Einladungsschrift zu der am stattfindenden öffentlichen Prüfung der Volks- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Journal
- Einladungsschrift zu der am stattfindenden öffentlichen Prüfung der Volks- und Realschule der Israelitischen Gemeinde
- Volume
- 1860
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 64)
- Language
- German
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60 Vor wenigen Tagen, nemlich am 26. Februar d. I., ist der emeritirte Oberlehrer der Anstalt, Herr Dr. Michael Heß, sanft und schmerzlos aus dem Leben geschieden, nachdem er am 9. April v. I. in sein 77 Lebensjahr getreten war. Obgleich derselbe seit dem 1. Juli 1855 ans seiner amtlichen Wirksamkeit geschieden war, so fühlt sich doch mit seinen vieljährigen Kollegen und seinen zahlreichen Schülern auch die Anstalt selbst von diesem Verlust aufs Schwerste betroffen. Denn sein Leben ist wie das keines Anderen mit dem Leben der Anstalt, von ihren ersten geringen Anfängen an jederzeit aufs Innigste verflochten gewesen; und wenn er auch streng genommen nicht der Gründer derselben war, so ist sie doch in ihrer gegenwärtigen Gestaltung unzweifelhaft als seine Schöpfung zu betrachten. Seine 49jährige Wirksamkeit an der Spitze der Anstalt, als Bildner und Leiter derselben, war ein ununterbrochenes Zeugniß von der Unerschöpflichkeit seines geistigen Schaffens und von der Rastlosigkeit seines praktischen Wirkens. Sein Einfluß auf die Schüler und Lehrer der Anstalt, wie aus die Geistes- und Sittenbildung der gesammten Gemeinde, ist in diesem großen Zeitraum ein nach allen Seiten hin bedeutsamer und segensreicher gewesen; und der Geist, den er auf allen Gebieten seines Wirkens geweckt hat, wird noch lange nach seinem Hinscheiden lebendig und sichtbar bleiben. Denn der Reichthum und die gesunde Frische der pädagogischen Ideen und Grundsätze, von denen er in seiner Wirksamkeit geleitet wurde, haben in der Entwicklung der Anstalt selbst dauerndes Leben gewonnen; die Fülle der ununterbrochen von ihm ausgehenden lebendigen Anregungen wird noch lange in ungeschwächter .üraft fortwirken und das Vorbild einer selbstlosen Hingabe für seinen Beruf, die seine Persönlichkeit in seiner Wirksamkeit völlig sich verlieren ließ, wird seinen Amts- und Berufsgenossen für immer unverloren bleiben. Die rege Theilnahme für den Fortgang der Anstalt