeit über die unversiegbare Quelle des Talmud und Midrasch, zeigen aber auch eine genaue Kenntnis der Zeitprobleme und werden sowohl sprachlich, wie inhaltlich den Forderungen der Gegenwart gerecht. Wahrhaftig, wenn wir die exepstionelle Lage der jüdischen Kultur vor Augen haben und an die Schwierigkeiten und Kämpfe denken, mit denen die Erhaltung der jüdischen Lehre und des jüdischen Geistes in der Galuth verbunden ist, kann es aus dem Gesichtspunkte jüdischer Gottesfurcht, jüdischer Tradition, jüdischer Gemeinden keine sicherere und zweckmässigem Erziehung für Rabbiner geben, als es in der Pressburger Deschiwah verkörpert ist. Die Säle der Rednervereine innerhalb der Pressburger 3eschiwah sind auch gewöhnlich mit Baale Batim der Pressburger Gemeinde zahlreich besetzt. Die Reden der Zöglinge bilden mitsamt den zahlreichen und geistvollen Vorträgen der Vereinsrab^ 42