Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am ... stattfindenden öffentlichen Prüfung der Bürger- und Real-Schule der Israel. Gemeinde
- Volume
- 1861
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 38)
- Language
- German
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34 israelitische Glaubensgemeinschaft dieser Stadt im Staat und im Verhältniß zu ihren andersglaubenden Mitbürgern einnimmt, alles das darf als sein Werk oder doch als die Schöpfung des Geistes bezeichnet werden, den er vor Allen geweckt, gepflegt und gekräftigt hat. Wie sollte ich also dieser Ausgabe genügen, und wie solltet ihr, zu denen ich rede, meines Wortes bedürfen, um dessen zu gedenken, was ihr ipr lebendigen Bilde der vollbrachten That vor euch habt? Möge es mir daher vergönnt sein, in dieser Stunde euch, meine werthen Zuhörer, nicht zu vergegenwärtigen, was er geschaffen, sondern wie er es vollbracht hat. Denn nicht so sehr in dem, was der Mensch gewirkt hat, lernen wir das Wesen und den Werth desselben kennen und würdigen, als in der Art und Weise, wie er es gethan. Der Erfolg ist überall von Zeit und Umständen abhängig; in dem Streben des Menschen tritt uns sein eigenstes Wesen entgegen. Das vollbrachte Werk kann der Gegenstand unserer Bewunderung sein; der Hinblick auf das Schaffen und Vollbringen spornt uns zur Nacheiferung an. Des erreichten Zieles dürfen wir uns erfteuen; aus dem zurückgelegten Weg können wir die Richtung erkennen, die wir unserm eigenen zu geben haben. Wir fühlen und wissen es, daß unser Heß der vornehmste Schöpfer einer neuen Zeit in dieser Gemeinde geworden ist, an deren Genuß wir uns erfreuen. Aber wie ist er es geworden? So oft sich in der Geschichte oder auf einem engeren Gebiete derselben eine Wandelung der Lebensgestaltungen und der Verhältnisse vorbereitet und eine neue Zeit im Kampf mit den bestehenden und überkommenen Formen der Vergangenheit sich Bahn bricht, sind nicht diejenigen Männer die kräftigsten und einflußreichsten Vorkämpfer derselben, die, ihrer Mitwelt mehr oder weniger vorangeschritten, die Fesseln und Schranken der Vergangenheit bereits von sich geworfen haben und sichern Fußes schon auf dem Boden der nahenden Zukunft stehen — nicht diejenigen, die, durch Erziehung und Lebensverhältnisse über die Schwankungen und Verirrungen der Übergangszeit hinweggetragen, bereits das